Kapitel 1: Das Kind aus der Höhle!
Himmel, Erde und die Unterwelt, das sind die drei Komponenten dieses Planeten, die dazu passend von drei unterschiedlichen Rassen bewohnt wird. Zuerst haben wir die Engel, sie bewohnen hauptsächlich den Himmel. Darunter auf der Erde haben wir die Menschen. Und zum Schluss hätten wir die Dämonen, die, wie man sich schon denken kann, in der Unterwelt leben, die unterste Schicht des Planeten. Seit tausenden von Jahren bewohnen diese drei Rassen den Planeten und jeder von ihnen glaubte, dass sie die einzigen intelligenten Wesen dieses Planeten wären. Doch eines Tages tauchte aus dem Nichts ein Kind auf, das diesem Glauben einen heftigen Dämpfer verpassen sollte. Alles begann mit einer dreiköpfigen Gruppe von Schatzjägern, die Gerüchte über einen legendären Schatz gehört haben, der sich im Inneren einer Höhle inmitten einer einsamen Insel befinden soll. Den Gerüchten nachgehend macht sich das Schatzjäger-Trio, angeführt vom Engel Silver, einem silberhaarigen Mann mit stattlicher Figur und smaragdgrünen Augen, auf dem Weg zur besagten Insel. Die anderen beiden Mitglieder des Teams sind zum einen Drake, ein junger Mann mit muskulösem Körperbau, kurzen blauen Haaren und blauen Augen; er ist der beste Freund von Silver und gehört zur menschlichen Rasse. Das dritte und einzige weibliche Mitglied heißt Misaki, sie ist die feste Freundin von Drake und wie er ein Mensch, sie hat kurze schwarze Haare und schwarze Augen. Als das Trio die Insel betreten und die besagte Höhle gefunden hat, wagen sie sich sofort ins Innere der Grotte und beginnen ihre Suche nach dem berüchtigten Schatz.
Silver: Seid vorsichtig, Leute, wir wissen nicht, was sich hier noch alles verstecken könnte.
Misaki: Keine Sorge Silver, wir passen schon auf.
Drake: Und selbst wenn uns irgendwas attackieren sollte, können wir uns notfalls zur Wehr setzen.
Silver: Stimmt. Nun gut, dann schauen wir uns erst da drüben um.
Drake/Misaki: Okay!
Zusammen wagen sich die drei, tiefer ins Innere der Höhle einzudringen und durchsuchen jeden Millimeter, doch selbst nach einer stundenlangen Suche hatten sie kein Glück und so langsam bekamen sie das Gefühl, dass hinter dem Gerücht nichts steckte. Doch in dem Moment, als das Trio gerade dabei war, die Suche aufzugeben, hört Misaki plötzlich ein Geräusch.
Misaki: Huch, was war das?
Drake: Was ist los, Misaki?
Misaki: Shhhh. Seid kurz leise, ich glaub’ ich habe da was gehört.
Misaki hält ihre Hände hinter ihren Ohren und konzentriert sich, keine zwei Sekunden später hört sie erneut ein Geräusch.
Misaki: Da ist es schon wieder. Es ... es klingt wie ein schreiendes Baby und es kommt aus dieser Richtung.
Silver: Stimmt, jetzt hör’ ich es auch.
Drake: Ich auch, aber was hat ein Baby hier in so einer Höhle zu suchen?
Misaki: Keine Ahnung, aber wir sollten auf jeden Fall nachsehen.
Silver: Aber mit größter Vorsicht, es könnte sich dabei vielleicht um eine Falle handeln.
Langsam nähern sich die Schatzjäger der Quelle des Geräuschs und finden dort tatsächlich ein kleines Baby, genaugenommen ein kleiner Junge, das dort verlassen und in einem Tuch gewickelt auf dem kalten Höhlenboden liegt.
Drake: Tatsächlich, das Geräusch kam von diesem Kind.
Misaki: Das arme Ding.
Misaki nähert sich dem Kind und wiegt es in ihren Armen, was das kleine Kind etwas beruhigt.
Misaki: Wer lässt bitteschön ein kleines Kind einfach allein in so einer Höhle liegen?
