Hongkongs maskierter Milliardär: Die fünfte Identität meines Mannes

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Summary

Eine pleite Kunststudentin muss sich als Braut ausgeben, um ihrer Oma das ICU-Bett zu sichern – nur um zu entdecken, dass ihr „Gefängnisinsasse“-Ehemann in Wahrheit der meistgesuchte Crypto-Magnat Hongkongs im Verkleidung ist. Und er braucht ihr Fälschungstalent, um eine Milliarden-IPO zu knacken.

Status
Ongoing
Chapters
12
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

001Kapitel 1-1 – 24 Stunden bis zum Beatmungs-Deadline

Hallo, liebe Leserinnen und Leser in Deutschland! Ich bin Hongkong Hanzi aus Hongkong. Deutschland ist ein fantastisches Land und einer der Ursprünge der modernen industriellen Zivilisation. "Made in Germany" ist weltweit berühmt.

Ich liebe die deutsche Kultur sehr. Als ich an der Hong Kong Polytechnic University studierte,

habe ich auch etwas Deutsch gelernt. Gestern habe ich meinen Roman veröffentlicht,

und schon bald danach haben mehrere Dutzend Leserinnen und Leser ihn abonniert

– das macht mich sehr glücklich und geehrt.


In den letzten beiden Tagen habe ich an dem Roman einige Anpassungen vorgenommen.

Ich hoffe, dass er nach diesen Anpassungen

so einfach verständlich wie möglich für alle wird,

und ich hoffe sehr, dass euch der Roman gefällt.

Ich wünsche euch allen jeden Tag viel Freude!

Wenn ihr irgendwelche Meinungen oder Gedanken zu mir habt, seid herzlich eingeladen,

in den Kommentaren zu schreiben und darüber zu diskutieren.




001 Kapitel 1-1: Das 24-Stunden-Ultimatum für den Beatmungsapparat (Teil 1)

1

Die feuchte Wärme hing am Baumwollgewebe ihres weißen Hemdes.

Als es Miki im Rücken presste, krümmten sich ihre Finger spürbar.

Die Wärme aus der Hand des Mannes drang durch den Stoff.

Seine fingerabdruckgeprägten Finger streiften leicht entlang ihrer Tailllinie.

Das weiße Seidenblindband rutschte um eine halbe Zoll.

Sie erblickte einen Hauch von seiner straffen Kieferlinie – als sein Kehlkopf hob, fiel warme Atemluft an ihr Ohr, mit einem leichten Zederduft.

„Beweg dich nicht weg.“

Ihre Stimme war heiser, durchzogen von unnachgiebiger Autorität.

Seine andere Hand umklammerte ihr Handgelenk und drehte sie zu sich.

Das Blindband glitt vollständig ab.

Sie stürzte in ein Paar tief, dunkle Augen.

Als ihre Wimpern seine Hand streiften, beugte er sich herab, um sie zu küssen.

In dem Moment, als ihre Lippen sich berührten, durchschnitt das Piepen des ICU-Gerätes (Intensivstation) ihre Sinne –

Mikis Augen flogen auf.

Die kalten blauen Leuchtstofflampen machten sie schwindelig.

Die brennende Empfindung aus ihrem Traum hing noch in ihren Händen.

Aber alles, was sie sah, waren die Zahlen neben ihrem Großmutterbett: 00:24:01.

2

Es war die Erinnerung, die sie für ihre Medikamente eingestellt hatte.

Miki schaltete den Wecker auf ihrem Handy aus.

Sie streifte mit dem Finger über die geröteten Augenwinkel im Bildschirmlicht – drei Tage und Nächte war sie außerhalb der Intensivstation campiert, kaum hatte sie einen ganzen Traum geschlafen.

Und gerade in diesem letzten Moment träumte sie von etwas so Absurdem, so Brennendem.

Ihre Großmutter Wangen sanken in das weiße Kissen.

Der Sauerstoffschlauch unter ihrer Nase hatte eine blasse rote Marke hinterlassen.

Miki streckte die Hand aus, um die weißen Haare von der Stirn ihrer Großmutter zu brushed.

Ihre Finger berührten Haut, dünn wie Reispapier.

