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Zusammenfassung

Ein junger Biologie Student findet eine etwas merkwürdige WG

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
5
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Ich wurde vor kurzem an der Goethe-Universität in

Frankfurt angenommen. Aus diesem Grund suche ich

nun eine WG.

Eine stach mir besonders ins Auge. Sie warben mit

“verflucht günstige WG sucht Mitbewohner“. Ehrlich

die interessanteste Art Mitbewohner anzuwerben. Ich

wartete nun auf die Rückmeldung dieser WG.

Gerade als ich in meiner Vorbereitung steckte, klingelte

mein Handy.

„Hallo?“

„Spreche ich mit Vincent?“

„Ähm ja, aber wer sind Sie?“

„Sie haben die Dachgeschosswohnung auf dem

Campusgelände und können sofort einziehen. Der

Vertrag wird vor Ort unterschrieben.“

Bevor ich etwas erwidern konnte, wie die Frage, ob sie

nicht noch etwas von mir benötigten, legte derjenige

auf. Einige Minuten starrte ich mein Handy an. Ich

dachte, es würde schwieriger werden, eine bezahlbare

Wohnung in Frankfurt zu finden.

Schließlich ziehen der günstige Preis und die Lage

Studenten an wie das Licht die Motten.

Das Gebäude grenzte an einen kleinen Park und

dieser wiederum an den Campus. Sei‘s drum. Ich

verschwand keine weiteren Gedanken daran, packte

meine Sachen und machte mich zu meiner neuen

Wohnung auf.

Das Gebäude befand sich, etwas abseits, an der Ecke

der Straße. Es sah älter aus als die restlichen Gebäude,

aber immer noch modern genug. Nach einem kurzen

klingeln und ca. 5 Minuten warten öffnete sich die Tür.

Oben angelangt öffnete mir ein junger Mann die Tür. Er

war schätzungsweise Mitte 20. Er war eher leger

gekleidet mit einem eleganten Hut und Gaming

Headset. Obwohl er mich herzlich und mit einem

Lächeln begrüßte, sah er völlig fertig aus. Seine tiefen

dunklen Augenringe sprachen Bände über schlaflose

Nächte. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Selbst wenn dieser Mann viel für die Uni lernen würde

und viel in Games vertieft wäre, könnte er niemals

solche tiefen und dunklen Augenringe haben. Oder

vielleicht doch? Ich tat es als kleine Überreaktion ab

und trat nach seinem „komm rein“, ein.

Ich trat durch die Tür und es fröstelte mich direkt.

„Scheiße ist das kalt bei euch.“

„Ach das ist normal hier.“ Ich schüttelte mich und zog

meine Jacke enger um meinen Körper.

Wir gingen durch den Flur, an der Küche vorbei

ins Wohnzimmer. „Der Vermieter hat die anderen und

mich schon in Kenntnis gesetzt. Dein Zimmer ist die

dritte Tür rechts.“

Mein Gesichtsausdruck schien meinem Mitbewohner

alles zu sagen.

„Du siehst ein bisschen überfordert aus. Also gehe ich

mal davon aus, dass dir unser Vermieter nicht viel

gesagt hat.“

„Äh, nein er meinte nur ich könne einziehen und hat

aufgelegt.“

„Das klingt typisch für Dorris“

„Dorris? Ich dachte er hieße Herr Henrich.“

Mein Mitbewohner deutete ins Wohnzimmer und

auf das große Sofa. Stirnrunzelnd ließ ich mich

darauf fallen. Er stellte sich als Matthias vor, bevor er

mir gegenüber Platz nahm.

„Dorris ruft gerne für Herrn Heinrich an und das

endet immer mit Verwirrung. Also mach dir nichts

draus.“

„Ah ja. Ist Dorris sowas wie seine Sekretärin oder wie

soll ich das verstehen?“

„Könnte man so sagen“, er kratzte sich dabei am

Bart. Es vergingen einige Stunden, in denen mir

Matthias alles erklärte. So wie es aussah, wohnten wir

hier zu viert. Matthias, Richard, Lukas und ich.

Matthias und Richard waren bereits seit zwei Jahren in

der Wohnung. Lukas und ich dagegen die Neulinge,

wobei er fünf Monate vor mir einzog.

Er legte mir den Mietvertrag zum Unterschreiben hin

und erklärte mir einiges zu der Wohnung. Zudem auch,

dass er jedem Neuling eine Warnung mit auf den Weg

geben muss. Dass diese Wohnung verflucht sei und

man seinen Sinnen nicht immer trauen kann. Er führte

die ganze Fluch-Sache auch aus, aber das klang für

mich eher wie ein Hirngespinst oder wie eine Methode,

um Mitbewohner auszusortieren. Vielleicht war es auch

ein eigenartiger Humor. Aber selbst, wenn es wahr sein

sollte, was ich wirklich nicht glaubte, unterschrieb ich.

So eine gute Wohnung zu dem Preis würde ich nie

wieder finden. Zu sich und den anderen hielt er sich

kurz. Er selbst studiert Informatik. Richard studiert

Geschichte. Bei Lukas wusste er es selbst nicht. Im

Gegenzug erzählte ich ihm, dass ich mich kürzlich für

Biologie eingeschrieben hatte. Matthias half mir

danach, meine Sachen in mein Zimmer zu bringen. Auf

dem Weg bemerkte ich aus dem Augenwinkel einen

Schatten, der vorbei huschte. Mein Herz setzte einen

Schlag aus.

