The Shadow Chronicle of Arkhaven

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Summary

Er war ein König, geboren mit Flügeln aus Nacht und Feuer, ein Herrscher, dessen Reich selbst die Dunkelheit ehrte. Doch Könige fallen tiefer als alle anderen. Aeltharion wurde verraten und verflucht. Seine Schwingen Sinnbild seiner Macht und Freiheit wurden ihm entrissen, nicht im Zorn der Schlacht, sondern als Strafe, grausam und unausweichlich. Zurück blieb ein gebrochener Herrscher, gekrönt von Schuld und gefesselt an den Schatten seines eigenen Namens. Nun wandelt er durch ein Reich, das im Verfall ertrinkt. Seine Feinde flüstern, er sei ein Gespenst der Vergangenheit, doch in den dunklen Hallen seines Herzens erwacht etwas, das älter ist als jede Krone. Kein König bleibt ewig gefesselt. Und kein Fluch hält für immer. Start: 04.10.2025 Ende: /

Status
Ongoing
Chapters
9
Rating
n/a
Age Rating
18+

Textausschnitt

Der Nebel hing schwer zwischen den verdrehten Bäumen, als würde er selbst atmen. Jede Wurzel, die sich aus dem Boden schlängelte, glich einer versteinerten Klaue, die nach den Schritten der Reisenden griff. In der Ferne knackte etwas, kein Tier, kein Windstoß, sondern ein Laut, der zu bewusst wirkte, als dass er Zufall sein könnte.


Ein Geruch von Eisen lag in der Luft, metallisch, bitter, vertraut. Blut, das längst in die Erde gesickert war, aber nie wirklich verschwunden. Die Schatten zwischen den Stämmen verdichteten sich, formten für Augenblicke Gestalten, die sofort wieder zerfielen, als hätte der Wald selbst die Absicht, den Verstand seiner Besucher zu zersetzen.


Das Flüstern begann leise wie ein Hauch über die Schulter, kaum wahrnehmbar. Doch je länger man lauschte, desto klarer wurden die Worte. Sie waren keine Sprache, die man kannte, und doch verstanden alle ihr Versprechen. Schmerz, Verfall, endlose Nacht.


Die Stimmen mehrten sich, überlagerten einander, bis sie zu einem Chor aus gebrochenem Atem anschwollen. Jeder Laut kroch unter die Haut, setzte sich wie Dornen ins Fleisch der Gedanken. Mit jedem Schritt, den sie tiefer in den Wald wagten, schien die Welt um sie herum enger zu werden, als würden, die Bäume selbst zusammenrücken, um ihnen den Rückweg zu verwehren.


Der Boden war weich, fast nachgiebig, und trug den widerwärtigen Eindruck, auf etwas Lebendigem zu stehen. Manchmal bebte er, kaum merklich, wie ein Herzschlag unter der Erde. Und dann, wenn die Fackeln aufflammten, blitzte zwischen den Stämmen etwas auf, Augen vielleicht, zu groß und zu tief, um einem Tier zu gehören. Augen, die nicht blinzelten.


Einer der Reisenden stolperte, kniete nieder, um seinen Atem zu fassen, doch dort, wo seine Hand den Boden berührte, blieb Blut an den Fingern kleben. Frisch, warm. Kein Leichnam war zu sehen, und doch roch es, als läge der Wald voller Tote, die knapp unter der Oberfläche begraben waren.


Und wieder das Flüstern, jetzt lauter, gezielter. Kein unverständliches Murmeln mehr, sondern Worte, die direkt in den Geist geschnitten wurden. Worte, die Dinge versprachen, die niemand überleben konnte oder überleben sollte.