Der verlorene Alpha - Kampf der Freiheit

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Summary

Lea ist Mitte zwanzig als sie durch den bösartigen Alpha Malo Lapko des Ost-Europa-Rudels in Gefangenschaft gerät. Seither hat sie das Gefühl in einem wiederkehrenden Alptraum zu leben. Aber jeder verdammte Tag erinnert sie an die Realität und an den Schmerz über den Verlust ihrer geliebten Familie. Tägliche Folter ist ihr ständiger Begleiter. Doch was sie nicht weiß, ist, dass Malo ein dunkles Geheimnis bewahrt. Ihre Neugier steigt von Tag zu Tag und an jenem Tag, an dem sie ein berauschender Duft wahrnimmt, beschließt sie das Geheimnis zu lüften. Was sie vorfindet, verschlägt ihr der Atem. Sie trifft auf ihren Gefährten, den totgeglaubten Alpha Sharko Power. Sie muss sich entscheiden. Wählt sie ihre Freiheit ohne ihn, oder zusammen mit ihm?

Status
Ongoing
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog

Klack, Klack, Klack

In schnellen Schritten folge ich meinem Gefährten. Er zerrt mich die Treppen hinunter und ich habe Mühe, nicht über meine eigenen Füße zu stolpern.

„Warum kannst du es mir nicht verraten?“, frage ich ihn.

Sofort bleibt er stehen, mitten auf der Treppe. Ich passe nicht auf, stolpere beim letzten Schritt, aber mein Gefährte ist sofort an der Stelle und hält mich fest.

„Siehst du, wozu das führen kann, wenn du ständig an mir herumzerrst!“, zische ich und hole tief Luft.

Er blickt mir in die Augen, sein Blick verrät nichts, nur so viel, dass es was Herrliches sein muss. Mein Gefährte ist mir ziemlich nahe, wenige Zentimeter trennen uns, streift über meine Lippen mit seinen und verwickelt mich in einen Kuss.

Ich liebe seine Verführung.

Dann lässt er von mir ab, neigt seinen Kopf zu Seite und sagt, „Ich will dein Strahlen in deinem wunderschönen Gesicht sehen, wenn du meine Überraschung siehst.“

Er greift wieder nach meiner Hand, achtet darauf, dass ich nicht wieder stolpere, und wir gehen langsam die verdreckten Treppenstufen hinunter.

Hätte ich gewusst, dass er mich in dieses Drecksloch zerrt, dann hätte ich keine High Heels angezogen. Die werde ich später wieder grundreinigen müssen, wenn wir wieder von hier verschwunden sind. Ich verdrehe meine Augen und folge ihm.

Wölfe wimmern in ihren Zellen, als ihre Blicke auf uns treffen. Jedes Mal amüsiere ich mich darüber und genieße ihre Furcht. Furcht vor uns. Mit weitaufgerissenen Augen verfolgen sie uns.

Mir kribbelt es in den Fingern. Vielleicht hat mein Gefährte jemanden für mich zum Spielen vorbereitet.

„Bitte, tut mir nichts“, wimmert einer der Wölfe.

Wir bleiben vor seiner Zelle stehen, ich schaue auf ihn herab, er kniet vor der Zellentür, sein schmales Gesicht verschmutzt, dunkle Tränensäcke zeigen sich, Tränen rollen an seinen Wangen hinunter. Ich grinse finster, meine Magie kann es kaum erwarten, mit diesem Arschloch machen zu können, was ich verlangen werde.

„Zurück in die Ecke!“, befiehlt mein Gefährte mit einer so tiefen und grollenden Stimme.

Der Wolf setzt sich in Bewegung, krabbelt in die hinterste Ecke seiner Zelle, rollt sich schmollend zusammen und heult vor sich hin.

Wieder kein Spielzeug für mich.

Ich verschränke die Arme vor der Brust, werde aber gleich auf der Stelle weggezogen. Wir setzen uns wieder in Bewegung, passieren eine Zelle nach der anderen. Mehr als zwanzig Zellen gibt es hier unten. Der Geruch - puh, unbeschreiblich. Je tiefer wir den Korridor entlanglaufen, desto schlimmer der Gestank. Mein Magen verdreht sich, schmecke den säuerlichen Gallengeschmack. Sobald ich kurz Luft hole, egal wie dünn die Luft hier unten sein mag, halte ich mir den Mund zu, damit ich nicht gleich auf der Stelle Galle rauskotze.