Vor drei Tagen war ihre Großmutter noch in der Eiertortenbäckerei in der Mong Kok Road gewesen.

Sie hatte frisch gebackene portugiesische Eiertorten in Mikis Tasche gesteckt und gelacht: „Miki, du arbeitest so hart an deinen Bildern – nimm etwas Süßes, um dich zu stärken.“

Jetzt war die Sauerstoffsättigungslinie am Monitor so flach, dass es ihr Herz rasen ließ.

Das respiratorische Synzytialvirus (RSV) war über Nacht zu einer schweren Lungenentzündung eskaliert und hatte das letzte Geld der Familie in die Rechnung der Intensivstation aufgesogen.

3

Die Türklingel der Krankenstation klingelte erneut, diesmal mit einem dringlichen Tonfall.

Miki erstarrte.

Ihr Hals fühlte sich eng an, als sie sich zum Tor wandte.

Als Schwester Li (Fräulein Li) nahte, trübte das Cartoon-Katzenabzeichen an ihrem pinken OP-Kittel Mikis Sicht vor Tränen.

Die Ränder des ordentlich gefalteten Ausdrucks in ihrer Hand waren von der Fingerpresse weiß geknickt.

„Fräulein Wong, dies ist die letzte Mitteilung.“

Schwester Li reichte ihr das Papier.

Die fetten roten Wörter „Offener Betrag: 1,2 Millionen Hongkong-Dollar (ca. 153.600 US-Dollar / 141.600 Euro)“ sahen aus wie ein Blutfleck.

„Das System ist so eingestellt, dass es um 00:25:00 automatisch ausschaltet.“

„Wenn bis dahin keine Zahlung eingeht, müssen wir den Beatmungsapparat abschalten.“

„Ich habe den ganzen Nachmittag mit der Finanzabteilung gestritten, aber sie sagten ständig „Regeln sind Regeln“ – nicht einmal zehn Minuten Aufschub.“

4

Mikis Finger zitterten so stark, dass die Ecke des Papiers knickte.

Sie zog ihr Handy heraus und öffnete die Zahlungs-App.

Die „0,00 Hongkong-Dollar“ auf dem Bildschirm brannten in ihren Augen.

Die Universitätsstipendien, die sie drei Jahre lang gespeichert hatte, die 50.000 Hongkong-Dollar (ca. 6.400 US-Dollar / 5.900 Euro) vom Verkauf der Perlenkette ihrer Mutter.

Sogar das Glücksgeld (traditionelle Geldgeschenke zum chinesischen Neujahr) ihres jüngeren Bruders Tim – der noch zur Schule ging: jedes letzte Geldstück, das sie zusammenkratzen konnte, war in drei Tagen von den Intensivstationskosten aufgefressen worden.

Sie aktualisierte die Seite erneut, aber die Zahl blieb unverändert.

Sogar das drehende Lade-Symbol wirkte wie eine Verhöhnung.

„Könnt ihr nicht noch ein bisschen warten?“

Ihre Stimme zitterte, ihre Nägel bohrten sich in ihre Hand.

„Ich rufe meine Tante an – vielleicht kann sie mir etwas leihen.“

„Nur eine Stunde, bitte – nur eine Stunde!“

5

Schwester Li schüttelte den Kopf.

Ihr Blick fiel auf die fast unbewegliche Brust der Großmutter, und ihr Tonfall sanftmachte sich

„Ich weiß, wie schwer das ist, aber die Finanzabteilung hat dein Konto heute Nachmittag blockiert.“

„Aber… eine Frau warEarlier nach dir gesucht.“

„Sie sagte, sie sei Verwandtschaft, stellte viele detaillierte Fragen – sogar nach der Zahlungsfrist.“

„Ich dachte, sie würde dir helfen…“

„Verwandtschaft?“

Miki erstarrte.

Ihr Vater war jung gestorben, ihre Tante lebte in Kanada.

Außer ihrer Großmutter und Tim gab es nur noch ihre Stiefmutter – die sie nur nutzte und nichts zurückgab.

6

Das Klicken von High Heels auf dem Boden hallte vom Ende des Korridors her.

Es war scharf genug, um das Piepen des Monitors zu übertönen.

Mikis Schultern spannten sich sofort an – sie musste nicht umdrehen, um Ursulas „Eintrittsstyle“ zu erkennen.

