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Blutlinien des Schicksals

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Zusammenfassung

Um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, reist Omara zum Rudel ihrer Tante und ihres Onkels. Sie sucht dort einen Neuanfang und die Hoffnung, dass ihre Seele endlich Frieden findet – doch was sie dort erwartet, übersteigt all ihre Erwartungen bei Weitem!

Genre:
Romance
Autor:
CosmicChaos
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
24
Rating
4.9 60 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Omara

„Ich, Kyle Lowry, weise dich, Omara McFae, als meine Gefährtin zurück.“ Mein Herz fühlt sich an, als würde es in eine Million winzige Teile zerspringen. Meine Lungen werden fast zerquetscht. Ich wünsche mir nur noch, dass der Tod mich holt und mich von diesem Elend erlöst.

Es ist fast drei Monate her, dass Kyle mich vor dem gesamten Rudel bei der monatlichen Versammlung zurückgewiesen hat. Da ich sowieso eher der stille und unsichtbare Typ bin, hatte niemand Mitleid mit mir. Eigentlich kannte mich ja keiner. Der Schmerz von diesem Tag brennt immer noch in mir. Zum Glück ist er ein kleines bisschen schwächer geworden. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur an die Qualen gewöhnt.

Kyle hat keine Zeit verschwendet und ist weitergezogen. Er hat sich jetzt die Tochter des ehemaligen Betas als seine Gefährtin ausgesucht. Das passt ja auch, schließlich ist er der Beta des neuen Alphas. Ich bleibe alleine zurück – benutzt und ungewollt. Vor ein paar Tagen kam meine Mutter mit einer Idee zu mir. Ich soll den Sommer über zu meinen Tanten im Nordterritorium fahren. Vielleicht hilft es mir ja, über den schrecklichen Schmerz und die Depressionen hinwegzukommen, die mich langsam bei lebendigem Leib auffressen. Ich bin gerade fertig mit Packen. Ich werfe einen letzten Blick in mein Zimmer, schnappe mir meine Taschen und gehe nach unten.

„Hast du alles dabei, was du brauchst, O?“, ruft mein Bruder Liam aus der Küche.

„Ich habe alles eingepackt, außer dem Waschbecken. Wo ist Mama?“ Er kommt aus der Küche in den Flur und bleibt direkt vor mir stehen.

„Sie ist kurz weg, um das Auto vollzutanken und ein paar Snacks für die Fahrt zu besorgen.“ Er zögert und tritt unruhig von einem Bein auf das andere. Dann nimmt er mich plötzlich fest in den Arm. „Ich werde dich so verdammt krass vermissen.“

„Ach Mensch, ich werde dich auch vermissen, du großer Affe.“ Liam war noch nie ein Mann der großen Worte, aber er war immer mein Fels in der Brandung. Ich glaube wirklich: Ohne ihn in meinem Leben hätte mich die Zurückweisung umgebracht. Er hat meine Hand gehalten, ist bei mir geblieben und hat mich in der schlimmsten Zeit getröstet. Dafür liebe ich ihn über alles. Seit diesem Tag hat er sich in etliche Kämpfe gestürzt, nur um mich zu verteidigen. Er stand immer an meiner Seite wie ein stummer Wächter.

Die Tatsache, dass ich die verstoßene Gefährtin bin, hat den anderen im Rudel jede Menge Stoff gegeben, um mich zu quälen. Meine Unsichtbarkeit, die mich früher geschützt hat, ist komplett weg. Ich weiß immer noch nicht, was ich denen getan habe, dass sie mich so hassen und schikanieren. Über Nacht wurde ich vom Niemand zur Zielscheibe. Liam lässt mich los. Ich sehe Tränen in seinen Augen glitzern, auch wenn er versucht, sie zu verstecken.

„Ich höre das Auto. Du solltest lieber rausgehen, bevor sie reinkommt und die Abfahrt mit alten Geschichten hinauszögert.“ Wir lachen beide leise und drücken uns noch einmal, bevor ich das Haus verlasse. Ich werfe meine Taschen in den Kofferraum und steige auf den Beifahrersitz. Sobald ich angeschnallt bin, geht es los. In der ersten Stunde hört man nur die Musik aus dem Radio. Die Luft im Wagen ist zwar dick vor Spannung, aber ich bin froh um die Stille. Irgendwann versucht meine Mutter dann doch, das Schweigen zu brechen.

„Deine Tante Avery freut sich schon riesig darauf, dass du bei ihnen wohnst. Sie ist sich ziemlich sicher, dass du dort vielleicht einen Ersatzgefährten finden wirst.“ Ich rolle mit den Augen und starre aus dem Fenster. Warum wollen mich bloß alle unbedingt an einen anderen Kerl abschieben, als ob das alles wieder heil machen würde?

„Ein Gefährte ist das Letzte, woran ich denke, Mama. Ich weiß, du hast diesen Schmerz einer Zurückweisung nie erlebt. Aber ich werde mich so was nie wieder aussetzen.“ Am Ende bricht meine Stimme und ich unterdrücke ein Schluchzen. Da sie das nicht selbst durchgemacht hat, ist das Thema für sie völlig fremd. Sie erwartet wohl, dass ich mich einfach wieder aufrapple, den Staub abklopfe und weitermache. Aber so einfach ist das nicht. Wie soll man sich aufraffen, wenn man in tausend verfickte Einzelteile zerlegt wurde?

„Ich weiß, Schätzchen. Aber du solltest dich wirklich für die Möglichkeit öffnen, denn du hast es verdient, glücklich zu sein.“ Ich seufze laut und drehe mich zu ihr um. Sie soll endlich mal sehen, wie sehr ihre Worte mich verletzen.

