Kapitel 1
PROLOG
Meine Freundin Sandra lernte einen Jungen kennen, der ihr Freund wurde und bei einer Clique mit anderen Jungs dabei war. Hauptsächlich ging es um die drei „Lockenjungs“, welche bei Treffen immer hinzukamen. Sie sahen sich ähnlich durch die blonden, lockigen, längeren Haare und ihrer Statur.
Sandra nahm bald mich und ihre Schwester Elena mit, zu einem Cliquentreffen. Erst trafen wir uns in einem Park, beim Kennenlernen. Ricki von den „Lockenjungs“ interessierte sich von Beginn weg mehr für mich. Schon beim zweiten Cliquentreffen im Park, wichen wir etwas von den anderen ab. Vertrauensvoll sah mir Ricki tief in die Augen. Die anderen konnten uns sehen, doch nicht mehr hören. Sein Gesicht kam mir immer näher. Sein geplantes Vorhaben benötigte keine Worte. Tatsächlich! Plötzlich drückte er seine Lippen auf die meinen. Unser erster, langanhaltender Kuss entstand somit ohne Umschweife.
Es fehlte bei mir aber das unanfechtbare, aufregende Gefühl von totaler Verliebtheit. Trotzdem verspürte ich eine Menge Sympathie und Interesse für Ricki. Mit ihm zu chmusen, bereitete genügend Vergnügen. Er wurde mein erster richtiger Freund.
Allgemein mochte ich es, der Clique mit den gleichaltrigen Freunden anzugehören.
ÜBER RICKI
Eigentlich hieß mein Freund Richard, doch alle nannten ihn Ricki. Seine Größe galt für mich als Pluspunkt. Die passende, gemeinsame Optik zählte! Andere Cliquenmitglieder sollten uns nicht auslachen. Ich bekam halt zu leicht Hemmungen, wenn meine Größe einen Jungen überragte. Beim Umarmen, bzw. nebeneinanderstehen, passten Ricki und ich gut zusammen. Entspannt konnte ich in seiner Nähe sein, ohne Komplexe.
An Rickis Aussehen wäre erwähnenswert, seine Gesichtszüge sahen feiner aus und keineswegs derb. Der Unterschied von ihm, zu seinen zwei Freunden mit den Locken, bestand aus ein paar markanten Merkmalen. Die genaue Form von Augen, Mund, Nase und allgemein vom Gesicht, sah ja bei jedem vom „Lockentrio“ anders aus. Seine zwei Freunde hatten größere Augen, die zwar ansehnlich aussahen, aber leicht „glubschig“! Ricki hatte kleinere Augen. Sein Blick, mit den bläulichen Augen war offen und viel an mich gewandt. Speziell unterschied sich mein Freund, von den zwei anderen „Lockenjungs“, durch seine eigenwilligen, oberen, spitzen Eckzähne. Die auffälligen Ecken der Zähne, blitzten beim Lächeln hervor. Ein bisschen frech sah er aus damit. Dabei hatte Ricki gar keine vorlaute Art, eher eine vernünftige! Rickis Verhalten war weder besonders still noch sehr schüchtern.
Sofern es aber darum ging, sich über unsere Freundschaft zu äußern, fehlten Ricki die passenden Worte. Komplimente austeilen oder seine Gefühle auszusprechen, dass zählte nicht zu Rickis Stärken. Beruflich strebte er eine Mechanikerlehre mit Abschluss an. Bei diesem Beruf stellt man sich ohnehin keinen Romantiker vor. Unsere Freundschaft besprachen wir kaum, küssten einander aber gerne.
DIE CLIQUE UNTER SICH
Dank ihrer günstigen Wohn- und Familienlage, brachten meine Freundinnen tolle Einladungen zuwege. Tatsächlich durfte unsere Clique, zu Elena und Sandra auf Besuch kommen. Bei mir daheim in der Wohnung, wäre es unvorstellbar gewesen, neben den zwei Freundinnen, noch die drei blonden „Lockenjungs“ und Sandras dunkelhaarigen Freund, in mein schmales Zimmer einzuladen. Meine Eltern hätten sich überrannt gefühlt, bei so vielen Leuten in unserer Dreizimmerwohnung.
Das Zuhause der Schwestern, fanden wahrscheinlich alle beneidenswert cool. Dabei ging es um deren eigenes Stockwerk, im großen Familienhaus. Es lagen unterm Dach, ja einzig die Räume der drei Mädels, ganz ohne Elternzimmer. Man rechnete aber schon damit, dass ihre Mutter einmal auftauchen würde und nachsehen käme, was wir machten. Schließlich wollte sie wissen, wer sich im Haus aufhielt. Doch ansonsten war man völlig ungestört.
