Prolog
Ich war verloren.
Verloren in dieser großen, weiten Welt, die sich irgendwann dazu entschieden hatte, sich gegen mich zu stellen. Verloren in meinem Leben, dass mir jeden Tag übel zuspielte und jede Sekunde ohne Höhenflug zur reinsten Qual machte. Verloren in mir selbst, hin- und hergerissen zwischen all dem, was ich war und was ich doch so unbedingt hatte sein wollen.
Früher einmal.
Aber ich schaffte es nicht, kam nicht gegen den großen Sturm an, in dem das Schicksal mich gefangen hielt, gefangen hielt zwischen Chaos und Niederlage. Manchmal hatte ich das Gefühl, auf einem Schlachtfeld zu stehen und nicht zu wissen, in welche Richtung ich rennen sollte, welche der beiden blutdürstigen Seiten mich nur retten konnte!
Doch wenn man Krieg gegen sich selbst führt, dann gibt es keine Seite, die einen retten kann. Es gibt keinen Sieg, keine Niederlage.
Nur die trostlose Ödnis der eigenen Seele.
Ja, man konnte sagen ich war kurz davor, mich selbst unwiederbringlich niederzureißen und nicht mal Staub von all dem zurückzulassen, was ich war.
Und ich hätte es mit offenen Armen empfangen. Das Ende, oder wie auch immer man es nennen möchte.
Das bleibt jedem selbst überlassen.
Aber jeder Sturm hat etwas, dass ihn auszeichnet, etwas, das man von außen nicht mal zu vermuten gewagt hätte.
Ein Auge.
Das Auge des Sturms, lokalisiert in dessen Zentrum, direkt hinter den schier unüberwindbaren Winden, die drohten, dich mit sich fortzureißen und nie mehr zurückzubringen. Das Auge des Sturms war ein friedlicher Ort inmitten all des Chaos, frei von all dem, was einen sonst quälte. Wahrlich ein Beweis dafür, dass in allem Schlechten etwas Gutes steckte.
Doch nichts im Leben fliegt einem zu und so muss man manchmal alles riskieren, um alles haben zu können.
Der Einsatz ist hoch und die Karten schon lange verteilt.
Alles oder nichts.
Steigst du mit ein?