Facetten IV - Der Liebe

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Summary

Nach einem erholsamen Urlaub bleibt die erhoffte Normalität aus, da Sascha sich erneut, seinem Peiniger Nigel Clancy stellen muss. Während Sascha mit sich selbst und seiner drohenden Dunkelheit kämpft, bekommt Kyel einen Drohbrief, in dem er dazu aufgefordert wird, seine Verlobung zu lösen.

Status
Complete
Chapters
32
Rating
n/a
Age Rating
18+

Sascha Fleischhauer

Der Hawaii-Urlaub tat mir gut. Drei Wochen Sonne, Strand und Meer. Dennoch umschlich mich das dunkle Wissen, welches ich vor dem Urlaub in der Hand hielt. In Form dieser Vorladung. Kyel hatte ich diesbezüglich noch nichts erwähnt. Ich wollte nicht, dass er sich die ganze Zeit darüber Gedanken machte.


Wir saßen im Flugzeug zurück nach Amerika und für einen kurzen Moment trauerte ich dem Urlaub hinterher. Hatten wir so schon oft Sex. In diesen drei Wochen sprengten wir unseren Rekord. Glücklich atmete ich ein und blickte wieder durch das runde Fenster. Seine Finger umschlangen meine oder er fuhr über meinen Oberschenkel. Immer diese behutsame Aufmerksamkeit gab mir das Gefühl, endlich wohin zu gehören. Zu ihm.

Es gab Aufruhr am Flughafen und jeder Passagier wurde vom Zoll kryptisch unter die Lupe genommen. So wie ich und aus dem Augenwinkel, sah ich Kyels meeresblau teuflisch auffunkeln. Ganz besonders als der Beamte anfing, meine Beine abzutasten und kurz vor Kyels persönlichen Reich aufhörte. Ich schmunzelte und Kyel setzte leicht säuerlich seine Sonnenbrille auf. Gott musste er sich zurückhalten, um nicht seinen Besitzanspruch zu verkünden. Es gefiel mir und ich biss mir auf die Lippe, als der Beamte sich mein anderes Bein vornahm. Er war eifersüchtig und ich reizte ihm damit, als ich mich ganz ahnungslos am Hals kratzen musste. Kyel hielt sein Atem an und verschränke seine Arme vor seiner Brust. Gott nur noch ein Tropfen und er würde explodieren. ›Ja mein lieber ich durchschaue dich. Du bist nicht mehr der unnahbare Geschäftsguru, sondern mein Verlobter. Und ich habe das Recht, dich anzuheizen‹.

Die ›Leibesvisite‹ war vorbei und Tom wartete schon vor dem Flughafen auf uns. Kyel wurde immer ungeduldiger und riss die Tür auf, noch während Tom einparkte. Ich räusperte mich nur und Meinte: »Er hat das Boardessen nicht vertragen.« Tom blickte in den Rückspiegel und schüttelte leicht seinen Kopf. Wer wusste schon, was er gerade dachte und fuhr los.

Daheim angekommen half Tom mir beim rausheben der Koffer aus dem Kofferraum und verabschiedete sich dann, als ich ihm sagte, dass ich den Rest alleine schaffte. Ich ging zur Haustür, schloss sie auf und noch, bevor ich einen Schritt in die Villa tätigen konnte, wurde ich reingezogen und gegen die Wand gedrückt.

»Mein kleiner Orkan. Glaube ja nicht, dass ich dein Schauspiel nicht durchschaut hätte.«

»Welches Schauspiel?« Tat ich auf unschuldig und schon verbot er mir, zu sprechen. Heftig umschlossen seine Lippen die meinen und er hob mich hoch. Wie ein Äffchen klammerte ich mich an ihm und hörte nur, wie er die Tür zu unserem Schlafzimmer öffnete und ich etwas unsanft auf das Bett flog.

Mit blitzenden Augen betrachtete er mich und je intensiver sein Blick wurde, umso heftiger ging mein Atem. Ich konnte es nicht mehr erwarten, ihn, meinen noch nicht ganz Verlobten, in meine Arme zu nehmen, ihn zu empfangen. Kyel Kastner.

Langsam richtete ich mich auf und wollte schon mein Shirt über mein Kopf ziehen, als Bewegung auf dem Bett aufkam und Kyel mein Shirt mit einem Ruck hinter meinen Kopf runterzog.

»Ich glaube, ich habe dir schon einmal gesagt, dass du noch nicht reif für Eigeninitiative bist.«

»Wenn ich es nicht tue, würdest du mich immer noch anstarren.«

»Treib es nicht zu weit ...« Doch er kam nicht weit, denn ich hatte mich aus dem Shirt befreit und zog ihn zu mir runter. Stürmisch drang ich mit der Zunge ein und er ließ mich gewähren. Drehte ihn auf den Rücken und setzte mich auf ihn. Mit meinen Fingern fuhr ich seine Konturen im Gesicht nach. Wie ich diesen Mann liebte. Strich über seine Lippe, weiter hinab zu seinem Hals. Fuhr über seinen Adamsapfel, weiter runter zu seinen Brustwarzen. Ich liebte es, ihn zu berühren und da ich genau auf seinem Unterleib saß, spürte ich, dass es ihm genauso gefiel. Kurz bewegte ich mich und Kyel biss sich auf die Lippen.

Langsam beugte ich mich zu ihm hinab und wollte ihn küssen, als es in der Villa plötzlich laut wurde.