Drake: Ich kann mir auch keinen Reim darauf machen. Hier scheint es auch niemanden zu geben, der das Kind irgendwie vermissen könnte; nicht einmal von der Person, die dieses Kind hier abgestellt hat, haben wir irgendeine Spur. Und was ist eigentlich mit den Eltern des Kindes?
Silver: Es gab auch nirgendwo Anzeichen eines Angriffs oder so. Alles deutet eher darauf hin, dass man das Kind einfach hier liegen lassen hat und es seinem Schicksal überlassen wollte.
Drake: Aber wer tut sowas Grausames?
Misaki: Das spielt jetzt keine Rolle, wichtiger ist, dass dieses Kind jemanden braucht, das sich um es kümmert!
Silver: Und wen hättest du dafür im Kopf?
Misaki: Nun, ich würde sagen, dass ich ihn mit zu mir nehme.
Überrascht von Misakis Antwort, starren Silver und besonders Drake sie mit großen Augen an.
Drake/Silver: Ist das dein Ernst?!
Misaki: Natürlich meine ich das Ernst! Das Kind braucht Eltern, die sich um den kleinen kümmern und außerdem (Errötet leicht) wollte ich schon immer mal Kinder haben.
Drake: (Errötet ebenfalls) Nun, wenn das deine endgültige Entscheidung ist, werde ich dich dabei unterstützen.
Misaki: Wirklich!?
Drake: Aber klar doch, Schatz, wir drei werden mit Sicherheit eine großartige Familie. Es wird sicher nicht leicht, aber zusammen werden wir das Ding schon schaukeln.
Misaki: Ich danke dir.
Silver: Damit wäre es wohl entschieden. Also dann, bringen wir den kleinen zu seinem neuen Zuhause, was meint ihr?
Drake/Misaki: Ja!
Während die drei die Höhle verlassen, wirft Misaki einen Blick auf das Gesicht des Kindes, was mittlerweile eingeschlafen ist; bei diesem Anblick kommt Misaki nicht umhin zu lächeln, was ihr einen fragenden Blick von Silver einbringt.
Silver: Was ist los?
Misaki: Ach nichts Besonderes, mir ist nur gerade ein Gedanke gekommen.
Silver: Aha und was genau, wenn ich fragen darf?
Misaki: Na ja, wir sind bloß zu dieser Insel gefahren, weil auf der nach einem Schatz waren, der laut den Gerüchten hier verborgen sein soll.
Silver: Stimmt, hier sollte es angeblich ein ...
Misaki: Sie hatten recht.
Silver: Huh?
Misaki: Sie hatten recht. In dieser Höhle war tatsächlich ein kleiner Schatz verborgen, genaugenommen der wertvollste Schatz, den man jemals finden könnte.
Silver blickt auf das Kind in Misaki’s und verstand sofort, während ein zustimmendes Lächeln über sein Gesicht huscht.
Silver: Hm, da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen.
Drake: (Schmoll) Hey, ich dachte, ich wäre dein wertvollster Schatz?
Misaki: Tja Liebling, ab heute bist du nur mein zweitwertvollster Schatz.
Drake: Das wurmt jetzt mich schon ein wenig.
Silver: Jetzt hör auf, herumzuheulen.
Drake: Hey, ich heule nicht!
Einige Zeit später:
Drake und Misaki sind in ihre Heimat zurückgekehrt, eine Stadt namens Dorania, die auf einer Insel liegt, die sich in der Nähe des östlichen Kontinents befindet. Während der Wochen und Monate haben Drake und Misaki das Kind aus der Höhle offiziell adoptiert und gaben ihm den Namen Jake. Die beiden haben inzwischen das Leben als Schatzjäger aufgegeben und führen jetzt ein eigenes Restaurant. Anfangs hatten sie ein schlechtes Gewissen gegenüber Silver, aber er machte ihnen schnell klar, dass er es ihnen nicht übel nimmt und wünschte dem Paar alles Gute. Irgendwann bekam Misaki sogar einen Heiratsantrag von Drake, den sie selbstverständlich annahm. Kurz darauf folgte die Hochzeitsfeier, in der auch Silver auftaucht und die beiden beglückwünscht. Am Abend des darauffolgenden Tages führen die beiden besten Freunde ein Gespräch am Hafen, in diesem sprechen sie viel über alte Zeiten, über die Hochzeit und über Jake.
