Prolog
Selina lag in Armans Armen, ihre grünen Augen leuchteten im sanften Licht des Kaminfeuers. Ihre blasse Haut schimmerte, als er eine ihrer Locken zwischen seinen Fingern drehte. Arman, mit seinen dunkelbraunen Haaren und den tiefbraunen Augen, war der Inbegriff von Eleganz und roher Macht. Seine muskulöse Gestalt strahlte eine überwältigende Dominanz aus, die Selina zugleich fesselte und beruhigte. Der Duft von Sandelholz und Leder, der ihn stets umgab, war unverkennbar. Als ältester Sohn der Nosferatu-Königsfamilie war Arman ein begehrter Mann, doch er hatte sich nie an eine Frau gebunden. Er war ein Freigeist, ein Playboy, dessen Liebschaften stets Gesprächsthema waren.
Selina war anders. Ihre Zuneigung zu ihm war rein, ungetrübt von den politischen Intrigen, die seine Welt beherrschten. Sie hob eine Hand und strich über seinen gebräunten Arm, während er sich zu ihr neigte. Ihre Lippen trafen sich, und die Welt um sie herum verschwand. Armans Berührungen wurden intensiver, seine Hände wanderten über ihren Körper, spürten jede Kurve, jedes Zittern unter seiner Haut. Ihre Leidenschaft war ein Tanz aus Kontrolle und Hingabe, ein Wechselspiel, das sie beide vollkommen verschlang. Selina war sein Zufluchtsort, sein Moment der Menschlichkeit in einer Welt voller Masken.
Arman zog sie dichter an sich, sein Atem schwer, als ihre Körper sich miteinander verflochten. Die Hitze zwischen ihnen schien die Zeit zum Stillstand zu bringen. Jede Berührung war wie ein Versprechen, jede Bewegung ein Beweis für die Macht, die sie über ihn hatte. Doch selbst in diesen Momenten völliger Hingabe behielt Arman die Kontrolle. Seine Hände glitten über ihre Schultern, zogen sie noch näher, bis sie schließlich eins wurden. Ihre Seufzer und seine tiefen Atemzüge füllten den Raum, und für einen kurzen Augenblick existierten nur sie beide.
Nach ihrem Liebesspiel lag Selina erschöpft neben ihm, ihre Finger spielten mit den Kanten der goldenen Decke. Sie beobachtete Arman, wie er das Licht des Kamins einfing, und flüsterte: „Du bist wie ein Schatten, Arman. So schwer zu greifen, aber immer präsent. Hast du jemals daran gedacht, dich zu binden? An... jemanden wie mich?“
Arman lachte leise, doch in seinen Augen lag ein Hauch von Traurigkeit. „Selina, du weißt, dass meine Welt nicht einfach ist. Bindungen bedeuten Schwäche, und Schwäche kann ich mir nicht leisten.“
Bevor Selina antworten konnte, öffnete sich die Tür, und Miranda trat ein. Ihre blonden Haare fielen in perfekten Wellen über ihre Schultern, und ihre eisblauen Augen blitzten, als sie Selina und Arman zusammen im Bett sah. Miranda hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Arman wollte. Mit ihrer adligen Abstammung und ihrem eisigen Charme war sie eine Frau, die gewohnt war, zu bekommen, was sie wollte.
„Arman“, begann Miranda mit einem charmanten Lächeln, während sie langsam auf ihn zuging. „Ich wollte nur sehen, ob du noch wach bist. Es gibt einige Angelegenheiten, die deine Aufmerksamkeit erfordern.“
Selina richtete sich auf, ihre Augen verengten sich. Doch Arman schüttelte nur den Kopf. „Miranda, ich bin beschäftigt. Komm später wieder.“
Miranda erstarrte, ihr Lächeln verschwand für einen Moment, bevor sie sich wieder fasste. „Natürlich. Wie du willst.“ Ihr Blick fiel auf Selina, und für einen Moment schien eine unheimliche Kälte den Raum zu füllen. Sie drehte sich um und verließ den Raum, ihre Haltung steif.
Am nächsten Morgen war die Ruhe zerstört. Ein Diener stürmte in den Sitzungssaal, wo Arman und seine Familie gerade ein strategisches Treffen abhielten. Der König, Armans Vater, blickte verärgert auf. „Was soll das? Wir sind beschäftigt!“
Der Diener war blass und zitterte. „Verzeiht, Majestät, aber... Lady Selina wurde tot in Prinz Armans Gemächern gefunden.“
Ein eisiges Schweigen legte sich über den Raum. Arman sprang auf, seine Augen weit vor Schock. „Was hast du gesagt?“ Seine Stimme war eine Mischung aus Unglauben und Wut.
„Lady Selina... Sie wurde brutal ermordet, Herr. Ihr Körper... es ist grauenhaft.“
Arman stürmte aus dem Raum, gefolgt von seinen Eltern und seinem Bruder Darius. Als sie sein Zimmer erreichten, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Selinas Körper lag auf dem Bett, blutüberströmt, ihre einst so leuchtenden grünen Augen waren leer und starr. Jemand hatte sie mit brutaler Präzision getötet.
Arman fiel auf die Knie, seine Hände zitterten, als er nach ihrem Körper griff. „Selina...“ Seine Stimme brach, und zum ersten Mal zeigte er eine rohe, ungefilterte Emotion. Eine Tränen lief über sein Gesicht, seine Schultern bebten vor Schmerz. „Wer hat das getan?“ Er brüllte in den Raum, doch niemand konnte ihm eine Antwort geben.
Die königliche Familie zog sich zurück, und die Diener wurden angewiesen, den Raum zu sichern. Doch das Rätsel um Selinas Tod ließ die Gemüter brodeln. Niemand wusste, wer dafür verantwortlich war, doch die Spannung im Schloss war greifbar. Arman schwor sich, den Mörder zu finden, koste es, was es wolle. Was er jedoch nicht wusste, war, dass Miranda bereits ihre Spuren verwischte und ein perfides Spiel begann, um ihren wahren Anteil an dieser Tragödie zu verbergen.