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Liebe des Lebens

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Summary

Oliver zieht nach einem brutalen Überfall in eine neue Stadt. Bei einem Kinobesuch trifft er auf den kämpferischen Sebastian. Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch Olivers Vergangenheit drängt sie in die Geheimhaltung. Denn was einst war, kann immer wieder geschehen, und das muss auch Sebastian auf schmerzhafte Weise erkennen: Keiner macht ihren besten Läufer Sebastian schwul.

Status
7h ago
Chapters
5
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1 – Willkommen in deinem neuen Leben

Wenn es regnet, sagt man,

dass die Engel im Himmel weinen.

Viele sagen, dass es sie auch auf der Erde gibt.

Es sind Menschen, die einen vollkommen erfüllen

und einem die Chance zum Fliegen geben.

Ich glaubte nicht daran.

Nicht an Engel und nicht an ihre Tränen.

In meinen Augen waren alle Menschen eher Dämonen.

Sie trugen Masken und falsche Flügel.

Bis zu diesem einen Moment, als ich dich sah

und ich wünschte mir,

dass du sie vertriebst:

Die Dämonen, die mich töten wollen.

Ich verlor mich in deinem Sein

und tat etwas, was ich mir schwor nie wieder zu tun:

Mein Herz zu verschenken.

Und du?

Du nahmst es mit einem Lächeln an und hobst mit mir ab.

- Ich werde dein Engel sein.

Für alle Zeit. -


Der Geruch von Ammoniak stieg in meine Nase. Gebrochene, blaue Augen sahen mir aus dem Spiegel entgegen. Ich verteilte das Färbemittel auf meinen Haaren. Braune Haare sollen nun gänzlich rot werden. Nie wieder an das denken, was mich hierher getrieben hatte.

Mein Körper schmerzte nicht mehr. Die blauen Flecke und Brüche waren verheilt. Der Riss in meinem Herzen würde niemals verschwinden. Ich brauchte einen Neuanfang. Am besten nie wieder daran denken, was damals geschehen war.

Mit dem Umzug taten mir meine Eltern schon einen großen Gefallen. Sie hätten auch von mir erwarten können, dass ich weiter in die alte Schule ging und durch diese Straßen. Ich zitterte bei der Erinnerung und stoppte im Färben meiner Haare.

Mein Herz begann zu rasen und ich zwang mich tief Luft zu holen. Nein, niemals hätte ich in dieser Stadt wieder auf die Straßen gehen können. Allein schon, weil der Kerl immer noch frei herumlief. Ich ... ich konnte ihn damals nicht anzeigen.

Ich verteilte das Färbemittel mit wenigen Handgriffen in meinem ganzen Haar und stellte mir einen Timer von zwanzig Minuten. Ein neues ich und ein neues Leben. Marc hatte damals recht sich zu verstecken. Dieser Hass war mir bis zu diesem Moment niemals bewusst gewesen. Aber hier an diesem Ort würde ich es anders machen. Niemand erfuhr, dass ich schwul war.

Das war mein Vorsatz und auch die Bitte meiner Eltern. Hier zuhause war ich sicher, aber außerhalb dieser vier Wände war ich ein normaler heterosexueller Jugendlicher. Es war besser so und vor allem weniger schmerzhaft.

Du hast meinen Sohn schwul gemacht. Das wirst du mir büßen. Das wütende Gesicht, das Marcs so ähnlich sah, tauchte vor mir auf. Panisch sank ich zu Boden und rollte mich zusammen. Ich wartete auf die Schläge, die nicht kamen. Die Worte blieben.

Du widerliche Schwuchtel wirst es bereuen, meinen Sohn verführt zu haben! Du hast ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt! Wenn du weg bist, wird er sich wieder auf das wirklich Wichtige besinnen und sich eine Freundin suchen! Solltest du je wieder in seine Nähe kommen, bringe ich dich um, verstanden? Heute lasse ich dich noch am Leben, aber das nächste Mal ... nicht.

Ich wimmerte und Tränen brannten in meinen Augen. Wieso habe ich nicht auf Marc gehört? Warum glaubte ich, dass alles gut war? Er hatte mich dauernd gewarnt, weil er es wusste. Er wusste, wozu sein Vater im Stande war.

