Kapitel 1
Hinweis für neue Leser:innen:
Zu Beginn dieser Geschichte ist der Schreibstil noch unbearbeitet und entspricht nicht dem Niveau, das sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Meine Art zu schreiben, die Tiefe der Charaktere und die gesamte Erzählweise haben sich mit der Zeit stark verändert.
Ich plane, die ersten Kapitel zu überarbeiten, damit sie besser zur späteren Entwicklung der Geschichte passen. Falls ihr euch also wundert, warum der Anfang anders wirkt als die späteren Kapitel – keine Sorge, das wird noch angepasst!
Danke fürs Lesen und viel Spaß mit der Geschichte!
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“Jay, wenn du fertig bist, kannst du noch die restlichen Kisten ins Lager bringen?”
“Ja, Chef.”
“Ach, und wenn du schon dabei bist, kannst du heute den Laden schließen? Ich habe ein Date.”
“Natürlich, Matt.” Mit einem Lächeln auf den Lippen stimmte ich jeder Forderung zu, die mein Chef Matt mir stellte. Obwohl ich am Abend eigentlich für die Uni lernen wollte und keine Zeit hatte, den Laden zu schließen, konnte ich einfach nicht nein sagen. Es fiel mir schwer, meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche durchzusetzen.
Widerwillig hob ich die schweren Kisten voller Weinflaschen hoch und schleppte sie nacheinander in das Lager des Bistros. Insgesamt musste ich sechs Mal laufen, und bei der letzten Kiste hatte ich das Gefühl, mir würde gleich das Kreuz brechen.
Aber irgendwie schaffte ich es, alle Kisten wegzubringen, ohne mich zu verletzen.
Matt verabschiedete sich in der Zwischenzeit von mir, schnappte sich seinen Schlüssel und seine Tasche und machte sich schnell vom Acker.
Zurück blieb ich in dem kleinen Bistro, wo ich noch für weitere vier Stunden arbeiten musste. Ich war verdammt müde und sehnte mich nach meinem Bett.
Viele Gäste kamen an diesem Abend, obwohl der Laden meistens ziemlich leer war.
Die Krönung des Abends war eine Gruppe Männer, die laut lachend und redend an einem großen Tisch Platz nahmen.
Für mich bedeutete das, dass mein Feierabend in weite Ferne rückte. Sie bestellten einen Haufen Alkohol und viel Essen, das sie gierig verschlangen.
Ich seufzte, während ich weitere Shots für die Gäste vorbereitete.
“Das wird wohl nichts mit einem pünktlichen Feierabend,” murmelte ich erschöpft, während ich die Shot-Gläser auf ein Tablett stellte und zu den Tischen brachte.
“Hey, warum trinkst du nicht mit uns?” Einer der Männer, offensichtlich betrunken, legte seinen schweren Arm um meine Schulter.
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich das noch für zwei weitere Stunden ertragen musste, und es sah nicht so aus, als würde noch jemand außer dieser Gruppe kommen.
“Es tut mir leid, aber ich muss arbeiten,” entschuldigte ich mich höflich und wollte mich zurückziehen.
“Jetzt komm schon, außer uns ist doch keiner da. Wenigstens einen Shot,” grinste der Typ über beide Ohren.
Die anderen Männer lachten und unterstützten ihn dabei, indem sie mich ebenfalls drängten, einen Drink zu nehmen.
Obwohl ich einen vertragen könnte, war es nicht mein Ziel, mich mit Fremden zu betrinken, besonders nicht mit solchen aufdringlichen Männern.
“Nein, danke,” wiederholte ich etwas strenger und wollte gehen, bevor der Unbekannte nach meiner Hand griff und mich festhielt.
“Stell dich nicht so an,” versuchte er erneut, mich zu überreden.
Der Kerl hatte eindeutig zu viel getrunken und schien nicht zu bemerken, dass sein Verhalten langsam unangenehm wurde.
“Dummkopf, er hat Nein gesagt,” ertönte eine tiefe Stimme neben uns.
Ein weiterer Gast, der zur Gruppe gehörte, gesellte sich zu uns. Er hatte eine junge Frau dabei, die unsicher an seinem Arm festhielt.
Ich entzog mich dem betrunkenen Mann und brachte etwas Abstand zwischen uns, um eine Eskalation zu vermeiden. Das war das Letzte, was ich brauchte.
“Wir schließen bald. Sollten Sie noch etwas wollen, teilen Sie es mir jetzt mit, ansonsten bitte ich Sie, die Bar zu verlassen,” sagte ich höflich und flüchtete in den Pausenraum, wo ich mich erschöpft gegen die Tür lehnte.
