Der Anfang - oder doch das Ende?
SIE: Nicole, 18, Blond, blauäugig, hasst es, sich im Spiegel zu sehen Isst manchmal zu wenig, aus Angst, “zu viel” zu sein Schreibt viel in Notizen, löscht Nachrichten fünfmal, bevor sie sie schickt Glaubt nicht, dass jemand wie er sie wirklich lieben könnte
ER: Elias, 19, Dunkle Haare, braune Augen, eher ruhig Hat noch Narben von seiner EX Nicht gut im Reden, aber schreibt tiefgründige Dinge, wenn er sich traut Hat wenig Geld, trägt alte Hoodies, will aber trotzdem jemand sein, auf den man stolz sein kann
Ihre Sicht:
Ich glaube, es war das dritte Herz in vier Tagen.
Nicht viel. Aber genug, dass es kribbelte, jedes Mal wenn mein Handy aufleuchtete.
“Was machst du gerade?”
Ich starrte die Nachricht an. Eigentlich wollte ich nicht gleich antworten – so tun, als wär ich beschäftigt oder cool. Aber mein Daumen war schneller als mein Kopf.
“Nichts Besonderes. Du?”
Drei Punkte. Er schrieb. Löschte. Schrieb neu.
“Muss morgen um 6 raus. Aber wollt dir noch schreiben.”
Mein Herz machte diesen kleinen, dummen Hüpfer, den es nicht machen sollte. Ich kannte ihn kaum. Schulflur-Blicke, ein “Hey” beim Rausgehen, mehr war da nie. Und trotzdem schrieb er mir jetzt – mitten in der Nacht.
Ich war mir nicht sicher, ob das etwas bedeutete.
Aber es fühlte sich ein kleines bisschen wie Hoffnung an.
Zwei Tage später saß ich auf dieser kalten Parkbank, neben Joel, einem alten Schulfreund. Wir hatten uns zufällig im Supermarkt getroffen.
Er lachte über irgendeinen Spruch von früher, während ich versuchte, normal zu wirken. Innerlich war ich viel zu sehr bei den Nachrichten von gestern.
"Weißt du, dass Elias jetzt ne Freundin hat?“, sagte Joel plötzlich, beiläufig, als würde er vom Wetter reden.
Ich sah ihn an.
"Was?"
"Ja, seit ner Weile schon. Die Braunhaarige aus seiner Straße, glaub ich."
Ich lächelte. Nur mit dem Mund, nicht mit den Augen.
"Ach so."
Als ich nach Hause kam, vibrierte mein Handy.
“Hey du. Alles gut?”
Ich tippte auf die Nachricht. Stellte mein Handy dann langsam wieder auf den Tisch.
Ich schrieb nicht zurück.
Nicht heute. Nicht morgen.
Vielleicht nie wieder.
💭 Denn ich war es leid, diejenige zu sein, die sich alles nur einbildet.