Sherlock OneShot Sammlung

Zusammenfassung

Hier veröffentliche ich meine OneShot's die ich zu der BBC Serie Sherlock geschrieben habe. Es sind vorwiegend Gay-Love Geschichten. Paaring: John/Sherlock Eine Geschichte handelt allerdings von Eurus Holmes, ist dann auch aus ihrer Sicht geschrieben.

Genre:
Other
Autor:
YuriyKajomi
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
14
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Nicht schon wieder

Ich kann es nicht fassen! Du hast es wieder getan! Bist mit einem Lächeln aus unserer Wohnung gegangen, mit der Bemerkung, du seist gleich wieder da. Ich dachte mir nichts dabei, so wie sonst auch immer. Dabei hätte ich es besser wissen müssen…


Wir haben wieder an einem Fall gearbeitet, wo unser Gegner ein gefährlicher Mörder ist. Wir waren dabei, die Identität dieses Mannes herauszufinden. Dass es ein Mann war, lag deiner Meinung nach auf der Hand. Auch wenn ich nicht verstand, woran du es erkannt hattest. Aber das war ja nichts Ungewöhnliches, nichts Neues. Du hast alle Fakten, die du hattest aufgelistet, versucht diese zusammen zu führen, eine Verbindung herzustellen, zu den Leuten, von denen wir wussten, dass sie mit dem Fall zu tun hatten, als du plötzlich Inne hiltest. Schon da hätte ich stutzig werden müssen. Doch ignorierte ich es. Schließlich war der Moment nur kurz, zu kurz, nicht mal eine Sekunde, ehe du noch ein paar Minuten weiter machtest, bevor du aufgestanden bist und die Wohnung verlassen hattest. Wobei du mir nur sagtest, dass du nur etwas frische Luft schnappen wolltest und gleich wieder da seist, ich sollte mir keine Sorgen machen.

Von wegen! Keine Sorgen! Gerade die hätte ich mir machen müssen. Oder noch besser, ich hätte dir gleich folgen sollen. Doch, wie immer, hab ich mich von dir täuschen lassen. Manchmal bin ich wirklich ein Idiot!

Das etwas nicht stimmte, merkte ich erst über eine Stunde später. Du warst immer noch nicht zurück und das machte mich stutzig. Leider, da erst!

Besorgt versuchte ich dich auf dem Handy zu erreichen. Doch gingst du nicht ran. Wieso solltest du auch? Dachte ich mir noch. Dann entschied ich mich, Greg anzurufen, ihn zu fragen, ob er weiß, wo du steckst. Ob du ihn ausnahmsweise mal was gesagt hattest. Doch er wusste es nicht, meinte aber, dass er sich meldet, sollte er dich finden oder du dich bei ihm melden. Kurz überlegte ich auch noch, ob ich Mycroft frage, doch wollte ich keine schlafenden Hunde wecken. Vielleicht hätte er meine Sorge auch nur belächelt und für übertrieben gehalten. Ist ja schließlich nichts Ungewöhnliches, dass du mal so für eine Zeitlang spurlos verschwindest. Mich selber auf die Suche nach dir zu begeben, wäre Schwachsinn gewesen. Immerhin wusste ich ja nicht, wo du hin wolltest. Im Grunde könntest du überall in London sein. Vielleicht sogar außerhalb der Stadt. So blieb mir nur in der Wohnung zu bleiben und zu warten. In der Hoffnung, dass du unversehrt zurück kommst.

Es sollte dann noch zwei Stunden dauern, bis sich Greg endlich bei mir meldete, mit der Info, dass sie dich gefunden haben. Wie vermutet, hattest du dich dem Mörder allein gestellt. Mal wieder! Ohne jemanden Bescheid zu geben. Nur weil euch Zwei Jemand sah, wie ihr eine nicht ganz ungefährliche Auseinandersetzung hattet, konnte das Yard euch finden. Und das wohl gerade noch rechtzeitig, immerhin hatte der Andere eine Handfeuerwaffe, von der er gerade Gebrauch machen wollte. Bevor noch Jemand… bevor du noch zu Schaden kommen konntest, trafen die Beamten vom Yard ein und konnten schlimmeres verhindern… Du kamst noch mal glimpflich davon, der Mann, der für mindestens einen Mord verantwortlich war, wurde festgenommen.

Und ich? Ich kam mir vor wie ein blutiger Anfänger! Als ob ich das erste Mal mit dir zusammen an einem Fall gearbeitet hätte. Dabei kennen wir uns schon so viele Jahre und haben schon so viele Fälle gemeinsam gelöst. Wobei… Eigentlich hast du sie gelöst, ich hab dir nur Rückendeckung gegeben. Was schon ein schwerer Job ist, an deiner Seite!

