Beute des Alphas

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Zusammenfassung

In einer Welt, die von urzeitlicher Macht regiert wird, sind menschliche Frauen nichts weiter als Trophäen für die dominanten Wolfswandler-Rudel. Für Aria endet ein Leben voller Entbehrungen auf einer abgelegenen Farm im Schrecken der Wahl – einer Auktion, bei der ihr Schicksal an den Meistbietenden verkauft wird. Sie wird von Thorne beansprucht, dem rücksichtslosen und imposanten Alpha des Shadowfang-Rudels. Er ist ein kalter, berechnender Anführer, der in ihr nur das Gefäß für sein Erbe sieht, einen Besitz, den es zu brechen und an sich zu binden gilt. Thorne ist ein im Kampf geschmiedeter Krieger, ein Mann, der niemals Sanftheit gekannt hat. Er erwartet Widerstand von seiner neuen Gefährtin, doch er ist unvorbereitet auf das Feuer in ihrem Geist und die Art und Weise, wie ihre stille Stärke die eiserne Selbstbeherrschung ins Wanken bringt, die er ein Leben lang perfektioniert hat. Während die Grenze zwischen Hass und Verlangen verschwimmt, schlägt eine gefährliche Obsession Wurzeln. Doch als ein bösartiger Rivale die Festung angreift, muss Thorne sich der erschreckenden Wahrheit stellen: Seine größte Schwäche ist ausgerechnet die Frau, an die er niemals hätte denken sollen. In eine Welt uralter Rivalitäten und instinktiver Triebe geworfen, muss Aria zwischen dem Leben, das sie verloren hat, und dem Gefährten, der ihr vorherbestimmt ist, wählen. Kann in einem Reich der Bestien das Herz eines Menschen der ultimative Preis sein, oder wird es zu ihrem Untergang führen?

Genre:
Erotica
Autor:
Ember Wilds
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
23
Rating
4.9 10 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1, Aria

Der Wind in der Ebene wehte nicht nur; er fegte über das Land, entblätterte die Bäume und ließ die losen Bretter des alten Farmhauses klappern. Es war eine unerbittliche, uralte Kraft, und Aria war damit aufgewachsen, sie genau zu deuten. Sie wusste, wie er durch das hohe Gras flüsterte, wenn ein Sturm aufzog, und wie er an Sommerabenden mit einer sanften Brise ihren Nacken kühlte.

Für die Außenwelt war die Miller-Farm nur ein weiterer Punkt auf der Landkarte, verloren zwischen den schroffen Gipfeln der fernen Berge und dem endlosen, hügeligen Horizont. Doch für Aria war sie eine Festung. Ein Zufluchtsort. Ihr ganzes Universum.

Mit ihren zwanzig Jahren war Aria das Bild stiller Tatkraft. Sie war nicht die Art von Mädchen, das untätig am Fenster saß und von Schlössern oder Prinzen träumte; sie war das Mädchen, das genau wusste, wie viel Futter das Vieh brauchte, welche Unkräuter giftig waren und wie man einen Zaun reparierte, der von den Holzfällern durchbrochen wurde, die nachts am Rande des Grundstücks schlichen. Ihr Leben war ein Rhythmus, den sie mit der Sicherheit eines Herzschlags vorhersagen konnte. Aufstehen, arbeiten, essen, schlafen. Wiederholen.

Sie stand am Rande der Hauptweide und umklammerte das raue Holz eines Zaunpfahls, den sie gerade in den Boden geschlagen hatte. Die Sonne begann hinter dem Horizont zu versinken und tauchte den Himmel in bläuliche Violetttöne und tiefes Orange. Das Licht fing die losen Haarsträhnen ein und verwandelte die rotbraunen Wellen in etwas, das wie gesponnenes Kupfer aussah. Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und enthüllte Augen in der Farbe eines Waldes in der tiefer werdenden Dämmerung – grün, aber mit Sprenkeln aus flüssigem Gold durchsetzt.

