Lesbarkeit anpassen
Aa

Chick & Parmi πŸ‡©πŸ‡ͺ

Alle Rechte vorbehalten Β©

Zusammenfassung

Β»π™ΈπšŒπš‘ πš–πšŠπš, πš πš’πšŽ πšŸπš’πšŽπš•πšŽ π™ΆπšŽπšπšŠπš—πš”πšŽπš— 𝚍𝚞 πšπš’πš› πš–πšŠπšŒπš‘πšœπš. Γœπš‹πšŽπš› πšπš’πšŽ πš†πšŽπš•πš πšžπš– πšπš’πšŒπš‘ πš‘πšŽπš›πšžπš–. Γœπš‹πšŽπš› πš–πš’πšŒπš‘.Β« Emil liebt Kochen. Zu dumm, dass seine Eltern ihn lieber im Arztkittel als in KochschΓΌrze sΓ€hen. Um sein Wartesemester fΓΌrs Medizinstudium zu ΓΌberbrΓΌcken, schicken sie ihn nach Australien. Dort machen ihm seine SchΓΌchternheit und sein Hang zum UnglΓΌck das Leben schwer. Bis Keane ihm ein Gericht zubereitet, das mehr als seine kulinarische Liebe entfacht …

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
58
Rating
5.0 6 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

1. Gang

Das GepΓ€ckband sprang an. Dutzende Blicke zuckten zur Ausgaberampe, einige Wartende traten vor die Anlage. Die ΓΌbrigen Passagiere gΓ€hnten, rieben sich ΓΌber die Augen, beobachteten teilnahmslos, wie ein Koffer nach dem nΓ€chsten auf das FΓΆrderband rutschte. Jeder hoffte, dass sein GepΓ€ck die Reise ΓΌberstanden hatte.

Fast jeder.

Emil kaute auf seiner Unterlippe, wΓ€hrend FamilienvΓ€ter die bunten Rollkoffer ihrer Kinder vom Band hievten. Vielleicht griff jemand versehentlich nach seinem. Vielleicht packte ihn jemand in seinen Mietwagen und fuhr damit 2000 Kilometer ins Outback. Wenn er richtig GlΓΌck hatte, war sein GepΓ€ck beim Umstieg verloren gegangen und er sah es nie wieder.

Aber er war Emil Wilmbach-Pech. Und der Name war Programm.

'Oh my god ...'

Leises Gekicher fachte Emils Herzschlag an. Er sah zur Ausgaberampe, das Blut schoss ihm in die Wangen. Seine Haut glΓΌhte wahrscheinlich intensiver als sein Haar, aber es half nichts. Nach zwanzig Stunden Flug hatte er so viele Strapazen hinter sich, dass er auch das noch ΓΌberstand.

Mit gesenktem Blick schlurfte Emil zur Anlage und ergriff den Henkel des gewaltigsten Regenbogenkoffers, der diesen Flughafen jemals erreicht hatte. Erst nach dem dritten Ruck gelang es ihm, sein buntes Monstrum vom Band zu zerren, und er japste, als sich das Kofferrad in seinen Schuh bohrte. Ein weiteres MosaikstΓΌck in seinem SelbstportrΓ€t aus Blamagen. Zumindest lenkte ihn der Schmerz kurz davon ab, sich mit dem Weihnachtsgeschenk seiner Mutter bis zur Ankunftshalle durchschlagen zu mΓΌssen.

Unter stierenden Blicken reihte er sich in die Schlange vor der Passkontrolle ein, drΓΌckte sich den Schirm seines grauen Cappys ins Gesicht und ΓΌberflog seine Angaben auf dem Einreiseschein. Dreimal hatte er das Formular unter den Augen der Grenzbeamtin falsch ausgefΓΌllt. Trotzdem hatte er den Visa-Check irgendwie ΓΌberstanden. Nun trennten ihn noch fΓΌnfzig Meter vom offiziellen Start seines Zwangsabenteuers.

Ein verzücktes Quieken ließ Emil erschaudern. Die Dame, die in der Schlange hinter ihm stand, beugte sich zu einem jungen Australian Shepherd herunter, der an ihrem GepÀck schnüffelte. Um den Kârper des Hundes wand sich ein rotes Geschirr mit der Aufschrift 'Biosecurity'. Der Beamte am anderen Ende der Leine lÀchelte, tauschte ein paar Worte mit der Dame.

