Dust & Desire

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Summary

Nach dem tragischen Verlust ihres Vaters und dem plötzlichen Weggang ihrer Mutter hat Ava Whitaker die Ranch ihrer Familie übernommen und sich mit harter Arbeit und Entschlossenheit durchs Leben gekämpft. Doch während sie nach außen hin stark wirkt, trägt sie innerlich die Schatten der Vergangenheit mit sich – allen voran die unerledigten Gefühle für Cole, ihre einstige große Liebe. Als Samuel, ein alter Freund und längst mehr als nur ein Vertrauter, wieder in ihr Leben tritt, wird Ava mit den Gefühlen konfrontiert, die sie so lange verdrängt hat. Während Sam ihr beständig zur Seite steht, kämpft Ava mit der Angst, erneut jemanden zu verlieren – und mit der Unsicherheit, ob sie sich überhaupt auf ihn einlassen kann. Doch als Ava erkennt, dass Sam mehr als nur ein sicherer Hafen ist und dass ihre Gefühle für Cole längst der Vergangenheit angehören, wagt sie endlich den Schritt nach vorn. Leidenschaftlich und intensiv begegnen sich Ava und Sam auf neue Weise – doch genau in dem Moment, als alles gut scheint, taucht ein Fremder auf der Ranch auf und bringt neue Ungewissheit mit sich. „Dust & Desire” ist der erste Teil einer Trilogie, erzählt eine mitreißende Geschichte von Verlust, Vergebung und der Erkenntnis, dass die stärkste Liebe manchmal genau dann entsteht, wenn man die Vergangenheit endlich loslässt.

Status
Complete
Chapters
30
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1 - Zwischen Himmel und Staub

Die Sonne stand hoch am Himmel, warm und schwer wie flüssiges Gold, das über die endlose Weide floss. Das Gras kitzelte an ihren Armen, doch Ava rührte sich nicht. Sie lag da, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und starrte in das tiefe Blau über ihr.

Um sie herum grasten die Pferde — ihre Pferde. Duke, der graue Hengst, schnaubte leise und stampfte mit dem Huf, während Hazel, die schokoladenbraune Stute, träge mit dem Schweif nach Fliegen schlug. Der vertraute Duft von Erde, Leder und warmen Fell erfüllte die Luft — dieser Duft, der so untrennbar zu ihrem Leben gehörte.

„Noch eine Woche“, dachte Ava und biss sich auf die Unterlippe. „Noch eine Woche, dann beginnt der Wahnsinn wieder.“

Die Saison. Der Moment, in dem die Herde zusammengetrieben, die Jungbullen gebrandmarkt und die besten Tiere für die Auktion vorbereitet wurden. Cowboys aus der ganzen Gegend würden auftauchen — manche, um zu helfen, andere, um zu prahlen. Und einige, um Ärger zu machen. Ava wusste das nur zu gut.

„Und dann ist er auch wieder da…“

Der Gedanke ließ ihren Magen sich zusammenziehen. Sie schloss die Augen, als könnte sie die Erinnerung damit auslöschen. Doch das Bild kam trotzdem — seine dunklen Augen, dieser kühle Blick, die Art, wie seine Finger ganz beiläufig an ihrem Arm entlanggefahren waren, als hätten er jedes Recht dazu.

„Ich habe mich nicht gewehrt… nicht richtig jedenfalls.“

Ava spürte, wie Wut in ihr aufstieg — brennend und bitter. Sie hasste es, sich so schwach zu fühlen. Aber dieses Jahr würde alles anders sein. Dieses Jahr war sie vorbereitet.

„Ich lasse mir nichts mehr nehmen. Nicht von ihm. Nicht von sonst wem.“

Ein Schnauben riss sie aus ihren Gedanken. Hazel hatte sich neben sie gestellt und beugte nun den Kopf, um an Ava‘s Haaren zu knabbern. Ava lachte leise und strich der Stute sanft über die Nase.

„Du hast es gut, Mädchen“, murmelte sie. „Kein Kopfzerbrechen, keine falschen Männer, keine verdammten Erinnerungen.“

Hazel blinzelte sie träge an, als würde sie widersprechen wollen.

Ava setzte sich auf und ließ den Blick über die Weide schweifen. In der Ferne sah sie die Ranch — ihr Zuhause. Das weiße Farmhaus mit der wettergegerbten Holzveranda und den blauen Fensterläden war ihr vertraut wie ihr eigener Atem.

