Before The First Light (deutsch)

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Summary

Before The First Light erzählt die Geschichte von Camille Wilson, einer jungen Frau, deren Leben zwischen den Erinnerungen an die Heimat und dem pulsierenden Rhythmus von New York pendelt. Alles beginnt mit einer Hochzeit, die ihre Familie zusammenbringt und neue Verbindungen schafft – ein Moment voller Freude, Lachen und kleiner Missgeschicke, der Camille inmitten all der Vertrautheit zeigt, wie wertvoll Familie sein kann. Zurück in New York gewährt der Roman Einblicke in Camilles Alltag: ihre Freundschaften, ihre Träume und die Herausforderungen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Hier zeigt sich, wie sehr sich Camille entwickelt hat und was sie aus ihrem bisherigen Leben gelernt hat. Doch schon bald kündigt sich eine neue Wendung an: Camille muss zurück nach Hause reisen – ein Schritt, der Erinnerungen weckt und sie erneut vor Fragen über Familie, Beziehungen und sich selbst stellt. Before The First Light ist der Auftakt einer gefühlvollen Romance-Reihe über Freundschaft, Familie, Liebe und die Momente, in denen man sich entscheiden muss, welchen Weg man geht – bevor ein neuer Tag beginnt.

Genre
Romance/Drama
Author
Isabel
Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Chapter one

Camille

„Luke Wilson! Wo steckst du schon wieder?“, rief ich genervt, während ich durch die Flure eilte und jeden Raum kontrollierte - in der Hoffnung, ihn endlich zu finden.

Ich blieb kurz stehen, strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und atmete tief durch. Das Letzte, was ich heute gebrauchen konnte, war Abigails Zorn. Die Braut war ohnehin angespannt genug, und wenn sie erfuhr, dass Luke ausgerechnet jetzt verschwunden war… Nein. Ich wollte nicht ihre Wut spüren. Nicht heute.

Also suchte ich weiter – im Gästezimmer, im Hinterhof, sogar in der Küche, wo die Köche hektisch umherliefen. Doch von Luke keine Spur.

Gerade als ich mich fragte, ob er vielleicht abgehauen war, hörte ich Schritte hinter mir.

Ganz entspannt, die Hände in den Taschen, tauchte Luke hinter einer Ecke auf, als wäre absolut nichts gewesen. „Warum rennst du denn hier so gestresst herum?“, fragte er mit hochgezogener Braue.

Ich starrte ihn einen Moment fassungslos an, dann packte ich ihn am kragen und schob ihn grob gegen die Wand. „Bist du eigentlich komplett von allen guten Geistern verlassen?! Ich suche dich seit einer halben Ewigkeit! Abigail ist kurz davor, jemanden zu erwürgen – und wenn sie herausfindet, dass du noch nicht mal fertig bist, dann kannst du was erleben!“

Luke sah mich blinzelnd an, als hätte ich gerade eine völlig neue Sprache gesprochen. „Äh… ich war nur kurz draußen. Frische Luft holen.“

„FRISCHE LUFT?! Wir warten hier eine ewigkeit auf dich – und du machst Spaziergänge?!“

Er hob die Hände. „Beruhig dich mal, ich bin doch jetzt hier.“

Ich funkelte ihn an. „Wenn sie erfährt, dass du weg warst und noch nicht bereit bist, wird sie dich mit ihrem Blumenstrauß umbringen – und ich helf ihr dabei.“

Ich packte Luke am Arm und schob ihn energisch den Flur entlang. „So, du gehst jetzt in dein Zimmer und machst dich fertig. Und zwar sofort. Ich komme gleich wieder und überprüfe, ob du nicht wieder abgehauen bist.“

„Ja, ja…“, murmelte Luke, ließ sich aber ohne Widerstand von mir hineinschieben.

Die Tür fiel zu, und ich atmete einmal tief durch, bevor ich mich wieder dem Hochzeitschaos stellte.



15 minuten später

Ich klopfte dreimal kurz an, wartete keine Antwort ab und öffnete die Tür.

Luke stand vor dem Spiegel, das Hemd ordentlich, die Haare perfekt gestylt, die Krawatte überraschend professionell gebunden.

Ich blieb stehen, blinzelte – und schnalzte anerkennend mit der Zunge.