Emil drückte den Zettel zwischen seinen Fingern zusammen und trat nÀher an die Familie vor sich. Im Gegensatz zum Kontrollbeamten entging dem Hund seine Flucht aus dem Geruchsradius nicht. Er ließ vom Koffer der Dame ab und beschnüffelte ausgiebig Emils Sneakers. Emil hielt den Atem an. Seit dem Zwergpudelvorfall vor drei Jahren pumpte sein Herz beim Kontakt mit Hunden eine LKW-Ladung Adrenalin durch seinen Kopf. Je lÀnger das Tier ihn inspizierte, desto fester drückte NervositÀt auf seine Kehle. Und entlud sich in einem Schreckenslaut, als es plâtzlich bellte.

Das GesprΓ€ch zwischen der Dame und dem Beamten stoppte, sie musterten ihn. Als der Mann an seine Seite trat und den Hund beschwichtigte, blieb Emil fast das Herz stehen.

Β»Good day. Wie geht's?Β« Der Beamte steckte eine Hand in die Tasche seiner Uniformjacke und sprach weiter. Er musste Ende zwanzig sein, zehn Jahre Γ€lter als Emil, trug einen gepflegten Oberlippenbart. Emil imitierte seine freundliche Mimik, doch seine Mundwinkel bebten. Der LΓ€rm in der Halle machte es ihm unmΓΆglich, auch nur ein Wort zu verstehen.

Als der Mann schwieg und ihm ins Gesicht sah, blinzelte Emil, sein Puls pochte in seiner SchlΓ€fe. Es entstand eine unangenehme Pause, bis der Beamte auf den Zettel in Emils Hand nickte.

Β»Oh, mein ...Β«, wisperte Emil, reichte ihm den Einreiseschein. Β»Sorry.Β«

Β»No worries.Β«

WΓ€hrend der Beamte seine EintrΓ€ge ΓΌberflog, fischte Emil sein Handy aus der Hosentasche und tippte auf seine HΓΆrgerΓ€te-App, schob die LautstΓ€rkeregler nach oben. Unmittelbar nahm er die GesprΓ€che um sich klarer wahr. Gerade im rechten Moment, bevor der Mann erneut das Wort ergriff.

Β»Du reist aus Deutschland an?Β« Er schmunzelte, als Emil schΓΌchtern nickte. Β»Working Holiday nach dem Schulabschluss?Β«

»Ja ...« Emil beobachtete aus dem Augenwinkel den SchÀferhund, der feuchte Nasenabdrücke auf seinem Hosenbein hinterließ. Nachdem er sowohl in Hamburg als auch Dubai am Security-Check den Sprengstoffalarm ausgelâst hatte, gehârte ein positiver Drogentest fast zum guten Ton.

Β»In welcher Branche willst du arbeiten?Β«

Β»Oh, Γ€hm ... i-im Gesundheitssektor.Β« Emil blickte beklommen beiseite, als ihm auffiel, wie aufmerksam sein GegenΓΌber ihm in die Augen sah. Als kΓΆnnte er ihm die Wahrheit vom Gesicht ablesen.

In der Gastronomie.

Er presste die Lippen aufeinander. Das war nicht der Grund, weshalb ihn seine Mutter ans andere Ende der Welt geschickt hatte. Er machte sich besser keine Hoffnungen.

»All good.« Der Mann reichte ihm sein Dokument zurück. »Viel Spaß bei deinem Aufenthalt. Ach, und ...« Er deutete auf Emils Regenbogenkoffer und zeigte ans Ende der Warteschlange, wo glücklose Einreisende auf Gefahrgüter überprüft wurden. »Bitte einmal in die Zollkontrolle.«





Als sich die GlastΓΌren ΓΆffneten und ihm frische Luft entgegenstrΓΆmte, atmete Emil tief ein. Die Mittagssonne betonte das Azurblau des Himmels, eine warme Brise umspielte die Γ„ste der Pinien vor dem Terminal. Zum ersten Mal, seit er sich in der Abflughalle von seiner Mutter und ihrem LebensgefΓ€hrten verabschiedet hatte, fΓΌhlte er einen Hauch Geborgenheit. Es war sommerlich; vΓΆllig anders als das nasskalte deutsche Januarwetter. So ganz realisierte er noch nicht, dass dieser Ort fΓΌr die nΓ€chsten Monate sein Zuhause war.

