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Atme aus… Lass alle Luft aus deinen Lungen entweichen – und stelle plötzlich fest, dass du atmen kannst. Wieder. Tief und voll. Unter Wasser. Es fühlt sich natürlich an, leicht, als würde das Wasser nichts wiegen, und du atmest es ein wie Luft.
Für einen Moment dämmert es dir: Dies ist ein Traum. Und schon zerfällt das Trugbild, zerbröckelt in Stücke, verändert seine Form, um dich in eine neue Welt zu tragen. In einen Strudel von Ereignissen, in dem keine Zeit bleibt, über ihren Sinn nachzudenken. Doch diesmal bist du vorsichtig, erkennst die Illusion immer wieder.
Und plötzlich bist du auf einem Familienfest. Um dich herum strahlende Gesichter von Verwandten, und du erkennst jedes einzelne. Freude erfüllt dich. Es scheint, als würde der Geburtstag eines lieben Menschen gefeiert, und alle sind zusammengekommen. Eine Idylle.
Doch sobald du die fremden Gesichter genauer betrachtest, wird dir klar: Dies sind nur Abbilder deiner Liebsten. Das Haus, obwohl es vertraut wirkt, ist nicht das, in dem du aufgewachsen bist – nur einzelne Details erinnern an etwas Bekanntes.
In diesem Moment erstarrt alles. Die Menschen im Raum drehen sich zu dir um, ihre Blicke leer, distanziert, als warteten sie auf etwas von dir.
– Ist das ein Traum? – frage ich in die Stille, die den Raum verschlungen hat.
– Ja.
– Ihr seid nicht meine Familie?
– Nein.
– Seid ihr echt?
– Ja.
Ich bin wach.
Nass von kaltem Schweiß lag ich in meinem Bett. Draußen dämmerte es bereits, und man hörte das Rascheln des feinen Herbstregens, der auf das Dach prasselte und in kleinen Bächen in den Teich im Hof unseres Hauses floss. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich zwei Minuten vor dem Wecker aufgewacht war.
– Wie passend – dachte ich mit einem Lächeln.
Den Wecker stellte ich aus, doch aus dem warmen Bett wollte ich mich nicht herausquälen. In einem feuchten T-Shirt erneut einzuschlafen, hatte ich ebenso wenig Lust. Vorsichtig stand ich auf, um meine Liebste nicht zu wecken. Sie schlief noch, gemütlich in die Decke eingewickelt. Ein leichtes Lächeln auf ihrem Gesicht verriet, dass ihre Träume weit angenehmer waren als meine.
Langsam zog ich ein frisches, trockenes T-Shirt an, schlüpfte in meine Hose und ging ins Wohnzimmer. Durch die Glastür, die in den Innenhof führte, starrten mich zwei Augenpaare an. Marco und Polo, unsere Katzen, die wie gewohnt die ganze Nacht irgendwo herumgestreift sind, warteten geduldig darauf, dass ich die Glastür öffnete – wie eine Schleuse zwischen der kalten, feuchten Herbstluft und der Gemütlichkeit der Wohnung.
Ich ließ sie herein. Sie waren bis zu den Schwanzspitzen nass. Polo brummte laut, als würde er sich über das Wetter beschweren. Marco rieb sich einfach an meinem Bein, sprang meiner Hand entgegen und forderte Streicheleinheiten. Natürlich mussten sie sofort gefüttert werden. Erst danach konnte ich mich meiner üblichen Morgenroutine widmen.
Ein paar Minuten später saß ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Küchentisch und blickte nachdenklich in den grauen Novemberhimmel vor dem Fenster.
– Was passiert nur mit mir…








