Customize readability
Aa

Breche meine Mauer!(Kinder der Finsternis)

All Rights Reserved ©

Summary

Seit dem tragischen Verlust ihrer Eltern hat Nadja sich innerlich zurückgezogen. Im Waisenhaus lebt sie still, unscheinbar und hinter einer unsichtbaren Mauer, die sie vor der Welt schützt. Ihr größter Wunsch ist einfach: eine Familie zu finden, bei der sie endlich sie selbst sein und aufblühen darf. Als dieser Traum endlich greifbar wird und sie von einer Pflegefamilie aufgenommen werden soll, scheint ihr Leben eine neue Richtung einzuschlagen. Doch das Glück wird überschattet, als sie erfährt, dass auch Damian, der charismatische, aber grausame „Goldjunge“ des Heims, dort einzieht – der Junge, der sie jahrelang gequält hat. Plötzlich teilen sie nicht nur ein Haus, sondern sogar ein Zimmer. Nadja schwört, ihre Mauer nicht fallen zu lassen. Doch je mehr Zeit sie mit Damian verbringt, desto klarer wird, dass hinter seiner kalten Fassade ein verletzter Junge steckt – einer, der dieselbe Einsamkeit kennt wie sie. Und plötzlich steht Nadja vor der gefährlichsten Entscheidung ihres Lebens: Wird sie ihre Mauer einreißen … und Damian ihr Herz überlassen?

Genre
Drama
Author
Katharina
Status
Ongoing
Chapters
7
Rating
n/a
Age Rating
16+

Prolog

Pov Trischa Wolkov

„Dann bist du nicht länger meine Tochter.“

Meine Stimme ist ein Schrei, roh und zitternd, doch voller Gift.

„Du gehörst nicht mehr zu uns. Ab heute bist du nur noch seine. Eine Medwedewa. Ein Verrat in Fleisch und Blut. Verschwinde – und halt dich von meiner Familie fern!“

Die Worte sind draußen, donnern durch die Leitung, als wären sie schon immer da gewesen, wartend, hungrig, bereit, mein Herz zu zerreißen.

Stille. Dann ein Atemzug am anderen Ende. Zittern. Schluchzen.

„Mama… bitte…“

Aber ich höre sie nicht mehr. Ich will sie nicht mehr hören.

Ich lege auf.

Nastja. Mein Mädchen, meine eigentliche Cousine, die ich wie meine Tochter behandelt habe. Die ich mit meinen eigenen Händen aus dem Bordell gezerrt habe, in das er sie gesteckt hatte. Die ich beschützt, geliebt, aufgefangen habe.

Und jetzt… jetzt bekennt sie sich zu ihm.

Vor aller Welt. Sie, die genau weiß, was er mit meiner Familie getan hat.

Sie sagt, sie liebt ihn. Liebt.

Ein Bild drängt sich in meinen Kopf:

Meine Schwester.

Ihr Anruf.

Ihre panische Stimme, durchdrungen von Todesangst. „Trisha, bitte, hilf mir! Er ist hier, er—“

Dann das Kreischen. Der dumpfe Schlag. Das plötzliche Schweigen.

Ich habe jedes Geräusch gehört. Jede Sekunde ihres Todes.

Und Nastja wusste das. Sie wusste es. Und trotzdem…

Mein Herz zieht sich zusammen, so stark, dass es schmerzt. Ich könnte schreien, weinen, beten – aber da ist nichts mehr. Nur Wut. Nur Verzweiflung.

Ich schlage das Handy auf den Beifahrersitz.

Der Regen hämmert gegen die Windschutzscheibe, als wolle er mich ertränken.

Ich umklammere das Lenkrad, meine Fingerknöchel sind weiß, meine Muskeln steinhart.

Neben mir sitzt Leo. Mein Leo. Mein Ehemann. Mein Anker.

Sein Blick starr nach vorne, die Augen weit, Kiefer angespannt. Er sagt nichts. Er muss nichts sagen. Ich weiß, dass er dieselbe Angst spürt, dieselbe Kälte in der Brust, dieselbe unaufhaltsame Gewissheit, dass alles auseinanderbricht.

„Trisha…“ flüstert er schließlich. Nur mein Name, kaum hörbar. Und doch klingt er wie ein Abschied.

Ich schlucke, schaue nach oben, versuche, meine Tränen zurückzuhalten. Stark sein. Wenigstens jetzt. Wenigstens vor ihm.

Aber dann—

Ein Blitz.

Grelles Licht.

Zu spät.

Die Reifen verlieren den Halt.

Ein Quietschen, kreischend, unbarmherzig.

Das Auto beginnt zu tanzen, als hätte es den Verstand verloren.

Mein Magen verkrampft, ich verliere den Atem, mein Herz stolpert.

„Nein!“, schreie ich, doch meine Stimme wird vom Chaos verschluckt.

Wir schleudern.

