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Die Bastardprinzessin Rosen und Wölfe

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Zusammenfassung

Das Land ist zerrüttet im Krieg durch die Invasion der Heiden als auch durch den schon Jahre andauernden Krieg zwischen den Beschenkten und den Menschen. Molly ist gerade einmal Sechezehn Jahre alt als sie von ihrem Vater als Mittel zum Zweck für den Frieden an den Heiden Sigtryggur verheiratet wird. Doch schon bald scheint für Molly alles nur komplizierter zu werden auf welcher Seite wird sie am Ende stehen? Cover design by @MiaLucius Copyright by Trouble-Black

Status:
In Arbeit
Kapitel:
90
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4.3 17 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

1019NK

„Habt ihr die Wurzeln noch immer nicht gezogen? Der König kommt zu Besuch und ihr Mädchen sitzt nur herum und schwatzt, los jetzt bevor ich mich vergesse!", rief Schwester Onella, die sich trotz ihres stattlichen Alters von einhundertundfünf Jahren fast lautlos von hinten an die drei jungen Mädchen angeschlichen hatte, und hieb Mirabell mit ihrer flachen Hand auf den Hinterkopf.


Als Molly von König Ferdinand ins Kloster gebracht worden war, hatte er ihr alles genommen. Ihre Mutter, ihren Vater, ihre Geschwister, einfach alles. Er hatte sie als seine Tochter beansprucht nur um ihren Vater umzubringen und sie dann in ein Kloster abzuschieben.

Sie wurde aus ihren düsteren Gedanken gerissen als Schwester Onella weitersprach.


„Und dass ihr Mädchen euch ja heute benehmt, vor allem du Wilhelmine!" Schwester Onella deutete mit ihrem dünnen Zeigefinger auf sie.

Die Schwester verbag die paar grauen Haare, die sie noch ihr Eigen nennen durfte unter dem für Ordensschwestern typischen blauen Schleier, der im starken Kontrast zu ihrem grauen Kleid stand. Drei Ringe aus reinem Silber, die ineinander verschlungen waren, baumelten um ihren Hals. Ihre blauen Augen funkelten trotz ihres hohen Alters genau so aufgeweckt wie bei jeder anderen Nonne. Ihre Haut lag in Falten und ihre Wangen hingen von den hervorstechenden Wangenknochen

Als junge Frau musste sie eine Schönheit gewesen sein, wäre da nicht die dicke Warze gewesen, die an ihrem Hals wuchs, doch im Alter ähnelte ihr Gesicht mehr und mehr dem eines Hundes.


„Keine Sorge Schwester Onella, wir werden uns zu benehmen wissen!", versprach sie der alten Frau, die sich auf ihren Gehstock lehnte, bevor sie sich umdrehte und davon wackelte.

„Bei Kundra, ich weiß man soll niemandem den Tod wünschen, aber die alte Fledermaus hat es echt verdient!", spie Joanna aus. Joanna, trug so wie die anderen beiden einen roten Schleier, als Zeichen ihres Novizinnenstatus, deshalb konnte man auch ihre blonden Haare nicht sehen, nur einige Strähnen hingen vorne unter ihrem Schleier hervor. Sie hatte braune große Augen, hohe Wangenknochen und einen breiten Mund, der zu ihrem sonst so elfengleichen Gesicht nicht passte.


Mirabell und Molly grinsten zustimmend bevor sie mit ihrer Arbeit fortfuhren.

„Seid ihr schon neugierig weshalb der König kommt? Soweit ich weiß hasst er die Klöster...", fragte Mirabell in die Runde aus dreien, bevor sie sich den Schweiß von der Stirn wischte.

„Keine Ahnung...", antworteten sowohl Mirabell als auch Molly. Auch wenn das so nicht ganz stimmte. Molly konnte sich denken warum König Ferdinand ausgerechnet nach Jashier kam und es konnte nichts Gutes bedeuten. Als sie endlich die letzte Wurzel mit Mühe aus der Erde geholt hatten, mussten diese noch gewaschen und geschält werden.


Normalerweise waren die drei Novizinnen nicht in der Küche erlaubt da dies der Arbeitsbereich der ältesten Novizinnen war, die nur noch ein Jahr bis zu ihrem Gelübde hatten. Vor allem im Winter konnte man sie beneiden, da sie die ganze Zeit im Warmen waren, doch am heutigen Tag schien alles etwas anders zu sein. Denn die fünf älteren Novizen zerrten sie fast schon ins Innere der Küche und befahlen ihnen, die zehn Hühnchen für das Festmahl des Königs zu rupfen.

