Kapitel 1
Auf der Wiese
Ich atme und fühle die sommerliche Liebe.
Ich spüre auf der Wiese
einen Mann, der auf mich blickt.
Mein Herz klopft,
sein Herz schlägt.
Unsere Blicke zentrieren,
unsere Sinne vibrieren.
Komm, küss mich!
Komm, fühl mich!
Der Mann schaut weg,
ich schaue auch weg.
Wo ist die Liebe?
Die Liebe liegt auf der Wiese.
Sommerliche Liebe
Liebe ist so durchsichtig wie eine Wolke,
Liebe ist so übersichtlich wie die Sonne.
Liebe ist so heiß wie Gewitter,
Liebe ist so zart wie sommerliche Blätter.
Die sommerliche Liebe, ich suche dich.
Ich suche dich in meiner Nähe.
Die sommerliche Liebe, ich hätte dich
– sehr gern, sehr lieb.
Ich hätte dich im Sommer gefangen.
Die Sommerliebe!
Ich lass dich fliegen – zu uns allen!
Fliege und liebe!
Liebe uns alle!
Für immer
Bleib mit mir
– für immer.
Ich liebe dich seit immer
so wie ein Schimmer.
Bleib mit mir!
Ich spüre, wie du mich umgibst.
Bleib bei mir!
Du spürst, wie dich die Liebe umarmt.
Unsere Liebe bleibt für immer,
weil ich dich liebe
– für immer.
In einer App
Ich liege auf der Wiese.
Ich wische ab und zu.
Ich bewege meinen Daumen.
Wische ich ihn durch die App-Gesichter
auf dem Smartphone,
auf dem Phone.
In der App gibt es,
es gibt sie,
die Gesichter,
die unbekannten Wesen.
Gibt es da die Liebe?
Gibt es die wirklich?
Oder gibt es nur uns?
Die unerschöpflichen Gesichter.
Liebe um 18:20
Es ist die Zeit gekommen –
achtzehn Uhr zwanzig!
Ich schaue in die App schon fleißig –
achtzehn Uhr dreißig!
Er schreibt eilig –
achtzehn Uhr vierzig!
Vor dem Türspion steht
jemand Mitte dreißig –
achtzehn Uhr fünfzig!
Er ist da, aber hurtig
und nicht zärtlichkeitsbedürftig.
Meine Liebe geht weg
um neunzehn Uhr –
mit Bravour!
Hysterische Liebe
Ich bin daheim angekommen,
zwischen den Bäumen erklommen.
Die Hysterie habe ich dabei mitgenommen.
Ich bin hysterisch verstimmt;
sie ist übertrieben erregt.
Unsere Liebe versagt –
auf griechisches Hysterikós beruhend.
Die hysterische Liebe
erstickt uns,
bewahrt uns,
zerquetscht uns.
Liebevolle Sonnenmädchen
Die Sonne glüht auf goldner Bahn,
sie küsst die Haut der Mädchen warm.
Zwei Körper ruh’n im Licht vereint,
von Wärme still und sanft gemeint.
Ein Mädchen streicht durch Gretchens Haar,
so zart, als wär’s aus Morgentau.
Und Gretchen, liebevoll und klar,
berührt sie leise, fast wie ein Hauch.
Sie lieben sich im Sonnenschein,
sie sind sich selbst genug und frei.
Ihr Lachen klingt wie Sommerwein,
ihr Dasein hell und sorgenfrei.
Philosophie der Liebe
Ist die Liebe philosophisch?
Frag ich mich in stiller Nacht.
Ist die Liebe phobisch?
Frag ich mich in lauter Nacht.
Nein, sie ist weder Phobie,
noch Philosophie in reinem Licht,
wie in dem flüchtigen Gedicht.
Weder dies noch das –
so vielfältig wie der Sternenschein.
Sowohl dies als auch das –
im Herzen mag sie Freiheit sein.
Schmetterlinge der Liebe
Die Kreise,
die Schmetterlinge,
die Eilen,
die Lieblinge.