„Oli? Schatz? Alles okay bei dir?“ Mutters Stimme klang beunruhigt. Hektisch strich ich mir die Tränen aus dem Gesicht und schniefte. Zehn Minuten lag ich auf dem Boden. Wieso konnte ich es nicht vergessen? Es war vergangen und er würde mich nie wieder finden. Vor allem solange ich mich von Marc fernhielt. Marc ... Ein Stich fuhr bei der Erinnerung an meinem Ex in mein Herz. Wir haben uns nie wirklich ausgesprochen, aber ich ertrug es nicht mehr, in seiner Nähe zu sein.

„Ja, es ist alles in Ordnung, Mom. Ich färbe mir nur die Haare.“ Meine Stimme zitterte und ich verfluchte mich dafür. Ich wollte ihr keine Sorgen machen. Ihre ängstlichen Blicke jeden Tag, wenn ich die Wohnung verließ, schmerzten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mehr Angst hatten als ich.

„Okay, falls du reden willst ...“ Ich unterbrach sie sofort genervt:

„Ja, ich weiß, wo ich dich finde. Es ist ... alles in Ordnung.“

Ich wusste, dass sie meine Lüge bemerkt hatte, weil nichts mehr in Ordnung war seit diesem Tag. Weder für mich noch für sie. Ich werde ihre panischen Gesichter nie wieder vergessen, als sie ins Krankenhaus kamen. Ich habe nie erfahren, wer den Notarzt informiert hat.

„Okay. Ich hab dich lieb.“ In ihren Worten schwang ein stummes Flehen nach Einlass mit, dem ich nicht nachgeben konnte. Ich hatte mit meinen eigenen Schmerz genug zu tun.

„Ich hab dich auch lieb, Mom.“ Ich blieb auf dem Boden sitzen. Mit jedem Atemzug roch ich den Ammoniak, der auf meinen Haaren seine Arbeit verrichtete. Ein weiterer Schritt hinaus aus der Vergangenheit, die sich immer wieder wie ein Schraubstock um meine Brust legte.

Ihre Schritte entfernten sich. Ich blieb alleine zurück mit den Bildern und den Erinnerungen. Marcs panisches Gesicht, das ich immer ausgelacht hatte. Seine verzweifelten Versuche, mir wieder nahezukommen. Ich habe ihn so sehr geliebt und wenn ich ehrlich war, dann tat ich das auch jetzt noch irgendwie. Wir würden uns nur nie wiedersehen.

Das Piepen des Timers riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaltete ihn aus und spülte das Färbemittel über der Badewanne aus. Rotes Wasser kräuselte sich auf der weißen Keramik und stürzte sich in den Abfluss. Die Sättigung nahm mit jeder Sekunde ab und ich hörte erst auf, als es komplett klar war.

Der Geruch verschwand und ich trocknete meine kinnlangen Haare, die nun in einem kräftigen Rot erstrahlten, mit einem dunklen Handtuch ab. Erneut begegnete ich meinem Spiegelbild. Der Schmerz und die Angst flackerten noch in meinen Augen. Ich würde sie niemals wieder loswerden, da war ich mir sicher, aber ich konnte mich auch nicht ewig hier verstecken. Irgendwann musste ich zurück ins Leben und heute war es so weit, bevor ich morgen meinen ersten Tag in der neuen Schule haben würde.

Mein neues ich war bereit für die Welt. Mit diesem Vorsatz trat ich aus dem Badezimmer und lief direkt weiter durch den Flur in Richtung Wohnungstür. Es gab im Kino einen neuen Film meines Lieblingsschauspielers, den ich mir ansehen wollte.

Die Vorstellung, ziellos durch die Straßen zu laufen, gefiel mir noch nicht, aber ins Kino gehen, klang machbar. Ein dunkler Raum, in dem mich niemand sah und ein fixes Ziel, zu dem man ging.

Die Sonne blendete mich und ihre Wärme strich über meine Haut. Ich lächelte und freute mich auf diesen kleinen Zeitvertreib. Hier war ich sicher. Marcs Vater kannte meinen neuen Wohnort nicht und solange ich mich von seinem Sohn fernhielt, würde er mir auch nie wieder etwas tun. Also war es nun Zeit für ein neues Leben. Ein neues Leben in Sicherheit.

Bis ich dich traf ...

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Good Writing

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Compelling Plot

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Strong Dialog

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