Der Schöne und die Bestie

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Summary

Ich bin Cattleya. Doch jetzt heiße ich Anna. Mit dem einen Namen bin ich geboren, doch ich habe ihn abgeworfen wie ein dreckiges Kleidungsstück. Der andere Name habe ich bekommen, damit ich sicher bin. Das hat die Polizei zumindest gesagt. Doch ich fühle mich nicht sicher. Niemals! Andere Stadt. Anderes Land. Und trotzdem schaue ich mich die ganze Zeit um, ob ich jemanden erkenne. Höre, ob jemand meinen Namen ausspricht. Ob ich das Aufblitzen eines Zielfernrohrs erkennen kann. Ich vermeide Menschenmassen, damit mich niemand ergreifen kann. Aller Sicherheit zum Trotz, kann sich mir ein Mann nähern. Rob, ein Nachbar, bringt die Geduld auf, meine meterdicken Schutzmauern niederzureißen. Doch kaum hat er sich in mein Herz geschlichen, liegt ein Straus Cattleyas vor meiner Türe. Hat er mich gefunden? Muss ich erneut fliehen? Oder stelle ich mich meinem Schicksal?

Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog: Ein letztes Mal

Cattleya

Ich erstickte beinahe von dem Gewicht und der Hitze, die auf mir lag, doch es gab kein besseres Gefühl, dass ich mir im Leben vorstellen konnte. Überall war Eskin. Auf mir drauf, in mir drin, um mich geschlungen. Im Hintergrund lief Nordic Folk. Wenn wir Sex hatten, lief immer diese Musik. Zuerst war das recht gewöhnungsbedürftig für mich gewesen, schwedisch, finnisch, dänisch oder norwegisch zu hören. Zu sehr war ich vom Mainstream an eingängige, zum Teil nervtötende auf Deutsch oder Englisch gesungene Lieder gewöhnt gewesen. Doch schnell merkte ich, dass man diese Musik nicht hören und jedes Wort verstehen musste um alles zu begreifen.

Nein. Nordic Folk musste man fühlen. Wenn man dann noch Sex hatte und sich völlig gehen ließ, während die Sänger und Sängerinnen in ihren nordischen Sprachen sangen, konnte das einen in andere Sphären katapultieren. Doch jetzt zählte nicht die Musik, die den Hintergrund füllte. Jetzt zählte nur Eskin.

Andächtig lausche ich seinem Atem, der immer leiser und regelmäßiger wurde. Währenddessen streichelte ich mit meinen Fingern über seinen Rücken. Ich hob ein wenig den Kopf, um an der Haut seiner Halskuhle zu riechen. Ich setzte alle meine bei der Geburt gegebenen Sinne ein, um ihn und diesen Moment für immer in mein Hirn zu brennen.

„Sag mal, riechst du an mir?” Er hob den Kopf, um mir in die Augen zu schauen. Zielsicher finden seine Blaugrauen, meine grüngrauen Augen. Ich presste meine Lippen zusammen, um ein beschämtes Grinsen zu verkneifen. Alle Hitze, die ich vor Sekunden noch zwischen meinen Beinen gespürt hatte, schoss mir ungehindert in den Kopf.

„Ich kann nicht anders”, raunte ich, „du riechst so gut.” Er hob skeptisch seine rechte gepiercte Augenbraue.

„Ich rieche doch nicht gut. Ich rieche höchstens nach Schweiß.” Mein Grinsen wurde selbstsicherer.

„Du riechst nicht nach Schweiß, sondern nach Sex.” Eskin spiegelte mein Lächeln, dann bewegte er ruckartig seine Hüften und traf einen Punkt in mir, der den Chemiecocktail meines Körpers wieder zum Fließen brachte und ein leises Stöhnen von meinen Lippen purzeln ließ.

„So.” Er stieß ein weiteres Mal in mich. „Ich rieche also nach Sex.” Ein drittes Mal. Und dieses Mal presste er seine Hüfte so hart an meine Scham und seinen Schwanz so tief in mich, dass ich tief und animalisch grunzte. „Mach das noch einmal”, flüsterte er rau.

„Bist du noch ganz sauber? Ich kann doch nicht auf Abruf und genau gleich stöhnten. Das rutscht einem einfach so raus.”

„Aber sicher bin ich nicht ganz sauber. Mein Schwanz ist voll von seinem eigenen Sperma, meine Hüfte und Oberschenkel voll von deinem Muschisaft und mein restlicher Körper ist von Schweiß bedeckt. Deinem wie meinem.” Er beugte seinen Kopf wieder zu mir runter und leckte mir von der Halskuhle über die volle Länge bis zu meinem rechten Ohr hinauf, was mich aufs Übelste unter ihm schaudern ließ. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu zittern. Und er, dieser Folterknecht trieb meinen Körper immer weiter, indem er die gleiche Stelle immer wieder küsste.

