Sag kein Wort, mein Schatz

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Zusammenfassung

Alles änderte sich an dem Tag, als ich Riccardo in London traf. Er zwang mich in seine Welt, nahm sich, was er wollte, und zeigte mir, wie der Teufel aussieht. Er ist mächtig. Gefährlich. Die Art von Mann, den man nicht belügt –. Riccardo vergibt nicht so leicht … und er vergisst nie. Alora ist das, was ich will. Ich würde für sie die ganze Stadt niederbrennen. In meiner Welt hat Verrat Konsequenzen. Sie wird ihre Strafe bekommen. Sie wird lernen, was es bedeutet, in den Armen eines Mafia-Königs zu sündigen. Alora hätte niemals in diesen Raum schauen dürfen. Ich befinde mich im Krieg. Mit meinen Feinden. Mit der Dunkelheit, die mich umzingelt. Und mit der Frau, die ich nicht loslassen kann.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
48
Rating
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Altersfreigabe
18+

Eins

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Alora

Ich stehe draußen und genieße die herrliche Aussicht auf den Strand. Ich kann kaum glauben, dass ich hier bin. Dank meiner besten Freundin Aria darf ich in diesem traumhaften Strandhaus in Caicos wohnen. Die türkisfarbenen Wellen schlagen im Rhythmus gegen das Ufer. Ich bin mit meinen Gedanken allein, während alle anderen noch tief und fest schlafen. Es ist eine wunderschöne Kulisse. Fast zu schön, um sie mit meinem koffeingeladenen Gehirn schon richtig zu begreifen.

Aria und ich haben uns mit zehn Jahren kennengelernt. Uns verband das Chaos der Scheidungen unserer Eltern. Meine Mutter zog mit ihrem neuen Ehemann nach New York. Inzwischen ist sie bei ihrer dritten Ehe. Sie hat das Weite gesucht, als ich gerade mal zwei Jahre alt war. Arias Vater besuchte sie immer in den Ferien, und die Sommer verbrachte sie bei ihm in Sizilien. Zu meinem Vater und meiner Stiefmutter Laura habe ich ein ziemlich enges Verhältnis. Sie ist so toll, wie sie klingt. Und meine Stiefbrüder? Sie sind wie echte Brüder für mich, seit sie Teil meines Lebens sind.

Wenn ich an die Sommer denke, die wir getrennt verbracht haben, muss ich die Stirn runzeln. Während Aria die Sonne in Sizilien genoss, musste ich mich allein beschäftigen. Zum Glück gab es unsere andere Schwester, Stacey. Sie war ein Profi darin, uns in diesen langen, heißen Monaten auf Trab zu halten.

Gerade als ich in Gedanken versunken bin, höre ich hinter mir eine Stimme. Ich erschrecke total. Zu Tode blamiert drehe ich mich um und schaffe es irgendwie, mein Getränk über Arias Vater zu schütten. Na toll. Ganz toll.

„Es tut mir so leid! Das wollte ich nicht ...“, stammle ich. Voller Entsetzen sehe ich zu, wie die Flüssigkeit über sein Hemd spritzt.

Er schaut an dem Fleck herunter und dann wieder hoch zu mir. Ein langsames Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Tja, ich schätze, so kann man jemanden auch wecken. Du weißt wirklich, wie man Eindruck schindet.“

„Anscheinend habe ich ein Talent dafür“, antworte ich. Ich versuche, meine Fassung wiederzuerlangen, während mir die Hitze in die Wangen steigt.

Er kommt einen Schritt näher, seine Augen blitzen amüsiert. „Ich muss zugeben, mit so einer stürmischen Begrüßung habe ich heute Morgen nicht gerechnet. Du hast definitiv meine Aufmerksamkeit.“

„Vielleicht wollte ich ja nur sehen, wie Sie reagieren“, flirte ich. Mein Herz rast, als er sich ein Stück näher zu mir lehnt.

„Ach ja? Ich kann nicht behaupten, dass mir ein bisschen Chaos etwas ausmacht“, sagt er mit tiefer, verlockender Stimme. „Ich finde es sogar ziemlich faszinierend.“

Die Luft zwischen uns knistert vor Spannung. Für einen Moment kann ich den Blick nicht abwenden. „Nun, wenn Sie fasziniert sind, muss ich dieses Chaos wohl beibehalten.“

Er schmunzelt. „Das wäre mir sehr recht. Du solltest nur wissen, dass ich es gerne direkt und persönlich mag.“

„Ist das so?“, necke ich ihn, während mein Puls schneller schlägt. „Vielleicht sollte ich mich dann auf mehr als nur einen Spritzer gefasst machen.“

„Glaub mir, ich bin voller Überraschungen“, sagt er mit intensivem Blick. „Und ich kann dir versprechen, dass ich keine Angst vor ein bisschen Hitze habe.“

Ich beiße mir auf die Lippe und spüre, wie die Spannung zwischen uns den Siedepunkt erreicht. „Dann wollen wir mal sehen, wie heiß dieser Trip noch wird.“

In diesem Moment, umgeben vom Rauschen der Wellen und dem Nervenkitzel des Flirts, weiß ich eines. Diese Reise wird unvergesslich – voller Verlangen, Neckereien und jeder Menge Chemie.

