Eine Party oder doch ein ganzes Leben?

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Summary

Mia, eine eigentlich noch junge Frau, die nach etwas Spaß in ihrem Leben sucht und diesen ganz schnell findet. Allerdings ist dieser Spaß was anderes, als sie sich vorgestellt hatte.

Genre
Romance
Author
Alive
Status
Ongoing
Chapters
25
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1

Es ist Samstagabend. Ich liege – wie jede Woche – auf dem Sofa. Gegenüber flackert der Fernseher, und der Countdown für eine weitere Folge meiner Lieblingsserie läuft herunter. Kurz darauf startet die nächste Episode.

Es interessiert mich nicht wirklich. Die Serie habe ich schon dutzende Male gesehen, und ich bin in mein Handy vertieft.

Eine Story meiner Kollegin hat mich gefesselt – sie scheint einen richtig tollen Abend mit ihren Freundinnen in einem Club zu verbringen.

Das hätte ich auch gerne mal wieder.

Ende zwanzig bin ich mittlerweile, und während die eine Hälfte meiner Freunde inzwischen Kinder hat und sich über jede Minute Schlaf freut, reist die andere Hälfte mit Rucksäcken durch die verschiedensten Länder.

Nur ich … ich habe nach dem Studium einen geregelten Job angefangen – und würde mich trotzdem sehr über ein bisschen Spaß freuen.

Die Story meiner Kollegin macht mich wehmütig. Kann ich sie am Montag auf der Arbeit fragen, ob ich beim nächsten Mal mitkommen kann?

Sie ist allerdings ein paar Jahre jünger, und ihre Freundinnen könnten sogar noch Studentinnen sein.

Die nehmen doch keine Fast-Dreißigjährige mit feiern.

Kann ich das überhaupt noch?

Naja, um das herauszufinden, bräuchte ich entweder Freunde zum Ausgehen – oder müsste all meinen Mut zusammennehmen und alleine losziehen.

Bei dem Gedanken lache ich.

Ich würde niemals allein feiern gehen, auch wenn meine beste Freundin Annelie mir das schon oft vorgeschlagen hat.

Apropos Annelie …

Ich öffne den Chatverlauf und schreibe ihr: „Hi. Schlafen alle?“

Ausnahmsweise kommt direkt eine Antwort:

„Na du! Wenn nicht, würde ich bereits Amok laufen – das hättest du bestimmt mitbekommen. 🙃“

Ich lache laut. Deshalb liebe ich Annelie so. Es gibt niemanden, der meinen Humor so teilt wie sie. Unsere Treffen bestehen immer aus einem einzigen, großen Lachen, welches nie aufhört.

Ich schreibe zurück:

„Vielleicht sollte ich dann doch schon mal die Nachrichten anmachen – oder wer hat das Schnickschnackschnuck verloren?“

„Paul!!! Endlich mal wieder Paul. Ich habe den GANZEN Abend UND die Nacht kinderfrei. 🥳Zumindest, wenn er es schafft, Lu zu beruhigen.“

„Was sagt dein Müdigkeitslevel?“, frage ich vorsichtig.

„Warst du etwa immer noch nicht allein feiern?“

Ich lache wieder. Sie trifft es genau.

„Nein … Ich sagte dir doch, dass ich das nicht kann. Was soll ich denn allein da? Ich brauche jemanden, der auf mich aufpasst.“

„Ach, Mi! Ich passe schon den ganzen Tag auf kleine Wesen auf – und dann nachts auf dich?“

„Ich wollte doch nur deinen Mutterinstinkt für mich, altes Etwas, wecken. 😉😂“

Annelie schickt mir ein Foto:

Paul und ihre ältere Tochter Ellie, beide schlafend im kleinen Kinderbett. Das Buch liegt noch aufgeklappt auf Pauls Bauch, und Ellie hat sich an seine Schulter gekuschelt.

Annelie schreibt:

„Mein Abend wird dann wohl auch nicht mehr so spannend.“

Meine Antwort:

„Wie kann man nur so süß sein?! 🥰 Ich hätte da eine andere Idee für einen spannenden Abend. 😎“

Auf meine letzte Nachricht kommt keine Antwort mehr.

Vielleicht ist Ann eingeschlafen – verübeln könnte ich es ihr nicht.

Ich gehe zur Süßigkeitenschublade, krame eine fast abgelaufene Tüte Chips heraus und öffne mir eine Flasche Wein.

Dann muss ich eben allein zu Hause feiern … oder doch nur Frust ablassen?

Ich mache Musik an – leise natürlich, denn die meisten im Haus sind über 60 und finden laute Dinge nur dann gut, wenn man damit etwas reinigen oder reparieren kann.

Etwa 15 Minuten vergehen, bis es plötzlich an der Tür klopft.

Ohne groß nachzudenken, gehe ich hin und öffne.

Bestimmt wieder Frau Meier, der selbst diese leise Musik schon zu viel ist.