Sie war klein, ihre Statur schlank und zierlich, doch in ihrem Körper steckte eine verborgene Kraft, die von Jahren harter Arbeit zeugte. Sie hatte die zarte Schönheit einer Wildblume, die in rauen Bedingungen überlebt hatte – ein Merkmal, das sie hätte hervorstechen lassen, wenn sie jemals in die Stadt gegangen wäre, auch wenn sie das kaum noch tat. Ihre Familie hielt sie nah bei sich, und sie ließ es zu.

„Fast fertig, Aria?“ Die Stimme kam von der Veranda des Farmhauses, wo ihr Vater, Elias, in seinem Schaukelstuhl saß. Er war ein Mann der wenigen Worte, sein Gesicht von Sonne und Wind gegerbt, seine Haltung starr vor jener ständigen Wachsamkeit, die das Leben am Rande der Wildnis mit sich brachte.

„Fast“, rief Aria zurück, ihre Stimme klar und melodiös. Sie richtete sich auf und wischte sich die Hände an der Hose ab. In ihrer Brust spürte sie ein vertrautes Gefühl der Zufriedenheit. Das war ihr Platz. Das war, was sie kannte.

Sie ging auf das Haus zu, ihre Stiefel knirschten leise auf dem Kiesweg. Die Farm war isoliert, nicht nur durch die Entfernung, sondern aus freien Stücken. Die Millers hielten sie seit Jahren versteckt, ein Geheimnis, das sie mit ihrem Leben schützten. Sie sprachen vor ihr nicht über die „Gatherings“ oder das „Choosing“, aber Aria hatte genug gestohlene Gespräche in der Küche mitgehört, um zu wissen, dass die Welt draußen gefährlich war. Es gab Gerede über „sie“, die Wolf-Shifter, die herrschten, und ihre Rudel, die Frauen wie Eigentum beanspruchten.

Aria kannte die Einzelheiten nicht. Ihre Mutter, Elena, hatte aufgehört, es ihr zu erklären, als Aria noch ein Kind war, da sie spürte, dass Unwissenheit das einzige Schild war, das sie ihrer Tochter geben konnte. Stattdessen konzentrierten sie sich auf das Wichtigste: sie in Sicherheit zu bringen.

Als Aria die Veranda erreichte, war ihre Mutter dort und reichte ihrem Vater eine Tasse Tee. Die beiden tauschten einen Blick aus, den Aria nur zu gut kannte – ein Blick voller gemeinsamer Sorge und wilder Entschlossenheit. Sie waren beschützerisch, fast schon besessen, und Aria hatte es nie hinterfragt. Sie vertraute ihnen blind.

„Wie war der Zaun?“, fragte Elena, und ihr Blick wurde weich, als sie Aria ansah.

„Stabil“, sagte Aria. „Der Pfahl war unten komplett verfault. Ich musste ihn ausgraben und ersetzen.“

„Gute Arbeit“, sagte Elias mit rauer Stimme, der es an Wärme fehlte, die aber vor Stolz bebte. „Die Wölfe werden in dieser Saison mutiger. Sie wissen, dass der Winter kommt.“ Aria nickte. „Ich werde das Revier heute Nacht noch einmal prüfen, bevor ich schlafen gehe.“

„Bleib in der Nähe“, sagte Elena und strich ein Staubkorn von Arias Schulter. „Der Wind dreht sich. Er fühlt sich... schwer an.“ Aria blickte hinaus auf das weite Land, das ihnen gehörte. Sie spürte die Schwere ebenfalls, ein vages Unbehagen, das sie normalerweise beiseiteschob. Es war nicht direkt Angst. Es war nur ein nagendes Bewusstsein, dass die Welt riesig war und voller Dinge, die sie nicht verstand.

„Ihr sorgt euch zu viel“, sagte Aria mit einem kleinen Lächeln.

