Kapitel 1
Als Robbie am Sonntagmorgen aufwachte, war er richtig rattig. Das nervte ihn so sehr, dass er laut stöhnte und sein Gesicht unter dem Kissen vergrub. In letzter Zeit war er geiler als sonst, und er wusste einfach nicht, was er dagegen tun sollte. Seine Eltern hatten ihn vor über einem Monat beim Pornos schauen erwischt. Sie hatten eine Spy-Software installiert, von der er nichts wusste. Jetzt hatte er Internetverbot und sein Handy war auch weg.
Es waren Winterferien und Robbie wusste, dass er seine Freunde so schnell nicht sehen würde. Er konnte nicht online nachsehen, ob es normal war, mit achtzehn so dauergeil zu sein. Er konnte auch seinen Kumpels nicht schreiben, um zu fragen, ob es ihnen genauso ging. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als es sich so oft wie möglich selbst zu machen und das Beste zu hoffen. Gestern Abend hatte er sich dreimal hintereinander einen runtergeholt, aber irgendwie fühlte er sich danach nur noch geiler.
„Ach, egal“, sagte er. Er zog seine Boxershorts runter, packte seinen steinarten Cock und fing an, ihn unter der Decke zu wichsen.
Er schloss die Augen und versuchte, sein Stöhnen zu unterdrücken. Er zog und rieb und drückte seine Eier, um zum Orgasmus zu kommen. Plötzlich rutschte ihm das Herz in die Hose. Jemand klopfte an die Zimmertür und sein Stiefvater steckte den Kopf herein.
„Bist du wach, Kumpel?“
„Dad!“
Robbies Stiefvater Pete checkte die Lage sofort. Er drehte den Kopf weg, damit sein Stiefsohn sich erst mal wieder ordentlich anziehen konnte.
„Tut mir leid“, sagte Pete. „Ich wollte dich nicht so erschrecken.“
„Du hättest nach dem Klopfen ja wohl mal kurz warten können“, meinte Robbie. Er merkte genau, dass er im Gesicht glühte wie eine Herdplatte. Seine blassen Wangen wurden immer knallrot, wenn ihm etwas peinlich war. „Was willst du denn?“
„Nicht in dem Ton, mein Freund“, sagte sein Vater mit ernster Miene. „Deine Mutter fragt, ob du fertig bist. Sie fährt in dreißig Minuten zur Kirche.“ Robbie stöhnte schon wieder auf, und Pete zog erstaunt die Augenbrauen hoch. „Passt dir das etwa nicht, mein Sohn?“
„Schon gut“, brummte Robbie, aber er war stinksauer. „Ich bin gleich unten.“ Sein Stiefvater wollte gerade die Tür schließen, da bemerkte Robbie, dass Pete gar nicht für die Kirche angezogen war. Er rief: „Warte mal, Dad!“
„Was gibt's?“, fragte Pete und öffnete die Tür wieder ein Stück.
„Warum bist du nicht fertig für die Kirche?“
„Ich fühle mich heute nicht besonders. Ich glaube, ich bleibe lieber zu Hause“, sagte Pete.
„Und warum darfst du zu Hause bleiben? Ich will auch nicht mit.“
Sein Stiefvater starrte ihn eine ganze Weile an. Robbie schüttelte nur geschlagen den Kopf; wenigstens war er nicht mehr ganz so rot im Gesicht. „Schon gut, schon gut… du bist der Erwachsene. Ich bin das Kind. Solange ich meine Füße unter deinen Tisch stelle, muss ich nach deiner Pfeife tanzen. Bla, bla, bla… Ich kann es kaum erwarten, mit der Schule fertig zu sein und aufs College zu gehen!“
„Werd nicht frech“, sagte Pete und zog die Tür hinter sich zu.
Robbie war jetzt noch frustrierter als vorher. Vor allem, weil sein Stiefvater ihn erwischt hatte, kurz bevor er abspritzen konnte. Er konnte es nicht fassen. Jetzt musste er in die Kirche und die nächsten Stunden damit verschwenden, öde Lieder zu singen. Er musste sich die noch öderen Predigten vom Pfarrer anhören. Der Typ schien nichts lieber zu tun, als den Leuten zu erzählen, dass sie in der Hölle landen, wenn sie nicht genau das machen, was er sagt. Wenn das mal nicht voreingenommen war!
Robbie kroch unter der Decke hervor. Er war eins-fünfundachtzig groß, schlank und sportlich. Das kam daher, dass er fast seine ganze Pubertät im Leichtathletik-Team der Schule verbracht hatte. Er hatte pechschwarze Haare, braune Augen und ein sehr hübsches Gesicht. Er wusste das, weil die Mädchen in seiner Klasse kein Blatt vor den Mund nahmen. Die meisten seiner Freunde wussten allerdings nicht, dass er noch Jungfrau war. Sicher, Kelsey hatte ihm ein paar Mal den Schwanz gelutscht, aber er war noch nie mit einem Mädchen „bis zum Äußersten“ gegangen. Es lag nicht daran, dass er keine Gelegenheit gehabt hätte. Aber jedes Mal, wenn es kurz davor war, bekam er Panik. Er machte sich zu viele Gedanken und kriegte keinen hoch. Kelsey erzählte aber jedem, dass sie ihn gefickt hätte. Er hatte keine Lust, in der Schule herumzulaufen und allen zu sagen, dass sie lügt. Und irgendwie hatte er sie ja auch gefickt – er hatte es ihrem Gesicht so richtig gegeben. Kelsey liebte seinen Cock. Das hatte sie ihm gesagt. Dadurch fühlte Robbie sich wie ein König.
