Fallen Fools

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Summary

Es beginnt mit deinem Tod. Du bist nichts als ein weiterer Tatort. Ein weiteres Opfer, das unter unerklärlichen Umständen ums Leben gekommen ist. Du bist Arbeit. An dir zerbrechen sich die Polizisten ihre Köpfe. Andere denken jedoch, mit deinem Tod sind alle ihre Probleme erledigt. Doch sie liegen falsch. Es beginnt mit deinem Tod und endet mit ihrer Vernichtung.

Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

Du - Jetzt

Du stehst in deinem Badezimmer. Ein Raum, in dem du ein Haufen Triviales machst, dich pflegst und erleichterst. Es ist ein Raum der Gewohnheit. Ein Raum der Ruhe, ein Raum für Alltägliches. Doch heute ist nicht alle Tage, das weißt du genau, mit allen Fasern deines Ichs. Während du dich an das Waschbecken klammerst, um einigermaßen aufrecht stehen zu können, blickst du in den Spiegel. 

Was du siehst, ist besorgniserregend. Ein Auge, das langsam zuschwillt. Eine Stichwunde in der Nähe deines rechten Schlüsselbeins, aus der stetig Blut tropft. Dazu hast du den Gedanken, dass du überall Schmerzen verspüren solltest. Doch du spürst nicht mehr viel. Sie sind nur ein dumpfes Hintergrundrauschen. Eine verblassende Erinnerung. Du hast auch gar keine Zeit mehr, für echte Besorgnis. Aber für ein Lächeln reicht es noch. Eines, von dir an dich. Ein stellvertretendes Schulterklopfen. Eine letzte Spur Egoismus garniert mit Stolz. Ein Lächeln das Zähne zeigt, auch wenn diese blutverschmiert sind. Du lächelst breiter. Jetzt läuft dir Blut aus dem Mundwinkel. Dein Atem wird schwerer. Dein Brustkorb fühlt sich beengt an. Trotzdem bringst du es fertig, einen weiteren Atemzug zu machen. Und noch einen. Und noch einen. Aber sie werden langsamer und schwerer.

Dein Lächeln verschwindet. Aber nicht, weil du nichts mehr zu Lachen hast. Nein. Dir fehlt schlichtweg die Kraft, es aufrecht zu erhalten. Doch dein Blick, den du dir im Spiegel schenkst, ist immer noch aufrecht und siegesgewiss.

Jetzt verlierst du den Griff am Waschbecken. Einen Moment taumelst du noch, dann brichst du in dich zusammen wie eine Drückfigur. Doch leider lässt niemand den Knopf am Boden wieder los, der dich zum Aufstehen gebracht hätte. Das Einzige, was dir noch bleibt, ist die Badezimmerdecke anzuschauen und wegzudenken. Es scheint zu funktionieren. Du siehst einen blauen Himmel mit Zuckerwattewolken.

Vielleicht ist das, aber auch nur das erste Zeichen deines Endes. Du weißt es nicht, du lässt einfach alles auf dich zukommen. Ein nächster Atemzug. Ein nächstes Blinzeln.


Du weißt, dass du stirbst, das weißt du schon lange.


Eine gewisse Wehmut erfasst dich. Wer will schon von jemandem anderen um sein Leben gebracht werden? Niemand!

Doch ein letzter Gedanke tröstet dich, dein Ende wird nicht folgenlos bleiben.

Und dann machst du deinen letzten Atemzug.