Als du zurück kamst, haben wir uns gestritten, wie schon so oft, wegen deinem selbstmördirischem Verhalten. Wir waren dabei ziemlich laut. Ja, wir beide. Du beharrst auf deinen Standpunkt, dass dein Verhalten richtig war. Ich auf meinen, dass es das eben nicht war. Doch du willst es einfach nicht verstehen, wie ich mich dabei fühle, wenn du dich in Gefahr bringst. Allein! Ohne Rückendeckung! Kannst es nicht verstehen, dass ich fast verrückt werde, wenn ich zu Hause warten muss, in der Hoffnung, dass ich dich lebend wieder sehe. Und ich kann es nicht verstehen, dass du mich aus den gefährlichen Momenten lieber raushalten willst, dass du mich lieber in Sicherheit wissen willst. Dabei sind wir ein Team! Wir sind doch Partner, Kollegen, Freunde und sogar mehr als das. Solltest du dann nicht genug Vertrauen in mich haben? Wissen, dass ich mit den gefährlichen Situationen klar komme? Dass ich dir da sogar eine Hilfe sein kann? Gleichzeitig willst du, dass ich dir genug vertraue, dass ich dir zutraue auch allein aus solchen Situationen wieder raus zu kommen…


Jetzt stehe ich unten vor unserem Eingang auf dem Gehweg. Nach unserem Streit, bin ich aus der Wohnung geflüchtet. Wütend, enttäuscht. Doch vor der Eingangstür blieb ich stehen. Wusste nicht wohin ich jetzt sollte. Wir haben uns alles gesagt, uns ausgesprochen, uns Luft gemacht. Und jetzt fühle ich mich wie ausgekotzt. Wahrscheinlich geht es dir nicht besser…

Die Bestätigung bekam ich auch gleich darauf, als sich hinter mir die Tür öffnete und du nach draußen trittst. Erst jetzt fällt mir auf, dass es regnet. Als ich sehe, wie sich die Tropfen in deinen Haaren verfangen, deine Locken langsam etwas glätten und dann über dein Gesicht, welches im Moment so viele Emotionen zeigt, nach unten fließen. Es scheint, als wärst du außer Atem, so schnell holst du Luft und entlässt diese wieder. Dabei ist der Weg nach unten nicht weit und deine Kondition doch sehr gut. Was sie auch muss, wenn du Kriminelle hinterher jagst, nur um diese an der Flucht zu hindern. Und dennoch, geht deine Atmung jetzt schwer.

»John.« Ein einziges Wort verlässt deine Lippen. Ein einziges Wort. Und doch höre ich so viele Emotionen aus der Art, wie du es sagst, heraus. Emotionen, die ich auch in deinem Gesicht ablesen kann. Schmerz, Angst, Verunsicherung, Panik. Emotionen, die sich auch in deinen Augen widerspiegeln, woran ich erkenne, dass sie nicht gespielt sind. Doch sehe ich auch etwas anderes in deinen Augen. Ein leichtes glitzern im Augenwinkel.

Sag mal, weinst du etwa? Oder ist das der Regen, der von der Nasenspitze tropft? Am liebsten würde ich auf dich zugehen und die Tropfen mit meiner Zunge auffangen. Sie probieren, um zu testen, ob diese salzig schmecken.

Doch stattdessen, stehe ich nur da und sehe dich an. Worauf warte ich eigentlich?

»Bitte… Verlass mich nicht«, kommt es zaghaft von dir und als ob es das war, worauf ich gewartet habe, setzte ich mich in Bewegung. Ich stürze fast auf dich zu, schlinge meine Arme um deinen Nacken und dich zu mir herunter. Kurz bevor sich unsere Lippen berühren, meine ich noch beruhigend: »Als ob ich das könnte.« Ich brauche dich doch, ohne dich würde mein Leben keinen Sinn mehr ergeben. Das solltest du doch eigentlich wissen. Und wahrscheinlich weißt du das auch und wolltest nur nochmal die Bestätigung dazu haben. Allerdings stört mich dies nicht, denn weiß auch ich, dass es dir mit mir nicht anders geht. Auch du würdest mich nicht mehr in deinen Leben vermissen wollen. Wir gehören halt einfach zusammen, egal, wie oft wir uns noch streiten und den Anderen zum Teufel wünschen. Trennen könnten wir uns doch nie.

»Ich liebe dich! Doch tue mir das bitte nicht noch mal an«, flehe ich, als wir uns nach einem sanften Kuss wieder voneinander lösen. Du nickst auf meine Worte, mit einem erleichterten Lächeln und erwiderst: »Ich werde mir Mühe geben. Und ich liebe dich auch.«

Mehr kann ich von dir wohl nicht erwarten. Aber seltsamerweise reicht es mir dennoch.