Rock, Paper, Scissors

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Summary

Die schöne Kithara lebt ein lockeres Leben, gesponsert von ihren Brüdern, die sich in Canberra ein Drogenimperium aufgebaut haben. Das bringt natürlich Gefahren mit sich. Die junge Frau muss lernen, dass Geld nicht alles ist und Blut immer dicker ist als Wasser. TW: Sexuelle Inhalte, Inzest, Drogen und Drogenkonsum, Waffen, Mord, Gewalt, Alkoholkonsum, Schimpfwörter.

Status
Complete
Chapters
9
Rating
4.0 1 review
Age Rating
18+

1

“Und du bist?” Bernsteinfarbene Augen blickten den jungen Mann an, der sich hier vor ihr gerade zum Affen machte. Wenn Kian das sah, würde er ihm ordentlich die Kauleiste polieren, es konnte Kithara egal sein, allerdings hatte sie wenig Lust unangenehm aufzufallen.

Man kannte sie und ihre zwei älteren Brüder hier, Canberra war groß, aber für Einheimische eben auch nur ein Dorf. Ihr Vater war hier geboren und aufgewachsen, ihre Mutter lebte hier seit sie zehn Jahre alt war, also, jeder kannte jeden.

Rasch schaute sie sich nach Keith und Kian um, die zum Glück beide beschäftigt waren, der eine mit Knutschen, der andere mit Shots, genug Zeit, um dem Typen den Laufpass zu geben.

“Ich bin Angelo, Lust zu tanzen?” Kithara konnte förmlich sehen, wie alle um sie herum Angelo mit Blicken anflehten, sich einfach zu verpissen, bevor die Zwillinge etwas mitbekamen. “Du bist nicht von hier?” Der junge Mann schüttelte den Kopf. “Nein, Urlaub mit den Jungs.”

Das erklärte, warum er nicht schon längst verschwunden war, sie musste ihm Beine machen. “Du solltest gehen, bevor meine Brüder das hier sehen. Es ist nur zu deinem Besten.” Der Ernst der Lage schien nicht klar zu sein, denn Angelo lachte nur. “Achja? Da kriege ich ja richtig Angst.”

Sein Ton war arrogant, Kithara verdrehte die Augen und verließ ihren Platz an der Bar. “Solltest du auch, besser, du sprichst mich nicht mehr an.”

Sein Fehler war, dass er auf ihren Rat nicht hörte, da dachte gerade sein Schwanz, nicht sein Hirn. Er hielt Kithara am Arm fest und brüllte sie förmlich an: “Was bist du denn für eine arrogante Bitch?! Denkst du, ich hab Schiss vor zwei Kängurus?”

Oh, zu spät. Keith hatte sich bereits erhoben, sie sah ihn aus dem Augenwinkel auf sie zukommen. “Scheiße, du solltest laufen.” Angelo lachte nur, dann blieb der Australier neben ihnen stehen und fragte: “Gibt es einen Grund, warum du so mit meiner Schwester sprichst?”

Der vorwitzige Urlauber hatte noch eine kleine Chance lebend hier raus zu kommen, wenn er Kithara sofort los ließ und sich bei ihr entschuldigte, Keith war der vernünftigere der beiden, mit ihm konnte man sich einigen.

Leider schienen seine einsneunzig den anderen nicht zu beeindrucken, auch seine athletische Statur zeigte keine Wirkung, noch nicht.

Jedenfalls ließ Angelo die Australierin los. “Hey Mann, misch dich nicht ein. Was glaubst du, wer du bist?” Keith’ grüne Augen wurden schmal, die Zeit lief ab. “Ich bin ihr Bruder, okay? Dich hab ich hier noch nie gesehen, du kommst nicht von hier.”

Frech zuckte Angelo mit den Schultern. “Und? Nicht dein Problem.” Keith schob Kithara mit sanfter Gewalt hinter sich. “Schon mein Problem. Bist nicht von hier, machst unsere Frauen an und säufst uns das Bier weg. Und dann bist du noch so unverschämt mich zu fragen, wer ich bin? Du musst lebensmüde sein.”

Er hatte keinen Schimmer, mit wem er sich hier anlegte, Kithara hatte ein wenig Mitleid. “Sei nicht ganz so grob zu ihm, er weiß es nicht besser.” Keith hätte Nachsicht gehabt, aber Angelos nächster Schritt verurteilte ihn.

“Und wenn du der verfickte Kaiser von China wärst, was willst du machen? Hm?” Das würde Keith ihm schon zeigen, sein hübsches Lächeln war definitiv nicht freundlich. “Ich schlitze dich auf, mein Freund und niemand hier wird hinterher etwas gesehen haben. Weil, Überraschung, ich bin der verfickte Kaiser von Canberra.”

