Die Begegnung von Kira und Nyx Leseprobe 1/2
Die Nacht, die alles veränderte – Kira & Nyx’ erste Begegnung
Jägerin der Schatten – Wer ist Kira?
Tief in den Wäldern von Thariis bewegt sich eine Gestalt lautlos durch das Dickicht. Sie ist mehr Schatten als Wesen, mehr Wind als Körper. Ihre Schritte hinterlassen keine Spuren, ihre Sinne erfassen jede Bewegung, jedes Flüstern der Blätter im Wind.
Ihr Name ist Kira Padu – eine Jägerin, eine Beobachterin, eine Kämpferin.
Sie gehört zu den Kashari, den fuchsartigen Bewohnern von Thariis, doch anders als viele ihrer Artgenossen hat sie das Leben in den großen Städten hinter sich gelassen. Ihre Heimat ist der Sagun-Wald, ein uralter, lebendiger Ort voller Magie und Gefahren. Zwischen den leuchtenden Bäumen, unter dem violetten Himmel, hat sie gelernt zu überleben – nicht mit roher Gewalt, sondern mit Intelligenz, Geschick und der Kraft der Natur.
Kira ist keine Heldin, die sich in den Mittelpunkt drängt. Sie spricht nicht viel, wählt ihre Worte mit Bedacht. Doch wenn sie etwas sagt, dann mit der Präzision eines Pfeils, der sein Ziel niemals verfehlt. Sie lebt für die Freiheit, für den Wald, für die Gerechtigkeit – und wenn nötig, wird sie zu einer unsichtbaren Bedrohung für jene, die anderen Schaden zufügen.
Sie hat keine Angst vor der Dunkelheit – sie ist ein Teil von ihr.
Der Ruf der Dunkelheit
Der Nebel lag schwer über dem Sagun Wald, seine dichten Schleier tanzten zwischen den uralten Bäumen. Die leuchtenden Pilze am Boden warfen ein geisterhaftes Licht auf die lilafarbenen Blätter, während der Wind ein leises Flüstern durch das Unterholz jagte.
Kira kannte diesen Wald. Er war ihr Zuhause. Aber heute Nacht fühlte er sich... fremd an.
Sie war auf einer Mission – Heilpilze für einen Mönch sammeln, der Tränke herstellte. Ihre Pfoten bewegten sich lautlos über den moosbedeckten Boden, ihre Ohren gespitzt, als ein fremder Geruch ihre Nase traf.
Rauch. Feuer. Und... Wilderer.
Ein leises Knacken im Dickicht ließ sie erstarren. Stimmen. Tief und gierig. Sie schlich sich näher, sprang auf einen umgestürzten Baum und spähte in eine versteckte Höhle.
Fünf Gestalten saßen um ein Feuer. Der Geruch von gebratenem Fleisch lag in der Luft.
Und dann sah sie die Käfige.
Ein Dutzend Tiere – ein paar Peggin, ein paar Zupp, zwei Mellos standen angebunden an der Höhlenwand . Gefangen, aber nicht verletzt. Ihr Herz zog sich zusammen.
Doch als ihr Blick tiefer in die Höhle wanderte, entdeckte sie ihn.
Zwei Augen, so tiefblau wie der Nachthimmel, leuchteten aus der Dunkelheit.
Ein Pelar.
Sein Fell war schwarz mit hell blauen, leicht schimmernden Mustern. Ruhig saß er da, beobachtete sie. Und dann – ein Flüstern in ihrem Kopf.
„Du... bist nicht wie sie.“
Kira riss die Augen auf. Telepathie?
Pelare waren für ihre Gedanken Kommunikation bekannt, aber so früh? Er musste noch jung sein. Kein Wunder, dass es nur ein undeutliches Echo war.
Aber sie verstand ihn. Und er verstand sie.
Sie durfte ihn nicht hier lassen.
(Ende Leseprobe 1/2)
Konzeptbilder:

