Prolog
Der Wind peitschte gegen die Fenster der Klinik wie ein wütendes Tier. Drinnen war es still – zu still. Die Gänge lagen im Halbdunkel, nur das gelegentliche Flackern der Neonröhren erinnerte daran, dass hier noch Leben war. Oder etwas, das sich so nannte.
Zimmer 7 war verschlossen. Von Außen wirkte es wie jedes andere – doch innen lag ein Mann, starr, die Augen weit aufgerissen. Kein Laut kam über seine Lippen. Nicht mehr.
Die Krankenschwester, die ihn fand, schrie nicht. Sie war zu lamge hier, um noch überrascht zu sein. Stattdessen griff sie zum Telefon und wählte die Nummer, die sie nie hatte wählen wolle.
Er ist der sechste. Sagte sie.
Am anderen Ende der Leitung erklang eine Stimme: ruhig, kalt, vorbereitet.
Dann wird es wohl Zeit, dass ich komme.
Und sie kam – mit einem Name, den niemand kannt, und einer Vergangenheit, die sie selbst vergessen wollte.