Sogar im Krankenhaus musste diese Frau wie zur Gala gekleidet sein.

Ihr schwarzer Blazer war so scharf zugeschnitten, dass er fast die Luft zerschnitt.

Ihr leuchtend rotes Lippenstift sahen unter den blassen Lichtern aus wie auf Papier getropftes Blut.

7

„Du flehst noch immer die Schwester an?“

Ursula lehnte sich an den Türrahmen, die Arme verschränkt – eine Pose, die von herablassendem Mitleid stank.

„Ich habe dir doch schon gesagt: Flehen nützt nichts.“

„Aber… ich habe eine Möglichkeit, um deiner Großmutter das Atmen zu ermöglichen.“

Miki ballte die Fäuste, ihre Nägel bohrten sich in ihre Hände.

„Du hast die ganze Zeit draußen gewartet, um mich zu belächeln, oder?“

„Sei nicht so bitter.“

Ursula lächelte breiter, ihre blonden Haare fielen über ihre Schultern.

Dahinter glänzte eine Uhr an ihrem Handgelenk – eine Uhr, die allein die Hälfte der monatlichen Intensivstationskosten decken könnte.

„Ich bin hier, um dir zu helfen.“

„Immerhin sind wir noch Verwandtschaft.“

8

Sie zog einen dicken Papiermappe aus Leder (Kraftpapier) aus ihrer Shopper-Tasche.

Sie schlug sie auf die Ablage neben dem Krankenbett.

Die Wörter „Finanzgarantievertrag“ auf dem Etikett ließen Mikis Atem stocken.

Sie kannte diese Mappe – vor drei Jahren hatte sie sie wie einen Fels auf sich lasten, fast erstickt.

9

„Erinnerst du dich daran?“

Ursula blätterte bis zur dritten Seite.

Ihr roter Nagel tippte auf eine schlampige Unterschrift: „Miki Wong“.

Das Datum, mit Stift umkreist, war der 12. Juni – ihr 18. Geburtstag.

„An diesem Tag haben die Kredithaien an die Tür geklopft.“

„Tim hat unter dem Bett geweint.“

„Deine Großmutter war knieend vor ihnen, um sie zu bitten, dich nicht zu schlagen.“

„Du hast dies unterzeichnet, um die Spielschulden deines Vaters von 120 Millionen Hongkong-Dollar (ca. 15,36 Millionen US-Dollar / 14,16 Millionen Euro) zu begleichen.“

„Damals hast du sogar gesagt, du wolltest „Für die Familie Verantwortung übernehmen“.”

Blut stieß Miki ins Kopf, ihre Finger wurden kalt.

„Du hast mir gesagt, ich war damals minderjährig – dass der Vertrag nicht gilt!“

„Oh, Liebling, du bist an diesem Tag genau 18 geworden.“

Ursula blinzelte unschuldig.

„Das Hongkonger Gesetz über den Status verheirateter Personen (Married Persons Status Ordinance) anerkennt diese Unterschrift.“

„Es hat volle rechtliche Gültigkeit.“

10

Die Erinnerung stieg plötzlich auf – der Rauchgeruch der Kredithaien, Tims Schluchzen, die zitternden Knie ihrer Großmutter.

Und der Erleichterungsausdruck, den Ursula nach Mikis Unterschrift versucht hatte zu verbergen.

Also hatte diese Frau das alles von Anfang an geplant.

Sie hatte auf den Tag gewartet, um Miki in die Enge zu treiben.

11

„Jetzt, wenn du deiner Großmutter retten willst UND diese Schuld tilgen, gibt es nur eine Möglichkeit.“

Ursulas Tonfall wurde scharf, wie ein Eiskristall, der Miki ins Ohr sticht.

„Heirate jemanden, den ich kenne.“

„Unterschreibe die Heiratsurkunde, und ich begleiche sofort alle Kosten – einschließlich der Spielschulden deines Vaters.“

Miki schnaubte.

„Es gibt kein kostenloses Mittagessen. Was willst du?“

„Ich will, dass du endlich aus meinem Sichtfeld verschwindest.“

Ursula glättete ihre Nägel, ihr Tonfall war beiläufig.