„Mich für das Glück zu öffnen heißt auch, mich für einen herzzerreißenden Schmerz zu öffnen. Wenn Papa gestorben wäre, würdest du dann auch einfach so weitermachen?“ Vielleicht gehe ich gerade ein bisschen zu weit, aber sie tut das auch und muss das wissen. Ich weiß, sie will nur helfen. Aber sie drängt mich schon seit Tagen nach dieser öffentlichen Schande dazu. Es zehrt langsam an meinen Nerven.

„Das ist nicht dasselbe, Omara, und das weißt du auch.“ Ich spüre, wie in mir etwas zerbricht, noch bevor ich antworte.

„Du hast recht. Wenn Papa gestorben wäre, müsstest du ihn nicht ständig mit der Frau herumlaufen sehen, für die er dich abserviert hat. Du müsstest nicht mit der ständigen Erinnerung leben, dass er eine andere gewählt hat. Dass du einfach nicht gut genug warst.“ Das sind die letzten Worte während unserer elfstündigen Fahrt. Wir kommen kurz nach neun Uhr abends bei meiner Tante an. Ich merke, dass meine Mutter genauso fertig ist wie ich. Tante Avery stürzt aus dem Haus, als wir gerade die Autotüren schließen, und zieht mich sofort in eine Umarmung.

„Oh, mein liebes Mädchen, ich habe dich so vermisst. Wahnsinn, wie groß du geworden bist!“ Sie lässt mich los und ihre gütigen Augen mustern mich, als wollte sie sich jede Veränderung genau einprägen.

„Acht Jahre sind eben eine lange Zeit“, antworte ich trocken.

„Nimm es ihr nicht übel, sie ist so drauf seit diesem... Vorfall.“ Anscheinend nennen wir es jetzt so, wenn man vor dem ganzen Rudel wie Dreck behandelt und verstoßen wird... ein verdammter Vorfall.

„Ach, das ist schon okay. Sie hat jedes Recht, verletzt oder wütend zu sein. Ich hoffe, dass es ihr hilft, hier zu sein, damit sie nach vorne schauen und ihren Weg finden kann.“ Ich muss ihren Optimismus bewundern, aber ich bezweifle, dass jetzt noch irgendwas hilft. Alles fühlt sich so hoffnungslos an.

„Ich finde, sie muss einfach nur den Kopf hochhalten. Sie muss diesem Bastard zeigen, dass er keine Macht über sie hat.“ Meine Mutter stellt sich das so einfach vor. Aber das ist es nicht, denn er hat verdammt noch mal Macht über mich! Wenn dem nicht so wäre, würde ich nicht so leiden, während er mit seiner Neuen herumstolziert, als hätte er mich nicht komplett zerstört.

„Ich finde, sie gibt ihr Bestes. Wir müssen sie jetzt einfach unterstützen. Wir tun alles, um ihr da durchzuhelfen, aber sie muss auch um den Verlust trauern dürfen.“ Meine Mutter rollt bei Averys Worten mit den Augen. Egal, was man ihr sagt, sie kapiert es einfach nicht.

„Es gibt nichts zu trauern, Avery. Ihr Gefährte hat sie zurückgewiesen, er ist nicht gestorben.“ Ich liebe meine Mutter, wirklich. Aber manchmal kann sie echt ein Miststück sein.

„Avery, Liebes, die beiden sind sicher total k.o. von der langen Fahrt. Lass sie erst mal ankommen, morgen könnt ihr alles in Ruhe bequatschen“, ruft Onkel Randy von der Veranda. Meine Mutter hilft mir mit den Taschen und Avery zeigt uns unsere Zimmer. Ich hatte ganz vergessen, wie riesig ihr Haus ist. Mein Onkel war der Sicherheitschef des früheren Alphas und hat deshalb nur das Beste vom Besten bekommen. Ihr Blockhaus-Stil-Heim hat fünf Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad, eine riesige Küche, ein großes Wohnzimmer und einen Garten, der einfach nur traumhaft ist. Als Kind habe ich bei Besuchen die meiste Zeit im Garten verbracht. Meine Tante öffnet die Tür zu meinem Zimmer. Zum Glück sind die Farben neutral und nicht so extrem mädchenhaft. Wir stellen meine Taschen auf die Bank am Fußende des Betts und sagen gute Nacht. Ich ziehe mich nicht mal mehr um, sondern lasse mich einfach aufs Bett fallen und hänge meinen Gedanken nach.

Ich weiß, dass ich nichts an der Situation ändern kann. Aber ständig mit meiner Mutter zusammen zu sein, die will, dass ich endlich erwachsen werde und darüber hinwegkomme, hat mich echt fertiggemacht. Ich habe mir das alles nicht ausgesucht. Ich wollte nicht belogen, manipuliert und verraten werden. Ich wollte nicht, dass mein Gefährte mich verstößt. Ich wollte nicht, dass mein Herz rausgerissen, zerfetzt und dann verbrannt wird, bis nur noch Asche übrig ist. Ich wollte nicht gezwungen sein, diesen seelenzerstörenden Schmerz zu ertragen, wenn ich meinen Ex-Gefährten mit der Wölfin sehe, die er mir vorgezogen hat. Mit der, die er für würdiger hielt als mich. Wie jede Nacht seit diesem schicksalhaften Tag weine ich so lange, bis keine Träne mehr kommt, und schlafe schließlich vor Erschöpfung ein.

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

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Toller Charakter

Starker Dialog

28

Starker Dialog

10 vorherige Kommentare anzeigen…
author

Omara’s pain hits so hard right from the start.

ein Monat
2
author

oh bless her I hope she really does make him feel like he made a huge mistake and show him what’s she’s made of

18 Tage
3
author

Oh, poor Omara... I can relate to her mom just wanting her to 'just grow up and move on'... while of course I've never been rejected, I had a mom just like that

3 Tage

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