Kyel Kastner
Ich hatte keine Ahnung, wie oft ich schon, wie ein Tiger, mein Wohnzimmer durchschritten und versucht hatte, Sascha zu erreichen, aber jedes Mal nur die Mailbox antwortete. Wütend schmiss ich mein Handy auf den Tisch und fluchte vor mich hin.
»Verfluchte Scheiße, wo ist Sascha?« Loren saß auf der Couch und ich ertappte sie dabei, dass sie öfter als normal auf die Uhr sah. Wir beide erschraken, als plötzlich mein Handy klingelte. Mein Herz raste und ich hoffte, dass es Sascha sei. Ein kurzer Blick genügte und ich erkannte, dass es Raoul war. »Habt ihr ihn gefunden?«, schrie ich schon fast. Raoul verneinte es und meinte aber im gleichen Atemzug, dass Saschas Moped bei der Kneipe High Skills gefunden worden war. »High Skills? Was machte Sascha denn da?«, zischte ich und Loren erwachte aus ihrer Starre.
»Sascha hat eine Nachricht auf sein Handy bekommen und ist kurz darauf losgefahren!«, sagte sie und folgte mir mit ihrem intensiven Blick.
»Weißt du, wer ihm die Nachricht geschickt hat?« Sie blickte mich durchdringend an und sagte: »So schnell, wie er gegangen ist, dachte ich, sie wäre von dir.« Ich verneinte es und ertappte sogar mich dabei, auf meine Wanduhr zu starren.
Sascha war nun seit fast 20 Stunden verschwunden und der Zeiger zog seine Bahn. Er wurde nicht müde, blieb nicht einfach mal stehen oder drehte die Zeit zurück. Er hatte absolut kein Verständnis.
Verdrossen ging ich in die Küche, um mir den x-ten Kaffee einzuschenken. Ich war seit kurz vor halb zwölf abends zurück und wollte mit Sascha seinen restlichen Geburtstag feiern. Meine Gedanken schweiften zu dem Geschenk, welches ich ihm in Deutschland gekauft hatte. Einen kleinen Teddy und musste unwillkürlich schmunzeln, als ich an unser erstes Mal zurückdachte. In seinem ganzen Zimmer waren überall solche kleinen Teddys verstreut gewesen. Als Schlüsselanhänger, als Kuscheltier, die er allerdings ganz Teenagerlike, irgendwo in die hinterste Ecke seines Zimmers verstaut hatte, dennoch hatte ich sie entdeckt. Sogar als Buchbeschwerer fand ich so einen Teddy aus Porzellan vor, den er liebevoll, vor ein paar Tagen, auf mein Regal gestellt hatte. Sogar einige Teddysticker zierten seinen alten Monitor, der nun achtlos in der Ecke in unser Schlafzimmer stand.
Gott, ich vermisste ihn. Wo war er?
Inzwischen waren Raoul und Anthony von ihrer Suchaktion zurück. Das Moped hatten sie beim High Skills stehen lassen und meinten, dass die Polizei bald kommen würde.
Ich ließ Anthony nicht mehr aus den Augen und dennoch schien mir meine eigene Vermutung viel zu abwegig. Warum sollte Anthony mir in den Rücken fallen oder seine Frau? Ganz besonders, wenn ich an John dachte! Ich konnte mich damit einfach nicht abfinden, dass er es sein sollte. Und doch? Die dunklen Gedanken, die einen runterzogen, die einen fertigmachten, die einen an den Rand des Wahnsinns trieben, waren stetig da. In der Nähe.
»Schon wieder Polizei!«, dachte ich leicht angewidert und meine Gedanken schweiften zu dem etwas dickeren Bullen, woraufhin ich die Lippen zusammenpresste. Dieser Bulle würde es nicht einmal schaffen, einen Wald vor seiner Nase zu finden, geschweige denn Sascha.
›Tja, wenn man vom Teufel spricht.‹
Es klingelte an der Haustür und Anthony ließ die Polizei rein. Raoul kümmerte sich inzwischen um Loren, die auch langsam ihre Fassung verlor und unentwegt auf die Uhr blickte.
Ltd. Shmitz reichte mir ihre Hand, die ich zögerlich annahm, denn ihr Ausdruck, während sie die Fotos angesehen und die Nachrichten gelesen hatte, drang unaufhaltsam vor mein inneres Auge.
