Kapitel 1
PROLOG
Wirklich nur wegen Sandras Verhältnis zu ihrem neuen Freund, entstand unser Wechsel in eine andere Clique. Unsere damit verbundenen Fahrten zur Nachbarstadt, fand ich OK. Anfangs hätte ich allerdings genauso darauf verzichten können. Wenn es mit meinen Freundinnen Sandra und Elena andere Unterhaltungsmöglichkeiten gegeben hätte, wären diese auch von mir angenommen worden.
Um Ärger zu entgehen, versuchte ich manche Fahrt über die ca. fünfzehn Kilometer lange Strecke, bei den Eltern abzustreiten. Gegen die Ausflüge zur neuen Clique, äußerten sie sich nämlich stets. Wenn ich bei Schönwetter die eigene Vespa dazu benützte hieß es, die Strecke wäre zu weit und gefährlich. Gegen eine Busfahrt waren die Eltern auch, denn sie meinten, Jungs fährt man nicht nach!
Mittlerweile fand ich die Entwicklung zum neuen Freundeskreis gut so. Die Jungs der ersten Clique, sahen wir nicht mehr. Das Auseinanderleben ergab sich schon länger. Freundschaften endeten, wir Mädchen mochten verschiedene Tanzveranstaltungen besuchen und nun auch die Gegend der Nachbarstadt.
Bald verstärkte sich meine Sympathie zu Sigi, aus der neuen Clique. Der große, wichtige Sigi, welcher viel Sinn für Humor hatte, wünschte meine Gegenwart! Sein Interesse schmeichelte mir, er mochte mich als Freundin haben. Auch wenn er optisch, für meinen Geschmack, fast zu herbe Gesichtszüge hatte, überzeugte seine positive Ausstrahlung.
Genügend echte Gefühle wären da, dachte ich, für unsere längerfristige Beziehung. Sigi hatte Charakter, das machte seine beliebte Persönlichkeit aus. Von ihm fühlte ich mich wichtig genommen und gemocht. Bestimmt fiel jedem der uns sah seine Zuneigung auf, die er zu mir empfand. Nun waren wir ein Paar, in der Clique.
Ca. vier Wochen später:
ES WAR SO WEIT
Ein eigenes, motorisiertes Fahrzeug besaß mein neuer Freund Sigi nicht. Er fuhr öfter meine Vespa, wenn wir zusammen unterwegs waren und ich saß hinten drauf. Saß er am Steuer wirkte Sigi zu groß auf dem Roller. Oder andersherum ausgedrückt, die Vespa mit ihm am Sattel sitzend, sah klein aus, als würde sie zusammenbrechen unter seiner Last. Das flippige Gesamtbild des Rollers, ging dabei etwas verloren. Wir kamen aber zu zweit gerade noch gut vom Fleck und hatten die letzten Wochen gemeinsam, verschiedenste Cliquentreffen besucht.
Eine Wohnung für uns, bekamen wir plötzlich zur Verfügung gestellt. Die moderne, Altstadtwohnung in der Nachbarstadt, gehörte dem älteren Bruder von Sigi. Einige Tage stünde sie leer, denn Sigis Bruder fuhr mit seiner Freundin auf Urlaub. Stolz lud uns Sigi ein: „Wir dürfen in die Wohnung meines Bruders. Er hat es uns erlaubt.“
Sandra und ihr Freund, sowie ich und Sigi, hielten sich in der neu eingerichteten, modernen Wohnung auf. Doch andere Cliquenmitglieder, saßen mit uns darin. Harmlos verlief der erste Aufenthalt dort, vorwiegend für alle im Wohnzimmer. Es passte einfach nicht, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen. Man bemerkte allgemein, mit der gesamten Clique dabei, würde das so nie passen.
Bevor unsere langen Sommerferien endeten, gab mein Freund Sigi grünes Licht, dass wir die chice Wohnung seines Bruders, nochmal nützen könnten. Sein Bruder, der Wohnungsbesitzer würde uns sicher nicht überraschen, denn er wäre bestimmt weiterhin mit seiner Freundin verreist. Ein spezielles Erlebnis, mit offenem Ausgang wurde mir angekündigt, nämlich einmal wären wir ohne den Rest der Clique. In den wenigen Wochen unseres Zusammenseins, waren wir noch nie wirklich allein.
Meine Freundin Sandra wartete auch sehr auf solch eine intime Gelegenheit, mit ihrem Freund. Die zwei waren immerhin mittlerweile schon einige Wochen länger ein Paar. Auf jeden Fall sagte ich meinen Eltern: „Ich gehe ins Kino in unserer Stadt, mit Sandra, Sigi und der Clique!“ In Wirklichkeit stand Aufregenderes an, im sturmfreien zu Hause von Sigis Bruder. Wir vier hätten die Wohnung in der Nachbarstadt, für uns allein.
Reif genug fühlte ich mich als sechzehnjährige und akzeptierte Sigi als meinen fixen, erwachsenen Freund. Wir hatten uns gerne. In der Clique stach er stets hervor, nicht nur durch seine Größe, sondern vor allem mit seinem Humor.