Die drei Jüngeren, die eigentlich noch mehr zu tun hatten, versuchten abzulehnen. Doch Annastasia, die älteste Novizin mit fünfundzwanzig Jahren, meinte nur, dass Mutter Hild sie von ihren restlichen Pflichten freistellte damit sie in der Küche helfen konnten.


„Glaubt ihr es ist wahr dass der König mit dem Prinz reist?", fragte Mirabell leise während sie sich um den großen Tisch setzten um die Hühner zu rupfen.

„Woher hast du das denn gehört?", fragte sie neugierig während sie begann dem ersten Hühnchen die weißen Federn auszureißen. Denn sie bekam so gut wie gar nichts mit, bis auf dass ihr Erzeuger herkam, wusste sie gar nichts.

„Ich hab Schwester Chelly und Olga belauscht. Sie haben darüber letzte Woche geredet kurz nachdem der Page gekommen war um uns die Nachricht zu überbringen", erklärte Mirabell im verschwörerischen Flüsterton, damit die älteren, die an der anderen Seite des Raumes schon begannen das Wasser zu erhitzen und miteinander zu reden, auch ja nichts von ihrer Konversation mitbekamen.

„Ich glaube nicht dass der Prinz mitkommen würde, warum auch? Es gibt hier nichts Spannendes, außer er möchte unbedingt unsere Tiere sehen", meinte Joanna leise kichernd.


Und es stimmte, auf der Insel gab es nichts Spannendes, nicht einmal Wildtiere zum Jagen. Es gab das Kloster das aus hellem Holz gebaut worden war und eindeutig nicht das schönste, aber das kleinste nicht private Bauwerk im Land war. Es gab den Gemüsegarten und die paar Schweine, Hühner und Kühe die sie besaßen. Ansonsten gab es noch ein Maisfeld und ein Getreidefeld, es gab noch eine Menge Gras und das war es dann auch eigentlich schon.

Und es gab die Mühle, die aber schon seit einigen Jahren nicht mehr richtig funktionierte. Eindeutig nichts zu Spannendes für den König, vor allem nicht wenn die Beschenkten sich gegen seine Macht auflehnten und Heiden durch das Land streiften.


„Glaubt ihr es ist wahr das er mit den Heiden ein Bündnis schließen will?"

Molly riss die Federn, die sie ein bisschen zu fest gepackt hatte, mit einem kräftigen Ruck aus dem Tier während sie „Bitte was?" keuchte.

„Ja wusstest du das noch nicht?", fragte Joanna verwirrt. Nein wusste sie tatsächlich noch nicht... Sie zuckte mit den Schultern und schaute hinab auf das Hühnchen.

„Wilhelmine du scheinst echt hinter dem Blutmond zu leben" Mirabell lachte und ihre braunen Augen funkelten begeistert auf.

Molly seufzte und rupfte einfach weiter Federn. Sie hasste den Namen Wilhelmine. Auch wenn Molly sich nicht mehr an alles erinnern konnte, so konnte sie sich doch daran erinnern wie der König ihr diesen fürchterlichen Namen gegeben hatte.