„Wow“, sagte ich und verschränkte die Arme. „Du siehst ja richtig hübsch aus.“

Luke grinste. „Danke?“

Ich grinste leicht. „…aber eingebildet wirst du davon hoffentlich nicht.“

Luke lachte leise und senkte kurz den Blick. „Eingebildet? Ich? Niemals. Aber wenn du noch so weitergrinst, glauben am Ende noch alle, du hättest heimlich eine Wette am Laufen, wie lange du brauchst, um mich vor versammelter Verwandtschaft vorzuführen – ein bisschen zumindest – nur damit du später bei jeder Gelegenheit genau daran erinnerst und ich mir das noch jahrelang anhören darf.“

In diesem Moment sprang die Tür hinter mir halb auf, und meine kleine Nichte Amber – völlig außer Atem und mit wild flatterndem Kleid – stolperte hinein. „Cami! Tante Cami! Die Deko-Leute brauchen dich! Die Blumenbögen sind schon wieder umgefallen! Alles ist schief!

Ich rollte die Augen und seufzte tief. „Natürlich kippen sie das. Warum auch nicht, heute kippt ja alles um.“ Ich drehte mich wieder zu Luke. „Und du bleibst genau hier. Kein Frische-Luft-Ausflug, kein Verschwinden, keine komischen Ideen. Verstanden?“

Luke hob unschuldig die Hände. „Ich rühre mich nicht vom Fleck.“

Meine Nichte Amber stellte sich wichtig in die Tür, nickte streng und sagte: „Ich pass auf ihn auf, wenn du weg bist!“ – bevor sie mit kleinen, entschlossenen Schritten wieder weiterlief, als hätte sie die wichtigste Mission der Welt.

Ich trat schon halb hinaus, drehte mich aber noch einmal zu Luke um.

„Ach, bevor ich’s vergesse: Mom und Dad möchten nochmal kurz mit dir reden, bevor es losgeht. Sie warten im Gästezimmer.“

Ich sah auf die Uhr an der Wand. „Wir haben noch ungefähr eine Stunde bis zur Trauung. Also beeil dich ein bisschen – sie wollen dich bestimmt nicht ewig festhalten.“

Luke nickte, plötzlich etwas ernster. „Okay… ich geh gleich zu ihnen.“

„Gut“, sagte ich und verschwand im Flur. „Und bitte, tu mir den Gefallen: Mach mir heute keinen Herzinfarkt mehr“.

Luke

Ich betrat das Gästezimmer und blieb einen Moment in der Tür stehen. Meine Eltern saßen nebeneinander auf dem kleinen Sofa – meine Mutter mit einem Taschentuch in der Hand, mein Vater mit der Art von unbeholfenem Lächeln, das er immer dann zeigte, wenn er gerührt war, aber nicht wissen wollte, dass es jemand bemerkt.

„Da bist du ja“, sagte mom und stand sofort auf. „Mein Gott, Luke… du siehst so schön aus.“

Ich lächelte leicht. „Danke, Mom.“

Sie trat näher an mich heran, musterte mich wie damals am ersten Schultag, und fuhr mir kurz durch die Haare – obwohl sie sah, dass sie perfekt lagen. „Ich kann kaum glauben, dass du heute heiratest.“

Dad erhob sich ebenfalls, klopfte mir auf die Schulter – etwas zu fest, wie immer. „Deine Mutter hat die halbe Nacht nicht geschlafen. Vor Aufregung.“

Mom warf ihm einen warnenden Blick zu. „Vor freudiger Aufregung, wohlgemerkt.“ Dann sah sie wieder zu mir. „Ich hab einfach immer wieder daran gedacht, wie schnell die Zeit vergangen ist.“

Ich schmunzelte. „Ich bin doch nicht ausgewandert, Mom.“

„Nein, aber du bist erwachsen geworden“, sagte sie und ihre Stimme wurde weicher. „Du hast deinen Weg gefunden. Und jemanden, der dich liebt, wie du bist.“

Dad nickte zustimmend und verschränkte die Arme. „Und dich bremst, wenn du mal wieder irgendeine idiotische Idee hast. Das ist wichtig.“

Ich hob eine Augenbraue. „Also… glaubt ihr im Ernst, ich bräuchte immernoch so eine Art persönlichen Aufpasser?“

Dad hustete etwas zu laut, eindeutig gespielt. „Sagen wir mal so: Ganz falsch wär’s nicht.“

Mom lächelte sanft. „Wir wollten dir nur sagen, wie sehr wir dich lieben. Und wie stolz wir auf dich sind, Luke.“

Dad nickte zustimmend. „Abigail hätte keinen besseren Mann finden können.“

Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür, und zwei meiner Geschwister kamen herein – zuerst Eliyah meine älteste Schwester, dann mein großer Bruder John, beide mit einem warmen, breiten Grinsen.

„Da ist unser kleiner Bruder,“ sagte Eliyah stolz und zog mich in eine kurze Umarmung. „Und wow… du siehst richtig erwachsen aus.“

John legte sofort einen Arm um meine Schultern, drückte mich an sich und klopfte mir leicht auf den Rücken. „Mein kleiner Bruder heiratet schon… Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.“

In diesem Moment öffnete sich erneut die Tür, und Camille, auch meine ältere Schwester, steckte den Kopf herein. „Luke, mach dich bereit. Gleich geht’s los.“

Abigail

Ich stand vor dem großen Spiegel im Brautzimmer, die Hände fest ineinander verschränkt. Mein Herz schlug viel zu schnell, als würde es versuchen, aus meinem Brustkorb versuchen zu fliehen.

„Okay… okay… atmen…“, murmelte ich und versuchte, meine eigene Stimme zu beruhigen was zum glück irgenwie klappte.

Camille trat neben mich, so selbstverständlich wie immer – nicht nur als Trauzeugin, sondern als die Kindheitsfreundin, die mit mir barfuß durch den Garten gerannt war, mit mir im selben Baumhaus gespielt hatte und jahrelang Tür an Tür gewohnt hatte. „Abbi, du atmest, als würdest du gleich umfallen“, sagte sie mit einem weichen breiten Lächeln. „Dabei heiratest du gleich meinen Bruder, nicht irgendeinen Fremden.“

Ich verzog den Mund. „Ich bin kurz davor.“

Camille schnaubte leise. „Du heiratest Luke, meinen chaotischen, aber herzensguten Bruder. Ich kenn ihn seit seiner Geburt und ich sag dir eins: Der Kerl schaut dich an, als wärst du der Grund, warum die Erde sich überhaupt dreht.“

Ich spürte, wie die Nervosität mich zurückdrängte. „Und was, wenn ich stolpere? Oder anfange zu weinen, bevor der Trauredner überhaupt den ersten Satz sagt?“

Camille rückte den Schleier zurecht und sprach in diesem warmen, vertrauten Ton, der nur in ihrer Familie existierte. „Abbi, glaub mir… bei uns Wilsons wird heute sowieso jeder heulen. Mom, Dad, meine Geschwister… sogar Jake tut bestimmt so, als hätte er ’ne Allergie. Und Luke? Der wird aussehen, als hätte er gerade das größte Glück der Welt in die Hände gelegt bekommen.“

Ich lächelte schmal und schüttelte leicht den Kopf. „Du machst es mir nicht leichter, Camille.“ Doch Camille zog mich sanft in eine kurze Umarmung. „Ich mach’s dir realer. Du gehörst zu uns, Abbi. Heute wird alles gut.“

Ich schluckte, holte tief Luft und versuchte, die Schmetterlinge in meinem Magen zu zähmen. Camille blieb ruhig an meiner Seite, hielt mir die Hand, während ich jeden letzten Moment der Vorbereitung in mich aufnahm.

„Ist… ist Luke schon vorne?“, fragte ich leise, fast mehr zu mir selbst.

„Ja gleich“, sagte Camille warm. „Und auf den weg dorthin sieht er aus, als würde er jede Sekunde vergessen zu atmen.“

Ich schloss kurz die Augen. Der Gedanke an Luke dort vorne, nervös und voller Erwartung… ließ mir mein Herz weich werden.

Ein Klopfen. Die Hochzeitsplanerin lugte herein. „Zeit, Abigail. Alle sind bereit.“

Ich nahm Camille am Arm, als bräuchte ich eine letzte Stütze. „Bleib bei mir, bis ich raus muss, okay?“

„Ich lass dich doch nicht alleine in deinem Panikmodus“, versprach Camille und hakte sich bei mir ein mit einem warmen lächeln.