Das Messer in seiner Hand blitzte nur für eine Millisekunde auf, dann spürte Angelo das kalte Metall schon an seiner Niere. “Spanier, oder? Du wärst mir selbst als Leiche nützlicher, denn in deinem kalten Körper, könnte ich noch Koks nach Europa schmuggeln, deiner Mami an der Haustür die Hand geben, ihr mein Beileid aussprechen und sie dann auf deiner Beerdigung ficken. Wie findest du das?”

Mittlerweile hatte der Fremde keine Farbe mehr im Gesicht, er duckte sich, hob die Hände und entschuldigte sich sehr höflich bei Kithara, die rasch nickte. “Ist gut, lass ihn gehen.”

Keith tat, was sie sagte, Angelo war in Canberra niemals mehr in einem Club gesehen worden, er reist am nächsten Tag ab.

Kopfschüttelnd wandte Keith sich wieder seinen Shots zu, seine Schwester folgte ihm, wobei sie flüsterte: “Können wir nicht nach Hause gehen? Ich habe keine Lust mehr.” Ihr Bruder seufzte leise. “Zehn Minuten. Sag Kian Bescheid.”

Murrend schüttelte sie ihren anderen Bruder, der seine Zunge gerade im Mund einer dunkelhaarigen Frau versenkte. “Kian! Wir wollen gleich gehen!” In Gedanken verfluchte sie die andere, denn sie wusste genau, dass ihr Bruder sie noch mit in ihre Wohnung nehmen würde.

Sie hasste all die Frauen, die die zwei jedes Wochenende mitbrachten, sie waren laut und gingen meistens erst spät am nächsten Tag nach Hause, wobei sie ihnen fast jedes Mal den Kühlschrank leer fraßen.

Der ältere löste sich von seiner Gespielin und blickte Kithara an. Seine Augen waren golden, so intensiv schimmerten sie. Auch sein Lächeln war hübsch, ihre Brüder waren beide hübsch, groß und athletisch. Sie waren Traumprinzen mit fuchsbraunem Haar und einer tödlichen Aura. Sie waren gefährlich und das mochten die Frauen.

“Wer hat gesagt, dass wir in zehn Minuten gehen? Du?” Die junge Frau brauchte nichts sagen, ihr Blick sprach für sie. Ihr Bruder nickte. “Ja, Herrin.” Sein Sarkasmus nervte, doch gegen ihn konnte Kithara nichts ausrichten, er war das Einzige, das Kian berechenbar machte.

Zehn Minuten gesellte die Australierin sich noch zu Keith, der zwischen seinen Freunden saß, die meisten arbeiteten für ihn. “Morgen kommt noch eine Lieferung.” Er sprach von Koks, das wusste sie genau. Alle Blicke ruhten auf ihr, als wäre sie eine Fremde, Keith trank seinen Wodka leer, grüne Augen musterten die anderen streng.

“Gibt es ein Problem?” Sofort schüttelten alle den Kopf, niemand würde jemals etwas gegen Kithara sagen, wenn er nicht ein Messer zwischen den Rippen riskieren wollte. Sie gehörte zum Ring dazu, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Die dunkelhaarige Bitch ging an ihnen vorbei und würdigte sie keines Blickes. Hatte Kian sie weg geschickt? Ihr Bruder kam dazu, er setzte sich, nachdem er einmal mit der flachen Hand kräftig auf den Tisch gehauen hatte. “Was ist denn das für eine Stimmung hier? Wollten wir nicht feiern?!”

Was sie genau feierten wusste niemand, ihre Brüder brauchten keinen Grund für Alkohol und Nutten. “Wollten wir nicht gehen?” Kithara spürte Keith’ Hand auf ihrem Schenkel, wie sie hoch und unter ihren Rock wanderte. “Einen Moment noch.” Sein Mund war nah an ihrem Ohr, als er flüsterte: “Ich hab noch einen Termin, der ist wichtig. Dreißig Minuten, Kätzchen, dann tue ich heute Nacht alles, was du willst.”

Wie hätte sie ablehnen können? Darauf war sie definitiv aus, deshalb durfte Kian auch seine Bitch heute nicht mit nach Hause nehmen. Ihr ganzer Körper war eine einzige Gänsehaut, sie nickte. “Vielleicht kommst du mit, ich könnte deine Hilfe brauchen.”

