Riina Selbstfindung

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Summary

Riina Kanehonen wacht in ihrem Hotelzimmer auf und ist nervlich, wie auch körperlich am Ende. Die letzten Jahre waren von vielen persönlichen Opfern und nur wenig Erfolg bei ihrem Kindheitssport dem Skispringen geprägt. Sie erkennt dass sich etwas ändern muss und ihre Teamkollegin Anna Specht unterstützt sie dabei. Und mit der Zeit werden sie mehr als nur Teamkolleginnen.

Genre
Romance/Lgbtq
Author
dast42
Status
Complete
Chapters
27
Rating
n/a
Age Rating
16+

Der Zusammenbruch

“Aargh”. Mit einem lauten panischen Aufschrei wacht Riina Kanehonen auf. Ihre Arme wedeln vor ihrem Gesicht herum und ihre Beine strampeln wild unter der Bettdecke. Sie starrt mit weit aufgerissenen Augen auf die Decke, ihr Mund ist leicht geöffnet als ob sie noch etwas sagen möchte doch es kommen keine Worte heraus. Sie beruhigt sich langsam und bemerkt dabei, dass sie Schweiß gebadet im Bett liegt, das Laken und das Leintuch kleben an ihr. Langsam verschwindet ihre Panik und ihr Herzschlag wird wieder langsamer, sie beginnt die Situation zu verarbeiten und zu realisieren wo sie ist. „Puuuhhh” zischt sie zwischen ihren geschlossenen Zähnen hervor. Es war nur ein Albtraum, denkt sie sich. Als sich ihr Puls wieder normalisiert hat, weiß sie wieder wo sie ist. Sie liegt gerade in ihrem Bett im Hotelzimmer das sie seit Mitte August 2024 bewohnt. Sie ist Skispringerin im Weltmeisterschaftsteam und nimmt am Trainingslager des deutschen Skisprungverbands teil, das drei Wochen dauert und bereits zur Hälfte an diesem Donnerstag vorbei ist. Viele kennen zwar die Weltmeisterschaft im Winter, doch im Sommer findet auch eine Weltmeisterschaft statt. Dadurch lässt sich der Sport besser vermarkten und die Athleten können unter Wettkampfbedingungen springen. Zusätzlich bietet der Verband aber auch ein Trainingslager an, in dem Athleten ohne den Druck der Sommer-Weltmeisterschaft an den Schanzen trainieren können. Sie erhalten außerdem zusätzlich Trainingseinheiten für das Kraft-, Bewegungs- und Ausdauertraining. Diese Einheiten finden immer unter der Aufsicht von Trainern, Physiotherapeuten und auch Beratern statt, bei denen viele Daten erfasst und auch mit den Athleten täglich besprochen werden. Was zu einem Tag voller Trainingsheiten, Besprechungen und nur kurzen Pausen führt. Meistens beginnt der Tag um 6 Uhr in der Früh und endet um 20 Uhr, dann bleiben den Athleten noch 2 Stunden Freizeit und um 22 Uhr sollten sie schlafen um ausgeruht für den neuen Tag zu sein. Wobei manche Athletinnen die 2 Stunden Freizeit für zusätzliches Training verwenden. Außerdem werden während den Trainingslagern vielversprechende Nachwuchstalente zusammen mit einem bereits erfahrenen Athleten in ein Hotelzimmer einquartiert. Während dem Trainingslager dienen die erfahrenen Athleten als Mentoren für den Nachwuchstalente, damit diese von deren Erfahrung profitieren und auf die Abläufe vorbereitet werden. Riina zählt mit ihren 24 Jahren inzwischen zu den erfahrenen Athleten, die anstehende Wintersaison wird schon ihre vierte Saison im deutschen Team sein, weshalb sie nun auch mit einem der neuen Nachwuchstalente im Hotelzimmer einquartiert ist. Anna Specht ist mit 19 Jahren eines der Nachwuchstalente von dem ihre Trainer und Berater hoffen, dass sie von der Erfahrung von Riina profitieren und sich in der anstehenden Wintersaison beweisen kann. Was ihr einen festen Starterplatz im Kader der Weltmeisterschaft einbringen kann. Beide haben sich von Anfang an gut verstanden und haben die bisherigen 1,5 Wochen ohne Probleme zusammen verbracht, wobei sie nur mit Training und Besprechungen beschäftigt waren. Meistens geht es in ihren Gesprächen um den Sport oder das Training. Provate Themen haben sie bisher nur sehr oberflächlich angesprochen, da sich privat kennzulernen mit ihrem Trainingszeitplan nicht möglich war.