Aber was ist nur los mit mir? Das ist der Vater meiner besten Freundin. Ja, er ist heiß – groß, gebaut wie ein griechischer Gott, mit Muskeln, die bei jeder Bewegung spielen. Er ist bestimmt an die zwei Meter groß und verdammt einschüchternd. Aber trotzdem.

Ich werfe einen Blick auf Mr. Ricci. Er hat das Hemd jetzt ausgezogen. Ich schlucke und versuche, mich nicht in dem Anblick seiner tätowierten Arme und seiner muskulösen Brust zu verlieren. Seine dunkle, gebräunte Haut ist schwer zu ignorieren. Als er mir zunzwinkert, werden meine Wangen sicher knallrot.

Genau in diesem Moment kommt Aria rein, und ich bin dankbar für die Ablenkung.

„Kannst du mir zeigen, wo alles ist? Ich muss uns Frühstück machen. Ich habe mich heute Morgen total zum Affen gemacht und Kaffee über deinen Vater geschüttet. Er tauchte einfach aus dem Nichts auf und hat mich fast zu Tode erschreckt“, kichere ich und schüttle den Kopf.

Aria lacht, ihre Augen funkeln. „Das wundert mich nicht. Er kann ziemlich einschüchternd sein, oder?“

Ich schaue kurz zurück zu Mr. Ricci, der sich gerade Kaffee einschenkt. Ich wünschte, er würde sich ein verdammtes Shirt anziehen. Ich konzentriere mich darauf, die Zutaten zusammenzusuchen. Ich erinnere mich selbst daran, dass dieser Mann tabu ist. Aria ist meine beste Freundin. Mit ihrem Vater zu schlafen, geht gar nicht.

Musik fängt an zu spielen – lebhafter spanischer Sound, der die Stimmung anheizt, während ich mich in der Küche an die Arbeit mache. Ich versuche, nicht daran zu denken, wie Mr. Riccis Stimme mein Inneres in Aufruhr versetzt hat.

Als alles fertig ist, richte ich einen Teller an und reiche ihn ihm. Er lächelt – eine scharfe Kinnpartie, diese kleine Narbe auf seiner Wange und Augen, die mir direkt in die Seele schauen.

„Aria hatte recht. Das ist köstlich“, sagt er leise und nimmt noch einen Bissen. Die Art, wie er mich ansieht, versetzt meinem Herzen einen Schlag.

„Danke! Ich koche noch ganz klassisch. Ich träume davon, eine Hausfrau zu sein und ein kleines Geschäft für Naturheilmittel zu führen“, sage ich mit einem spielerischen Grinsen.

Er nickt, seine Augen funkeln. „Daran ist nichts verkehrt. Wenn ich solche Ehefrauen gehabt hätte, wäre ich jetzt nicht geschieden und würde nicht in einer scheiternden Verlobung feststecken.“

„Ach, Sie sind noch nicht zu alt, um so jemanden zu finden“, necke ich ihn.

„Ich glaube, ich habe sie vielleicht schon gefunden“, sagt er, seine Stimme ist jetzt sanfter. „Ich bin mir nur noch nicht sicher, wohin das führt. Es ist noch ganz frisch.“

Verarscht er mich gerade? Mein Herz rast.

Bevor ich zu viel darüber nachdenken kann, lässt Aria eine Bombe platzen.

„Ich dachte, jetzt wäre ein guter Moment, es zu sagen. Blaine wollte, dass ich eine Woche früher abreise. So können wir noch Zeit verbringen, bevor er wieder ans College muss.“

„Wirklich? Immer noch mit diesem Arschloch? Und dann auch noch früher weg?“, schnaubt Mr. Ricci mit scharfem Blick. „Und was ist mit Alora? Du bist egoistisch.“

„Ganz meine Meinung! Was soll ich denn machen? Mein Ticket ist schon bezahlt!“, entgegnre ich frustriert.

Aria hebt die Hände. „Wir gehen heute Abend aus – vielleicht findest du ja einen Mann. Du hattest kein Date mehr seit Levi. Du hast zugelassen, dass er dich zerstört. Alora, du bist die schönste Frau, die ich kenne – von innen und von außen. Nimm dir diese Zeit für dich. Dad kann dir die Gegend zeigen. Das könnte dir gut tun.“

Ihre Worte klingen überzeugend, aber ich spüre, wie der Frust in mir hochkocht.

„Ich werde auf sie aufpassen, Aria“, sagt Mr. Ricci bestimmt und in einem beschützerischen Ton. „Du hast recht. Dieser kleine Drecksack hat eine wunderschöne Frau verloren. Alora, du wirst den richtigen Mann finden. Ich halte nichts von Blaine, aber ich unterstütze dich – solange er dich gut behandelt.“

Seine Missbilligung ist deutlich zu spüren. Aber ich merke, dass es ihm um das Wohl seiner Tochter geht, auch wenn es sich ein wenig einengend anfühlt.

Machen wir uns bereit für den Tag.