Der Gurt reißt sich in meine Brust, schneidet wie ein eiserner Schraubstock. Schmerz brennt in meiner Schulter, mein Kopf schlägt gegen das Seitenfenster – dumpf, scharf, als ob Glas durch mein Gehirn fährt.

Alles wird langsam. Jeder Herzschlag ein Hammerschlag.

Bumm.

Ich höre mein Blut rauschen.

Bumm.

Ich höre mein Herz schreien.

Bumm.

Und dann Glas.

Splitter fliegen wie kalte Sterne, schneiden in Haut und Augen. Ich schmecke Blut. Eisen. Bitter und warm. Rauch dringt in meine Lunge, brennt, als würde ich Feuer atmen. Meine Rippen schmerzen, jeder Atemzug ist ein Kampf.

„Leo!“

Ich drehe meinen Kopf, sehe ihn neben mir. Starr. Bewegungsunfähig. Seine Augen weit, leer, als hätte die Welt ihn schon losgelassen. Panik schießt durch meinen Körper, greift nach meinem Herzen, drückt es zusammen, bis mir die Luft ausgeht.

„Leo, bitte!“ schreie ich, doch meine Stimme ist nur noch ein Flüstern, dünn und schwach wie ein Blatt im Sturm.

Und dann… denke ich an meine kleine 5 jährige Nadja.

Mein Kind.

Meine einzige leibliche Tochter. Mein Ein und Alles.

Ihr Gesicht blitzt vor mir auf. Ihr Lächeln. Ihre großen Augen, voller Neugier, voller Leben.

Sie wird allein sein. Ganz allein.

Mein Herz zerbricht, der Schmerz ist schlimmer als der Aufprall, schlimmer als der Rauch, schlimmer als der Tod, der mir schon im Nacken sitzt.

Ich will es ihr sagen.

Dass ich sie liebe. Dass ich immer für sie da gewesen wäre.

Dass sie stark sein muss. Dass sie überleben muss.

Aber die Worte ersticken in meiner Kehle. Kein Laut verlässt meine Lippen.

Ein Ruck.

Das Auto kracht gegen etwas Hartes. Mein Körper fliegt nach vorne, dann zurück, Knochen schreien, Muskeln reißen. Die Welt verschwimmt in grellen Blitzen, in Lärm, in Schmerz. Alles ist zu schrill, zu laut, zu nah.

Ich kann nicht mehr atmen.

Meine Gedanken taumeln. Bilder wirbeln durcheinander:

Nastja, wie ich sie aus dem Bordell trug.

Meine Schwester, wie sie in Todesangst nach mir rief.

Leo, mein Leo, wie er am Altar auf mich wartete.

Und Nadja – mein Herz, mein Mädchen.

„Es tut mir leid… Nadja… Leo…“ Die Worte sind nur noch Gedanken, hauchdünn, brüchig. „Ich liebe euch…“

Mein Herzschlag wird langsamer. Jeder Schlag ein dumpfes Echo.

Bumm.

Stille.

Bumm.

Leere.

Bumm.

Nichts.

Der Regen hämmert weiter. Unaufhaltsam. Kalt. Unbarmherzig.

Und alles, was ich war, löst sich in Dunkelheit auf – mit dem letzten Pochen meines Herzens.

Let Katharina know what you thought about this chapter!
Love this

1

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

0

Suspenseful

Emotional

1

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

0

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

0

Good Writing

Compelling Plot

0

Compelling Plot

Great Character

0

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

A Blessing in Disguise

Roxann: This was an amazing book. The characters and plot were amazing and you are an awesome writer. Every book I have read by you is just amazing. I thank you and on to the next ❤️

Read Now
The Orc's Pet

Xonereth: I really enjoyed this story. It was pretty straightforward plot wise, uncomplicated. Loved the characters and the world. It unfolded at a good pace. Keep writing and I will definitely check out your other works!

Read Now
Ruthless Lord

Ock: romance captivante. Hâte de lire la suite

Read Now
Stripped Shadows

Pfefferwinz: Richtig gut geschrieben und spannend bis zum Schluss.Ich kann es nur absolut empfehlen und bin auch schon bei der Fortsetzung, ... soweit wie sie eben schon fertig gestellt ist. Ich bin sehr gespannt was noch kommt ♥️Danke für die Bereicherung meiner Freizeit. Für mich der perfekte Ausgleich zumArbe...

Read Now
SECRET BILLIONAIRE

Janet: Very heart warning, shows what a kindness will be rewarded. Good reading.

Read Now
Bear Roberts

Obsidian: He's hilarious. Like, actually. I loved it. You're writing style is great, although you could do with a few less murmurs and mutters. I know it sounds critical, but I have the same problem and I hate it. Overall, it was one of the best stories I've read on here so far. I liked it better than those M...

Read Now
Bloodlines

Diana: Would recomend a good read, I like it's not to long

Read Now