Anthony bot ihr Platz an und sie blickte sich in der Küche um. Ich sah es ihr an, dass sie mit so viel Luxus nicht gerechnet hatte. Mir war es egal. Am liebsten hätte ich das Treffen außerhalb meiner vier Wände veranstaltet, aber Anthony bestand darauf. Weshalb auch immer.
»Ich komme gleich zum Punkt. Es ist das eingetreten, was wir als den Worst Case vermutet hatten«, fing die Polizisten sogleich an.
»Ja, das vermuten wir auch«, nahm Anthony das Gespräch in die Hand. »Wir denken, dass der Stalker ihn sich geholt hat.« In mir brodelte es. Immer wieder schob ich diesen Gedanken von mir weg und redete mir ein, dass Sascha die Nacht durchgezecht und bei einem Freund übernachtet hatte. Aber wäre das der Fall gewesen, so wäre er schon längst nach Hause gekommen. Außerdem hatte Sascha keine Freunde. Und inzwischen war es schon fast acht Uhr abends. Ich ballte meine Hand zu einer Faust und schlug hinter mir auf eine Schranktür. Der Krach ließ alle erschrecken und gleich kam Raoul auf mich zu. Leider nahm meine Wut nicht im Geringsten ab. Sie nahm höchstens noch zu.
»Mr. Kastner, seien Sie bitte so freundlich und setzen sich zu uns an den Tisch. - Wir haben gestern, während der Hausdurchsuchung etwas gefunden.« Ich tat, worum Ltd. Shmitz mich gebeten hatte, und setzte mich an den Tisch. Sie kramte inzwischen in ihrer Aktentasche, holte einen kleinen Plastikbeutel heraus und legte ihn vor mir auf den Tisch.
»Das ist eine hightech Kamera. So etwas wird ausschließlich in der Spionage verwendet!«, rief Anthony aus und schloss seine Augen. »Die ist klein und kann sehr gut in der Wand versteckt werden. Sie funktioniert über Funk und die Akkus laden sich, während des Betriebes selbst auf. Diese Kamera kann sich in sämtliche Netzwerke einwählen, um ihre Bilder zu senden, und hat eine Reichweite, einmal um die Welt und wieder zurück. Der Typ kann überall sein!«
»Sie wissen also, was das ist? Wegen der Aussage unserer Spezialisten vermuteten wir, dass es eher eine Minibatterie sei«, meinte Ltd. Shmitz beiläufig.
»Ihr habt absolut keine Ahnung. Das ist Hightech und simple Standardausrüstung der Red Eyes!«, ging er dazwischen und schloss wieder seine Augen.
»Also, wenn das so ist, verstärkt sich der Verdacht, dass Mr. Fleischhauer entführt wurde!«, sprach Ltd. Shmitz eher zu sich selbst. Doch ihr Ausdruck rief einen keimenden Verdacht in mir wieder hoch. Anthony?! Nicht schon wieder diese düsteren Gedanken. Es konnte einfach nicht sein. Nein, es durfte einfach nicht sein. Anthony war einer meiner besten Freunde.
»Nun gut, bevor wir es der SPA übertragen, brauchen wir noch einige Antworten!« Und sie fing mit ihren Fragen an. Ich bekam nur noch die Hälfte mit. Allein das, was sie zuvor gesagt hatte, beschäftigte mich zusehends. Sascha und entführt. Das konnte nicht sein. Ich holte mein Handy aus der Jacketttasche und wählte wieder seine Nummer.
Nichts! Wieder die Mailbox und ich schnaubte resigniert.
Nachdem Ltd. Shmitz sich verabschiedet hatte, ging ich zur Bar, die sich im Wohnzimmer befand, und holte zwei Flaschen des besten Cognacs heraus. Ein Schrei riss mich aus meinen Gedanken und ich rannte in die Küche.
Sarah saß auf dem Boden und heulte sich die Augen, an der Schulter ihrer Mutter, aus.
»Ist das wahr? Ist Sascha wirklich entführt worden? Aber warum? Wer tut denn so was?«
»Liebes, schsch. Beruhige dich bitte. Ich erkläre dir alles, aber dafür musst du dich erst einmal beruhigen.« Die beiden unterhielten sich auf Deutsch und ich nahm mir vor, einen intensiven Sprachkurs zu belegen.