Er brauchte keine Hilfe, niemals, nicht Keith. Manchmal nahm er Kian zu Deals mit, meistens machte er die Arbeit allein. Wenn er seine Schwester mitnahm, wollte er jemanden beeindrucken, der Termin musste wirklich wichtig sein.

“Natürlich, alles, was du willst, Bruder.” Sie schlug ihm niemals eine Bitte aus, dafür liebte sie ihn zu sehr. Kian liebte sie auch, aber er war anders, er war ein Tier, skrupellos, wild und ohne Reue. Kithara liebte es ihn in ihrem Bett zu haben, er machte sie willenlos, ließ sie flehen und betteln, anders als Keith, der immer tat, was sie verlangte.

Neben sich spürte sie, wie das Handy ihres Bruders vibrierte, er zog seine Hand weg, das Displaylicht reflektierte in seinen Augen, dann blickte er Kian an. “Du hältst die Party am laufen, ihr geht nicht, bevor wir nicht zurück sind.”

Goldene Augen blickten sie abwechselnd an, sie blieben auf Kithara hängen. “Warum soll sie mit? Willst du sie wieder zur Schau stellen?” Das Grün blitzte auf, doch Keith blieb ruhig. “Ich habe meine Methoden und in die mischt du dich nicht ein.” Abwehrend hob Kian die Hände. “Schon gut, dann trinke ich jetzt deine Drinks.”

Sollte er nur, für etwas anderes, konnte sein Bruder ihn gerade nicht gebrauchen. Seine Schwester war wichtig, wenn er gleich mit seiner Konkurrenz einen Deal aushandelte.

Zusammen verließen sie den Barbereich, in den Hinterzimmern war es still, nur unterschwellig wummerte der Bass. “Was ist meine Aufgabe?” Keith strich ihr das Haar hinters Ohr, er betrachtete sie einen Moment, Kithara hatte das Gefühl, er wollte sie mit seinen Blicken ausziehen, dann nahm er ihre Hand und küsste sie.

“Deine Aufgabe ist es hübsch auszusehen, deine Anwesenheit soll die andere Partei einschüchtern und meine Dominanz unterstreichen. Ich kann mich auf dich verlassen?” Sie nickte und klimperte mit den Augen. “Natürlich, Bruderherz.”

Was sie beide nicht wussten war, dass die dunkelhaarige Bitch zu den Dealpartnern gehörte. Von Kian direkt zu ihrem Herren, Kithara hätte es wissen müssen.

Selbstbewusst wie er war, ging Keith durch eine Tür, die in einen Nebenraum führte, dort saßen drei Männer an einem Tisch, zwischen ihnen eine Flasche Wodka. Sie unterhielten sich in einer fremden Sprache, als die beiden Australier herein kamen, erstarb ihre Konversation.

“Keith Terra…” Lächelnd erhob sich einer von ihnen, Kithara durchfuhr ein kurzer Blitz, ihr Gegenüber war eine Augenweide! Er hatte ein gutaussehendes Gesicht, pechschwarzes Haar und so strahlende eisblaue Augen, dass der jungen Frau eine Gänsehaut über den Rücken lief. “Taron Drakas, ich freue mich, dass du es heute noch einrichten konntest.”

Die beiden Männer gaben sich die Hand, Tarons Blick wanderte zu Kithara, die gar nicht anders konnte, als zu lächeln und scheu die Augen zu senken. Wer bitte war er? Ein Guru oder ein Prinz? Die junge Frau war niemals scheu, ihre Mutter hatte sie selbstbewusst erzogen, sie war keinem Mann ihre Demut schuldig. Bei ihm fühlte sie sich seltsam dominiert, jemanden wie ihn hatte sie noch nie getroffen.

“Wir scheinen beide einen Sinn für wahre Schönheit zu haben, wenn ich mir unsere Begleiterinnen so ansehe.” Er nahm Kitharas Hand, küsste sie sanft, sein Lächeln ließ ihr das Blut in die Wangen schießen. “Wie ist dein Name, meine Schöne?”

Die Australierin hatte das Gefühl zu stottern, wenn sie jetzt antwortete, sie musste sich zusammenreißen! “Ich bin Kithara Terra.” Die hellen Augen strahlten auf. “Sie ist meine jüngere Schwester.” Taron winkte hinter sich die dunkelhaarige Frau heran. “Dann haben wir ja noch etwas gemeinsam, Familie ist uns wichtig. Meine Schwester Rena.”

Keith machte keine Anstalten ihr die Hand zu küssen, Kian hatte sie für sich beansprucht, wenn es um Frauen ging, hatten sie eiserne Regeln.