„Sobald du verheiratet bist, gehörst du zu einer anderen Familie.“

„Du musst dich nie wieder mit mir um das kleine Vermögen und den Status der Familie streiten.“

„Das ist ein tolles Angebot.“

12

Der Monitor piepte plötzlich schrill.

Mikis Blick sprang zum Timer: 00:24:30.

Dreißig Sekunden übrig.

Die Brust ihrer Großmutter hob und senkte sich langsamer.

Jeder Atemzug fühlte sich an, als zöge er Mikis Herz mit.

„Wer ist er?“

Mikis Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, ihre Finger zitterten bereits.

13

Ursula zog ein Ausweisfoto heraus und warf es auf die Ablage.

Der Mann auf dem Foto hatte scharfe Wangenknochen, schwarze Haare, dunkel wie Tinte.

Seine Augen waren so spitz, dass es nicht wie ein Gefängnis-Foto aussah – der Text unten ließ Mikis Augen brennen: „Häftling 0623 – Jay・Star – Stanley-Gefängnis – Vorwurf: Betrug (in Berufung)“.

„Jay・Star, der Sohn eines alten Freundes.“

Ursula sagte es beiläufig.

„Er ist klug – nur zu vertrauensvoll. Er wurde verleumdet.“

„Aber mach dir keine Sorgen, er kommt bald aus dem Gefängnis raus.“

„Und die Star-Familie ist ein altes, reiches Geschlecht in Hongkong – du verlierst nichts, wenn du ihn heiratest.“

14

„Du willst, dass ich einen Verbrecher heirate?“

Mikis Herz raste.

Der Mann auf dem Foto lächelte, aber in seinem Lächeln schlummerte eine Gefahr.

„Technisch gesehen ist er ein Angeklagter auf freiem Fuß (wartend auf Prozess).“

Ursula senkte die Stimme.

„Und ich habe Insider-Informationen – der Familientrust hat eine enorme Summe Geld.“

„Spiele nur mit, und du wirst an nichts mangeln.“



15

Der Alarm des Monitors schrie plötzlich, als wollte er ihre Trommelfelle durchbohren.

Miki starrte den Timer an: 00:24:50.

Zehn Sekunden übrig.

Die Brust ihrer Großmutter bewegte sich kaum – Miki konnte fast sehen, wie der Sauerstoff aus ihren Lungen gezogen wurde.

„Zehn… neun…“

Die Zahlen auf dem Timer klickten wie ein Hammer auf Mikis Herz.

Sie dachte an Tim, der jeden Tag anrief und fragte: „Wann kommt Oma nach Hause?“

An den süßen Geschmack der von ihrer Großmutter gebackenen Eiertorten.

An ihr eigenes Versprechen: „Ich werde die Familie immer schützen.“

16

„Warte!“

Miki packte Ursulas Handgelenk, ihre Nägel bohrten sich in ihre Haut.

„Wie weiß ich, dass du dein Wort hältst?“

„Was, wenn ich unterschreibe und du zurückweichst?“

Ursula riss ihre Hand los.

Ihr Blick auf den Timer hetzte Miki.

„…Sechs… fünf… Liebling, hast du denn überhaupt eine Wahl?“

17

„…Drei… zwei…“

Miki schnappte sich den Stift, den Ursula ihr reichte.

Tinte sickerte auf das Papier, als ihre Unterschrift unregelmäßig am Ende des Heiratszustimmungsantrags erschien.

In dem Moment, als sie den Stift legte, erreichte der Timer 00:25:00.

Die rote Lampe des Monitors wechselte zu grün und piepte sanft.

Schwester Li seufzte erleichtert.

„Zahlung eingegangen. Der Apparat läuft weiter.“

18

Miki kollabierte auf den Stuhl, ihre Beine waren zu schwach, um zu stehen.

Sie hatte ihre Großmutter gerettet, aber in ihrem Bauch fühlte es sich an, als hätte sie einen Eisblock geschluckt – kalt und schmerzhaft.

Als Ursula die unterschriebenen Dokumente in ihre Tasche steckte, streichelte sie Miki über die Schulter.

Ihr Tonfall war, als würde sie ein gehorsames Haustier trösten.

„Gutes Mädchen. Das ist viel besser.“



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