Riina hatte sich inzwischen wieder beruhigt, sie dreht sich auf den Bauch und greift neben sich, um ihr Smartphone zu suchen. Ihre Hand wandert über den Nachttisch und als sie es findet hält es vor ihr Gesicht und wird erstmal vom auflechtenden Bildschirm geblendet wodurch sie ihre Augen zusammen kneift. Als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt haben und sie auf den Bildschirm blickt, weiten sich ihre Augen. In großen weißen Buchstaben steht auf dem Bildschirm 4:39 Uhr und die erste Benachrichtigung zeigt, dass ihr Wecker auf 05:30 Uhr eingestellt ist, darunter ist gleich die Terminerinnerung für die erste Trainingseinheit um 06:00 Uhr. Nicht schon wieder, denkt sie sich und legt ihr Smartphone wieder weg. Sie drückt ihren Kopf tief ins Kopfkissen und je mehr sie an die heute anstehenden Trainingseinheiten denkt, desto schlechter wird ihre Stimmung. Zuerst ist es nur in ihrem Kopf, doch je länger die Zeit vergeht, desto mehr macht sich auch ihr Körper bemerkbar. Sie bekommt Magenkrämpfe, ihr Körper fängt zu zittern an und ihre Stimmung wird immer betrübter. Nach mehreren Minuten kann sie sich nicht mehr zurückhalten und sie beginnt zu weinen. Am Anfang waren es noch einzelne Tränen, doch es werden immer mehr, bis sie Rotz und Wasser heult.

Während Riina mit sich selbst beschäftigt ist, liegt Anna in ihrem Bett und kann zuerst nicht mit der Situation rund um Riina umgehen. Sie ist durch den Aufschrei von Riina aufgewacht und als sie wieder einschlafen wollte, hörte sich andere Geräusche von Riinas Bett. Zuerst konnte sie die Geräusche nicht zuordnen, da diese vom Kopfkissen gedämpft wurden, doch schnell bemerkt sie, dass Riina in ihrem Bett weint. Anna wollte eigentlich gleich wieder einschlafen, doch Riina hat nach mehreren Minuten nicht aufgehört und als das Weinen sogar heftiger wurde, steht Anna auf und geht zu Riinas Bett. Riina erschrickt als Anna sie an der Schulter anstupst. „Was ist los Anna?” sagt Riina noch mit weinerlicher Stimme. “Riina ist bei dir alles in Ordnung?” fragt Anna. “Ja alles ok, wieso?” sagt Riina und versuchte ihre weinerliche Stimme zu verbergen. „Weil du seit mehreren Minuten weinst und das um 4:45 Uhr in der Früh.” Mit immer noch weinerlicher Stimme entgegnet Riina:“Nein, du musst geträumt haben, geh wieder in dein Bett und schlaf weiter.” „Wir müssen für das Training um 6 Uhr ausgeruht sein.” Anna inzwischen etwas genervt, weil sie genau weiß was sie gehört hat und fühlt dass es Riina nicht gut geht. Sie geht zum Lichtschalter ihres Zimmers und schaltet das Licht ein. Der Anblick der sich ihr bietet, ist für sie ungewohnt und daher blickt sie etwas irritiert zu Riina. Die Bettdecke und das Laken rund um Riina sind nass und alles klebt an ihr. Riina liegt mit vom Weinen geröteten Augen im Bett und blickt in Richtung von Anna, al sie den Lichtschalter betätigt. Doch als Riina bemerkt, dass Anna sie ansieht, vergräbt sie ihren Kopf wieder im Kopfkissen. Ihr war die Situation sehr peinlich und daher war sie bemüht jeden Augenkontakt mit Anna zu vermeiden. Bitte lass mich unsichtbar werden, das ist so peinlich und dann sieht mich auch noch eine unseren Topnachwuchsathletinnen in diesem erbärmlichen Zustand, denkt sich Riina.

