Sammlung von Schreibübungen

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Summary

Hallo lieber Leser, hier findest du meine kleinen Schreibübungen. Kurze Stories, die beim 10 minütigen einfach nur "fließen" lassen entstanden sind. Viel Spaß damit!

Genre
Horror
Author
Ravence
Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
16+

Ein Traum an Halloween

Knistern. Unbeschreibliche Hitze. Das ist das Erste, was ich wahrnehme, als ich zu mir komme. Ich liege im Bett. Die Decke um mich geschlungen. Ein Blick auf den Wecker verrät mir, dass es kurz nach drei Uhr ist. Blinzelnd sehe ich mich im Schlafzimmer um. Das Fenster ist offen. Der Wind spielt mit dem Vorhang. Der Mond wirft silbriges Licht in den Raum. Unter der Tür dringt dunkler Rauch durch. Verwirrt betrachte ich das Spektakel. Die Erkenntnis trifft mich wie ein Eimer eiskaltes Wasser. Es brennt. Meine Wohnung steht in Flammen. Alarmiert springe ich aus dem Bett. Zur Tür. Panisch fassen meine zitternden Finger nach dem Türgriff. Eine sengende Hitze fährt durch meine Fingerspitzen. Ich zucke zurück. Verdammt. Ich drehe mich um mich selbst. Suche mit den Augen den Raum nach einem Fluchtweg ab. Das viel zu weite Schafhirt klebt mir schweißnass am Körper. Meine nackten Füße bewegen sich vorwärts. Richtung Fenster. Ich reiße die Vorhänge zur Seite, schaue hinunter auf die Straße. Niemand. Keine Nachbarn. Keine Feuerwehr. Ich sehe niemanden auf der vom Mond beschienen Straße. Es knackt bedrohlich hinter mir. Verzweifelt schaue ich in die Tiefe. Zu tief um zu springen. Die Tür gibt nach und wird vom Feuer verschlungen. Raus. Ich muss raus. Vorsichtig setze ich einen Fuß auf das Fensterbrett. Das Haus ist alt. Zum Glück. Denn früher war der äußere Fenstersims breiter. Der Wind zerrt an meinen Haaren. Eine Gänsehaut durchfährt mich. Mit einem letzten Blick nach hinten in die Flammen bewege ich mich an die Hauswand gepresst zur Seite weg. Mein Atem geht stoßweise. Mein Blick richtet sich in den Nachthimmel. Zum Mond. Herr im Himmel, steh mir bei. Die Zeit scheint in Zeitlupe zu vergehen. Zentimeter um Zentimeter bewege ich mich weg vom Fenster, aus dem jetzt dichter schwarzer Rauch dringt. In weiter Ferne durchbricht das Dröhnen von Sirenen das tosende Knistern. Gott sei Dank, jemand hat Hilfe gerufen. Zitternd bewege ich mich weiter. Versuche an das Rohr zum Ableiten von Regenwasser zu kommen. Nur noch ein kleines Stück. Nicht nach unten schauen. Der Stein unter meinem Fuß gibt nach. Ich verliere das Gleichgewicht. Rudere panisch mit den Armen, versuche noch das Rohr zu fassen. Vergebens. Ich falle.

Erschrocken fahre ich hoch. Mein Herz rast. Schweiß steht mir auf der Stirn. Ein Albtraum. Während ich versuche, meinen stockenden Atem zu beruhigen, schweift mein Blick prüfend umher. Kein Knistern. Kein Rauch unter der Tür. Keine sengende Hitze. Kein Feuer. Erleichtert sinke ich zurück ins Kissen. Ich drehe den Kopf zur Seite, um einen Blick auf den Wecker zu werfen. Drei Uhr morgens. Wie in meinem Traum. Seltsam. Mein Mund fühlt sich trocken an. Ich brauche was zu trinken. Seufzend schlage ich die Decke zurück und begebe mich zur Tür. Bei ihr angekommen halte ich inne, hebe die Hand und strecke sie vorsichtig aus. Kalt. Die Türklinke ist kalt. Kopfschüttelnd öffne ich sie und trete auf den Flur. Aus weiter Ferne dringt die Sirene der Feuerwehr an mein Ohr. Was ein Zufall, denke ich und setze meinen Weg fort in die Küche. Die Sirene wird lauter. Blaues Licht erhellt die Küche, als ich Wasser in ein Glas fülle. Ich dreh mich zum Fenster.

Glas zerspringt am Boden. Wasser benetzt meine nackten Füße. Ich halte die Luft an. Dichter schwarzer Rauch dringt aus dem Fenster des Hauses gegenüber. Flammen breiten sich aus. Neben dem Fenster, an die Hauswand gedrückt, steht eine Frau. Wie in meinem Traum. Gelähmt schaue ich zu, wie sie sich Zentimeter um Zentimeter vom Fenster entfernt. Richtung Regenrohr. Unten auf der Straße eilen Feuerwehrleute umher. Rüsten sich aus. Legen Schläuche. Bereiten das Sprungpolster vor. Doch zu spät. Der Fenstersims gibt nach. Ein Schrei durchdringt die Nacht.

Entsetzt wende ich mich ab. Dabei fällt mein Blick auf den Kalender. 31.Oktober. Happy Halloween