„Egal, was kommt…“ Ava ballte die Hände zu Fäusten. „Ich kämpfe für das, was mir gehört.“

Duke hob den Kopf und spitzte die Ohren. Irgendetwas — oder jemand — näherte sich. Ava folgte seinem Blick. Eine dunkle Gestalt ritt am Rand der Weide entlang. Sie konnte das Gesicht nicht erkennen, aber ihr Herz schlug einen Schlag schneller.

„Noch eine Woche…“ Sie atmete tief durch. „Und dann sehen wir, wer diesmal gewinnt.“

Die dunkle Gestalt am Horizont bewegte sich langsam weiter. Ava kniff die Augen zusammen, versuchte, die Umrisse zu erkennen, doch die Mittagssonne brannte zu grell vom Himmel.


„Wahrscheinlich einer von ihnen…“ Sie zuckte mit den Schultern und schob die Sorge beiseite. In der Nähe gab es ein Reservat, und die Einheimischen streiften gelegentlich durchs Land — manchmal zu Pferd, manchmal zu Fuß. Kein Grund zur Aufregung.


Sie klopfte Hazel sanft auf den Hals. „Komm, Mädchen. Zeit, nach Hause zu reiten.“


Mit einem geübten Schwung zog sie sich in den Sattel und lenkte Hazel in Richtung Ranch. Der vertraute Rhythmus der Hufe im Gras beruhigte sie — ein gleichmäßiger Klang, der sich anfühlte wie der Pulsschlag der Erde.


Ava ließ den Blick über das Land schweifen. So weit das Auge reichte, gehörte es ihrer Familie — Hügel, Bäume und endlose Weiden. Früher war ihr Vater immer stolz über diese Ländereien geritten, als könnte ihm nichts und niemand etwas anhaben.


„Aber am Ende hat ihm das auch nichts geholfen…“


Sie erinnerte sich an den Tag, als zwei Männer in staubigen Jeans und verknitterten Hüten auf der Ranch erschienen waren — Nachbarn, die in düsteren Stimmen von einem Unfall gesprochen hatten. Ein Sturz vom Pferd. Ihr Vater hatte sich im Steigbügel verfangen, das Tier war durchgegangen und hatte ihn mitgeschleift. Als man ihn fand, war es längst zu spät.


Ava schluckte und richtete den Blick nach vorn.


Kurz nach dem Unfall hatte ihre Mutter begonnen, sich zu verändern. Sie zog sich zurück, mied das Land, das Ava und ihr Vater so geliebt hatten. Und dann kam dieser Mann — freundlich, charmant, ein Städter mit weichen Händen und gepflegten Schuhen. Ava hatte ihn nie wirklich gemocht, aber ihre Mutter blühte in seiner Nähe auf.


Das nächste, was Ava wusste, war, dass ihre Mutter ihr die Ranch überlassen und nach Oregon gezogen war. „Ich brauche einen Neuanfang“, hatte sie gesagt. Ava verstand es damals — und tat es irgendwie noch heute. Aber trotzdem… dieser Ort, diese Ranch, war alles, was sie je gekannt hatte.


„Und jetzt ist es mein Zuhause. Mein Kampf.“


Hazel spitzte die Ohren, als die Ranch in Sicht kam. Die weiß gestrichenen Zäune glänzten in der Sonne, und auf der großen Koppel trieben zwei Arbeiter eine kleine Herde Rinder zusammen. Am Hauptgebäude parkte ein verstaubter Pickup, und aus der Scheune drang das rhythmische Klirren von Werkzeugen — ein vertrauter Soundtrack des Farmlebens.


Ava wusste, dass sie ihre Leute würde antreiben müssen. Die bevorstehende Saison würde hart werden. Es gab einfach zu viel Arbeit und zu wenige Hände. Sie hatte Anzeigen aufgegeben, Bekannte gefragt — aber bisher war die Resonanz enttäuschend.


„Irgendwie kriege ich das hin… muss ich einfach.“


Sie klopfte Hazel erneut auf den Hals und seufzte. „Na los, Mädchen. Zeit, die Ärmel hochzukrempeln.“


Mit entschlossenem Blick lenkte sie Hazel den staubigen Weg zur Ranch hinunter — bereit, sich der nächsten Herausforderung zu stellen.