Ich ging an den Küchenschrank und holte drei Cognacgläser raus, die ich füllte und Loren sowie Sarah unter die Nase hielt.
»Hier!«, sagte ich nur und kippte mir den Ersten rein. Irgendwann verabschiedeten sich die zwei Frauen und ich saß alleine in meinem Wohnzimmer und blickte wieder zur Uhr. Die Zeiger standen inzwischen schon auf halb zehn abends. Ich schnappte mein Handy, wählte und sofort war Tom dran.
»Haben Sie getrunken?«, hörte ich ihn.
»Japp!«
»Das sollten Sie nicht. Sie haben morgen ein wichtiges Meeting und die Ausstellung steht auch noch an.« Welche Ausstellung. Ich hatte keinen Plan.
»Tom, übernehmen Sie morgen die Ausstellung!«, sagte ich und fragte mich noch mal, welche verdammte Ausstellung es war.
»Was? - Es kommen Bänker von diversen Banken und ...« Bänker? Was war denn das für ein Wort und ich wiederholte es.
»Bänker?«
»Tschuldigung, das war Deutsch oder zumindest Deutsch mit Dialekt. Bankkaufleute ...« - Ah! Mir dämmerte es. Die wollten in meine Aktienfonds einsteigen. Deswegen, diese sinnlose Ausstellung, die Fleischhauer organisiert hatte.
»Sagen Sie den Termin ab. Ich habe sowieso nicht vor, diese Aasgeier teilhaben zu lassen.« Empört schnaubte Tom.
»Sie sollten sich hinlegen.«
»Und Sie sollten nach Hause fahren und nicht ständig im Büro schlafen.« Er legte einfach auf und ich schmunzelte kurz. Ich gönnte mir noch ein paar Gläser und sah, dass die erste Flasche schon fast leer war.
Das Warten auf eine Nachricht machte mich so was von irre. Vor allem aber, die Sorge um Sascha. Ich hoffte für den Typen, dass er Sascha kein Haar krümmte.
Etwas zwischen Wut und Verzweiflung wanderte in meinem Innersten stetig auf und ab. Am Ende setzte ich die Flasche nur noch an meinem Mund, und versuchte, die kalte Berührung in eine warme sanfte Erinnerung zu verwandeln.
Sascha.
Irgendwann mitten in der Nacht weckte mich der Klingelton meines Handys. Der Ton, den Sascha überhaupt nicht leiden konnte und ich suchte es. Das Geklingel hörte auf, um auch gleich wieder von vorne anzufangen. Ich brauchte einen Moment, um zu wissen, wo ich war. Es war auf jeden Fall nicht mein Bett. Nein. Anscheinend war ich wohl auf der Couch eingeschlafen sein, ich drehte mich auf die Seite und die leere Cognacflasche fiel zu Boden. Der Krach weckte mich schließlich endgültig auf. Das Handy klingelte wieder und ich nahm den Anruf an.
»Ja!«
»Anthony hier!«
»Anthony, hey! Wie spät ist es denn?«
»Drei Uhr nachts.« Hoppla, ich hatte gerade mal zwei Stunden geschlafen, wenn man den komatösen Zustand als schlafen bezeichnen konnte.
»Bist du wach?«, fragte er mich.
»So halbwegs.«
»Hau dich unter die kalte Dusche und komm her.« Ich begriff gar nichts.
»Ich kann nicht. Ich habe gerade eine komplette Flasche Cognac geleert«, erwiderte ich darauf und fasste mir an die Stirn.
»Wow, Kyel, dass du noch lebst ... !«
»Schon, aber die Flasche hat es nicht überstanden.« Er gluckste kurz. Was mir total auf den Magen schlug. Immerhin schwirrten immer noch diverse Hintergedanken in der hintersten Ecke meines Gehirns rum.
»Okay, ich komme, ... Was ... nee ... Emily.« So wie es aussah, sprach er wieder mit seiner Frau.
