Im Gleichgewicht /Naruto

Zusammenfassung

Engel sind wunderbare Wesen, doch wenn man sie verletzt, gehen sie ein wie eine zarte Blume. Zerstört man sie, ist man des Todes. Sei auf der Hut, begegne ihnen mit Anmut und Stolz, fasse sie trotz der Verlockungen nicht an, da sie wie ein Schmetterling zerbrechen können.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
21
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Engel, sie teilen sich in zwei Gruppen auf. Zum einen deuten sie auf Unschuld und Reinheit hin und zum anderen gibt es die Sorte, die die dunkle Seite verkörpert und versucht die Unschuld der weißen Flügelträger zu rauben. Sie auf ihre Seite zu ziehen und im Herzen zu verderben. Nur ein Gleichgewicht beider, kann dem Krieg ein Ende setzen und dazu führen, dass die Menschheit begreift …

Wie oft hatte Tsunade sich diese Zeilen schon durchgelesen, sie nicht begriffen und am liebsten in der Luft zerrissen? Ein leises Klopfen kam von der Tür aus, riss die Hokage aus den Gedanken und noch etwas zurückhalten trat Shizune ein. „Meisterin Hokage, er ist nun hier“, sagte sie ruhig und wich ein Stück von der Tür weg. Ein junger Mann mit strubbeligen blonden Haaren und jeweils drei Streifen auf der Wange trat ein. Blaue Augen fixierten die Hokage und diese seufzte leise. Kurz nickte sie ihrer Schülerin zu und diese verließ den Raum. „Naruto“, kam es leise über Tsunades Lippen, während sie sich mit dem Stuhl zur Seite drehte und einen kräftigen Schluck Sake direkt aus der Flasche trank.

„Hallo Ba-chan“, grinste Naruto die Hokage fröhlich an, blieb vor deren Schreibtisch stehen und sah sich im Zimmer um. Manchmal fragte er sich, wie es sein konnte, dass die Hokage hier noch den Überblick hatte, denn die vielen Schriftrollen bereiteten selbst ihm gewisse Kopfschmerzen.

Wieder erklang ein Seufzer von der Frau und sie stand von ihrem Platz auf. „Naruto, ich habe dich wegen einer wichtigen Sache zu mir gerufen“, fing sie plötzlich an und kaute sich nervös auf ihrer Unterlippe. Die Entscheidung war ihr nicht leicht gefallen, aber es war die einzige Möglichkeit endlich richtig lieben zu dürfen. Sie wollte ja nicht, dass ihr Mann davon läuft oder anderen Frauen hinterher stellt. „Naruto, ich werde zurücktreten als Hokage“, platzte es dann plötzlich aus ihr heraus und sie sah genau den verwirrten Blick des Jungen. Er begriff wohl noch nicht ganz, aber das würde sich gleich ändern. „Ich werde zurücktreten und du wirst mein Nachfolger sein, Naruto Uzumaki.“

Naruto war sichtlich gespannt, was die Hokage ihm mitzuteilen hatte und dementsprechend steigerte sich seine Neugier. Womit er aber am wenigsten gerechnet hatte, war die Tatasche, dass er der nächste Hokage werden sollte. Wie erstarrt stand er deswegen da, rührte sich nicht und starrte Tsunade mit offenem Munde an. „I-ich soll was?“ Naruto glaubte zu träumen, er konnte nicht begreifen, was genau hier gerade geschah.

„Du hast richtig gehört, du wirst der nächste Hokage und leider auch …“ Tsunade unterbrach wieder und schämte sich für ihr Handeln. Es war egoistisch, aber Naruto war der Einzige, dem sie das Amt anvertrauen konnte.

„Und bedauerlicherweise was?“, fragte Naruto ernst, wollte wissen, warum genau er dieses Amt schon jetzt annehmen sollte. Immerhin war er gerade mal sechzehn Jahre, hatte zudem bis auf den Sieg Pain’s noch nicht wirklich etwas vorzuweisen.