„Das macht mich so heiß, wenn ich sehe, wie du dich windest”, flüsterte er lasziv und versenkte sich weiter hart und intensiv, gleichzeitig aber mit langsamen Bewegungen in mich. Jedes Mal, kurz bevor ich ihn ganz aufgenommen hatte, bewegte er seine Hüfte zusätzlich so, dass sein Körper über meine Klit glitt, was meine Gehirnwindungen klingeln ließ.

Meine Fingerspitzen, die vorher noch seine Rückenmuskulatur gestreichelt hatten, bohrten sich in seine Haut und kratzten ihn. Ein zischendes Fuck rollte von seiner Zunge.

Ich spürte, wie sich eine innere Spannung in mir aufbaute. Meine Augen schlossen sich immer wieder, um diesem zarten Gefühl nachzufühlen. Doch gleichzeitig wollte ich Eskin in die Augen schauen und sehen, wann sich sein Blick für einen kurzen Moment verschleierte. Den Zeitpunkt erblicken, wenn er für einen kurzen Moment eine andere Welt betrat. Doch er zwinkerte mich nur schelmisch an, dann tauchte seine Hand zwischen unsere Körper und sein rauer Zeigefinger berührte zärtlich meine Knospe.

Meine Augen flogen zu, die innerliche Spannung wurde größer und größer und dann brach sie. Alle meine Muskeln pochten im Rhythmus meines Herzschlages. Ich riss meine Augen wieder auf.

„Böses Mädchen!“, raunte er und dann passierte das, worauf ich gewartet hatte. Seine Augen entdeckten das Nichts. Meine Vagina entließ ihn ein letztes Mal, dann wurden seine Rückenmuskeln unter meinen Fingern so steif, dass ich genauso gut eine Betonmauer hätte zerkratzen können. Er drängte seine Hüfte ein letztes Mal so intensiv vorwärts, dass es meinem eigenen Orgasmus einen weiteren Schub gab, dann brach er das zweite Mal an diesem Abend über mir zusammen.

Sofort schlang ich meine Arme eng um seinen Brustkorb und hörte zu, wie sich sein Atem direkt an meiner Ohrmuschel beruhigte.

Er hob seinen Kopf und schaute mich lange und besitzgierig an.

„Meine kleine unersättliche Blume.” Ich fand es total lächerlich, dass er mich so nannte. Bei jedem und jeder anderen hätte ich schon bei einer Ahnung das sie mich Blume nennen wollten, dazwischen gegrätscht. Doch er war mein Eskin. Ihm gehörte ein Teil meines Herzens und meiner Seele. Sowie ich mir sicher war, dass mir seine Liebe gehörte.

„Du warst aber auch nicht gerade zurückhaltend.” Er lächelte erneut, was mich dem Gefühl nach, zerschmelzen ließ. Ich hob ein klein wenig den Kopf. Er kam mir entgegen. Wir küssten uns. Hart und lange.

Es krachte plötzlich Ohren betäubend laut. Ich zuckte zusammen und Eskin löste sich von mir. Er blickte über die Schulter zur Quelle des Lärms.

Ich sah gerade nach, wie ein schwarz gekleideter Typ mit Ramme, Helm und Visier aus der Türöffnung trat und seinen Klonen mit den Sturmgewehren platz machte. Eskin wurde von mir runtergezogen. Kälte überzog meinen Körper. Noch ehe ich die Decken um mich wickeln konnte, wurde auch ich grob aus dem Bett gezerrt. Ich hatte nicht viel Handhabe. Alles geschah so schnell. Schon lag ich am Boden, mit den Händen hinter dem Rücken. Während ich meinem Herzen gut zuredete, seinen Herzschlag zu verlangsamen und Panik meine Wirbelsäule hochkroch, sah ich unter dem Bett hindurch, wie sich Eskin wortwörtlich mit Händen und Füssen wehrte. Er wurde getreten und geschlagen, dann, als inzwischen drei Männer auf ihm knieten an Händen und Füssen zusammen gebunden. Kaum hatten sie das getan, hoben sie ihn hoch. Mit stürmischem Blick schaute er zu mir runter. Sein Gesicht war Blut verschmiert.

„Sag ihnen nichts!“, befahl er mir.

Mir schossen die Tränen in die Augen, dann war er weg.