„Hast du das grade gesehen Matthias?“

Er sah mich mit hochgezogener Augenbraue an

„nein was denn?“

„Ach nichts.“ Hatte ich es mir nur eingebildet?

Vielleicht war es nur ein Schatten. Das Licht im Flur

war auch schwach. Neue Umgebung, neuer Stress…

mein Kopf spielte mir bestimmt nur einen Streich. Egal

darüber nachdenken bringt nichts, denn ich hatte

wichtigeres zu tun. Matthias verabschiedete sich und

schloss die Tür hinter mir.

Ich hatte schnell alles verstaut und das Zimmer

mit ein paar Kleinigkeiten eingerichtet. Trotzdem

behielt ich dabei ein seltsames Gefühl, als ob man mich

beobachten würde. Ich versuchte dieses Unbehagen

abzuschütteln und aß etwas, sah mir meine Unterlagen

an und legte mich in mein Bett. Ich bekam die nötige

Ruhe und schlief. Allerdings war meine Nacht nicht so

erholsam, wie ich mir erhofft hatte. Klopfen, Geflüster

und Kratzen an der Tür ließen mich hochschrecken.

Früh am Morgen bereitete ich mich auf die kommenden

Vorlesungen vor. Zwar müde von der letzten Nacht,

aber so erging es bestimmt jedem nach dem Umzug.

Die Geräusche hatte ich mir bestimmt nur eingebildet.

Eine ungewohnte Umgebung kann zu erheblichem

Stress führen und unter Umständen die Wahrnehmung

und das Urteilsvermögen beeinflussen …zumindest

redete ich mir das ein.

Am Campus Riedberg angelangt, befand ich mich

zunächst in der allgemeinen Biologievorlesung.

Eigentlich wurden wir aufgeklärt, was uns alles

erwartet. Neben Biologie zählten auch Physik, Mathe

und Chemie zu den Fächern. Zudem die Arbeit mit

dem Mikroskop.

Die nächsten drei oder vier Tage vergingen, mit

zunehmender Müdigkeit. Die Klopfgeräusche ließen in

keiner einzigen Nacht nach.

Vielleicht sollte ich Matthias mal fragen, ob

irgendeiner der Nachbarn Probleme oder

Zwangsneurosen hatte. Ich konnte mich kaum mehr

auf die Vorlesung allgemeine & Zellbiologie

konzentrieren. Die Müdigkeit war nach Tagen ohne

richtigen Schlaf überwältigend.

Mit aller Kraft kämpfte ich gegen den Schlaf, doch

mein Kopf sank auf den Tisch. Ich schrak hoch und

mein Puls beschleunigte sich. Wie lange hatte ich

geschlafen? Wieviel hatte ich versäumt? Mein Blick

richtete sich wieder auf den Professor. Zu meiner

Überraschung stand nicht viel mehr auf der Tafel, wie

ich mir bereits notiert hatte. Ein Seufzen entwich

meinen Lippen. Erleichtert, nicht zu viel verpasst zu

haben. Alle waren noch immer in ihren Mitschriften

vertieft, während der Professor Zellenorganellen und

ihre Funktionen an die Tafel schrieb. Keiner schien

mein kurzes Nickerchen bemerkt zu haben, oder ich

hatte nicht geschnarcht.

Ich widmete mich meiner Mitschrift und die

Geräusche verstummten. Eine erdrückende Stille

breitete sich aus. Kalter Schweiß befeuchtete meine

Finger. Dieses Gefühl, beobachtet zu werden, überkam

mich wie eine Welle. Ich schluckte schwer und ließ

langsam meine Augen wieder in Richtung Tafel

wandern. Die Notizen waren noch dort, aber der

Professor. Einfach Weg. Niemand stand mehr dort.

Mein Blick wanderte im Hörsaal umher, aber nichts.

Keine Studenten mehr. Kein Professor. Keine

Menschenseele war mehr hier. Mein Herzschlag raste

und meine Finger zitterten. Das Gefühl das jemand,

oder etwas hinter mir stand ließ mich erschaudern. Ich

drehte mich langsam, wie in Zeitlupe, um und fiel vor

Schreck vom Stuhl. Mein Professor stand dort. Sein

Gesicht war neutral, bis auf das Grinsen, welches seine

Augen nicht erreichte. Es sah verzerrt und viel zu groß

für sein Gesicht aus. „Sie sind spät“, er klang blechern

und fern, als käme seine Stimme von wo anders. Ich

starrte ihn an, nicht in der Lage zu antworten. Bis ein

Klopfen ertönte. Langsam sah ich mich um, ohne

meinen Professor ganz aus meinem Blickfeld

verschwinden zu lassen. Lokalisieren, woher dieses

Klopfen kam, konnte ich nicht. Bis es erneut klopfte. Ich

hörte es nicht nur. Ich spürte es. Verdammt wie konnte

man ein Klopfen spüren? Es fühlte sich an, als würde

jemand gegen mein inneres Klopfen. Ich sah an mir

hinunter und erstarrte. An meinen Armen zeichneten

sich kleine Hände ab. Sie klopften und drückten sich

gegen meine Haut, als wollten sie rauskommen.

Erstarrt haftete mein Blick an diesen Händen.

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