Sie war wirklich schön, Kithara hatte sie noch nicht eingehender betrachten können, doch man sah ihr die Verwandtschaft zu Taron an. Sie hätte auch in einem Film Schneewittchen spielen können. Kein Wunder, dass Kian sie sofort für sich eingenommen hatte.

Der Finne bot ihnen zwei Plätze am Tisch an, die Australierin wusste genau, was ihr Bruder von ihr erwartete, also blieb ihr Blick an Taron hängen, während sie die Beine überschlug und ihr verführerischstes Lächeln aufsetzte.

“Kommen wir zum Geschäft. Ich habe schon viel von deiner Ware gehört, größtenteils Gutes. Ich hoffe du hast mir eine Probe mitgebracht?” Mit seinem typischen Pokerface schob Keith ein kleines Tütchen mit einem weißen Pulver über den Tisch, Taron nahm es auf und reichte es einem dunkelhaarigen Mann hinter sich.

“Mein Experte soll seine Meinung abgeben, sein Wort ist mir heilig. Bist du gläubig, Keith?” Der Australier schüttelte den Kopf. “Nein, ich glaube an keinen Gott, ich glaube an Macht und Einfluss. Mein Gott ist das Geld.”

Kithara schmunzelte. Sie spürte wieder, wie die Hand ihres Bruders zwischen ihre Beine wanderte, sein Gott war Sex, er war ihr Gott, sie glaubte an ihn.

Der sogenannte Experte schob einen Finger in das Tütchen, hielt ihn sich unter die Nase, zerrieb das Pulver und leckte es schließlich ab. “Gut, wirklich gut.” Zufrieden nickte Taron, seine Augen blickten sie abwechselnd an, Kithara biss sich auf die Unterlippe, Keith’ Hand strich über die Ränder ihres Höschens, seine Fingerspitzen fuhren über ihre Spalte, leise keuchte sie auf.

“Dann kommen wir ins Geschäft?” Die eisblauen Augen beobachteten die Australierin genau. “Ja, wir kommen ins Geschäft. Ich bin überzeugt, dass das eine… abenteuerliche Partnerschaft wird.”

Den Preis für ein Kilo würden sie noch aushandeln, doch der Deal stand, die Finnen würden sie reich machen. “Schön, dann können wir ja jetzt zum vergnüglichen Teil übergehen. Wodka?”

Die schöne Rena goss die Pinnchen voll, Kithara reichte sie ein Glas Sekt, ihr Gesicht blieb dabei ausdruckslos und kühl. Als sie sich auf Keith’ Schoss setzen wollte, wies er sie ab. Er schlief nicht mit Frauen oder Schwestern von Geschäftspartnern, das überließ er Kian.

Innerlich jubilierte die Australierin, ihr Bruder konnte ausschweifend sein, seine Leidenschaft beschäftigte seine Gespielin die ganze Nacht, doch er wusste am Ende des Tages zu wem er gehörte.

Sie stießen an und Kithara fühlte sich darin bestätigt, dass sie keinen Sekt mochte, ihr war Gin oder Wodka lieber. Das süße Zeug schmeckte nach Puff.

Die Männer sprachen über vieles, das Kithara nicht interessierte, sie hörte kaum zu, Taron faszinierte sie viel zu sehr, ihn zu beobachten bereitete ihr diebische Freude.

Keith’ Handy vibrierte, das musste Kian sein, der schon vor dreißig Minuten hatte gehen wollen, der Alkohol war sicherlich leer. Der Australier zog eine Augenbraue hoch, dann reichte er seiner Schwester sein Handy. “Sag ihm, er soll schon vorgehen.” 

Sie nahm es entgegen, da schrie ihr Bruder ihr schon ins Ohr: “Ich gehe jetzt! Der Schnaps ist leer, die Weiber hatte ich alle schon und ihr kommt nicht wieder!” Er hatte nicht geblickt, dass Kithara auf der anderen Seite war, etwas perplex antwortete sie: “Dann geh halt.” Und legte auf.

An Keith’ Körperhaltung konnte sie sehen, dass auch er gehen wollte, Taron ließ sie nicht. Wie sollten sie sich raus reden? Keith würde das regeln, denn er regelte immer alles.

“Wir haben schon genug eurer Zeit in Anspruch genommen, meine Schwester ist müde und ich habe noch zu tun.” Der Finne ließ es sich nicht nehmen, der Australierin noch einmal den Hof zu machen. “Beim nächsten Mal besuchst du mich allein, meine Schöne.”

Verlegen nickte sie und als sie gingen, küsste er ihr noch einmal die Hand, der Hunger in seinen Augen war kaum zu übersehen.