Während sich dieser Gedanke weiter durch ihren Kopf bewegt, bemerkt sie gar nicht wie Anna zurück zu Riinas Bett kommt, sich zu ihr aufs Bett setzt und ihre Hand nimmt. Riina erschrickt durch Annas Berührung, zieht ihre Hand weg und richtet sich im Bett auf. Sie dreht sich und sitzt nun aufrecht auf ihrem Bett den Rücken Richtung Wand zum Kopfende des Betts gerichtet. Anna bewegt ihren Oberkörper näher zu Riina und diese weicht so weit zurück bis sie mit dem Rücken an der Wand lehnt. Anna kommt immer noch näher und Riina weiß nicht wie sie reagieren soll. Sie drückt sich weiter an die Wand und fängt dann unvermittelt an zu weinen, wodurch sich ihr Oberkörper etwas nach vorne beugt. Anna stoppt kurz und sieht Riina an, sie hebt ihre Arme und schiebt ihre Hände zwischen Riina und den Wand. Anna will Riina einfach nur umarmen, sie spürt dass Riina das jetzt im Moment braucht. Riina ist erst von Annas Umarmung überrascht, aber sie fühlt sich sofort geborgen und sicher. Was dazu führt, dass sie weiter weint. Während der ganzen Zeit hat Anna kein Wort gesagt und dabei aber Riina immer wieder tröstend über den Rücken gestreichelt. Dies führt dazu dass Riina sich nach ein paar Minuten wieder halbwegs beruhigt hat und keine Tränen mehr kommen. Sie löst sich von Anna und sagt „Danke.” Anna entgegnet mit sanfter Stimme: „Möchtest du mir erzählen was los ist?” während sie Riina ansieht und ihr über den Kopf streicht. Riina noch etwas unsicher, beginnt trotzdem zu erzählen. Riina ist das erste Mal mit 6 Jahren bei einem Skisprungevent und war sofort vom Sport begeistert. Ihr Vater war früher selber Skispringer, Einar Kanehonen (geboren in Finnland) bis er nach einem Unfall bei einem Event in Deutschland nicht mehr selbst springen konnte. Im Krankenhaus lernte er damals seine heutige Frau und Riinas Mutter Maria kennen. Einar hat dann beschlossen in Deutschland zu bleiben und arbeitet seitdem für den deutschen Skisprungverband als Trainer und Berater. Als sich bei Riina nach kurzer Zeit die ersten Erfolge einstellen, hat ihr Vater nur noch als Berater für den Verband gearbeitet und war hauptsächlich Riinas persönlicher Trainer bis sie 10 Jahre alt war. Danach trainierte Riina in den Vereinen und den Trainingslagern des Verbandes und ihr Vater wieder mehr als Trainer und Berater für den Verband tätig. Doch nach den Trainings durch den Verein oder Verband, plante Einar manchmal eigenmächtig, manchmal in Absprache mit Trainern und Beratern zusätzliche Trainingseinheiten um Riina weitervoranzubringen. Er konnte sogar einzelne Trainer und Berater überreden, dass Riinas Training immer härter war, als bei den anderen Athleten. Anfangs war der ganze Aufwand sehr erfolgreich, sie wurde eine der erfolgreichsten Nachwuchsathleten und war mit 20 Jahren bereits im Weltmeisterschaftskader des deutschen Teams. Das bedeutete aber auch, dass die Erwartungen an Riina immer höher wurden. Anfangs konnte sie die Erwartungen noch erfüllen, doch Riina merkte immer deutlicher, dass ihre Leistung nicht mehr unendlich gesteigert werden konnten. Mit 22 in der Wintersaison im Jahr 2022/23 gab es keine Steigerung ihrer Leistung und ihre Ergebnisse waren etwas schlechter als im Jahr davor. Als Riina ein Jahr später in die Wintersaison 2023/24 gestartet war, wusste sie schnell dass ihre Karriere einen Abwärtstrend hat. Die Ergebnisse sind stetig schlechter geworden und in der zweiten Hälfte sogar komplett eingebrochen. Riina war sich sicher, dass sie keine weitere Saison mehr im Startkader des Weltmeisterschaftsteams erleben wird. Deswegen war sie sichtlich überrascht als ihr Vater bei einer Besprechung mit dem gesamten Trainer und Beraterteam klar gemacht hat, dass Riina das Trainingslager im Sommer nutzen wird, damit sie im Winter 2024/25 wieder zur alten Form zurückfindet und ihre Ergebnisse sich in der Wintersaison sofort verbessern werden. Sie fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen, als sie das in der Besprechung hörte, traut sich aber nicht den Aussagen ihres Vaters zu wiedersprechen. Ihr Vater sowie ihre Mutter hatten so viel Zeit und Geld in sie investiert, dass sie beide nicht enttäuschen wollte und sich schuldig fühlte, dass sie ihnen ihre Investitionen mit Erfolgen zurückgeben muss. Daher hat sie wieder mit dem Training begonnen und war ihrem Vater zur Liebe ins Trainingslager gegangen. Sie freute sich sogar, jemanden als Mentorin zugeteilt worden zu sein.