Wobei die jüngste der drei Schwestern, mit ihrem in der Mitte liegendem Zimmer mittlerweile richtiges Pech hatte. Man stelle sich vor, erst kamen gelegentlich Freundinnen, ihrer älteren Schwestern auf Besuch und gingen durch ihren Raum. Nun waren wir um die fünfzehn herum und es kamen auch Jungs!
Das Durchgangszimmer der Jüngsten und die Problematik damit, registrierte ich trotzdem nur am Rande. Wir Cliquenmitglieder kamen nicht jeden Tag zu Besuch. Wenn wir störten, musste die Jüngste irgendwo anders hin ausweichen, um Ruhe zu haben.
Größer war Elenas Zimmer als das von ihrer Schwester Sandra. Deswegen benützten wir ihres, vom ersten, gemeinsamen Cliquentreffen im Haus an. Es war nicht riesig, doch bestand bei Elena genügend Platz für uns Cliquenmitglieder. Manch einer, hockte einfach am Boden und ein paar auf der großen Eckcouch.
In gemäßigter Lautstärke horchten wir Platten und hingen ab. Ricki legte eine mitgebrachte Platte, seiner Lieblingsband auf. Wilde Töne erklangen. Mein Freund begann extrem davon zu Schwärmen. Es kam noch besser! Beim Sound der Hardrock Band, sprang Ricki hoch. Er bewegte die Finger, als glitten sie über echte Saiten einer Gitarre! Im Takt der wilden Musik, schüttelte er mit rhythmischer Begeisterung, seinen Kopf hin und her. Die blonden Locken wirbelte es durcheinander. Er spielte „Luftgitarre“, sang den Songtitel „Highway to Hell“! Leicht verwundert, wegen der übertriebenen Begeisterung meines Freundes, sah ich ihm zu. Die komische Luftgitarrennummer, spielte er uns ernsthaft vor. Mir wäre nie eingefallen, einen Gitarrenspieler so auffällig nachahmen zu wollen und sagte: „Du steigerst dich mit deiner Vorführung zu sehr in diese Band hinein, Ricki.“
Er meinte: „Die Hardrock Musik von AC/DC ist wahnsinnig cool!“
Rickis Lieblingsband „AC/DC“, bildete man auch in Jugendzeitschriften ab. Welch bizarre Typen die Idole seiner Lieblingsband waren! Der Gitarrist trug eine kurze Hose. Seine Kleidung ähnelte der englischen Schuluniform. An den Kopf setzte er sich eine Schildkappe auf. Allgemein hatten die Bilder der Bandmitglieder nichts mit meinem Sinn für Attraktivität zu tun. Ich gab meine Meinung kund: „Ricki, von deiner Lieblingsband sehen die Mitglieder furchtbar aus. Hingegen meine absolute Top-Band sieht sooo cool aus in den Piratenkostümen. Der Sänger Adam Ant, das ist ein toller Star!“
Mein attraktiver Lieblingssänger strahlte Extravaganz aus, Fantasie, Schönheit und Energie. Mit seinen chicen, schwarzen, etwas längeren Haaren beeindruckte mich der Sänger nachhaltig. So gut wie jeder kannte ihn! Sehr oft waren in diesen Wochen die Mitglieder der Band „Adam and the Ants“ mit chicen Fantasiekostümen abgebildet in den Jugendmagazinen, vorwiegend im Piraten-Style.
Noch Luftgitarre spielend lobte Ricki seine Favoriten: „Meine Lieblingsband AC/DC macht spitzenmäßige Musik. Das schafft nicht jeder!“ Die anderen zwei „Lockenjungs“ und Sandras Freund waren sich einig: „Gut singen zu können ist für einen Musiker wichtiger als das Aussehen.“ Mittelmäßig fand ich die Musik meines Idols, dem Piratensänger. Sie hörte sich aufgekratzt an, klang nicht immer rhythmisch in meinen Ohren. In schützender Fanmanier sprach ich verteidigend: „Optisch ist Adam Ant trotzdem überm Durchschnitt. Seine Musik ist OK.“
Ricki betonte: „Weißt du Sabine, es gibt Weltklassemusik, dazu gehört AC/DC.“ Zur Platte des Freundes lautete mein Urteil: „Gut Ricki, die Musik deiner Lieblingsband AC/DC hat Rhythmus, obwohl alle Bandmitglieder eigenartig aussehen.“ Er legte eine Schippe drauf: „Sie sind die Besten.“
Meine Freundinnen, die Schwestern, ließen mich von meinem Lieblingssänger schwärmen. Im Gegensatz zu mir, verehrten sie keinen Musiker in höheren Maßen.
Auf einer Seite der Eckcouch saß ich dann mit Ricki zusammen. Plötzlich begann mein Freund mit mir zu schmusen. Während sich die anderen mehr im „Smalltalk“ belanglos aber angeregt unterhielten, entstand unser Rekord im langen Schmusen. Durchaus mochte ich unser Geknutsche und die Nähe zum Freund. Es machte Spaß und amüsierte einem gefühlsmäßig aufregend!