Mein Gefährte hatte anfänglich es nicht verstanden, warum es mir hier unten immer so schlecht wurde. Ich mag eine schwarze Hexe, mit besonderer Magie und Macht, sein, aber dieser Gestank ist bestialisch. Immer wieder frage ich mich, wie er das aushalten kann mit seiner Wolfsnase. Er hat mir gesagt, ihm würde der Geruch nichts ausmachen.

Mittlerweile denke ich mir, dass er mich immer noch verarschen will. Aber nein, denn als wir vor der letzten Zelle stehen bleiben, ich meinen Blick durch die Gitterstäbe hindurch werfe, werden meine Augen groß.

Ich drehe mich zu meinem Liebling um, er lächelt mich an und sieht in meinen überraschten Gesichtsausdruck. Dann wende ich mich wieder der Zellentür zu, trete näher heran, sodass ich besser durch die Gitterstäbe schauen kann und traue meinen Augen nicht.

Wie aus dem nichts verfliegt meine Übelkeit. Glücksgefühle flattern in mir auf.

„Du hast es geschafft“, quieke ich voller Freude.

Plötzlich legen sich starke Arme um meine Taille, er ist sehr nah, flüstert, „Mein Geschenk an dich, meine Liebste“, ins Ohr.

Sein heißer Atem streift meine Haut. Schauer läuft mir über den Rücken, auf meiner ganzen Haut bildet sich eine Gänsehaut, die über mein Ohr, hinunter über meinen Arm sich entlang zieht. Mein Gefährte lässt mich los, ich drehe mich zu ihm um, er steckt seine Hand in die Hosentasche und zieht den Schlüssel für die Zelle heraus. Dann öffnet er die Zellentür, ich setze einen Schritt hinein und stehe vor meinem Werk.

Der Gefangene vor mir steht in der Mitte der Zelle. Seine Arme hängen gespreizt nach oben, um seine Handgelenke sind schwarze Stahlfesseln angebracht, die jeweils mit langen Ketten in der Decke verankert sind. Sein Hals mit einem Stahlhalsband verziert.

Ich lasse mein Blick über den Gefangenen streifen, über sein zerfetztes Shirt, welches mit Blutflecken übersäht ist, teilweise tiefe durch Klauen verursachte Fleischwunden, hinunter über seine helle, blutbefleckte Jeans. Wieder setze ich mich in Bewegung, gehe auf diesen großen Mann zu. Was heißt groß? Mein Gefährte ist gleichgroß wie er. Dank meiner hohen Absätze bin ich mit ihm auf Augenhöhe.

Er hebt sein Kopf, sieht mir in die Augen und knurrt leise, „Du!“.

Sein fransig dunkelblondes Pony fällt ihm in die Stirn.

Sofort fällt mir eine ganz besondere Strähne auf, denn die Farbe der Strähne in seinem Pony ähnelt der einzelnen Haarsträhne, die in meinem Besitz ist.

Oh, er weiß, wer ich bin, obwohl das bereits eine Ewigkeit her ist, als ich ihn mit meiner immer mächtig werdenden Magie vergiftet habe.

In langsamen Schritten gehe ich um den Gefangenen herum und bleibe direkt vor ihm stehen, während mein Gefährte an mir vorbeigeht, hinter ihm stehen bleibt und ihm mit der rechten Hand den Mund zuhält. Er bewegt sich, versucht sich aus dem Griff zu lösen, aber hat keine Kraft. Seine azurblauen Augen sind gerötet.

„Was hast du ihm gegeben?“, frage ich mein Gefährte, schaue über die Schulter des Gefangenen und sehe ihn an. „Ist es das, was ich vermute?“.

Mein Gefährte nickt.

„Ich werde ihm eine tägliche Dosis Eisenhut verabreichen. Somit bleibt er geschwächt und er kann sich nicht verwandeln“, meint er.

Wieder schaue ich dem Gefangenen direkt in die Augen, sein Blick ist kalt.

Mit ausgestreckten Fingern berühre ich seine, zum Teil, freiliegende harte Brust. Er zuckt zusammen und petzt seine Augen krampfhaft zusammen, er versucht sich gegen meine Berührung zu wehren.

