Prolog
Das Meer war schwarz in dieser Nacht. Kein Wind, kein Laut – nur das leise Ticken der Uhr im Arbeitszimmer.
Dimitris Andros stand am Fenster und sah hinaus auf die Wellen. Er wusste, dass sie kommen würden.
Sie kamen immer, wenn jemand zu viel wusste.
Auf dem Schreibtisch lag ein Umschlag mit einem Namen darauf. „Nicole“.
Er fuhr mit den Fingern über die Buchstaben, als könnte er sie damit beschützen. Seine Tochter – die, die er nie wirklich kannte.
„Es ist zu spät“, sagte eine Stimme hinter ihm.
Elias’ Vater trat aus dem Schatten, ein alter Mann mit kaltem Blick und einem goldenen Ring, der im Kerzenlicht aufblitzte – das Symbol der Bratva Ellinikí, der griechischen Bruderschaft.
„Ich wollte nur, dass sie frei ist“, flüsterte Dimitris.
Der Alte nickte langsam. „Niemand ist frei.“
Draußen begann es zu regnen.
Und zwischen den Rosen, deren Blüten fast schwarz wirkten, zerbrach ein Versprechen, das nie hätte gegeben werden dürfen.