„Wir sorgen uns nicht, Aria“, korrigierte Elias mit scharfem Ton. „Wir bereiten uns vor. Und wir halten dich versteckt.“ Das Gespräch wandte sich alltäglichen Dingen zu: Wintervorräten, dem Preis für Getreide, dem Zustand des Traktors. Sie redeten um den Kern der Wahrheit herum, tanzten um die Realität, dass Aria in den Augen der Shifter-Welt eine Handelsware war. Doch Aria musste die Details nicht wissen. Sie musste nur wissen, dass sie hier sicher war, im ruhigen, vorhersehbaren Rhythmus ihres Lebens.

Sie ging zurück zur Scheune, um nach den Pferden zu sehen, während ihre Gedanken abschweiften. Manchmal blickte sie spät in der Nacht zu den Sternen auf und fragte sich, was da draußen wohl war. Wie sah die Welt hinter den Bergen aus? Gab es Städte aus Glas und Stahl? Gab es Menschen, die ein normales Leben führten, frei vom Schatten der Wölfe?

Doch diese Gedanken hielten nie lange an. Die Realität der Farm gab ihr zu viel Halt. Sie liebte den Geruch des Heus, das Geräusch der kauenden Pferde, das Gefühl der Erde unter ihren Stiefeln. Sie war ein Kind des Landes, und das Land war ihr Zuhause.

Als sie in der Scheune arbeitete, verschwand die Sonne schließlich hinter dem Horizont und ließ die Welt in einer tiefen, samtigen Dunkelheit zurück. Aria zündete die Laternen an; ihr warmer Schein vertrieb die Schatten. Sie spürte, wie ein Gefühl des Friedens über sie kam. Sie war müde, ihre Muskeln schmerzten, aber sie war zufrieden.

Sie ging zurück zum Haus und hörte die vertrauten Geräusche ihrer Familie: das Knarren der Dielen, das Knistern des Feuers, das leise Gemurmel ihrer Stimmen. Es war ein einfaches Leben, frei von dem Glanz und den Intrigen der Außenwelt. Aber es war ein gutes Leben.

Sie stieg die Treppe zu ihrem Zimmer hinauf, dem einzigen Ort im Haus, der wirklich ihr gehörte. Sie zog sich aus und schlüpfte in ihr Nachthemd, wobei sie sich mit einer Anmut bewegte, die ihre Stärke Lügen strafte. Sie sah in den Spiegel und betrachtete ihr Ebenbild. Das rotbraune Haar fiel ihr wie ein Wasserfall über die Schultern, und die grün-goldenen Augen starrten sie mit einer stillen Intensität an.

Sie war ein wunderschönes Mädchen, zart und stark, und das wusste sie. Aber sie wusste auch, dass Schönheit eine gefährliche Sache war in der Welt, vor der ihre Eltern sie gewarnt hatten. Sie war ein Risiko. Sie war etwas, das Männer dazu brachte, hinzusehen, und wenn Männer hinsahen, wollten sie nehmen.

Sie legte sich ins Bett und zog die Decke bis zum Kinn hoch. Das Feuer knackte im Kamin unten und warf tanzende Schatten an die Wände. Aria schloss die Augen und lauschte dem Wind, der draußen heulte. Es war ein einsames Geräusch, aber eines, das sie gut kannte. Es war das Geräusch ihrer Welt.

Sie schlief ein, während sich das Bild der fernen Berge in ihr Gedächtnis einbrannte – ein stiller Wächter, der die Grenze zwischen ihrem sicheren, einfachen Leben und der dunklen, unbekannten Welt bewachte, die dort draußen wartete. Sie war zwanzig Jahre alt, und zum ersten Mal in ihrem Leben spürte sie das Aufkeimen von etwas, das sie nicht benennen konnte. Eine Unruhe, die nichts mit dem Wechsel der Jahreszeiten zu tun hatte, sondern alles mit dem Gefühl, dass sich das Leben, das sie kannte, für immer verändern würde.