Silver: Herzlichen Glückwunsch nochmal zu eurer Hochzeit.
Drake: Vielen Dank, dass du gestern gekommen bist. Es mag vielleicht etwas schnulzig klingen, aber das hat mir echt viel bedeutet.
Silver: Kein Grund zu danken, es ist doch selbstverständlich, dass ich nicht die Hochzeitsfeier meines besten Freundes verpasse.
Drake: Das mag schon sein, aber ich will mich trotzdem bedanken.
Silver: Nun, wenn das so ist, bitte sehr. Aber wechseln wir doch mal das Thema, wie geht es eurem kleinen Jake?
Drake: Ihm geht es bestens. Ehrlich gesagt, ich war am Anfang sehr besorgt, dass es ziemlich stressig sein würde, sich um ein Kind zu kümmern, aber wir kommen damit besser klar, als ich zuerst dachte. Das haben wir aber vor allem Misakis Eltern zu verdanken, die uns sehr unter den Armen gegriffen haben.
Silver: Das freut mich zu hören.
Drake: Aber sag mal, ist es für dich wirklich okay, allein auf Schatzjagd zu gehen? Ich weiß, du hast schon zigmal gesagt, dass es für dich kein Problem ist, aber sowohl Misaki als auch ich haben ständig das Gefühl, dich hängen gelassen zu haben. Jetzt mal im Ernst, fühlst du dich während der Reisen nicht etwas einsam.
Silver: Es ist zugegebenermaßen schon etwas einsam ohne euch, das streite ich nicht ab. Aber jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, wie glücklich ihr mit eurem Familienleben seid, fällt es mir relativ leicht, mich mit dieser Situation zufriedenzugeben. Außerdem komme ich euch ja öfters besuchen, also daher.
Drake: Stimmt auch wieder. Aber ich muss ebenfalls schon zugeben, dass ich die alten Zeiten auch etwas vermisse und ich bin sicher, Misaki geht es genauso.
Silver: Wer weiß, vielleicht erleben wir eines Tages wieder ein neues Abenteuer. Vielleicht wenn Jake etwas Älter wird, er könnte ja mitkommen.
Drake: Das wäre sicherlich toll, aber das liegt noch weit in der Ferne und wer weiß, was bis dahin noch alles passieren wird.
Silver: Da hast du auch wieder recht. Na ja, die Zeit wird es ja bekanntlich zeigen und bis dahin heißt es abwarten. Apropos Jake, da gibt es eine Sache, die mich brennend interessiert.
Drake: Ach echt, und was ist es genau?
Silver: Nun, es würde mich schon interessieren, zu welcher Rasse der Kleine gehört. Wir haben ihn zwar hier auf der Erde gefunden, aber das muss ja nichts heißen.
Drake: Ach das meinst du. Das passt Perfekt, denn darüber wollte ich auch mit dir unbedingt reden.
Silver: Hm?
Drake: Wir haben ihn mit zu einem Bluttest genommen, um festzustellen, welcher Rasse er angehört. Uns beiden war es egal, was bei diesem Test herauskommen würde, ob Engel, Mensch oder Dämon, es spielte für uns keine Rolle. Aber mit dem Ergebnis, was letztendlich herauskam, hatte niemand von uns gerechnet, nicht einmal der Arzt selbst.
Silver: Jetzt machst du es aber ganz schön spannend. Wie lautet denn jetzt das Ergebnis?
Drake: Das Ergebnis lautet: Er gehört zu keiner der drei Rassen an.
Silver: Huh?
Vollkommen überfragt starrt Silver seinen besten Freund ungläubig an, unfähig seiner eigentlich simplen Antwort zu folgen.
Drake: Zumindest ist das die Vermutung vom Arzt.
Silver: Mo-mo-mo-mo-mo-mo-moment! Habe ich das gerade richtig verstanden? Jakes Blut ist keiner der drei Rassen zuzuordnen? Bist du sicher, dass er nicht irgendeinen Fehler gemacht hat oder so?