“Glück gehabt,” murmelte ich mir selbst zu und atmete tief durch, bevor ich wieder hinter die Theke ging, bereit für eventuelle Bestellungen.
Zum Glück wollten die Männer nur noch jeweils ein Bier und verschwanden dann, ohne weiteres Chaos zu verursachen.
Ich war erleichtert, als ich endlich die Tür des Bistros abschließen konnte und mich auf den Heimweg machte.
Schnell ging ich zu meinem Fahrrad, das neben dem Bistro stand. Damit würde ich es zügig nach Hause schaffen, ohne dass mein kleiner Bounty noch länger auf mich warten musste.
Mit einem Lächeln auf den Lippen trat ich in die Pedale und erreichte nach 20 Minuten mein Zuhause.
Ich parkte mein Fahrrad und suchte zügig meinen Schlüssel aus dem Rucksack.
Auf dem Weg zu meiner Wohnung bemerkte ich, dass in der Wohnung neben meiner das Licht brannte. Normalerweise stand sie leer, und soweit ich wusste, hatte bislang niemand Interesse daran gezeigt. Die Wohnung war etwas heruntergekommen, und es wurde gemunkelt, dass der Vormieter dort gestorben sei. Viele behaupteten, sein Geist würde noch dort spuken, weshalb keiner einziehen wollte. Aber an solchen Quatsch glaubte ich nicht.
Schulterzuckend beschloss ich, dass es nicht mein Problem war, sollte jemand eingezogen sein oder ein Geist sich herumtreiben. Hauptsache, es gab keinen Ärger.
“Bounty,” rief ich nach meinem Kater, der sich wahrscheinlich irgendwo in der Wohnung versteckte.
“Wo bist du, Kleiner?”
Bounty war nicht lange her von mir adoptiert worden. Ich hatte ihn in einem kleinen Karton am Straßenrand gefunden, völlig durchnässt und allein. Zuerst hatte ich nicht vorgehabt, ihn aufzunehmen, aber seine großen blauen Augen fesselten mich, und ich konnte nicht anders, als ihm ein Zuhause zu bieten. Er hätte die Nacht alleine wahrscheinlich nicht überlebt.
Seitdem bereute ich meine Entscheidung nicht. Ich könnte mir keinen Tag ohne ihn vorstellen.
Ich legte meine Tasche neben die Tür und ging ins Wohnzimmer, wo er sich normalerweise aufhielt. Doch weit und breit war keine Spur von ihm zu sehen.
“Verdammt, Bounty,” murmelte ich. Ich hatte wirklich keine Lust, nach ihm zu suchen, aber ohne zu wissen, wo er war, würde ich keine Ruhe finden.
Mein Blick huschte durchs Wohnzimmer, wo mir die halb offene Balkontür auffiel. Hatte ich sie offen gelassen?
Schnell raste ich zum Balkon und blickte panisch hinunter. Keine Spur von Bounty.
Langsam machte ich mir Sorgen.
“Suchst du das hier?” Eine fremde Stimme erklang nicht weit entfernt.
Auf dem Balkon der Nachbarwohnung stand jemand – der Mann aus dem Bistro, mit dem Mädchen am Arm. Und ausgerechnet er hielt meinen Bounty im Arm, der die Streicheleinheiten offensichtlich genoss.
Du Verräter!
“Eh, ja, der gehört zu mir,” sagte ich verlegen und streckte die Arme aus, um meinen Kater entgegenzunehmen. Bounty kuschelte sich noch näher an den Fremden. Eifersucht stieg in mir auf.
“Na geh schon, dein Herrchen ist da!” Der Fremde lächelte und übergab mir meinen Kater.
“Danke,” murmelte ich und zog Bounty näher zu mir.
Der Fremde nickte, bevor er in seine Wohnung zurückkehren wollte.
“Übrigens, ich bin Ethan.” “Jay,” erwiderte ich.
“Schön, dich kennenzulernen, Jay.” Mit einem Lächeln verschwand er in seiner Wohnung.
So schlimm schien er nicht zu sein.
Mit Bounty im Arm ging ich zurück in meine Wohnung und vergewisserte mich, dass die Balkontür dieses Mal wirklich verschlossen war.
“Mach das nie wieder, ja? Du jagst Papa noch einen Schrecken ein,” belehrte ich die kleine Katze, die mit einem süßen ‘Miau’ antwortete.
Auf diese Kulleraugen könnte ich doch niemals böse sein.
Den Rest des Abends verbrachte ich damit, Bounty zu füttern und mir selbst etwas zu essen zu machen. Wir machten es uns auf dem Sofa gemütlich, und ich schaltete den Fernseher ein, um nicht allein zu sein.
