Moreen - Vom Recken in die Traufe

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Zusammenfassung

Die junge Fürstentochter Moreen nimmt am Auswahlverfahren für junge Adelige teil, aber ihre Begabung kann nicht eingeordnet werden und sie versagt bei den Vorprüfungen. Auf dem Abschlussball tanzt sie mit dem Kronprinzen Arlyn und verliebt sich in ihn, ihr Vater handelt derweil die Heirat mit dem lüsternen alten Konkurrenten Graf Gerling aus, Moreen entgeht dieser vorerst, indem sie sich an der Akademie zur Magierin ausbilden lässt. Moreen fällt auch während der Ausbildung durch alle Prüfungen, Prinz Arlyn unterstellt ihr mangelndes Engagement und wendet sich von ihr ab. Dann entdeckt Moreen auch noch die Leiche ihrer besten Freundin, die als Zofe bei Königin Genevieve beschäftigt war, und erkennt mit ihrer seltsamen Gabe, dass sie durch Schwarze Magie getötet wurde. Ein unheimlicher Wettlauf auf Leben und Tod beginnt, aber es steht noch viel mehr auf dem Spiel...

Status:
In Arbeit
Kapitel:
10
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Waffenspiele

»Moreen!«, brüllte Baron Eòghann zur Krähenburg und übertönte damit das Klirren und Klappern der Übungsschwerter.

Moreen gab vor, ihren Vater nicht gehört zu haben, und griff ihren Cousin Collyn mit einem weit ausholenden Hieb an. Ihre blauvioletten Augen blitzen spitzbübisch in der morgendlichen Junisonne.

Collyn wich hastig ein paar Schritte zurück, um nicht getroffen zu werden, und senkte sein Schwert.

»Moreen!« Baron Eòghann erreichte den provisorischen Übungsplatz im Winkel des Burghofs und baute sich vor seiner Tochter auf.

Moreen strich sich eine Locke aus der Stirn und ließ die Schultern hängen. Um den Kopf ihres Vaters nahm sie mit ihrem ‚inneren Auge‘ ein rot-violettes Leuchten wahr. Das verhieß nichts Gutes, ihrer Erfahrung nach plagte ihn ein stechender Kopfschmerz.

»Dieses Benehmen gehört sich nicht für eine Dame!«, donnerte Baron Eòghann und verzog gequält das Gesicht. Er rieb sich den Nacken und fuhr in gemäßigterem Ton fort. »Du bist jetzt 18 Jahre alt und solltest endlich damit aufhören, dich wie ein Haudegen zu benehmen. Zieh dir sofort etwas Anständiges an, und dann ab mit dir ins Nähzimmer. Mir ist zu Ohren gekommen, dass du deine häuslichen Pflichten in letzter Zeit arg vernachlässigt hast.« Er machte auf dem Absatz kehrt und schritt erhobenen Hauptes zurück in Richtung des Wohnturms. Dabei stolperte er über eine Unebenheit im ausgetretenen Pflaster und musste sich am Torbogen abfangen, um nicht zu stürzen.

Moreen blickte ihrem Vater nach und stöhnte. Nun glühten auch sein linker Fuß und die Hand rötlich, die er sich am rauen Mauerwerk aufgeschürft hatte. Seine Laune würde sicherlich nicht besser davon, dass er so schmerzhaft an den fortschreitenden Verfall seiner Burg erinnert worden war.

Niedergeschlagen ging Moreen zu Collyn und legte ihm ihr Schwert in die ausgestreckte Hand.

»Gib mir auch noch deine Lederrüstung, ich räume die Sachen schon weg. Besser, du beeilst dich.« Collyn lächelte gequält. »Hoffentlich vergisst dein Vater, dass du mit mir gefochten hast. Das letzte Mal musste ich dafür eine Woche lang die Ställe ausmisten.«

»Danke, du bist ein Schatz!« Moreen hauchte einen Kuss auf seine Wange und rannte in den Dienstboteneingang. Zwei Stufen auf einmal nehmend hastete sie die steile, unebene Stiege hinauf in den zweiten Stock.

In ihrem Zimmer zog sich Moreen Wams und Hose aus, die sie aus der abgelegten Garderobe ihrer älteren Brüder entwendet hatte. Sie frischte sich rasch mit kaltem Wasser ab und warf sich ihr Lieblingskleid aus weichem, beigefarbenem Leinen über, das angenehm weit geschnitten war und ihr gestatten würde, trotz der frühsommerlichen Wärme noch ein wenig abzukühlen.

Dann machte sie sich schweren Herzens auf den Weg ins Nähzimmer am Ende des Flurs.