„Halt still!“, befiehlt mein Gefährte.

Aber der Gefangene hört nicht auf ihn.

Warum auch, er ist einer der mächtigsten und stärksten Alphas ganz Europa, und hört nicht auf Befehle anderer Alphas.

Nachdem ich ein paar Wörter vor mir her gemurmelt habe, die weder mein Gefährte, noch der Gefangene verstehen können, sammle ich meine Kraft zusammen. Blut schießt durch meine Adern, heißer als meine Körpertemperatur selbst.

Plötzlich beginnt der Körper des Gefangenen heftig an zu zittern, er gibt Laute von sich und versucht sich wieder aus dem Griff zu befreien. Mein Liebling nimmt seine Hand von seinem Mund, denn die Gefahr besteht, dass er ihm in die Hand beißen wird.

Ich konzentriere mich weiter auf meine Magie, als plötzlich ein markerschütternder Schrei die bereits schon dünne, versauerte Luft erfüllt. Heftig zieht er an den schweren Ketten.

Erst jetzt blicke ich auf, ziehe meine Hand weg und gehe ein paar Schritte zurück, um mein Werk besser auf seiner Brust begutachten zu können. Schwerste Verbrennung ist auf der Brust des Alphas zu sehen, heißes Blut quillt heraus und fällt tröpfchenweise hinab.

Eine kleine Blutlache bildet sich vor seinen Füßen.

Er atmet schwer, seine Brust hebt und senkt sich.

Stolz erfüllt meine Brust.

Ja, ich bin sehr stolz auf mein Ergebnis.

Mit meiner rechten Hand greife ich nach seinem Kinn, zwinge ihn mir in die Augen sehen zu müssen. Seine Augen sind schmerzerfüllt. Ich ohrfeige ihn, er schreit auf durch den heftigen Schlag, seine Wange rötlich verfärbt. Wieder schlage ich zu, diesmal intensiver, er jault wieder auf.

Mit einem schmerzverzehrten Gesicht, seine Augenlieder vor Schmerz zusammengepresst, senkt er den Kopf.

„Du kannst dich glücklich schätzen, Sharko“, sage ich und er sieht mir in die Augen, als ich seinen Namen ausspreche. „Die Verbrennung an deiner Brust wird heilen, aber nicht so schnell wie du es gewohnt bist. Solange ich dich nicht töte, werden solche Wunden, wie alle anderen auch, verheilen und verblassen.“

„Warum tust du mir das an?“, fragt er flüsternd mit zitternder Stimme.

„Mein Ziel ist es die mächtigste Bluthexe von ganz Europa zu werden. Ich bin eine der letzten, die es gibt“, meine ich, reibe mir die Hände, grinse, „Um meine Macht mit ausreichender Nahrung versorgen zu können, brauche ich Wölfe“.

Lachend schlendere ich zur Tür, mein Gefährte folgt mir, hielt vor der Tür inne und drehe mich nochmal zu Sharko um. Er hebt sein Kopf und sieht mich an. Sein geschwächter Körper zittert, Geifer trieft aus seinem Mundwinkel.

„Jetzt wo wir dich haben, wirst du keinem Rudel mehr zur Hilfe kommen können“, meine ich, drehe mich zu meinem Gefährten um, streichle sanft über seine Wange. „Und du kannst endlich deinen langersehnten Titel einholen, den du schon immer wolltest.“

Er lächelt mich an, legt seine Arme um meine Taille. Unsere Lippen berühren sich, ich öffne meinen Mund für seine Zunge, die wild mit seiner tanzt. Dann lasse ich wieder von ihm ab, drehe mich ein letztes Mal dem Gefangenen zu.

„Sag Lebewohl zu deinem Wolf“, sage ich laut.

„Du verdammte Schlampe“, spuckt Sharko seine Worte giftig aus.

Seine Augen funkeln gefährlich.

Laut lachend verlassen wir den Gefangen, schließen die Tür hinter uns und gehen den Korridor entlang.

Wieder hallt ein schmerzerfüllter Schrei durch den düsteren Kerker, als wir gerade die Treppenstufen hinaufsteigen. Andere Wölfe wimmern, heulen und betteln um ihre Freiheit.

Ich lächle in mich hinein und freu mich bereits schon jetzt auf das, was kommen wird.