So schliefen wir irgendwann ein.
Der Schlaf hielt jedoch nicht lange an. Früh am Morgen fing Bounty an zu fauchen und weckte mich damit auf. Man hörte lautes Stöhnen und Schreie aus der Wohnung des neuen Nachbarn.
Völlig verwirrt nahm ich Bounty behutsam in den Arm und versuchte, ihn zu beruhigen.
Was dachte sich dieser Ethan bloß dabei?
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es 3 Uhr morgens war und ich nicht viel Zeit zum Schlafen haben würde, bevor ich zur Uni musste.
Was sollte ich tun? Ich brauchte meinen Schlaf, aber Ethan zu konfrontieren, war keine Option.
Ich legte mich wieder hin und schloss die Augen, um die Geräusche zu ignorieren und wieder einzuschlafen. Doch egal, wie sehr ich mich bemühte, es blieb laut.
Wie viel Ausdauer hatte dieser Typ?
Mürrisch machte ich mich auf den Weg zu seiner Wohnung und klopfte wie verrückt an die Tür.
“Was ist?” Ein völlig verschwitzter Ethan lehnte sich gegen den Türrahmen.
“Es ist 3 Uhr morgens,” sagte ich fassungslos. “Ich muss in drei Stunden aufstehen, könntest du die Lautstärke bitte etwas runterdrehen?” Langsam verlor ich die Geduld.
Ich nahm alles zurück, was ich Nettes über ihn gedacht hatte.
“Verstehe ich, halte mich dran,” nickte er und schloss die Tür erneut, ohne sich einmal zu entschuldigen!
“Pff,” schnaubte ich und machte mich auf den Rückweg in meine Wohnung, wo ich mich erneut in mein Bett legte.
Ethan hielt sein Wort, nur nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwar wurde es leiser, doch ich konnte deutlich weiterhin die Frau stöhnen hören.
Mit knirschenden Zähnen wachte ich am Morgen auf. Ich verfluchte meinen Wecker und vor allem diesen blöden Ethan!
Seinetwegen hatte ich kaum geschlafen und in der Uni würde ich mich nicht konzentrieren können.
Mehrfach drückte ich den Wecker weg, nur um noch fünf Minuten länger schlafen zu können, bis es schließlich Zeit war aufzustehen, sonst würde ich zu spät kommen.
“Ich bringe ihn um,” murmelte ich müde, rieb mir die Augen und machte mich fertig für die Uni.
Träge stieg ich auf mein Fahrrad, natürlich nicht ohne mich von Bounty zu verabschieden, und fuhr los. In der Uni ließ ich meinen Kopf auf den Tisch fallen.
“Mistkerl,” murmelte ich, bevor ich langsam die Augen schloss.
“Jay, was ist los? Warum hast du mir nicht geschrieben?” Tay, mein Freund, rüttelte an meiner Schulter. Zufällig ähneln sich unsere Namen, was auch der Grund war, warum wir uns in der Grundschule überhaupt unterhalten hatten.
“Lass mich,” murmelte ich und bettelte innerlich um mehr Schlaf.
“Jay, hast du schon wieder bis spät in die Nacht gezockt? Du Idiot, du weißt doch, dass wir heute Unterricht haben.” Tay schüttelte fassungslos den Kopf und setzte sich neben mich.
“Ist schon okay, ich schreibe für dich mit, aber dafür gibst du mir was aus.” Tay klopfte mir auf die Schulter und ich hob nur einen Daumen als Bestätigung.
“Danke,” murmelte ich und begann langsam wegzudösen.
Hauptsache, ich war anwesend. Mir lag mehr an der praktischen Arbeit als an der Theorie, aber da es mein Traum war, Fotografie zu studieren, musste ich da durch, ob ich wollte oder nicht.
Das Schlummern hielt jedoch nicht lange an. Kurz nach dem Gespräch mit Tay wurde es still im Saal, und der neue Lehrer stellte sich vor.
“Guten Morgen. Halten wir es kurz. Ich bin euer Tutor dieses Semester. Wir werden folgende Bücher lesen und analysieren, und am Ende erwarte ich eine ausführliche Präsentation von jedem von euch. Ich lasse vieles durchgehen, solange ihr mich mit eurem Ergebnis zufriedenstellt. Zu guter Letzt sucht ihr euch ein Modell aus und erstellt ein Porträt. Nur ein Foto reicht natürlich nicht. Ich erwarte hochgradige Ergebnisse. Nennt mich einfach-”
Ethan.
“Ethan.”