Die Rückkehr ins Dunkel
Tom erwachte aus einem Traum, der von Schreien und Blut erfüllt war, in einer Realität, die kaum weniger furchterregend war. Der Boden unter ihm war hart und feucht, und die Luft war schwer von Feuchtigkeit und dem modrigen Geruch des Dschungels. Seine Muskeln waren steif, sein Körper schmerzte, und sein Kopf pochte von dem Sturz, den er nicht vergessen konnte.
Sein erster Gedanke galt Sarah. War sie wirklich fort? Er hatte sie zuletzt gesehen, bevor die Erde unter ihnen eingebrochen war, doch etwas in seinem Inneren sagte ihm, dass sie noch am Leben war. Ein seltsames Gefühl von Hoffnung und Wut durchströmte ihn. Sie lebte – und wenn sie in den Händen dieser Barbaren war, dann musste er sie retten. Egal, was es kostete.
Er richtete sich langsam auf, jeder Muskel in seinem Körper schrie vor Schmerz, doch die Wut, die sich in ihm ausbreitete, überwältigte den körperlichen Schmerz. Seine Hände, zerkratzt und blutig, krallten sich in den feuchten Boden, während seine Augen den dichten Dschungel um ihn herum absuchten.
Es war noch immer Nacht, und der Mond warf lange, gespenstische Schatten auf den Boden. Der Dschungel war lebendig, doch jetzt schien er anders. Er war nicht länger ein Ort des Schreckens, sondern eine Waffe – seine Waffe. Er würde ihn nutzen, um gegen den Stamm zu kämpfen, der alles von ihm genommen hatte.
Sein Kopf war voller Bilder von Sarah, von den Jägern, von den Monstern, die ihn durch den Dschungel gehetzt hatten. Doch jetzt war er nicht mehr der Gejagte. Er war der Jäger.
„Sie denken, sie haben gewonnen“, murmelte Tom leise, während er sich aufrichtete und sich umsah. „Aber sie haben keine Ahnung, was auf sie zukommt.“
Er wusste, dass der Stamm irgendwo in der Nähe war. Die Trommeln, die er so oft gehört hatte, hatten aufgehört, doch er spürte, dass sie nicht weit weg waren. Sie hatten sich zurückgezogen, sicher in der Annahme, dass er tot war oder sich nicht mehr wehren konnte. Aber sie lagen falsch.
Seine Gedanken begannen zu rasen. Er musste Waffen herstellen, Fallen bauen – den Dschungel zu seinem Verbündeten machen. Er kannte diesen Ort inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er voller Ressourcen war. Und er würde alles nutzen, was er finden konnte, um den Stamm zu vernichten.
Tom machte sich auf den Weg durch das dichte Dickicht, seine Augen suchten nach allem, was ihm helfen könnte. Er fand Äste, scharfe Steine und Lianen, und in seinem Kopf formte sich ein Plan. Die Wut in ihm wuchs, und seine Gedanken richteten sich nur auf eines: Rache.
Er arbeitete mit einer Intensität, die er nie zuvor gespürt hatte. Er schnitzte spitze Pfähle aus Holz, die er in den Boden rammte, und baute eine primitive, aber tödliche Falle, die jeden erwischen würde, der ahnungslos hindurchstolperte. Er legte Ranken und Dornen auf den Boden, die wie Netze wirkten, um seine Feinde zu fangen. Jeder Schritt war präzise, und jeder Atemzug war erfüllt von Wut.
Während er arbeitete, dachte er an Sarah. Sie war sein Antrieb, seine Motivation. Er würde sie finden, und er würde jeden Einzelnen des Stammes auslöschen, der ihr etwas angetan hatte.
Als die ersten Strahlen der Morgensonne durch die dichten Baumkronen brachen, war seine Arbeit fast vollendet. Eine Reihe von Fallen war in dem dichten Unterholz versteckt, bereit, zuzuschlagen. Doch das war erst der Anfang. Er würde jeden einzelnen dieser Bestien jagen, einen nach dem anderen.
Sein Blick schweifte über die erste Falle, die er gebaut hatte – eine einfache Grube mit angespitzten Pfählen, bedeckt mit Laub und Ästen. Sie war primitiv, aber tödlich. Und es war genau das, was er brauchte. Der Dschungel war auf seiner Seite, und er würde ihn zu seinem Vorteil nutzen.
Er atmete tief durch und ließ seine Augen über den Horizont wandern. Die Jäger waren nahe. Er konnte es spüren.
Tom kauerte sich in den Schatten eines großen Baumes und wartete. Es würde nicht lange dauern, bis die ersten von ihnen in seine Falle liefen. Er würde ihre Schreie hören, ihre Schmerzen sehen. Und er würde keine Gnade zeigen. Nicht nach dem, was sie ihm angetan hatten.
Die Sonne stand nun hoch am Himmel, und der Dschungel erwachte zum Leben. Vögel zwitscherten in den Baumwipfeln, Insekten summten, doch all das wurde von der unheimlichen Stille übertönt, die über dem Ort lag. Es war die Ruhe vor dem Sturm, die Stille, bevor der Tod kam.
Und dann hörte er es.
Das Rascheln von Blättern, das Knacken von Zweigen. Sie kamen.
Ein scharfes Lächeln breitete sich auf Toms Gesicht aus. Er griff nach einem scharfen Stein, den er als Waffe geformt hatte, und kauerte sich tiefer in die Dunkelheit.
„Kommt nur“, murmelte er leise. „Ich warte auf euch.“
Die ersten beiden Jäger traten in den kleinen Lichtstreifen, der durch die dichten Blätter brach. Sie bewegten sich vorsichtig, ihre Augen wachsam, doch sie wussten nicht, dass der Tod bereits auf sie lauerte.
Einer von ihnen trat vor, und mit einem einzigen unbedachten Schritt löste er die Falle aus. Ein scharfer Knall, gefolgt von einem erstickten Schrei. Der Boden unter dem Jäger brach weg, und er fiel in die Grube, die Tom vorbereitet hatte. Die spitzen Pfähle durchbohrten seinen Körper, und der Schrei erstarb in einem Gurgeln.
Der zweite Jäger erstarrte, seine Augen weiteten sich vor Schock. Doch bevor er reagieren konnte, sprang Tom aus seinem Versteck, der scharfe Stein in der Hand. Er war schneller, als der Jäger realisieren konnte, was geschah, und mit einem einzigen, brutalen Schlag rammte Tom den Stein in den Hals des Mannes.
Blut spritzte auf den Boden, und der Jäger fiel zu Boden, sein Körper zuckte ein letztes Mal, bevor er leblos liegen blieb.
Tom stand keuchend über den toten Körpern, das Blut tropfte von seinen Händen. Seine Brust hob und senkte sich schwer, doch er fühlte keine Reue. Nur Wut. Nur Rache.
„Das ist erst der Anfang“, murmelte er leise, während er sich in den Schatten zurückzog.
Die Jagd hatte begonnen.








