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Prisoner in Paradise

Summary

Er - ein Mann, gefangen zwischen zwei Welten. Sein Körper liegt still, seine Augen geschlossen, doch tief in ihm tobt der Kampf. Zwischen Aufgeben und Weitermachen. Zwischen Dunkelheit und Licht. Und dann kommt sie - Emily. Ein Mädchen mit einer Stimme, die selbst durch die Stille schneidet. Ein Engel, der keine Flügel braucht, um ihn zu erreichen. Niemand glaubt, dass er sie hören kann. Doch er hört alles. Ihre Lacher. Ihre Tränen. Jedes zittrige "Bitte wach auf". Und irgendwo tief in ihm... beginnt etwas zu brennen. Wegen ihr. Für sie. Zwei Seelen, die sich finden, obwohl sie es nicht sollten. Ein Herz, das schläft - und eins, das laut genug schlägt für beide. Und manchmal... reicht genau das, um selbst das Unmögliche möglich zu machen. ❤️‍🔥

Status
2mo ago
Chapters
105
Rating
5.0 (1 review)
Age Rating
18+

Kapitel 1 - Emily

Emily:

Der Wecker reißt mich aus meinem viel zu kurzen Schlaf. Grummelnd drehe ich mich auf die Seite, tippe genervt auf meinem Smartphone herum, ehe ich leise vor mich hin knurre. War die Nacht wirklich schon wieder vorbei? Das konnte doch nicht sein... Noch völlig erledigt, weil ich kaum Schlaf bekommen habe, torkle ich aus dem Bett. Mein Kopf ist schwer, benebelt, dabei habe ich gestern nicht mal einen Tropfen Alkohol angerührt. Müde beginne ich meinen Tag, dusche, ziehe mich an. Ich gönne mir nur einen schnellen Kaffee, beiße einmal in mein Brötchen - und da fällt mein Blick auf die Uhr. "Verdammt... schon so spät?!" Der Rest des Frühstücks bleibt liegen, ich stopfe meine Sachen in die Tasche und stürze aus der Wohnung. Mein Auto steht noch immer in der Werkstatt, also bleibt mir nur die Bahn. Widerwillig quetsche ich mich in die sich bereits schließende Tür. Der empörte Blick einer Mitfahrerin streift mich, aber ich ignoriere ihn. Endlich ruckelt die Bahn los - und schon jetzt fühle ich mich wieder erschöpft, obwohl mein Arbeitstag noch gar nicht begonnen hat. Fast anderthalb Stunden dauert es, bis ich endlich meinen Arbeitsplatz erreiche. Ich schlüpfe in die Dienstkleidung, befestige mein Namensschild und die Pulsuhr an meinem Kittel. Mit einem tiefen Atemzug verlasse ich die Umkleide und steuere auf das Dienstzimmer zu, wo die Nachtschicht bereits ungeduldig auf mich wartet. "Da bist du ja endlich, Emily!" - "Guten Morgen." - "Können wir schnell Übergabe machen? Ich will nur noch heim." - "Klar, leg los.", murmel ich. Sie schiebt mir noch schnell den Schlüssel für die Betäubungsmittel über den Tisch, und beginnt dann müde mit der Übergabe. "In der Drei der Wachkoma-Patient..." - "Herr Haber.", unterbreche ich sie sanft. "Sag bitte Herr Haber. Er ist keine Krankheit und auch kein Unfall.", nickt sie kurz, etwas beschämt.

"Ja, du hast recht. Also... Herr Haber hatte eine unruhige Nacht. Seine Vitalwerte sind mehrmals hochgeschossen - Puls und Blutdruck waren deutlich überm Normbereich. Er hat stärker auf Berührung und Lagewechsel reagiert, das Gesicht verzogen, unruhig geatmet. Ich musste ihm zweimal zusätzlich Schmerzmittel geben. Danach hat es sich stabilisiert." Ich nicke ernst. Das deutet darauf hin, dass er trotz allem mehr wahrnimmt, als man denkt. "Außerdem", fährt sie fort, "seine Mutter ist schon da. Sie sitzt seit dem frühen Morgen im Zimmer. Es gibt wohl wieder Ärger mit dem Arzt..." - "Was diesmal?" frage ich und seufze schon, weil ich die Antwort ahne. "Sie ist außer sich, weil gestern gegen ihren Willen die Magensonde gelegt wurde. Sie wirft dem Arzt vor, er hätte sie übergangen." Noch während wir sprechen, hören wir draußen Stimmen. Lauter werdend. Aufgewühlt. Ich gehe zur Tür, lehne mich hinaus. Am Ende des Ganges steht Frau Haber - schmal, aber voller Energie, sie redet auf den Oberarzt ein, die Hände aufgebracht in die Hüften gestemmt. "Das war nicht Ihre Entscheidung! Sie haben kein Recht, meinem Sohn eine Sonde zu legen, wenn ich ausdrücklich dagegen war!" Der Arzt wirkt müde, die Brille leicht schief, aber er bleibt ruhig. "Frau Haber, bitte. Es ging um die Ernährungssicherung. Ohne die Sonde riskieren wir Mangelernährung, das wäre fahrlässig gewesen." - "Fahrlässig ist es, den Willen einer Mutter zu ignorieren!", faucht sie zurück. "Es geht nicht um Ihren Willen, sondern um das Wohl Ihres Sohnes.", bleibt seine Stimme sachlich, aber man spürt den Druck hinter jedem Wort. Ich werfe meiner Kollegin einen kurzen Blick zu. Sie zuckt nur die Schultern. Übergabe beendet. Willkommen im Frühdienst.

Chapters
1. Kapitel 1 - Emily
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