Drake: Nein, daran besteht kein Zweifel. Anfangs habe ich auch gedacht, dass ihm irgendein Fehler unterlaufen ist, deshalb bin ich öfters zu ihm gegangen und habe sogar andere Ärzte aufgesucht, aber das Ergebnis war jedes Mal dasselbe.
Silver: Aber wenn Jake weder Engel, Mensch noch Dämon ist, was ist er dann?
Drake: Das versuchen die Ärzte herauszukriegen. Aber weißt du was, es ist mir eigentlich vollkommen egal. Auch wenn er nicht mit uns blutsverwandt ist oder zu keiner der drei Rassen gehört, er ist und bleibt ein Teil der Familie.
Silver: Eine Charaktereigenschaft von dir, die mich immer wieder aufs Neue beeindruckt, es wäre echt ein Segen, wenn die meisten Leute auch so denken würden.
Drake: Oje, jetzt machst du mich aber ganz schön verlegen. Aber wie du eben schon gesagt hast, nicht alle denken so und das bereitet mir Sorgen. Was würde passieren, wenn für ihn die Schule beginnt? Es wäre naiv zu glauben, dass die anderen Kinder nichts davon erfahren würden. *Seufz*, ich hoffe, dass es gut ausgeht.
Silver: Das wird schon. Klar, es wird sicher welche geben, die ihn dafür hänseln, aber unter ihnen werden sicher welche sein, die hinter die Fassade blicken und ihn nicht nach dem bewerten, was er ist, sondern nach dem, wer er ist.
Drake: Ich hoffe, du hast recht.
Silver: Ich muss aber zugeben, dass ich das Ganze ziemlich spannend finde.
Drake: Spannend?
Silver: Na, überleg doch mal! Ein Kind, das weder Engel, Mensch noch Dämon sind, taucht urplötzlich aus dem Nichts auf und dreht alles, was wir über unsere Welt zu wissen scheinen, mit seiner unbekannten Herkunft auf den Kopf! Dieser Junge verbirgt ein großes Geheimnis und ich brenne darauf, es zu lüften!
Drake: Wow, ich habe dich lange nicht mehr dermaßen motiviert erlebt.
Silver: Das habe ich eurem Sohn zu verdanken!
Von der Abenteuerlust gepackt, blickt Silver auf das weite Meer, mit der Gewissheit im Kopf, dass irgendwo da draußen die Antwort auf die geheimnisvolle Herkunft des kleinen Jungen liegt.
Silver: Ich habe mich entschieden, ich werde morgen aufbrechen und mich auf die wahrscheinlich größte Reise begeben, die ich jemals unternommen habe!
Am nächsten Tag:
Silver, Misaki und Drake, mit Jake auf dem Arm, stehen am Hafen und sind gerade dabei, sich voneinander zu verabschieden.
Misaki: Bist du sicher, dass du jetzt schon wieder gehen willst, Silver? Bleib wenigstens noch ein paar Tage.
Silver: Tut mir leid, aber ich kann nicht anders. Mein Herz brennt förmlich danach, auf Abenteuer zu gehen und das Geheimnis, das sich in Jakes Herkunft verbirgt, zu lüften.
Misaki: Na schön. Aber denk dran uns ab und zu, zu besuchen!
Silver: Keine Sorge, ich denk’ schon dran, dann kann ich euch immer mal ein paar Updates geben, wie meine Suche bisher verlaufen ist. Ich denke, dass euer Sohn sich auch sehr dafür interessieren würde, nicht wahr, kleiner?
Drake: Wir wünschen dir viel Erfolg, Silver.
Silver: Danke, ich wünsche euch und eurem Kind auch alles Gute.
Freundschaftlich verabschieden sich Silver und Drake mit einem Händedruck, bevor ersterer das Schiff besteigt und sich damit auf nächstes Abenteuer stürzt. Während das Paar ihrem silberhaarigen Freund hinterherwinken, wirft Drake einen Blick auf Jake und fragt sich, welches mysteriöse Geheimnis sich hinter seinem Adoptivsohn verbirgt, nicht ahnend, dass seinem Kind bald das größte Abenteuer seines Lebens erwartet.
Fortsetzung Folgt!!