Prolog
ANDREJ
"Du musst auf meine Tochter aufpassen, während ich weg bin, Andrej, pass auf, dass sie dir nicht entwischt und wieder wegläuft. Die Situation ist im Moment angespannt und du weisst das am besten."
Latonya... Die Tochter unseres Pachan, Sergej, dem Anführer der Bratwa in Dallas, Texas. Er musste zurück nach Russland, um sich um die Geschäfte dort zu kümmern, denn der Boss aller Bosse wurde erschossen und nun war es an Sergej, die Führung in Russland zu übernehmen. Das brachte viele Gefahren mit sich, denn seine Tochter wäre ein Ziel, um sie zu entführen, zu misshandeln und wer weiß, was sonst noch mit ihr geschehen würde.
Der Haken an der Sache? Latonya war eine verwöhnte Göre, ich kannte sie von klein auf. Schließlich bin ich schon mit zwölf Jahren zur Bratwa gekommen und durfte mich als kleiner Dieb hocharbeiten. Jetzt bin ich hier bei Sergej und fädle die größten Deals ein, wir schmuggeln Waren, dealen mit illegalen Drogen und verkaufen Waffen, die nicht verkauft werden dürfen.
"Haben wir uns verstanden, Andrej?", fragte mich Sergej, worauf ich stumm nickte und die Anweisung zur Kenntnis nahm. Das würde eine Herausforderung werden, denn die letzten Männer, die auf Latonya aufgepasst hatten, waren zum Tode verurteilt worden, nachdem sie ihnen entkommen war.
Nicht mit mir. Nicht mit Andrej Petrow. Ich war dafür bekannt, ohne mit der Wimper zu zucken zu töten, und wenn es sein musste, würde ich Latonya in ihrem Zimmer einsperren und anketten.
Das letzte Mal, als ich Latonya gesehen hatte, war sie vierzehn Jahre alt gewesen, und der Begriff Pubertät war damals in aller Munde gewesen.
Latonya war jetzt eine erwachsene Frau... Zumindest hoffte ich, dass ihr Verstand mit ihr gewachsen war. Sergej war ein strenger Vater, obwohl Latonya aus einer unehelichen Beziehung stammte und er ihre Mutter umgebracht hatte, nachdem er herausgefunden hatte, dass sie sich mit anderen Männern herumtrieb. Sie wuchs bei Au-pair-Mädchen auf, hatte nie eine feste Familie und war selbst so instabil wie ihr Leben.
Sergej erzählte uns, dass er sie eines Nachts in eine private psychiatrische Klinik einweisen musste, weil ihr alles zu viel wurde. Der Druck war groß, die Gefahren lauerten an jeder Ecke, aber so ist das Leben der Bratwa. So sind wir eben.
"Gut, der Jet wird bald landen, Dimitri und Nicholas werden sie hierher bringen. Der Rest liegt bei dir und nur bei dir. Du darfst jetzt niemandem vertrauen, auch wenn es heißt, es sei mein Befehl. Verstanden?"
"Verstanden, Sergej ... Ich werde dafür sorgen, dass sie in Sicherheit ist", antwortete ich, woraufhin er endgültig genervt seufzte und seine Krawatte lockerte.
Sein Telefon klingelte, als er wieder abhob und fluchend ins Nebenzimmer verschwand, um den Betrieb vor dem Absturz zu retten.
Auch ich seufzte und überlegte, wo ich Latonya am besten unterbringen könnte, wo sie sicher wäre und nicht weglaufen könnte. Ich musste wachsam sein wie ein Adler, angesichts der Schwierigkeiten, die Sergej jedes Mal mit ihr hatte, um eine Katastrophe zu verhindern.
Mein Handy vibrierte, ich schaute auf das Display und sah, dass es Dimitri war, der jetzt mit ihr unterwegs war.
DIMITRI: Wo sollen wir mit dieser Großstadtzicke hin?
ANDREJ: Ich bin mir sicher, dass du einen Kopf kürzer bist, wenn Sergej Wind davon bekommt, wie du sie nennst.
DIMITRI: Wir mussten sie gegen ihren Willen hierher transportieren, sie hat mir fast die Augen ausgekratzt.
Ein Grinsen huschte über mein Gesicht und ich war froh, dass mir dieser Teil der Geschichte erspart geblieben war. Zumindest betete ich, dass sie es nicht mit mir versuchen würde, denn dann wäre ich derjenige, der ihr die Augen auskratzen würde, auch wenn Sergej das gar nicht gefallen würde.
ANDREJ: Bring sie zu mir nach Hause, ich kümmere mich dann um den Rest.
DIMITRI: Besorg dir lieber einen Käfig...
Wenn Dimitri wüsste, was ich alles zu Hause habe, würde er sich weniger Sorgen machen... Ich liebte es, Frauen zu dressieren, sie gehorsam zu machen, sie zu zügeln und ihnen zu zeigen, wo es lang geht. Sergej wusste das und dachte wahrscheinlich, ich wäre der Richtige, um ihr eine Lektion zu erteilen. Meine Vorlieben galten mir und meinem Sexualleben, aber nicht Latonya... Zumal ich kein Interesse daran hatte, etwas mit der Tochter meines Chefs anzufangen. Am Ende würde mein eigener Kopf rollen, und so loyal wie ich Sergej gegenüber war, würde ich meinen eigenen Kopf dafür selbst hinhalten.
Ich schnappte mir meine Autoschlüssel und machte mich auf den Weg zu meinem Haus, als ich die Straße entlang fuhr und Dimitris Mercedes schon in der Ferne sah.
Dimitri war früher da, als ich dachte, und wartete bereits vor meiner Haustür. Latonya war nirgends zu sehen, wahrscheinlich hielt er es für besser, sie im Auto zu lassen. Auch ich hielt meinen Wagen vor der Garage an und stellte den Motor ab, als ich ausstieg und auf Dimitri zuging.
"Da bist du ja endlich... Nimm sie mir ab", wies er mich an und verdrehte die Augen, woraufhin ich lachend den Kopf schüttelte. "Mach dir keine Sorgen, sie wird das geringste meiner Probleme sein", antwortete ich, starrte auf das verdunkelte Scheibenglas und biss mir dabei auf die Unterlippe.
Komm raus, Kätzchen...









Nisa, du machst mich fertig 🤣Ich lese deine Romane damit ich mich von einem Andrej ablenken und jetzt kommst du damit 😂 bin gespannt