Chapter 1
Der Wind trug den süßen Duft der blühenden Rosen, ein vertrautes Gefühl des Friedens, das Caspian und Liana in den letzten Monaten genossen hatten. Die Klinge, der Lichtbringer, war nicht mehr seine Last. Ihr goldenes Leuchten war ein Symbol der Hoffnung, und sie hatten gelernt, die Kraft der Liebe zu nutzen, um zu heilen, nicht zu zerstören.
Sie saßen auf einer Anhöhe über dem Dorf, sahen zu, wie die Dorfbewohner ihre Felder bestellten und die Kinder lachten. Doch die Stille war trügerisch. Ohne Vorwarnung brach ein kalter Schrei über das Tal herein. Es war ein tiefes, schreckliches Heulen, das in der Seele widerhallte. Sie sahen auf.
Hoch über den nördlichen Bergen zerriss ein Blitz das Firmament. Ein gigantischer Schatten, geformt wie ein Wolf, schoss durch die Wolken. Seine Augen glühten rot, und sein Heulen war nicht ein Schrei des Schmerzes, sondern des reinen Zorns. Eine dunkle, schattenhafte Aura umgab ihn.
Liana zuckte zusammen, ihre Hände wurden eiskalt. „Das ist nicht dasselbe“, flüsterte sie, ihre Stimme zitterte. „Ich spüre es. Er ist nicht traurig. Er ist voller Wut. Er hasst alles.“
Caspian stand auf, seine Hand am Griff der Klinge. Sie pulsierte mit einem warmen Licht, doch die Aura des Wolfes war stärker. Er wusste, dass der Frieden, den sie so hart erkämpft hatten, bedroht war.
Der Wolf drehte sich um, sein Blick traf sie auf der Anhöhe. Für einen Moment fühlte Caspian die kalte, reine Wut, die von dem Wolf ausging. Es war eine überwältigende Kraft, die er nicht mit seiner Klinge bekämpfen konnte.
„Wir müssen den Grund finden“, sagte Liana, ihre Stimme war nun fester. „Er ist nicht einfach nur böse. Etwas hat ihn so gemacht.“
Caspian nickte, seine Hand um die Klinge fest. Er wusste, dass sie eine neue Reise antreten mussten. Sie hatten die Liebe in der Welt wiederhergestellt, aber nun mussten sie sich dem Hass stellen, der aus dem Herzen der Berge kam.