Bei diesen Gedanken merkte er, wie sein Schwanz schon wieder hart wurde. Er verdrehte die Augen, ging in das Badezimmer, das direkt an sein Zimmer grenzte, zog sich aus und stieg in die Dusche. Er drehte das kalte Wasser auf. Er hätte fast geschrien, als der eiskalte Schwall seinen Körper traf. Seine Nippel wurden sofort hart und er zitterte. Aber er musste sich abkühlen, in jeder Hinsicht. Kalte Duschen waren ihm nicht fremd; das Wasser in der Schule war sowieso nie warm genug für alle.
„Gern geschehen“, sagte die Stimme seines Stiefvaters. Robbie wäre fast ausgerutscht, weil er Pete nicht hatte reinkommen hören. Er schloss die Tür nie ab, weil er dachte, dass niemand reinkommen würde, während das Wasser lief. Das war wohl ein Irrtum.
„Um Himmels Willen, Dad, ich bin nackt!“
„Vielleicht sollte ich meine Entscheidung noch mal überdenken“, sagte Pete und lehnte sich gegen den Türrahmen. Pete Walsh war eins-sechsundachtzig groß, schlank und sportlich. Er ging immer noch viermal die Woche ins Fitnessstudio, obwohl er schon zweiundvierzig war. Aber im Gegensatz zu Robbie trug er eine Brille und einen sehr dichten Vollbart. Seine Augen waren stechend blau, aber sein Haar und sein Bart waren genau so pechschwarz wie bei seinem Stiefsohn. Sie sahen sich nicht besonders ähnlich, aber die meisten Leute dachten immer, sie wären verwandt. „Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen, Robbie.“
„Was willst du denn?“, fragte Robbie genervt. „Ich hab doch gesagt, ich bin gleich unten.“
„Nicht nötig“, sagte Pete. „Ich habe deiner Mutter gesagt, dass du dich auch nicht gut fühlst. Sie und deine Schwester steigen gerade ins Auto. Es gibt wohl gratis Donuts und Kaffee vor dem Gottesdienst.“ Seine Schwester war eigentlich Petes Tochter, also Robbies Stiefschwester, aber sie waren zusammen aufgewachsen. Robbies Mutter hatte Pete geheiratet, als Robbie erst zwei und Ronnie ein Jahr alt war. Ronnies Mutter war bei der Geburt gestorben. Robbies leiblicher Vater hatte ihn und seine Mutter verlassen, noch bevor Robbie überhaupt geboren war. Robbie sah Pete in jeder Hinsicht als seinen einzigen richtigen Vater an. Trotzdem fragte er sich manchmal, ob sein leiblicher Vater es bereute, ihn verlassen zu haben.
Robbie drehte das Wasser ab. „Willst du mich verarschen?“, fragte er. Er vergaß plötzlich völlig, dass er nackt vor seinem Stiefvater stand, und griff nach dem Handtuch. „Du hast wirklich für mich gelogen?“
„Ich dachte mir, wir haben dich genug bestraft, indem wir dir das Handy weggenommen und das Internet gesperrt haben“, sagte Pete und zuckte mit den Schultern. Er trug eine Pyjamahose und ein schwarzes Tanktop. „Also wollte ich mal locker sein und dir eine Pause gönnen.“
„Danke, Dad“, sagte Robbie und wickelte sich das Handtuch um die Hüften. „Echt nett von dir.“
„Nicht so schnell“, sagte Pete. „Du musst mit mir mitkommen.“
„Ich dachte, dir geht's nicht gut“, sagte Robbie und sah Pete an, während er sich die nassen Haare aus dem Gesicht strich. „Wo willst du denn hin?“
„Ich will nirgendwo hin“, sagte Pete. „Deine Mutter ist seit der Pandemie immer noch total vorsichtig. Sie meint, weil wir uns beide nicht gut fühlen, sollten wir für ein paar Tage in die Hütte fahren. Dann stecken wir sie und deine Schwester nicht an.“
„Och nö, ich will nicht in die Hütte“, meinte Robbie. „Und wir sind ja gar nicht krank. Also ich jedenfalls nicht. Und du?“
Sein Stiefvater gab darauf keine Antwort, aber sein Gesicht blieb ernst. „Hast du was Besseres vor? Wenn ja, kann ich deiner Mutter auch sagen, dass es dir doch wieder gut geht. Dann kannst du gerne mit ihnen in die Kirche fahren.“
„Nein, nein“, sagte Robbie schnell. „Dann komme ich lieber mit dir.“
Pete lächelte. „Dacht ich mir doch“, sagte er. „Pack ein paar Sachen zusammen, dann fahren wir los. Noch schneit es nicht, aber wer weiß, wie lange das so bleibt. Ich will da sein, bevor das Wetter richtig umschlägt.“
„Na gut“, sagte Robbie. „Kannst du jetzt bitte rausgehen, damit ich mich anziehen kann?“
Sein Stiefvater sah ihn an, drehte sich dann um und verließ das Zimmer. Robbie hatte zwar gar keine Lust auf den Trip, aber er hoffte, dass Pete ihn in der Hütte wenigstens PlayStation spielen lassen würde. Es gab dort eine Konsole und Internet. Wenn sein Dad ihn wirklich mal in Ruhe lassen wollte, durfte er vielleicht sogar online mit seinen Zocker-Kumpels spielen. Das war immer noch besser, als zu Hause rumzusitzen, irgendwelche Bücher zu lesen und alle zehn Minuten geil zu werden.
Robbie nahm das Handtuch ab und fing an, sich abzutrocknen. Dabei überlegte er schon, was er für die Reise einpacken musste.