Orgasmusverbot - Der Dom, der zu viel Werbung schaut

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Was hat Shampoo mit einem Orgasmusverbot und SM zu tun? Na, lies einfach weiter - dann erfährst du es!

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18+

Orgasmusverbot

„Sisa, kommst du mal?“

Mein Kopf ruckt hoch, als unvermittelt dieser Ruf aus dem Badezimmer erklingt. Gerade eben noch habe ich mich bequem auf die Couch gefläzt, in der Annahme, dass mein werter Herr jetzt erst einmal eine ganze Weile mit Duschen und sich Frischmachen beschäftigt sein würde – und nun ruft er nach mir.

Nach der ersten stürmischen Begrüßung vorhin – immerhin haben wir uns ein paar Wochen lang nicht gesehen – hatte er den Wunsch nach einer erfrischenden Dusche geäußert und mich erst einmal von sich geschoben.

Eigentlich verbindet uns „nur“ eine Wegstrecke von gut einhundert Kilometern. Aber heute, bedingt durch den ganzen Ferienrückreiseverkehr, hat er für diese Strecke nahezu drei Stunden gebraucht. Und das bei über 40° im Schatten, in einem schwarzen Wagen ohne Klimaanlage.

So hat mein Herr diesmal also etwas verblüht ausgeschaut, als er endlich bei mir eingetroffen ist. Wie ein Primelchen, das man ein paar Tage nicht gegossen hat.

„Kommst du?“, schallt es noch einmal aus dem Bad.

Was soll das jetzt? Hat er ein Handtuch vergessen? Nein, ich bin mir völlig sicher, ihm vorhin nicht nur eines, sondern gleich zwei frische hingelegt zu haben!

„Was gibt es denn?“, plärre ich verblüfft zurück.

„Ich sagte, du sollst herkommen – verdammt noch mal!“

Mit einem Schlucken zucke ich zusammen und springe von der Couch, als hätte ich einen Stromschlag bekommen. Der Tonfall verheißt nichts Gutes!

Hups, was ist denn da los?

In Rekordzeit lege ich die fünf Meter ins Bad zurück und spähe dann vorsichtig in die gefliesten Ecken. Ist da etwa eine Spinne irgendwo – und mag er keine Spinnen?

Also – bei aller Liebe, aber wenn es um eine Spinne geht, da muss er sich dann aber jemand anderen suchen, der die für ihn entfernt. Das ist nicht meine Aufgabe als Sklavin und überhaupt, Spinnen sind so ziemlich das Einzige, das auf meiner Tabuliste stehen würde, wenn ich denn eine hätte!

Er ist hier der Mann – und Männer haben doch keine Angst vor Spinnen. Oder? Hoffe ich wenigstens …

Mitten in meine Überlegungen hinein, schießt sein Arm um die Ecke und findet mit zielsicherem Griff meinen langen Schopf – und schon werde ich regelrecht ins Bad hineingezerrt. Den Schmerz im Nacken spüre ich nicht einmal, so sehr bin ich damit beschäftigt, aus den Augenwinkeln alle Zimmerecken abzusuchen, ob da nicht vielleicht irgendwo so ein grässliches schwarzes Krabbelvieh von der Decke hängt …

„Was verdrehst du denn die Augen so komisch?“, schnauzt er mich an und ich seufze erstickt.

„Ist da irgendwo eine Spinne?“

„Lenk nicht vom Thema ab!“, knurrt er – und ich frage mich erstaunt, von welchem Thema ich denn wohl hätte ablenken können.

„So, meine werte Sklavin!“, knurrt er weiter. „Ich denke, hier besteht Erklärungsbedarf!“

Nein, weit und breit keine Spinne zu sehen. Aber was will er dann eigentlich von mir?

„Ähem – was soll ich dir denn erklären, bitteschön?“, wispere ich eingeschüchtert. „Vielleicht drückst du dich mal etwas genauer aus? Ich habe es seit unserem letzten Treffen leider nicht geschafft, Gedankenlesen zu lernen!“

„Aua!“, winsle ich in der nächsten Sekunde, denn er fängt an mich zu schütteln, als wäre ich ein ungezogener Welpe, dem man Manieren beibringen muss, weil er eine Pfütze auf den Wohnzimmerteppich gemacht hat.

„Hattest du nicht ausdrückliches Orgasmusverbot?“

„Oh … ja …“, keuche ich atemlos, immer noch ganz schwindelig von der Schüttelei und völlig planlos, was er denn eigentlich von mir will. Doch dann wird mir auf einmal klar, was er da gerade gesagt hat. Empört schaue ich ihn von unten her an – was anderes lässt sein Griff leider nicht zu.

„Und daran habe ich mich auch gehalten! Ich hatte keinen einzigen Orgasmus ohne deine Erlaubnis – und angefasst habe ich mich auch nicht!“, fauche ich ihn beleidigt an – aufgebracht, weil er mir solch einen Ungehorsam überhaupt zutraut.

„Und was ist das da?“, knirscht er und wieder werde ich gebeutelt, bis mir das Badezimmer vor den Augen verschwimmt, weil sich irgendwie meine Sehachse verschiebt und ich es nicht mehr schaffe, geradeaus zu schauen.