Emil erschauderte, als ihm der Koffergriff aus der Hand glitt. Der Fahrer, den seine Mutter fΓΌr seine Abholung vom Flughafen engagiert hatte, fΓΌhlte sich auch fΓΌr sein GepΓ€ck zustΓ€ndig. Mit einem mulmigen GefΓΌhl tappte Emil ihm nach. Auf der einen Seite war er dankbar, dass sie ihm den Start ins Auslandsjahr so komfortabel wie mΓΆglich gestalten wollte. Allerdings hΓ€tte es weder einen Business-Class-Flug noch einen persΓΆnlichen Chauffeur gebraucht. Eine WhatsApp nach der Landung wΓ€re genug gewesen.

Β»Esplanade Hotel?Β«, fragte der Fahrer, wΓ€hrend er Emil die TΓΌr zum RΓΌcksitz aufhielt. Β»Nobler Schuppen, direkt am Hafen von Freo. Normalerweise landen Backpacker im Hostel. Deine Familie hat dich gern.Β«

Β»Ja ...Β«

Emil stieg ein, nahm seinen Rucksack auf den Schoß. Sein Fahrer startete den Wagen, schaltete das Radio ein und bog auf die Straße, die vom FlughafengelÀnde nach Perth führte. WÀhrend die Pinien an ihm vorbeirauschten und das internationale Terminal im Rückspiegel verschwand, drückte Emil seinen Rucksack fester an sich. Er beobachtete den Gegenverkehr durch die Scheibe, las die Werbeplakate der Airlines. Dann beugte er sich nach vorn und vergrub sein Gesicht im GepÀck.

Β»Heimweh?Β« Emil hob den Kopf, woraufhin der Fahrer ihm im RΓΌckspiegel zuzwinkerte. Β»Keine Sorge, 'ne MΓΌtze Schlaf, ein paar Runden im Meer und du fΓΌhlst dich wie zu Hause.Β«

Β»Okay ...Β«

Emil senkte das Kinn wieder in den rauen Stoff seines Rucksacks. Er war nicht mehr zu Hause, und keine noch so hohe Welle brachte ihn dorthin zurΓΌck. Nicht, bevor er diesen Studienplatz bekam. Und dann war es ohnehin kein Zuhause mehr fΓΌr ihn.

Β»Willkommen in Australien, Mate.Β«

Lass Cicer Arieti wissen, was du von diesem Kapitel hΓ€ltst!
Ich liebe es

6

Ich liebe es

Lustig

2

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

5

Spannend

Emotional

0

Emotional

TiefgrΓΌndig

3

TiefgrΓΌndig

HerzerwΓ€rmend

1

HerzerwΓ€rmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

5

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

1

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

5

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Die WΓΆlfe von Welby

maryketteler: Ich bin von diesem Roman sehr angetan. Es handelt sich um eine wunderschΓΆne Geschichte, die durch ein tolles Happy End abgeschlossen wird.

Jetzt lesen
Mystic Wolf

Akthea: Fantastica

Jetzt lesen
Alien Claim: Book 1

Noor jahan: THE NOVEL WAS TRULY AMAZING, SO AMAZING THAT I WISHED FOR ME BEING KIDNAPPED BY SUCH ALIEN 🀣🀣🀣

Jetzt lesen
Stripped Shadows

Pfefferwinz: Richtig gut geschrieben und spannend bis zum Schluss.Ich kann es nur absolut empfehlen und bin auch schon bei der Fortsetzung, ... soweit wie sie eben schon fertig gestellt ist. Ich bin sehr gespannt was noch kommt β™₯️Danke fΓΌr die Bereicherung meiner Freizeit. FΓΌr mich der perfekte Ausgleich zumArbe...

Jetzt lesen
The Grumpy Next Door

Rikke: It’s a nice feel good story. It’s funny, romantic and absolutely perfect for a Saturday morning with your morning coffee.

Jetzt lesen
Stadt der Alphas

Uschi: Sehr gut geschrieben aber durch die kleinen Happen baut sich keine Spannung, Erotik, Romantik oder Γ€hnliches auf

Jetzt lesen
What We Never Healed

elsa: Though there are flaws in the plot, the story is still beautiful

Jetzt lesen
Graves Lost Daughter

Aysha: I loved the book, truly speaking the plotline was true something, captivating and full of life.

Jetzt lesen
Half-Claimed

Bargara4670: Half-Claimed was easy to read with a well-thought-out plot that kept me interested throughout. Many of these revenge stories seem to have the abused heroine turning into a vicious harpy who I end up disliking as much as her abusers. I like to feel empathy with the main characters, and I found that I...

Jetzt lesen
Chick & Parmi πŸ‡©πŸ‡ͺ