„Du darfst dich nie verlieben.“ Traurig sah die Hokage auf und wandte dann den Blick wieder ab. Als Hokage durfte man nie lieben, denn sonst geriet das Gleichgewicht aus den Fugen. Seufzend nahm sie eine Schriftrolle von ihrem Schreibtisch und hielt sie Naruto hin. „Lies das, dann wirst du alles verstehen.“

Naruto war zu geschockt, um zu antworten. Stattdessen nahm er die Schriftrolle und las sich diese durch. „Das ist die, die mir Pain kurz vor seinem Tod gab. Er selbst konnte sie nicht entschlüsseln, aber er sagte, dass Konan weiterhin daran arbeiten würde. Daher hat sie mir die Blumen der Hoffnung gegeben.“

„Wir haben den Text schon längst entschlüsselt und das schon seit der ersten Generation“, kam es darauf von Tsunade und sie seufzte wieder leise. Das, was sie Naruto aufbahrte, war wirklich viel und er versaute sich damit sein ganzes Leben.

„Was aber bedeutet dann, dieses Gleichgewicht beider?“ Verwirrt runzelte Naruto die Stirn und setzte sich fassungslos auf den freien Stuhl. Er durfte sich nicht verlieben und das nie wieder. Es war hart und schon jetzt zweifelte Naruto an sich und ob er dies wirklich schaffen würde.

„Nun, wie erkläre ich dir es am besten? Du kennst doch das Sprichwort, dass eine Medaille zwei Seiten hat. Naruto, wenn du der weiße Engel bist, dann gibt es auch für dich einen schwarzen Engel. Dein Gegenstück, welches dich verführen soll.“ Ruhig erklärte die nun die ehemalige Hokage den Inhalt der Schriftrolle. Obwohl, es nicht ganz stimmte mit der Liebe. Er durfte sich verlieben, doch er durfte nie die schönen Dinge in einer Beziehung genießen. Auch, wenn das eigentliche Verbot als Hokage sich nur auf den Sex bezog. Aber wenn die geliebte Person einen berührte, streichelte, dann wünscht man sich schon eine intime Nacht zusammen. Jahrelang hatte sie es ausgehalten und auch Narutos Vater hatte es versucht, doch den Wunsch eine Familie zu gründen ließ ihn den Titel abgeben.

Ja, die zwei Seiten kannte er. Yin und Yang, oder aber auch Himmel und Hölle. „Ich verstehe.“ Naruto nickte daher und fragte sich im selben Moment aber auch, wer sein Gegenstück sein sollte. Wer sah wie ein schwarzer Engel aus? Nicht, dass es sie je gegeben hatte, aber Pain sagte deutlich, dass es Menschen gäbe, die eines Engels gleich waren. Erst hatte er nicht verstanden, dann aber sah er Konan und wusste, dass sie sprichwörtlich ein Engel auf Erden war.

„Es tut mir leid, Naruto, dass ich dir nicht mehr erzählen kann, aber niemand weiß, wer dein Gegenstück ist. Er entsteht erst, wenn du zum Hokagen ernannt worden bist“, erklärte die Frau ruhig und seufzte leise. Ihr eigenes Gegenstück kannte sie nicht und sie wollte es auch nicht kennen.

Erneut ließ Naruto einen leisen Seufzer verlauten und legte die Schriftrolle beiseite. „Ist schon okay, ich wollte ja immer Hokage werden und demnach werde ich das Amt auch antreten“, versicherte er mit fester Stimme.

Ein sanftes Lächeln umspielte Tsunades Lippen und sie wuschelte Naruto einfach durch die blonden Haare. Ja, Naruto war der richtige für das Amt und er würde das Dorf auch beschützen, das wusste sie genau.

„Wuschel mich doch nicht immer. Ich bin kein kleiner Junge mehr“, beschwerte sich Naruto über die lieb-gemeinte Geste und brummte zudem leise auf.

„Ach, lass einer alten Frau diese Freude doch.“ Sanft lächelte Tsunade wieder. „Morgen werde ich es bekannt geben und dich in das Amt einführen, doch heute sollst du noch den Tag genießen können.“

Nochmals murrte Naruto, dann aber lächelte er und stand von seinem Platz auf. „Fein, dann geh’ ich jetzt mit Sai und Sakura Ramen essen“, freute sich Naruto und rieb sich dazu die Hände.

Leise lachte die Hokage und seufzte dann wieder frustriert als Naruto das Zimmer verließ. Kurz warf sie einen Blick über ihre Unterlagen und eine stach ihr besonders ins Auge. Sasuke Uchiha, ein ehemaliger Ninja aus Konoha. Er hatte das Dorf für Macht verraten und Naruto müsste ihn zum Wohl des Dorfes töten. Dabei waren sie wie Brüder zueinander gewesen.