Prolog
Derek stampfte wütend durch eine Matschpfütze. Wie konnte er so dumm sein und einfach während eines Gewitters jagen gehen? Da ist es doch nur logisch, dass ihn irgendwann ein starker Regenguss erwischt. Verärgert auf sich selbst und mit Matsch verschmierten Hufen galoppiert der ältere Zentaur nach Hause. Es handelt sich dabei um ein gemütliches Holzhaus, das er selbst erbaut hatte. Als seine Zentaurendame Anthelia vor vier Jahren im dritten Trimester der Zentaurenschwangerschaft war, das 11 Monaten dauert, hatte er das Haus um ein Kinderzimmer erweitert.
„Papiiiii ist daaa!!!“, ruft sein Sohn Kefor fröhlich und saust zu seinem Vater. Schon ist Dereks schlechte Laune vergessen. Vor Elternglück strahlend nimmt er seinen kleinen Zentaurenjungen in die Arme und gemeinsam trabend geht es ins Hausinnere. Sein Sohn konnte ihn jedoch von den Gedanken nicht ablenken, wie lange die Hungersnot wohl noch andauern würde. Würde er sich und seine Familie durchbringen können? Heute war er, trotz des Gewitters, erfolgreich gewesen und hat zwei Rehe erlegt, die nun an seiner Jagdtasche baumelten.
Seine Gattin backte im Hausinneren bereits Brot in der Kochnische. Der Brotlaib verströmt einen köstlichen Duft, der Derek in die Nase stieg und ihm seinen Hunger merken ließ. Immerhin war er bereits früh morgens und auf leeren Magen zur Jagd aufgebrochen.
Er ließ Kefor runter, begrüßte seine Frau mit einem Kuss und machte sich daran, seine Jagdbeute zu bearbeiten. Die Rehe wurden von der Tasche gelöst und auf den Tisch gelegt. Dort wurden sie gehäutet und anschließend filetiert.
Gemeinsam mit seiner Frau grillte er das Fleisch und servierte danach das Essen, welches die drei dann voller Appetit und mit wenig Manieren aßen.