Das war aber die einzige Freude die sie im Trainingslager erlebt. Ihre Leistungen waren oft die schlechtesten von allen Athleten, selbst die Nachwuchsathleten waren besser. Das wurde ihr von den Trainern und Beratern bei jeder Besprechung klar gemacht und alle drohten damit ihrem Vater die schlechten Ergebnisse zu berichten. Sie flüchtete sich in Ausreden und immer war ihre Ausrüstung oder die Trainingsbedingungen schuld an ihren schlechten Leistungen, sie sagte das immer damit sie sich nicht mit ihrem Vater auseinander setzen muss und sich selber nicht mit der Wahrheit auseinander setzen muss. Sie wollte noch nicht einsehen, dass ihre Karriere erstmal ins Stocken geraten ist. Die Ereignisse im Trainingslager gingen aber nicht mehr spurlos an ihrem Körper und ihrer Psyche vorbei. Weshalb sie immer schlechter schlief und jetzt zur Halbzeit des Trainingslager komplett am Ende ist und mit Albträumen aufwacht und nun komplett aufgelöst vor ihrer Zimmerkameradin sitzt. Anna hörte sich alles geduldig an und hatte selber noch keine solchen Erlebnisse, konnte aber an Riinas Zustand sehen, dass es sie sehr mitgenommen hat. Sie nimmt Riinas Hand und hält sie einfach nur fest um ihr etwas halt und Sicherheit zu geben. Als Riina nicht mehr weiter erzählt fragt Anna: „Wie soll es jetzt weitergehen?” „Ich weiß es nicht.” „Ich kann mir gerade nicht vorstellen, weiter im Trainingslager zu bleiben, ich kann aber nicht einfach aufgeben.” sagt Riina und sagt weiter: „Meine Eltern, die Trainer und Sponsoren erwarten, dass ich das Training weitermache um in der Wintersaison zu performen.” „Aber wenn es keinen Sinn macht und du dich nur durch das Training quälst?” „Das ist auch keine nachhaltige Vorbereitung auf die Wintersaison.” entgegnet Anna. Während Riina überlegt was die richtige Entscheidung ist, blickt Anna auf ihr Smartphone und sieht dass es bereits 05:30 Uhr ist. „Ok, wir werden jetzt wahrscheinlich keine Lösung für alles finden und in 30 Minuten beginnt das Training.” „Überlege dir einfach, was du jetzt machen möchtest.” „Ich werde mich jetzt fürs Training vorbereiten und bevor ich zum Training gehe, kannst du mir deine Entscheidung mitteilen.” Riina ließ die Worte mehrmals durch ihren Kopf gehen, als sie Anna zu sieht wie sie sich für das Training vorbereitete. Was möchte ich machen? Werde ich mich auf das Training fokussieren können oder brauche ich erstmal Abstand um wieder klar Denken zu können? überlegt sich Riina. Während sie weiter nachdenkt, beobachtete sie unbewusst Anna bei ihren Vorbereitungen fürs Training. So verfliegen die Minuten und kurz vor 6 Uhr ist Riina noch in Gedanken und sieht unbewusst zu Anna. Welche sie seit ein paar Minuten direkt ansieht, als Anna sagt: „Huhu Riina, alles okay bei dir?” „Hast du dich entschieden?” „Äähh, ja entschuldige, ich war gerade nicht bei mir.” „Ja das habe ich bemerkt”, sagte Anna mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen. Riina errötet: „Entschuldige, aber ich wollte es mir genau überlegen bevor ich etwas sage.” „Ich denke dass es besser ist, wenn ich erstmal Abstand vom Skispringen bekomme und das Trainingslager abzubrechen.” „Okay wenn das die beste Option im Moment ist, dann helfe ich dir.” sagt Anna. „Das musst du aber nicht.” entgegnet Riina. „Doch das muss ich, du hast mir beim Training geholfen auch wenn es dir nicht gut ging, also muss ich mich jetzt auch revanchieren.” „Ich werde mir eine Ausrede einfallen lassen und du packst deine Sachen und gewinnst erstmal etwas Abstand zum Sport.” sagt Anna. „Danke” sagt Riina während sie Anna einfach umarmt. Riina wird sich aber gleich bewusst, was sie getan hat und löst die Umarmung so schnell wie sie entstanden ist. „Sorry!” „Alles in Ordnung, das hast du gerade gebraucht.” antwortet Anna als sie sich Richtung Tür bewegt. „Danke für alles Anna.” „Kein Problem, melde dich mal.” „Hier ist meine Nummer” entgegnet Anna mit einem Grinsen auf den Lippen, als sie Riina eine handgeschriebene Notiz mit ihrer Nummer in die Hand drückt. Nachdem Anna das Zimmer verlassen hatte und Riina ihre Sachen zusammen packte, dachte Riina immer wieder an Anna und war dankbar, dass sie in dem Moment für sie da war. Sie hinterlässt ihren Zimmerschlüssel und schickt Anna eine Nachricht: Hi Anna, vielen Dank dass du heute Nacht für mich da warst. Viel Spaß im Trainingslager und ich werde mich bei dir melden. Gruß Riina. Als sie in ihrem Auto sitzt, schaltet sie ihr Smartphone wieder aus. Für den Weg zu ihren Eltern, brauchte sie es nicht, da sie den Weg auswendig kannte, aber der Hauptgrund war, dass sie sich nicht von eingehenden Nachrichten der Trainer, Berater, den anderen Athleten oder ihren Eltern ablenken und durcheinander bringen lassen möchte. Riina möchte sich aufs Fahren konzentieren und währenddessen überlegen was sie ihren Eltern entgegenen soll, sobald sie dort eintrifft. Sie dachte zwar auch daran, in ihre Wohnung zu fahren, um der Konfrontation mit ihren Eltern zu entgehen, doch hatte sie aktuell kein Bedürfnis dorthin zu gehen. Es fühlte sich immer nur wie ein temporäre Wohnung an, die als Schlaf-, Aufenthalts- oder Essensplatz diente. Es hatte sich nie wie ihr Zuhause angefült und war für sie nie ein Ort der sich gemütlich anfühlt oder ihr große Sicherheit und Geborgenheit vermittelte. Alles in ihrer Wohnung erinnerte sie nur an den Frust und die Qualen der letzten 2 Jahre das sie seit ihrem Einzug erlebt hat. Bei ihren Eltern hatte sie immer ein Gefühl von Geborgenheit, dass sie jetzt dringend braucht. Trotzdem verlies sie den Parkplatz mit gemischten Gefühlen, unsicher was die Zukunft bringen wird, als sie bei der Abfahrt nochmals Richtung Skisprungschanze blickte. Es war ca. 07:00 Uhr als sie sich auf die zwei stündige Fahrt zu ihren Eltern aufmachte.