Molly saß nur sehr widerwillig still in der Kutsche die über die Landschaft schaukelte, der König hatte ihr verboten aus dem Fenster zu sehen weshalb sie nicht sagen konnte wo genau sie waren doch der Fuchs-Wald war es bestimmt nicht, dafür hörte sie das Kreischen von komischen Vögeln zu laut an, so laut und schrill waren die Vögel zuhause nie. „Wo bringt ihr mich hin?" nahm Molly all ihren Mut zusammen und schaute dem König kurz in sein ausdrucksloses Gesicht. Dann schaute sie schnell wieder auf ihre Hände. „Sieh mich gefälligst an wenn du mich etwas fragst!" schnarrte er. Schnell hob Molly wieder ihren Kopf. „Du wirst in ein Kloster gebracht dort wird dir der richtige Weg beigebracht werden. Nicht so wie das Geschwafel mit dem deine Mutter dir bestimmt den Kopf gefüllt hat. Alles nur Beschenkten Unsinn. Genau so wie dieser fürchterliche Namen den sie dir gegeben hat. Du brauchst einen guten Menschlichen Namen." Molly verstand nicht einmal die Hälfte von dem was er sagte. Aber ihr Vater hatte ihr beigebracht niemals einem Hochwohlgeborenen etwas vorzuwerfen oder ihm gar die Schuld an etwas zu geben. Also schwieg sie lieber. Der König packte ihr Kinn und zwang es wieder nach oben zuschauen in seine eiskalten blauen Augen, er trug einen fürchterlichen blau gefärbten Schnauzbart den man zum Glück nicht so oft sah da seine Breite tief sitzende Nase einen eindrucksvollen Schatten über den Schnauzbart warf. „Wilhelmine so hieß meine Mutter so werde ich dich nennen Wilhelmine." „Warum wollt ihr mich denn unbedingt umbenennen eure Hoheit?" fragt Molly nun doch vorsichtig und immer darauf achtend ihm in die Augen zu gucken, so wie er es ihr befohlen hatte. Sie hatte schnell gelernt das die Kultur der Menschen anders war als ihre, hier waren die Männer an der Macht und die Frauen hatten zu gehorchen. „Du bist meine Tochter ich werde dich also nennen wie es mir passt. Es ist eine Schande das du so lange unter solch einem abschaum groß geworden bist. Das werden wir jetzt ändern, Wilhelmine, ja das werden wir." Molly verstand nicht warum der König behauptet sie wäre seine Tochter doch sie verstand das dieser komische Gedanke den König dazu gebracht hatte ihren echten Vater umzubringen, ihren Clan und ihre ganze Familie umzubringen. Also wiedersprach sie ihm lieber nicht würde es am Ende doch sonst noch ihr Kopf sein der Rollen würde.


Die Hühner zu rupfen dauerte länger als gedacht aber wenigstens war es besser als draußen im Nieselregen zu arbeiten der vor einiger Zeit begonnen hatte, wie ihnen ein Blick aus dem Fenster mitteilte. Nachdem alles soweit vorbereitet war wurden die drei aus der Küche gejagt mit dem Befehl sie sollen ein Bad nehmen.


Das Wasser war noch warm als Molly sich hinein gleiten ließ. Mirabell die als erstes gebadet hatte war schon wieder trocken und trug ein dünnes Unterkleid während sie begann Mollys rote Haare zu öffnen und zu waschen Joanna saß unterdessen auf einer Kleidertruhe am Fußende von Mollys Bett und trocknete ihre langen blonden Haare. Sobald sie das Gelübde ablegen würden würden sie ihre Haare kurz scheren müssen. Molly wurde von Mirabell Unterwasser getaucht damit die Seife aus ihren Haaren befreit wurde. Sie hörte wie überwasser Joanna und Mirabell begannen zu reden. Höchstwahrscheinlich wieder über den König.


Bei Kundra sie hasste was er ihr angetan hatte, er hatte sie ihrer Familie beraubt und in ein Kloster geschickt um einen Gott anzubeten an den sie damals noch nicht einmal geglaubt hatte. Nun wusste sie nicht einmal ob sie an noch irgendeine höhere Macht glaubte.

Sie wusste dass die Beschenkten an die Vergangenen glaubten, die Geister ihrer Ahnen die sie leiten sollten, genau so wusste sie das der große Teil der Menschen in Eoferwyk an Kundra glaubten, der einst vom Blutmond ins Land gekommen war um Menschen vor einer schlimmen Bestie zu retten, die sie heimsuchte.

Angeblich nur mit einem scharfen Stück Eisen hatte er es geschafft die Bestie zu bezwingen. Und sollte so ein Monster wiederkommen wollten die Menschen vorbereitet sein, denn Kundra würde dann auch zurück kehren. Deshalb war es so wichtig einmal im Monat am Blutmond Tag einen Krug Bier und ein Stück Eisen hinaus zu legen damit Kundra seinen Durst stillen konnte wenn er wieder hinab kam um die Bestie erneut zu töten. Und diese Heiden sollten noch an völlig andere Götter glauben.


Molly tauchte wieder aus dem Wasser auf und stieg aus der Wanne, das Wasser war inzwischen sowieso viel zu kalt geworden als das es angenehm gewesen wäre noch länger in der Wanne zu sitzen. In dem Moment in dem Molly begann sich abzutrocknen hallte ein Ruf über den Hof und kurz darauf begann die Glocke im Turm zu läuten. „Der König, er ist hier." Mirabell und Joanna ließen Molly vollkommen allein zurück und eilten aus dem Zimmer.


Hallo ihr lieben, ich dachte mir ich versuch es auch einfach mal auf Inkitt. Die Geschichte findet man ebenfalls auf Wattpad. Ich hoffe sie gefällt euch.

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