Verständnislos stiere ich vor mich hin und folge, als sich das Flimmern vor meinen Augen endlich wieder beruhigt hat der Richtung seines ausgestreckten Fingers und starre dann fassungslos und verständnislos auf die Flasche Shampoo in der Duschablage.

„Haarshampoo!“, krächze ich und bin froh, dass ich überhaupt einen Ton rausbringe.

„Also ein eindeutiger Verstoß gegen das Wichsverbot!“, kommentiert er trocken.

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ist mein Herr jetzt endgültig übergeschnappt? „Ähem, sag mal, nimm mir das nicht übel – aber hast du was getrunken?“, flüstere ich vorsichtig.

Zack, wieder verschwimmt die Welt in einem Wirbel aus Farben – zusammengesetzt aus dem Weiß der Badezimmerfliesen und dem Rot des Duschvorhangs – und mittendrin er, mein aufgebrachter, wütender Herr.

Das war also nichtzutreffend gewesen, diese Vermutung. Ich seufze innerlich. Aber leider ist Sturheit eine meiner lästigsten – und ausgeprägtesten, schlechten Eigenschaften. „Du bist also nicht betrunken …“, stelle ich fest und frage dann vorsichtig: „Hast du dir etwa im Stau einen Joint rein gepfiffen?“

Herrjemine, wenn dieser Mann nur nicht so kräftig wäre. Ich verliere fast den Boden unter den Füßen bei der Gewalt seiner Beutelei und um meinen Skalp beginne ich obendrein zu fürchten.

„Das. Ist. Überhaupt. Nicht. Witzig!“, artikuliert er verbissen, jedes Wort extrem dabei betonend. „Wenn ich sage, meine Sklavin hat nicht zu wichsen und sie darf keinen Orgasmus haben, dann erwarte ich aber auch, dass sie sich daranhält! Und kein Shampoo benutzt mit Orgasmusgarantie!“

Kennen Sie das? Man hört etwas und man empfängt gehörtechnisch jedes einzelne Wort, jede Silbe und jeden Buchstaben – und trotzdem ergibt das Gehörte überhaupt keinen Sinn? Ja – so geht das mir gerade!

Shampoo mit Orgasmusgarantie?

Ich verstehe die Welt nicht mehr …

„Dafür verdienst du jetzt aber wirklich eine deftige Abreibung. Wo kommen wir denn hin, wenn du schon so anfängst und einfach nicht mehr gehorchst, wenn ich dir etwas auftrage! Na, da kannst du dich aber nachher auf die Strafe freuen, das sage ich dir!“

„Ich verdiene eine Strafe, weil ich mir die Haare mit Shampoo wasche?“

Ich bin nicht blond – wirklich nicht! Weder äußerlich noch innerlich, das schwöre ich – aber jetzt komme ich mir gerade vor, als würde er Chinesisch sprechen. Ich habe keinen blassen Schimmer, was er eigentlich meint.

„Das kennen wir doch aus der Werbung, das Zeug! Jedes Mal sieht man, wie sich die Mädels damit die Haare waschen und wie sie dann stöhnen, als würde ihnen einer abgehen dabei – wegen dem Shampoo! Nein, so geht das nicht, dass du mich so hintergehst und dir deine Orgasmen auf diese Art und Weise mogelst! Das lasse ich dir nicht durchgehen!“

Ich schlucke. Starre ihn fassungslos an. Mein Gesicht muss in dem Augenblick wahre Bände sprechen. Aber kein Grinsen entkommt ihm. Nicht mal die Andeutung eines solchen.

Ich stehe kurz davor, mich loszureißen, ans nächste Telefon zu hechten und die Herren mit den weißen Turnschuhen anzurufen, damit sie ihn abholen.

Er schaut megagrimmig.

Ganz böser, wütender und enttäuschter Dom.

Und ich zweifle immer weiter an seinem Geisteszustand.

„Auf die Knie, du ungehorsames Stück Sklavenfleisch!“, werde ich angefaucht, während sich gleichzeitig der Griff in meinen Haaren lockert. Wie eine Marionette, der man die Fäden gekappt hat, knalle ich auf die Knie und starre zu ihm hoch. Den Schmerz in den lädierten Kniescheiben registriere ich in diesem Augenblick gar nicht bewusst.

Er zwinkert mir zu und verschwindet in der Duschkabine.

Erst jetzt fällt mir auf, dass er die ganze Zeit schon nackt vor mir steht.

Halleluja – da sieht man mal, wie der mich aus dem Gleichgewicht gebracht hat, mit seinem Vorwurf, ich wäre ungehorsam gewesen und hätte gegen das Orgasmusverbot verstoßen. Wenn ich schon nicht einmal mehr merke, dass dieser leckere Kerl nackig vor mir steht. Ich habe ihn noch nicht einmal mit den Fingerspitzen berührt – und das, obwohl ich sonst keine Sekunde lang meine Finger von ihm lassen kann!

Shampoo mit Orgasmusgarantie …

Blinzelnd starre ich auf die Flasche Herbal Essences und zweifle an meinem Verstand.

Shampoo mit Orgasmusgarantie!

Da soll mal noch mal einer sagen, keiner schaut Werbung.

Also – meiner schaut auf jeden Fall zu viel für meinen Geschmack. Und obendrein auch noch die Falsche …