»Wir kommen alle. Richte das Gästezimmer her und ich brauche einen Extraraum, wo wir uns aufhalten können.«
»Was?«
»Das erkläre ich dir später. Du begreifst es jetzt eh nicht. Ach, weißt du was? Liegt der Ersatzschlüssel noch immer da, wo er sonst liegt?« Was für eine bescheuerte Frage. Aber ich wusste, was er meinte.
»Ja, der liegt noch immer da, wo er sonst liegt.«
»Gut. Schlaf deinen Rausch aus. Wir regeln das schon. Gute Nacht.« Er legte auf und ich hievte mich von der Couch. Die Flasche, die auf dem Boden gelandet war, ignorierte ich gewissenhaft und ging in die Küche. Dort kramte ich meine Schubfächer durch, um die Packung Aspirin zu finden.
Ich warf mir gleich zwei Tabletten auf einmal rein und schlurfte zurück in mein Wohnzimmer. Den Weg ins Schlafzimmer fand ich nicht mehr und schlief auch gleich wieder ein, kaum das mein Körper auf der Couch lag.
Der Jetlag, die schlaflose Nacht und der Cognac forderten ihren Tribut.
Mehr oder weniger war mein Schlaf traumlos. Nur hin und wieder drangen wundervolle braungrüne Augen durch. Ein schmollendes Lächeln und laszives Stöhnen.
Der unmögliche Klingelton meines Handys jagte mich aus dem Schlaf und ich ging ran.
Es war Tom, der mir irgendwie die Hölle heißmachte und verlangte, ich solle meinen Arsch endlich in die Firma schieben, um dann einfach aufzulegen. Ich blickte auf mein Handy und war etwas sprachlos. Dennoch schob sich ein Grinsen in mein Gesicht. Langsam kam Tom aus sich heraus. Krächzend hievte ich mich von der Couch hoch und schleppte mich in die Küche. Mein erster Handgriff war an die Kaffeemaschine und es war sehr angenehm, dass der Kaffee schon fertig war. Langsam gewöhnte ich mich daran, dass nun Frauen im Haus wohnten.
Von irgendwoher vernahm ich Babyweinen. Das müsste aus dem linken Flügel kommen. Ein Teil, den ich nachträglich anbauen ließ, weil Paul dort sein »Atelier« haben wollte. Egozentrischer Künstler. Aber malen und zeichnen konnte er sehr gut. Einige seiner Bilder waren schon sehr berühmt und ein Einziges davon wurde mit über 50 000 $ gehandelt.
Mit meinem Kaffee in der Hand ging ich dorthin und meine Augen wurden groß. Im Namen Gottes, was war denn hier los?
»Guten Morgen, Kyel!«, lächelte Emily mich an und ich schaute mich um.
»Moing, Kyel!«, nörgelte Anthony und er sah sehr übernächtigt aus. Ich antwortete nur mit einem Nicken und drehte mich wieder um. Es war zu viel und meine Gehirnzellen standen noch auf ›ja nicht so viel arbeiten, man könnte ja wach werden‹. »Hey Kyel!«, rief Anthony mich zurück und ich wandte nur meinen Kopf in seine Richtung.
»Hmm ...!«
»Du siehst scheiße aus!«
»Danke ...! Was ist hier los?«, fragte ich schließlich. Meine Gehirnzellen fingen langsam zu arbeiten an.
»Das, was ich mit dir letzte Nacht besprechen wollte. Du aber zu klinisch tot warst, um überhaupt etwas zu verstehen«, legte er los und ich ließ ihn. »Wir, also Emily, ich und die anderen, haben beschlossen, dass wir unser Lager hier aufschlagen.«
»Sehe ich.« Und blickte mich wieder um. Das ganze ›Atelier‹ sah wie eine Einsatzzentrale aus. ›Lager‹ nannten die das. Überall hingen Kabel und Drähte. Diverse Rechner, Laptops und sogar einen Beamer hatten sie aufgebaut.
»Check - Satellitenverbindung steht.« Anthony nickte dem Mann zu und wandte sich wieder zu mir.
»Die Polizei, also Ltd. Shmitz hat uns den Einsatz erteilt«, teilte Anthony mir weiter mit.
»So schnell?« Er grinste etwas und schaute verlegen zur Seite.
