Prolog
Olivia
“Es ist ganz einfach, Olive. Ein hübsches Gesicht muss nur lächeln. Immer zwei Schritte vor ihm gehen. Aus seiner Reichweite bleiben. Ich mache den Rest.”
“Ich weiß nicht, Jenna, was ist, wenn wieder etwas schief geht? Letzte Woche, hast du ziemlich einstecken müssen.” Ich sah immer noch die blauen Flecke in ihrem hübschen Gesicht. Ich wollte gar nicht wissen, wie der Rest ihres Körpers aussah.
“Willst du etwas in deinem Magen, Olive?” fragte sie mich, während ihr eigner knurrte.
Ihr letzter Versuch, jemanden zu bestehlen, war mein persönlicher Alptraum und ihr Schmerz. Sie hatten es bemerkt und sind uns gefolgt. Die Gruppe war zu groß, nachdem sie uns alles wieder abgenommen hatte, hatten sie Jenna niedergeschlagen, während ich zusehen musste. Es tat weh zu sehen, dass sie alles einsteckte und ich unsere Opfer nur anlocken musste.
“Ich kann es doch auch einmal versuchen?” fragte ich vorsichtig und schaute auf ihren Arm, um den sie nach langem Zureden eine Schlinge gezogen hatte.
“Du bist 11 Jahre alt, Olive, meine Antwort ist: Nein!” Jenna hob ihren Kopf. Sie hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, mich zu beschützen. Seit drei Jahren, seit wir aus dem Heim geflohen sind, tat sie es und sie war selbst erst fünfzehn. Wir sollten ein neues Heim aufsuchen. Es kann doch nicht alles grausam sein in dieser Welt.
“Du bist selbst nur fünfzehn”, zischte ich. “Wir sind beide in einer beschissenen Situation.”
“Hör zu, Olive. Es wird jedes Mal einfacher. Wir werden besser, du musst mir vertrauen. Vertraust du mir? Dieses Mal wird es besser funktionieren. Der Plan ist gut und am Ende des Tages, haben wir etwas zu essen.”
Ich nickte. Ich nickte immer. Ich hatte Hunger. Wir beide hatten immer Hunger und Jenna’s Ideen füllten unseren Magen nur selten. Ich hatte dennoch nichts zu beklagen, meine füllten unseren Magen gar nicht. Die Gefahr, der Jenna sich jedes Mal aussetzte, war jedoch noch schlimmer als der Hunger.
“Ich finde es nur nicht richtig, Jenna.”
“Ich auch nicht Olive, aber—.”
“Wir könnten etwas im Supermarkt klauen”, unterbrach ich sie kleinlaut.
“Olive, als wir das letzte Mal etwas im Supermarkt geklaut hatten, landete ich wieder im Heim. Wir werden stehlen Olive, aber dieses Mal werden wir nicht wieder im Heim landen, wenn es schief geht.”
“Du hast einen neuen Plan?”
“Olive, wir werden mit jedem mal besser, vertrau mir. Mach einfach, was ich sage und dein Magen ist voll. Du musst nur mit deinem hübschen Gesicht lächeln, den Rest mache ich.”
“Ich möchte nicht, dass dir wieder jemand weh tut, Jenna.”
“Kleine Olive”, lächelte mich Jenna an. So, wie sie es immer tat, um mich zu beruhigen. “Ich werde immer auf dich aufpassen. Dir wird nichts passieren. Locke sie unter einem Vorwand von dem Spielplatz weg und ich werde ihnen die Geldbörse abnehmen, sie werden es nicht einmal merken.”