Gefühlsmäßig schwebte ich aber auf keiner rosaroten Wolke, wegen ihm. Übertrieben wäre die Behauptung gewesen, eine betörende Verliebtheit hätte sich eingestellt. Es wurde, nachdem wir als Paar zusammenkamen mehr ein gern umarmen, mit: „Hallo Sigi, schön dich Wiederzusehen!“
Mit meinem Vespa Roller waren Sandra und ich in der Nachbarstadt angekommen. Die zwei Jungs befanden sich bereits erwartungsvoll in der sturmfreien Wohnung.
Sicherheit strahlten die Freunde aus. Sigi fand ich so vernünftig, obwohl er für viele Späße zu haben war. Er mochte mich sicher sehr. Sandras Freund glänzte mit Beständigkeit, sich ihr gegenüber gleichbleibend verliebt zu zeigen.
Kurz nach der Ankunft, teilten wir vier uns auf. Sandra blieb mit ihrem Freund im Wohnzimmer draußen. Ihr Freund sagte: „Wir machen es uns auf dem Sofa bequem.“ Eine offenstehende Tür zeigte ins Schlafzimmer.
Das Schlafzimmer betraten Sigi und ich allein. Kaum schlossen wir die Türe hinter uns, sah mir mein Freund die Bedenken im Gesicht an. Immerhin war er erwachsen, mit Erfahrung und wusste, ich war eine sechzehnjährige Jungfrau. Er beruhigte: „Wir dürfen das schöne Schlafzimmer meines Bruders und seiner Freundin benützen. Keine Sorge!“
Ich versuchte das fremde Zimmer zu akzeptieren: „Wenn du es sagst, wird es so sein. Es sieht sehr ordentlich aus.“
Um frisches Bettzeug, darum kümmerte sich Sigi auch, meinte er. Egal ob das tatsächlich stimmte, sorglos sollte ich den anstehenden Spaß genießen. Es wäre schon alles OK für den Moment der spannenden Stunde, denn dass an diesem Tag meine Entjungferung geschhe, darauf hätte ich gerade wetten können.
Allein im Schlafzimmer mit Sigi, ließe sich alles Weitere gut vorstellen. Meine eigenen Hemmungen standen mir spürbar noch im Wege. Fremd fühlte ich mich, aber die Wohnung gehörte ja wirklich Fremden. Neu und ordentlich richtete man den Raum ein. Es gab das große Doppelbett, samt einer Kastenwand davor. Über die ganze Vorderseite zog sich dieser Kasten. Seine Besonderheit bestand an einer vollständigen Verspiegelung. Die Besitzer des Schlafzimmers, fühlten sich mit ihrer breiten Spiegelwand bestimmt wohl, sahen einen Anreiz darin. Sigi fragte: „Soll ich die Vorhänge zuziehen, Sabine? Ist es dir so lieber?“
„Bitte, mach das,“ ich wünschte eine Verdunkelung. Leider enttäuschte Sigi damit: „Oh je, der leichte Stoff verdunkelt kaum. Es bleibt taghell im Raum.“
Er zuckte lachend die Schultern, sprach weiter: „Dadurch wird man morgens leichter munter.“ Nebenher zog Sigi seine Kleidung aus.
Sein Ausziehen ging so schnell! Wahrscheinlich machte er es ähnlich beim Duschen, nach dem Fußballtraining. Einer seiner Sportsfreunde im Fußballverein war ich aber nicht. Nie vorher sah ich ihn nackt. Seine sportliche Figur und die große Statur gefielen mir. Trotzdem schockierte er! Für mich galt Sigis Nacktheit, nicht als selbstverständlich. Sein Anblick, ohne Unterhose war befremdlich als gäbe es sofort kein Tabu mehr zwischen uns. Ich fühlte mich überrannt, denn was würde in Kürze von mir erwartet?
Wesentlich größer war mein Schamgefühl als das von Sigi. Fehl am Platz fühlte ich mich, vor dem nackten Freund, wollte aber die Hemmungen überwinden. Was tun? Den raschen Striptease nachmachen? Unmöglich!
Angezogen mochte ich lieber bleiben, doch mein Freund erwartete mich nackt. Er streifte mir meine sommerliche Kleidung ab, die Unterwäsche musste auch weg. Dank seiner Hilfe stand ich bald entblößt vor ihm, so wie noch nie vorher vor einem Mann. Splitterfaser nackt! Was tun? Meine kleinen Brüste mit den Händen verdecken? Das wäre vielleicht nötig, dachte ich. Doch auch meinen Po, den Intimbereich? Es war unmöglich alles mit zwei Händen zu verdecken, denn die Spiegelwand rückwärts, hätte ich auch gern abgedeckt. Sigi stand so da, dass er im Gegensatz zu mir, in den Spiegel sehen konnte. Er sah mich von vorne und von hinten gleichzeitig.