»Hey! Wo sind die Urlauber. Huhu! Ich habe Sushi mitgebracht!«, hörte ich Mike rufen. Verdrossen und tief einatmend lag ich auf Kyel, der sich nicht mehr halten konnte und gluckste.

»Das ist jetzt echt nicht wahr, oder? Warum hat jeder zu deiner Villa einen Schlüssel?«

»Mike schätze ich nicht, dass er einen Schlüssel hat, aber Raoul.«

»Oh Mann!« Ich hievte mich hoch und suchte mein Shirt, welches ich mir überzog. Keine Sekunde zu spät und Mike stand im Schlafzimmer. Er grinste über all seine Backen und hielt die Sushibox hoch.

»Habe ich gestört?« Wieder atmete ich ein.

»Nicht wirklich«, meinte ich nur und ich sah, dass er sich nicht mehr halten konnte. Mir zuzwinkerte und in die Küche verschwand. Kyel trat auf mich zu und nahm mich in die Arme. Ich schmiegte mich an seine Schulter und genoss das sanfte Streicheln.

»Na komm. Wir haben eh keine Chance, uns aus diesem ›aus dem Urlaub zurück Willkommensparty‹ zu entziehen.«

»Irgendetwas sagt mir, dass du davon gewusst hast?« Er schüttelte mit dem Kopf.

»Nein, habe ich nicht!« Wieder atmete ich tief ein und rieb mir die Augen.

»Einfach unverbesserlich!«

Ich löste mich aus seiner Umarmung und ging in die Küche. Als ich die Meute sah und mich zu Kyel umdrehte, der noch immer verschmitzt lächelte, wäre ich zu gerne in ein Mäuseloch verkrochen, denn er hatte es gewusst. Und wenn wir es etwas schneller angegangen wären, hätte Mike uns voll erwischt. Mein Blick ging zu meiner Mutter und schon schoss mir die Röte ins Gesicht. Was wäre passiert, wenn wir dabei gewesen wären und anstatt Mike Mom ins Schlafzimmer gestürmt wäre? Oh mein Gott! Wo war nur der Fingerhut? Egal, wo ich ihn suchte, ich fand ihn nicht und setzte mich an den bereits gedeckten Tisch. Es gab nicht nur Sushi. Jeder hatte etwas mitgebracht und die Stimmung wurde immer ausgelassener.


Die restlichen Urlaubstage verbrachten wir ruhig, bis Kyel auf mich zukam und mich eindringlich anblickte.

»Willst du mir nicht endlich mal sagen, was du vor mir verheimlichst?« Geschockt starrte ich ihn an. Was bitteschön sollte ich vor ihm verheimlichen?

»Ich weiß nicht, was du meinst?«, fragte ich, denn ich wusste es wirklich nicht.

»Och Sascha!« Kyel langte in seine Hosentasche und zog einen Brief heraus.

»Was ist das?«

»Die Vorladung für die Verhandlung!« Scheiße! Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht! »Sie ist morgen. Und wann wolltest du es mir sagen?«

»Das habe ich total vergessen!« Nun war er es, der mich geschockt anstarrte und anschließend tief einatmete.

»Vergessen?« Ich nickte nur und versuchte, die eingetrocknete Spucke zu schlucken. Ging nicht, denn meine gesamte Körperfunktion war auf ›Ich will ihn nicht mehr wiedersehen!‹ eingestellt. Meine Übelkeit stieg an und ich spürte, wie ich weiter in den Sitz sank.

»T... tut mir leid! Ich habe es wirklich vergessen«, murmelte ich und spürte nicht einmal, dass ich weinte. Kyel setzte sich neben mich und nahm mich in die Arme.

»Ist schon gut!« Sanft küsste er meine Stirn und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. »Wir schaffen das schon.« Langsam schüttelte ich den Kopf.

»Wurde er schon gefasst?«

»Nein! Er ist noch immer auf der Flucht, aber Anthony hat eine Spur.«

»Warum soll ich dann zur Anhörung, wenn Clancy ...« Kyel küsste auf meinen Mund und schaute mir tief in die Augen.

»Diese Aussage, die du morgen vor Gericht aussagt, ist die entscheidendste. Es ist zwar ein Haftbefehl ausgestellt worden, aber du kennst ja die Rechtslage.«

»Wie meinst du das?«

»Mit deiner morgigen Aussage bleibt es dann nicht nur beim Staatsanwalt, sondern geht zur SPA weiter und Clancy gehört dann mit zu den Top 100 der meistgesuchten Verbrecher auf der Welt. Die Priorität, ihn hinter Schloss und Riegel zu bekommen, bekommt einen höheren Stellenwert.« Ich verstand es nicht.

»Was haben die Prioritäten damit zutun?«

»Clancy ist ein ehemaliger Red Eyes. Somit genießt er Immunität. Aber wenn du aussagst, verliert er diese und die ganzen geheimen Organisationen werden der SPA helfen, ihn zu finden, fangen und einsperren.«

»Aber ...«

»Mach dir darüber nicht so viele Gedanken. Mach morgen deine Aussage und der Rest erledigt sich von selbst.« Leichter gesagt als getan. Ich konnte nicht und ich wollte nicht. Denn manchmal wenn ich meine Augen schloss, sah ich das starre Graue, spürte die kalten Hände und fühlte die schrecklichen Orgasmen, die mich dazu trieben, mich ihm immer wieder hinzugeben.