Das Vermächtnis Des Mondes von MarleenCarls bei Inkitt
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Das Vermächtnis des Mondes

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Zusammenfassung

Was, wenn die Wahrheit gefährlicher ist als jede Lüge? Ismera hat ihr Leben lang geglaubt, dass Vargard auf Frieden und Gerechtigkeit aufgebaut wurde. Bis sie entdeckt, dass es eine andere Wahrheit geben könnte. Ausgerechnet Kieran Aerion, Sohn einer angesehenen Familie und Verfechter der bestehenden Ordnung, wird zu ihrem Begleiter auf der Suche nach der Wahrheit. Sie stellt alles infrage, woran er glaubt. Er verkörpert alles, was sie verabscheut. Doch je tiefer sie graben, desto deutlicher wird: Manche Wahrheiten können nicht nur Herzen verändern, sondern eine ganze Welt erschüttern.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
3
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Prolog

Der Mond war verschwunden.

Nicht hinter Wolken verborgen — nein. Der Himmel selbst war pechschwarz wie verschüttete Tinte, als hätte die Nacht beschlossen, jedes Licht aus dieser Welt zu verschlingen.

Der Wind peitschte gegen die hohen Fenster meines Gemachs, ließ die Silberglocken in den Gärten läuten und fuhr durch die langen Vorhänge wie ein rastloser Geist. Selbst die Mauern des Palastes wirkten unruhig heute Nacht.

Vielleicht spürten sie, dass sie etwas Wertvolles verlieren würde. Aber ich hatte keine Wahl.

„Beeil dich“, flüsterte ich und kniete vor der alten Holztruhe nieder. Meine Finger zitterten, während ich die wenigen Dinge zusammensuchte, die ein Teil ihres neuen Lebens werden durften. Kleidung. Heilkräuter. Die kleine geschnitzte Mondfigur aus Birkenholz.

Lächerlich wenig für ein Leben.

Hinter mir herrschte ungewohnte Stille.

Als ich mich umdrehte, stand sie mitten im Raum und beobachtete mich mit ihren großen Augen. Zu ernst für ein Kind ihres Alters. Der flackernde Kerzenschein spiegelte sich in ihren Iriden wie Mondlicht auf schwarzem Wasser.

Dieselben Augen wie er. Das gleiche Funkeln in das ich mich vor so unzähligen Mondzyklen verliebt hatte.

Etwas zog sich schmerzhaft in meiner Brust zusammen.

„Mama…“, fragte sie vorsichtig. „Warum bist du so voller Angst?“

Weil die Mauern zuhören, mein Mondkind. Weil der Palast begonnen hat deinen Namen zu flüstern. Weil die Magie in dir erwacht und ich nicht länger weiß, wie ich dich noch schützen kann an diesem Ort, sobald es die Anderen merken.

Ich sprach keines dieser Worte laut aus.

Stattdessen hockte ich vor ihr, strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr, küsste ihre Stirn und zwang mich zu einem Lächeln. Es fühlte sich fremd an auf meinem Gesicht.

„Du musst heute Nacht mutig sein“, sagte ich mit gedämpfter Stimme.

Der Wind heulte auf.

Unten im Palast schlug eine Tür zu. Stimmen hallten dumpf durch die langen Gänge. Die Wachen mussten gerade ihre Posten wechseln. Die Anzahl derer, die uns schützen sollten, waren auf eine so unermessliche Größe gestiegen, dass man sich selbst bereits wie eine Gefangene fühlte. Einen Neumond später und vielleicht wäre es nicht länger möglich sie in Sicherheit zu bringen.

Zu viele Blicke verweilten bereits erwartungsvoll auf ihr und zu viele Fragen wurden gestellt.

Ich stand auf und schnürte alle Habseligkeiten zusammen, die ich ihr auf ihrer Reise mitgeben konnte. Wie sehr ich auf mehr Zeit gehofft hatte. Wahrscheinlich betete jede Mutter irgendwann um genau dies.

Sie machte einen Schritt auf mich zu und fragte mit voller Unschuld. „Komme ich bald zurück zu dir?“

Mein Herz zerbrach in tausend kleine Stücke, leise in meiner Brust.

Sie war noch so jung. Viel zu jung für Flucht. Angst. Oder dem Gewicht, das auf ihren Schultern lag. Ein Gewicht, dass sie noch überhaupt nicht verstand.