Völlig hüllenlos genierte ich mich, während Sigi, mit mir zu Schmusen begann. Der große, verspiegelte Schlafzimmerkasten hinter mir, störte mich fortlaufend, samt meiner Nacktheit total. Mit sexy, hüllenlos posieren, hatte es weniger zu tun, sondern mit verklemmt sein und gefühlsmäßig aufgereiht dazustehen für die „Leibesvisitation“. Hingebungsvolle Leidenschaft empfinden zu können, blieb für mich eine Eigenschaft von Romanfiguren, Schauspielern oder irgendwelchen anderen Leuten. Dabei hätte ich gern viel mehr empfinden wollen, sprach deswegen lieber nicht mein ‚Nein‘ aus, wartete auf die Entwicklung.
Und Sigi? Weiterhin locker, stand er nackt da als mache man das genauso, wenn man den Geschlechtsverkehr anpeilte, indem er mich heftiger zu küssen begann. Ich mochte mein Schamgefühl verbergen, denn ein Blick Richtung Sigi, sollte verstehen lassen, Erregung wäre möglich. Zumindest bei ihm. Voller Komplexe wollte ich nicht wirken und versuchte, trotz Unbehagen weiterzumachen. Sinnlichkeit fehlte mir, sowie romantische Gefühle. Im Unterbewusstsein schwang Skepsis mit, ob es wirklich so weitergehen sollte?
Zeit zu zweit zu verbringen, stellte ich mir fürs erste Mal, im Bett mit ein bisschen Decke über den Körper vor. Dunkelheit, mit schummriger Kerzenscheinstimmung, hätte die Lust nach intimer Zärtlichkeit anspornen können. Irgendwann fiel doch einmal zwischen Sigi und mir das Wort „Bett“. Wir sollten es für unsere Zusammenkunft verwenden!
Endlich benützten wir das breite Doppelbett! Diesen Wunsch konnte mir Sigi wenigstens erfüllen. Im fremden Mobiliar liegend, fühlte ich mich wohler, als nackt vor dem Spiegelkasten zu stehen. Eine kurze Zeit, lagen wir umarmt da und schmusten. Beim gegenseitigen Antasten fühlte ich keine Verliebtheit, aber Neugier, nach der Intimität, zum Mann. Bald legte sich Sigi über mich, sodass ich seinen festen, großen Körper auf mir spürte. Meine Beine sollten ihm fürs weitere Vorhaben Platz machen. Wollte ich ihn näher fühlen, oder lieber wegdrücken?
Ich mochte Sigi. Innerlich kämpfte meine Gefühlswelt, denn es wurde kein Begehren daraus. Ans Weitermachen glaubte ich dennoch. Die Sache würde durchgezogen werden, wenn auch unromantisch! Es müsste sich um Sekunden handeln und danach wäre ich mal Jungfrau gewesen! Angespannt wartete ich, auf den „Vollzug“. Verkrampft verlief der letzte Moment davor. Dann passierte nichts mehr!
Überraschend hörte Sigi auf, mich zu umarmen. Er beendete jede Berührung, das Küssen und alles, was wir gerade machten, rollte sich auf die Seite.
„Was ist jetzt?“, fragte ich verwundert. Er lag daneben und bestimmte: „Das funktioniert so nicht mit dir, Sabine.“
Verlangen fehlte mir ja tatsächlich, mit Sigi Sex haben zu wollen. Seine abrupte Unterbrechung verwirrte mich. Er entschied sich für den Abbruch. Wortkarg und kompromisslos tat er, fühlte sich bestimmt weggedrückt von mir. Zwar verhielt sich Sigi rücksichtsvoll, blieb ohne Gewaltanwendung und niveauvoll, das Intimste zueinander schafften wir aber nicht. Der Abbruch ließ sich streitlos verkraften. Meine Neugierde auf Geschlechtsverkehr, konnte ich zurückstecken.
Ohne Decke darüber, lag Sigi nackt da. Es sah aus, als ob er weitermachen hätte können. Doch unsere Intimität endete für diesen Tag. Bald zogen wir uns wieder an.
Das Wohnhaus verließen später Sandra und ich gemeinsam. Wir gingen in Richtung Vespa-Abstellplatz, um nach Hause zu fahren. Sobald die Haustüre von Sigis Bruder seiner Wohnung ins Schloss fiel, unterhielten wir Mädchen uns aufgeregt. Unser beider erste Frage lautete: „Ist es bei euch passiert?“
Fast gleichzeitig gaben wir uns die Antwort: „Nein!“
Daraufhin herrschte beidseitige Ungläubigkeit: „Nein? Warum?“ Ähnlich erklärten wir: „Es ist nicht so weit gekommen. Irgendwie fehlte die passende Stimmung.“
Ein intimes Erlebnis hatten wir trotzdem hinter uns, selbst wenn es nur „fast“ passierte, darüber herrschte aufgeregte Einigkeit, denn aufgewühlt fühlten wir Freundinnen uns beide noch.