Prolog
Das erste an das Yuki sich erinnerte, war ihr Blick aus dem Fenster und das Bild ihrer Mutter auf dem Nachtschränkchen. Eine Mutter, die sie nie kennen gelernt hatte, weil sie bei Yukis Geburt verstorben war. Von ihrem Vater wusste sie noch weniger. Wann immer sie versucht hatte, nach ihm zu fragen, hatte ihre Großmutter sie mit Kälte abgewiesen. Wann immer Yuki bat, das Haus verlassen zu dürfen, wurde sie auf ihr Zimmer geschickt. Waren Gäste im Haus, hatte Yuki in ihrem Zimmer zu bleiben. Nur ihre Schwester Mirai war dann unten. Nur ihre Schwester wurde nicht geschlagen. Yuki lebte nicht allein. Dort war ihre Schwester, ihre Großmutter und die Bediensteten und doch war sie allein. Völlig allein. Viel zu oft saß sie einfach auf ihrem Bett und starrte aus dem Fenster. Sah zu, wie die Jahreszeiten langsam dahinzogen. Es war traurig und Yuki war traurig. Sie fragte sich, warum sie überhaupt auf der Welt war, wenn sie nur artig dort sitzen sollte. Warum versteckte ihre Großmutter sie vor der Welt, während ihre Schwester sie erleben durfte. Erforschen. Freundschaften schließen. Das Einzige, das Yuki nicht verboten war. Das Einzige, das man von ihr erwartete, war, dafür zu trainieren ein Ninja zu werden. Es war ihr einziger Sinn im Leben und sie war gut. Viel besser als ihre drei Jahre ältere Schwester. Auch, wenn Yuki nie ein Lob erhielt. Sie wusste es trotzdem. Das Schweigen ihrer Großmutter war ihr Beweis genug. Irgendwo hoffte sie noch immer, das ihr Talent und ihr hartes Training dafür sorgen würde, das ihre Großmutter auch sie zu schätzen wusste. Sie hoffte es immer. Immer und immer wieder träumte sie von dem Moment von Wertschätzung. Von Anerkennung. Doch es war ein Traum, der niemals wahr wurde. Ein Traum der zerplatzte, als sie das erste mal erwachte. Ihre Macht sich entfaltete und zeigte, das sie nicht das Kind Konohas war. Das sie nicht die Fähigkeiten der Ruiga geerbt hatte.