Ashes Left Behind

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Summary

Als Tessa in einer einzigen Nacht alles verliert, was sie kennt, wird aus ihrem Leben ein gnadenloser Kampf ums Überleben. Gemeinsam mit Fremden, die bald zu Verbündeten – oder Feinden – werden, muss sie sich einer Welt stellen, in der nichts mehr sicher ist.Auf ihrem Weg werden sie neue Verbündete wie Mittchel ein forscher und proffesor oder Tommy ein Loyaler Freund begleiten. Die Infizierten sind grausamer und unberechenbarer als alles, was man bisher kannte. Doch die größte Gefahr kommt nicht nur von draußen – sondern auch von den Menschen, die im Dunkeln ihre eigenen Pläne verfolgen. Ashes Left Behind ist kein typischer Zombie-Roman, sondern eine düstere Geschichte über Hoffnung, Verrat und den Preis der Menschlichkeit.

Genre
Adventure
Author
Liv
Status
Ongoing
Chapters
10
Rating
n/a
Age Rating
18+

Heimkehr

Das Kies knirschte unter Tessas abgetretenen Converse. Ihre müden Schritte schleppten sie bis zur Haustür. Sie spielte mit den Schlüsseln in ihrer Hand. Das vertraute Knacken des Schlosses brachte sie ins Haus. Sofort lag dieser stechende Geruch von Alkohol und Zigarettenrauch in der Luft.

„Dad? …“ sagte sie leise, während sie die Tür hinter sich schloss.

Vom Wohnzimmer hörte sie das dumpfe Brummen des Fernsehers. Die blauen Lichter flackerten über das Gesicht ihres Vaters, der bewusstlos – oder schlafend – auf dem Boden lag.

„Fuck … echt jetzt?“ flüsterte Tessa in ihren Pulli. Es war nichts Neues, dass ihr Vater betrunken auf dem Boden lag. Aber trotzdem hatte sie immer die Hoffnung, eines Tages nicht mehr so alleine zu sein.

Sie ließ ihren Rucksack auf den Boden sinken, ging in die Küche und öffnete den Kühlschrank.

„Echt jetzt? Schon wieder nix da? … Fuck!“ murmelte sie. Ihr Blick fiel in die Ecke der Küche, wo noch eine alte Toastpackung lag.

Sie machte sich ein Toast, setzte sich auf das Sofa. Im Fernseher lief irgendein alter Krimi, den sie bestimmt schon zum tausendsten Mal gesehen hatte. Gerade, als eine Schussszene kam, knallte etwas Menschenähnliches gegen die Scheibe.

Tessa schreckte hoch. Für ein paar Sekunden starrte sie das Ding an, das gegen das Fenster schlug. Dann krachte noch ein weiteres dagegen, und das Glas bekam Risse.

Panisch rannte sie in den Keller, griff nach einem der Jagdgewehre ihres Vaters und stürmte die Treppe wieder hinauf.

„Dad!!“ schrie sie – keine Antwort. Sie rannte zu ihm, kniete sich hin. „Dad! Komm schon, wach auf! Was ist mit dir?!“

Sie tastete seinen Hals, doch da war kein Puls.

„Nein … fuck … Dad, bitte, komm schon!“

Tränen brannten ihr in den Augen. Dann stand sie auf, lud das Gewehr durch und starrte noch einmal auf ihren Vater hinunter.

„Tut mir leid, Dad …“ flüsterte sie, bevor sie durch die Hintertür in den Garten rannte.

Draußen war es noch schlimmer. Geräusche – halb Schreien, halb Fiepen – hallten durch die Nacht. Sie versuchte, sich an den Kreaturen vorbeizuschleichen, wollte über den Highway zu ihrem Onkel laufen.

Doch das Knacken eines Astes unter ihrem Fuß verriet sie. Eines dieser Dinger drehte sich um und stürzte auf sie zu. Reflexartig riss Tessa das Gewehr hoch und drückte ab. Der Schuss riss das letzte bisschen Schädel weg, das die Kreatur noch hatte.

Die anderen beiden, die noch an der Fensterscheibe ihres Hauses klebten, hörten den Knall und stürmten auf sie zu. Tessa rannte den Highway entlang, schoss wild um sich. Alles verschwamm – die Zeit fühlte sich gleichzeitig wie in Zeitlupe und rasend schnell an.

Da bog plötzlich ein alter Truck mit abgefahrenen Reifen um die Kurve. Quietschend kam er zum Stehen, die Tür ging auf, und ein Mann mit wilder Miene rief: „Komm rein, Kleine!“

Tessa sprang auf den Beifahrersitz, völlig außer Atem. „Danke!“ stieß sie hervor.

„Nix zu danken, Kleine!“ sagte er knapp, die Augen wieder auf die Straße gerichtet. „Ich bin Mitchell. Und du?“

„Ich bin Tessa … danke nochmal.“ Sie atmete heftig, ihre Brust hob und senkte sich. Dann war kurz Stille, bevor sie ihn ansah. „Weißt du, was das war?“

„Ja …“ Mitchells Stimme war ernst. „Das sind Infizierte. So wie es aussah, waren das Lucker.“

„Lucker?“ Tessa schluckte schwer.

„Ja. Ich bin Forscher. Wir wussten, dass das passieren würde.“ Er atmete tief durch. „Vor ein paar Monaten brachten mein Team und ich einen Pilz aus Nigeria hierher. Er sollte helfen – bei Lungenkrebs. Er sollte neues Gewebe bilden, das sich auf zerstörte Lungen legt. Aber … das Experiment scheiterte. Ich war dagegen, weitere Versuche zu machen, doch mein Team arbeitete weiter.“

Tessa sah ihn erschrocken an, während er weiterredete:

„Der Pilz veränderte sich stündlich. Er bildete Sporen, die die Lunge einiger Mitarbeiter zerstörten. Eines Abends kam ich ins Labor … und hörte Schreie. Schmerzerfüllte, unmenschliche Schreie. Und ich sah meinen Kollegen – er war nicht mehr er selbst. Er war infiziert. Ich weiß bis heute nicht, was genau passiert ist … aber ich weiß: Diese Dinger sind gefährlich.“

„Oh mein Gott …“ hauchte Tessa. „Also … Zombies?“

„So könnte man sagen. Aber ich glaube, sie sind schlimmer als nur Zombies.“ Mitchell warf ihr Gewehr auf die Rückbank. „Du solltest schlafen, wir haben einen langen Weg vor uns.“

„Langer Weg? … Wo bringst du mich hin?“ fragte Tessa misstrauisch.

„Zu meinen Freunden.“ Er blickte starr auf die Straße.