Draußen ertönte das leise Krächzen einer Krähe. Er wartete bereits.

Loyal. Geduldig. Verängstigt genauso wie ich.

Aber mutiger als all die Wesen, die meinem Gefährten ihre Treue geschworen hatten.

Ich schloss kurz die Augen, legte meine Stirn gegen ihre und atmete zitternd aus. Ihr Duft erinnerte mich an Winterregen und wilde Wälder nach einem Sturm. Ich wollte diesenDuft für immer in meiner Erinnerung bewahren.

„Hör mir gut zu“, flüsterte ich eilig und schluckte schwer bei dem Gedanken, dass uns keine Zeit mehr blieb. „Es gibt Menschen, die glauben, Angst und Unterdrückung wäre dasselbe wie Schutz. Verwechsle es nie miteinander. Erkenne die Wahrheit.“

Auch wenn sie es heute Nacht noch nicht völlig verstand. Eines Tages würde sie es. Ich konnte nur hoffen, dass dieser schmerzliche Tag in sehr ferner Zukunft lag.

Langsam löste ich die silberne Kette von meinem Hals. Das Amulett darin pulsierte schwach zwischen meinen Fingern, als würde die alte Magie selbst begreifen, was diese Nacht bedeutete.

Ein letzter Schleier. Der letzte Schutz, den ich ihr überlassen konnte, bevor ich sie in die Hände alter Vertrauter geben musste. Hoffend, dass sie dort ein sichereres Leben erwartete.

Als ich ihr die Kette umlegte, flackerte das Licht der Kerzen um uns für einen kurzen Moment auf.

Und irgendwo tief im Palast spürte ich, wie die Erkenntnis meines Verrates erwachte. Es war wie ein tiefes Grollen, dass durch die Mauern zog.

Nicht durch Magie, sondern durch ein uraltes Band, dem selbst ich mit keiner Magie hätte entgegenwirken können.

Draußen erklang erneut das Krächzen der Krähe. Dieses Mal lag Dringlichkeit in seinem Klang.

Unsere gemeinsame Zeit war abgelaufen. Ich griff nach ihrer Hand. Dann führte ich meine Tochter fort von allem, was ich einst geliebt hatte.


Autorenkommentar:

Lasst uns in die Welt von Vargard eintauchen. Das Reich der Wölfe. Die Herrscher über alle Mondwesen.

Als die Werwölfin Ismera Hinweise entdeckt, die die Geschichte Vargards infrage stellen, gerät sie ausgerechnet mit Kieran Aerion aneinander – einem Mann, der die Ordnung des Reiches nie in Frage gestellt hat.

Sie hätten sich aus dem Weg gehen sollen, aber stattdessen zwingt das Schicksal sie auf eine gemeinsame Reise.

Während zwischen ihnen Gefühle wachsen, kommen Wahrheiten ans Licht, die das Königreich zu zerreißen drohen.

🫶🏼 Ich freue mich über jeden Kommentar, jede Reaktion, Bewertung und jeden Hinweis. Euer Feedback hilft mir enorm, mich weiterzuentwickeln.

~ Eure Marleen 💋

💋 Widmung:

Für all die Book-Girlies, die nie genug von Romantasy und Werwölfen bekommen.


📌 Informationen für die Transparenz:

Beim Schreiben dieser Geschichte arbeite ich mit unterstützender KI (ChatGPT) – zum Strukturieren, Lektorieren und Recherchieren.
Die Inhalte, Figuren und Emotionen stammen jedoch aus meiner Feder. Die KI ist dabei ein Werkzeug – nicht der Ursprung.

⚠️ Triggerwarnung:

Diese Geschichte behandelt sensible Themen, die emotional herausfordernd sein können:



Dieses Buch enthält Darstellungen von Trauer und Verlust, gesellschaftlichem und familiärem Druck, Diskriminierung, Machtungleichgewichten, emotionaler Abhängigkeit sowie Themen rund um Kontrolle, Unterdrückung und eingeschränkte Selbstbestimmung.

Die dargestellten Inhalte werden innerhalb der Handlung kritisch reflektiert und nicht romantisiert oder verherrlicht.

Diese Themen werden nicht reißerisch oder überdramatisiert, aber dennoch spürbar und realistisch dargestellt.
Bitte achte gut auf dich selbst beim Lesen. Pausen, das Überspringen einzelner Kapitel oder das Sprechen mit jemandem sind vollkommen okay. ❤️

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