Wir knutschten „anständig“, Ricki griff mir nie, unter die Wäsche. Umgekehrt hätte ich niemals, einfach so, unter seine Kleidung gegriffen. Besonders gern trug Ricki zu Jeans einen ärmellosen V-Pulli, sowie diesmal. Unterm V-Pullunder trug er ein kurzärmliges Hemd.
Lebhaft in Erinnerung blieb mir das Kleidungsstück, welches ich zur Jeans anhatte. Mit der artigen, hellblau-weiß gestreiften Bluse, passierte nämlich Peinliches! Die Bluse hatte um den Stehkragen weiße Rüschen, das machte sie verspielt aussehend, wie es damals gerade modern war.
Erst knutschten wir, mindestens eine halbe Stunde durchgehend, ohne Unterbrechung. Auf der Couch lagen wir eher schon, als drauf zu sitzen. Ricki lag über mir und blieb auch so.
Um sich mal die Lippen trocken zu wischen, wäre es Zeit für eine Unterbrechung gewesen. Rund um meinen Mund, fühlte sich die entstehende Nässe unangenehm an. Trotzdem beendete niemand von uns zwei das Schmusen. Unser feuchtes Geknutsche hatte zwar bereits etwas Unbehagliches an sich aber weiter ansteigendes Interesse war auch dabei. Einmal angefangen, gab es kein Aufhören mehr! Der Highscore an Ausdauer im Schmusen wurde erreicht.
Unseren Austausch von Zärtlichkeiten, hätten wir nie Schmuseübungen genannt, sondern das gehörte zum Zusammensein dazu! An eine Übungsstunde des Küssens, erinnerte unser Verhalten eventuell. Rickis bisherige Erlebnisse, mit Mädchen, behielt er für sich. Unmengen von Mädchen, küsste er sicher noch nicht vor mir, mit seinem jugendlichen Alter. Ein Wille an mehr Intimität wäre tatsächlich aufgestiegen, doch außer Schmusen geschah nichts weiter. Wir hatten die anderen in der Nähe und waren nicht allein. Mittlerweile spürte ich den nassen Stehkragen meiner Bluse, beziehungsweise die vollgesabberten Rüschen darauf. Bei der Vorstellung, abrupt mit dem Schmusen aufzuhören, glaubte ich, es würde für uns beide blamabel werden.
Der Schmach hätten wir uns beide stellen müssen, neben den anderen zu sagen: ‚Einmal den Mund trockenzuwischen wäre angesagt!’
Diese Peinlichkeit, sprach niemand aus! Plötzlich entdeckte Sandra, was ich längst spürte: „Wähhh, dein Blusenkragen ist total nass, Sabine! Jetzt hört endlich auf zu Schmusen!“
Sandra kreischte unüberhörbar bestimmend. Folglich beendeten wir das Geknutsche und setzten uns gerade auf. Alle Blicke im Raum, richteten sich auf mich. Rickis Kleidung blieb nämlich trocken, da er ja ober mir gelegen hatte und ich darunter. Jeder wollte etwas über meinen Blusenkragen wissen: „Wo? Wirklich? Haha, so nass. Haha, wie gibt es das?“
Verlegen rubbelte ich den Kragen, samt den nassen Rüschen, mit meinen Händen möglichst trocken, stammelte nebenher: „Peinlich, keine Ahnung wieso passiert sowas? Ricki, pass besser auf!“
Nach heftigem Rubbeln hing ich meine lange Haarmähne, über den Kragen und lachte verlegen. Ricki schmunzelte. Er ordnete auch nochmal mein Haar, damit es mit Sicherheit den Rüschenkragen abdeckte. Lächelnd, sodass man seine spitzen Eckzähne sehen konnte, bestätigte er: „Schon gut, jetzt passt wieder alles!“
An der Tür klopfte die Mutter meiner Freundinnen. Mag sein, dass sie vorhin Sandra kreischen hörte. Doch eine Kontrolle der Mutter, wurde beinahe erwartet! Neugierig sah sie bei der Tür herein: „Hallo, alles in Ordnung bei euch?“
Gleich petzte Sandra lautstark: „Sabines Kragen ist nass, voller Spucke, weil sie ewig lange mit ihrem Freund schmuste.“
Freiwillig zeigte ich nichts her vom Malheur des Dauerschmusens und wusste, die Haare hingen deckend darüber. Wir betonten gemeinsam: „Alles OK, keine Sorge! Wir schmusen nicht mehr.“ Die Mutter der Freundinnen prüfte uns genau. Ihr Blick weilte länger auf uns, daraufhin ging sie wieder.
Mein Highlight des Cliquentreffens war erreicht worden an diesem Nachmittag, dank dem leidenschaftlichen Ricki als Freund. Wir waren das Schmusepärchen der Clique. Die entstandene Blamage würde einmalig bleiben, dachte ich, damit könnte man leben!