Prolog
He Fell in Love with Her Demons
Der ganze Wald war erfüllt von Feen, die umherrannten und durcheinander riefen. Einige Kinder hatten sich versammelt und warfen sich lachend einen Ball zu, während die Bäume ihr Gekicher verschluckten.
Die Kinder verstanden noch nicht, was um sie herum geschah. Doch als kurze Zeit später das Trommeln von Pfoten auf dem Waldboden zu hören und zu spüren war, wurde es schlagartig still im Schwarzwald, der Heimat der Feen.
Sofort liefen die Kinder zu ihren Eltern und versteckten sich hinter ihnen, nur um kurz darauf in die Häuser zu verschwinden, die hoch oben in den zwanzig Meter hohen Bäumen verborgen lagen.
Nur die kleine Amara, gerade einmal sieben Jahre alt, saß noch immer auf einem Stein. Sie machte sich ganz klein und beobachtete die Erwachsenen.
Wölfe.
Nein, Gestaltwandler.
Acht von ihnen. Fünf waren in ihrer Wolfsform und umrundeten eine Kiste, die von den anderen drei in Menschengestalt getragen wurde.
Sie muss schwer sein, dachte sich die kleine schwarzhaarige Fee.
Die Gruppe blieb stehen. Inzwischen hatten sich das Oberhaupt und die wenigen Krieger der Feen aufgestellt, um die Besucher zu empfangen.
Amara konnte den Blick nicht von der Kiste abwenden. Sie wusste nicht, warum oder was sich darin befand, doch etwas zog sie magisch an. Etwas, das sie nicht verstand.
Die Erwachsenen sprachen miteinander. Ihre Stimmen waren angespannt, ihre Körper ebenfalls.
Dann ertönte ein markerschütterndes Geräusch.
Das Gespräch verstummte augenblicklich.
Kinder schrien.
Die Krieger griffen zu ihren Speeren.
Die Kiste wurde fallen gelassen.
Alles geschah gleichzeitig und doch viel zu schnell.
Amara verstand nicht, was vor sich ging.
Mit einem lauten Krachen zersplitterte die Kiste und daraus brach ein Wolf hervor.
Ein schwarzer Wolf.
Ein Wesen, das wirkte, als bestünde es aus Schatten.
Ohne es zu merken, lief Amara los.
Erst als sie direkt vor ihm stand, blieb sie stehen.
Der Wolf wirkte unnatürlich. Seine Gestalt schien aus Schatten zu bestehen und seine Augen leuchteten in einem intensiven Rot.
Amara hob langsam ihre Hand, als hätte sie keine andere Wahl.
Ihre Blicke trafen sich.
Der Wolf senkte den Kopf und näherte sich vorsichtig. Seine Schnauze kam ihrer kleinen Hand immer näher.
Noch ein Stück.
Noch ein Atemzug.
Doch bevor sie sich berühren konnten, wurde Amara plötzlich gepackt.
Die Welt wurde schwarz.
Nur noch vage konnte sie sich in manchen Nächten an blutrote Augen erinnern und wurde von einer schweren Sehnsucht heimgesucht, die nie enden wollte.