Die Schmetterlinge der Liebe,
sie tanzen um uns herum,
flattern mit farbenfrohen Flügeln,
schweben mal hin, mal her.
Sie verkünden die Sommerliebe,
bringen die zarte Nähe,
die Schmetterlinge der Liebe,
ein sanftes, flüchtiges Meer.
Der Natur zuliebe
Der Natur zuliebe,
liebe die Natur.
Der Natur zeig deine Liebe.
Ohne Natur gibt es nur Karikatur,
ohne Kultur gibt es keine Natur.
Kämpfe für die Liebe zur Natur.
Ohne Kampf für die Natur
bekommen wir alle globale Temperatur.
Erledige deine liebevolle Korrektur.
Schmerzhafte Liebe
Was kann uns schmerzen?
Selbstverständlich die Liebe,
die Liebe zu einem Menschen,
die wir eingrenzen.
Die schmerzlose Liebe lindert unsere Schmerzen,
die schamlose Liebe öffnet unsere Herzen,
die fabelhafte Liebe ändert unsere Sinne,
die schmerzhafte Liebe sondert unsere Stimme.
Schmerzhaft bedeutet nicht nur schlecht –
schmerzhaft heißt, dass man geliebt wird
und lieben kann –
einen Mann.
Empfindliche Liebe
Empfindsame Begegnung von den Liebenden
und empfindliche Zerlegung von beiden Herzen.
Sie zeigen uns ihre empfindliche Liebe,
sie lehren uns sinnlich und rapide.
Empfindsame Blicke treffen sich an ihrer Grenze
im hellen Schatten ihrer weißen Lenze.
Ihre Lippen berühren sich in der Kürze,
um zu baden in der Würze.
Die empfindliche Liebe ist erreichbar –
sie ist verfügbar und tragbar.
Die Liebe erfüllt unser neues Sehen,
sie verfremdet unser Verstehen.
Noell und ihre Liebe
Noell, du tust mir leid wegen Luke.
Die, die dich verletzt haben, tun mir leid –
alle, die dir Kummer brachten.
Verletzliche Menschen sind mehr als nur Menschen.
Verletzliche Liebe, sie ist menschlich –
wartet still auf jemanden,
als wäre nie etwas geschehen.
Noell, deine Verletzlichkeit ist deine Stärke.
Deine Seele ist deine Härte,
und deine unerschütterliche Liebe –
ist wie eine Pyramide.
Stabil, stark,
trotz der Zeit.
Künstlerische Liebe
Um Liebe zu begreifen, muss man
künstlerisch denken.
Um Liebe zu ergreifen,
soll man ästhetisch überdenken.
Künstlerische Liebe malt die Seele bunt,
ästhetische Liebe zeigt uns das Licht.
Die Sehkraft des Lebens öffnet Türen –
Gewinne in Farben, die das Herz berühren.
Stürmische Liebe
Stürmisches Lieben heißt nicht sofort besitzen,
heftiges Lieben heißt nicht sofort schätzen.
Waghalsiges Lieben sitzt dort an einem Ort –
erwartend ein Wort.
Das Wort des Glücks im Unglück,
ein Fremdwort der Liebe fliegt zu uns zurück.
Landet aber im Theaterstück des Lebens,
die stürmische Liebe des Elends unseres Herzens.
Unser Herz klopft stürmisch, schlägt immer weiter,
rückt, pflückt und beugt sich, wie ein Streiter.
Vor der Qual, die niemals weicht –
Liebe ist oft der stürmischste Vergleich.
Ausgeschlafene Liebe
Es wäre falsch, wenn ich sagen würde,
dass ich gut geschlafen habe –
das wäre eine Bürde.
Es wäre verletzlich, wenn ich spüren würde,
dass ich dich nicht geliebt habe –
in aller Würde.
Nur vorm Schlafengehen bereite ich mich,
auf eine träumerische Reise, so frisch.