»Ja, also. Sie bestand darauf, mit dabei zu sein.«
»Ah ha!«, sagte ich nur und zuckte mit den Schultern. Mir war das egal. Inzwischen musste schon die ganze Welt Wind davon bekommen haben, dass der große Kyel Kastner Erpressungsopfer eines sadistischen und perversen Stalkers geworden war. Der sich die Frechheit herausgenommen hatte, dessen Lebensgefährten zu entführen.
Ich nippte an meiner Tasse und machte mich wieder auf den Weg in die Küche.
Loren und Sarah waren schon außer Haus und ich blickte wieder auf die Uhr. Ich hatte noch eine halbe Stunde und dann musste ich in die Höhle des Löwen. Wie ich ›Bänker‹ hasste. Komisch, dass ich mir ausgerechnet dieses Wort so gut merken konnte.
Im Jaguar fuhr ich zur Firma und meine Gedanken, die nun der Meinung waren Überstunden zu schieben, überschlugen sich. Meine Villa wurde zu einer Einsatzzentrale. Die Bullen und die SPA-Agenten gingen ein und aus, wie es ihnen gefiel. Anthony, Emily und Raoul zogen bei mir mit ein. Parker fluchte stetig vor sich hin und meine Eltern wollten auch ihren Teil dazu beitragen. Und von Sascha fehlte jegliches Lebenszeichen. Ich war von meinem Leben so was von »fasziniert« und schloss für einen kurzen Moment meine Augen, um das herannahende Brennen zu unterdrücken.
Scheiße, ging es mir dreckig.
Ich parkte mein Auto und stieg aus. Kurzzeitig musste ich mich an der Tür festhalten, der Alkohol war wohl noch nicht vollständig aus meinem Körper heraus und ich kniff die Augen zu.
Tom kam wild gestikulierend aus der Firma, und als er mich sah, schüttelte er nur den Kopf.
»Langsam wird das zur Gewohnheit, Mr. Kastner!«, sagte er und ich blickte in seine blaugrauen Augen.
»Tom, wie ich sehe, haben Sie den Termin nicht abgesagt.«
»Nope, dieses Vergnügen hob ich für Sie auf.«
»Verstehe!«, meinte ich nur, ließ endlich die Autotür los und knallte sie zu.
Als ich zur Firma ging, rasselte Tom sämtliche Termine, die für heute anstanden, runter und davon bekam ich keinen Einzigen mit. Vor allem war mir das scheißegal.
»Herr Hoffmann, der direkt aus Deutschland kam, fiel aus sämtlichen Wolken, als er hörte, dass Mr. Fleischhauer nicht zugegen ist!«, sagte Tom, und als er weiterreden wollte, unterbrach ich ihn.
»Was meinen Sie, wie mich das interessiert!?«
»Herr Gott! Mr. Kastner, jetzt reißen Sie sich am Riemen!« Ich lachte auf.
»Ich soll mich am Riemen reißen? Was glauben Sie, wie ich es versuche! Ich bin auf über 360. Wenn mir einer, mit einer dämlichen Bemerkung zu nahe kommt, dann werde ich dem, wohl oder übel, den Kopf abreißen!«, sagte ich und lächelte Tom süffisant an. Er hielt zu meinem Glück endlich den Mund und ging hinter mir her.
Ohne anzuklopfen, ging ich in den Konferenzsaal und meine Vorstandsmitglieder, die nun aus Mr. Freim, Mr. Houer und Nicole bestanden, erhoben sich.
Monoton begrüßte ich alle und nahm am Kopf des Tisches meinen Platz ein.
Nach nur zweieinhalb Stunden waren die Verhandlungen vorüber und ich war ziemlich zufrieden. Ungereimtheiten, die Mr. Fleischhauer nicht aus der Welt geräumt hatte, wurden geklärt und der Schaden, den er noch verursacht hatte, wurde von Nicole ausgemerzt. Sie war wirklich eine Bereicherung meines Teams und ich hegte den Gedanken, Markus Fleischhauer endgültig zu feuern.
Die restlichen Termine ließ ich auf Mr. Freim und Nicole verteilen und machte mich wieder auf den Weg nach Hause. Das nun wirklich zu einer Einsatzzentrale geworden war.
»Habt ihr Nachricht von Sascha?« War das Erste, dass ich fragte, als ich die Tür aufschloss und in die Küche ging.