In die Empfindsamkeit meines Lebens hinein,
in das Ausgeschlafensein meines Herzens, ganz fein.
Ausgeschlafene Liebe, nach der ich greife,
wachte auf, aber leise, so flüstert die Ferne –
ganz sanft und leise.
Zerfallene Liebe
Surreal ist es, wie ich fühle,
anormal ist es, wie ich nichts spüre.
Ich strenge mich so stark an,
aber du vertraust mir nicht an.
Emotionen, die dir entgleiten,
Gefühle, die mich am Leben halten.
Ich kann den Halt an dir nicht brechen –
lass nicht los, das will ich dir versprechen.
Und ich möchte dein innerstes Sein entdecken,
solange unsere Hoffnungen die Zweifeln verdrängen,
solange die Momente im Gedächtnis stehen,
bis die Blumen der Jugend verwehen.
Du schwelgst aber ab;
ich weiß, du bist ängstlich.
Die Gefühle sind vergänglich,
weil du dahinwelkst.
Freie Kunst
Ich öffne meine Augen und
ich sehe dich neben mir.
Du öffnest deine Augen und
du siehst mich neben dir.
So lange haben wir geträumt,
so lange haben wir uns umarmt.
Die Sonne guckt durchs Fenster in unser Zimmer,
bewirft mit Sonnenschein unsere Gesichter.
Wir gucken uns tief in die Augen,
Lächeln erscheint auf unseren Wangen.
Wir hätten uns ewig in unseren Händen gehalten,
wir haben uns aber loslassen müssen.
Frei ist die Liebe zwischen uns,
so wie die freie Kunst.
Flüstern der Nacht
Sitzend auf dem Balkon –
denke ich an dich,
es wurde schon dunkel.
Grübelnd auf dem Balkon erinnere ich mich an dich;
es wurde noch düsterer.
Die kleine Laterne leuchtet,
die Kerze erinnert mich an dich.
Die Flamme erleuchtet mein Gesicht;
in der Nacht bräuchte ich nur dich.
Auf dem Balkon höre ich nächtliche Geheimnisse,
die kühle Brise berührt meine Haut.
Die Blätter flüstern mir liebevolle Geheimnisse,
wartend auf geheimnisvolle Ereignisse.
In neuem Licht
Ich sehe dich heute mit anderen Augen –
du bist für mich wie ein strahlender Stern.
Ich kämpfe mit meinem Glauben,
doch die Sehnsucht nach dir –
bleibt unermesslich fern.
Die Liebe mit anderen Augen zu sehen,
grenzt an ein Wunder, um zu verstehen,
wo wir uns gerade befinden,
wohin wir uns bewegen.
Mit deinen Augen zu sehen, ist nicht so einfach.
Dich zu berühren, ist wie ein Geheimfach.
Mit meinem Herzen zu lieben, ist alles, was ich habe,
weil ich dich mit anderen Augen –
lieb habe.
„In heutigen Zeiten der Wirren brauchen wir alle ein wenig Liebe und Hoffnung, ein wenig Verständnis für das, was uns umgibt, und ein wenig Wertschätzung für unsere Mitmenschen und unsere Natur.“ - Dawid Aleksander Kowalski Faerber -
Dawid Aleksander Kowalski Faerber wurde 1990 in Hinterpommern (die Landschaft liegt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern) geboren – nämlich in Greifenberg in Pommern, aber im Herzen ist er und bleibt für immer Berliner. Er schreibt, weil das Schreiben für ihn Freiheit bedeutet und unerschöpfliche Möglichkeiten eröffnet, sich frei philosophisch und gesellschaftlich zu entfalten.
„Dieses Werk darf ausschließlich für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch heruntergeladen und verwendet werden. Jede Weitergabe, Veröffentlichung, Übersetzung oder Veränderung ist untersagt.“
© 16.06.2025 Dawid Aleksander Kowalski Faerber in Łódź
ISBN: 978-83-972811-2-7
www.translationsfaerber.pl