Royal Secret

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Summary

Ein Maskenball, ein Fremder und ein Fehler mit königlichen Folgen bilden den Anfang einer Geschichte, die das Leben der 17-jährigen Leonie für immer verändern wird. Als Stipendiatin an der hochmütigen Saint-Jude-Academy kämpft sie täglich darum, dazuzugehören, während sie in Wahrheit jeden Cent zweimal umdrehen muss. Der jährliche Maskenball der Schule ist ihre einzige Chance, der Realität zu entfliehen. Hinter einer Maske aus filigraner Spitze ist sie nicht das arme Mädchen – sie ist eine geheimnisvolle Fremde in einem mitternachtsblauen Seidenkleid. In der Dunkelheit des Schlossgartens begegnet sie ihm: Einem Jungen, dessen Augen so intensiv brennen wie das Feuerwerk über ihnen. Ohne Namen und ohne Vorurteile teilen sie eine Nacht voller Leidenschaft, die Leonie den Atem raubt. Es ist ein Moment absoluter Freiheit, weit weg von sozialen Hierarchien und Verpflichtungen. Doch bei Sonnenaufgang flieht sie, überzeugt davon, dass sie diesen Jungen nie wiedersehen wird, um den Zauber der Nacht nicht durch ihre bürgerliche Realität zu zerstören. Wochen später holt die Wirklichkeit sie mit voller Härte ein. Ein positiver Schwangerschaftstest zerstört all ihre mühsam aufgebauten Zukunftspläne. Leonie steht vor dem Nichts, denn ihr Stipendium duldet keine Skandale. Als wäre das nicht genug, stellt der Schulleiter am ersten Tag des neuen Semesters den neuen Mitschüler vor:

Status
Complete
Chapters
47
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
16+

Chapter 1 Goldene Masken und Mitternachtsküsse


Der Bass der Musik dröhnte so stark in Leonies Brust, dass sie kaum atmen konnte. Das riesige Festzelt der Saint-Jude-Academy glänzte in Gold und Samt, aber für Leonie fühlte es sich an wie ein schöner, aber bedrückender Käfig. Sie zupfte nervös am Saum ihres Kleides. Es war wunderschön, aus mitternachtsblauer Seide, aber es war geliehen. Genau wie das Lächeln, das sie den ganzen Abend auf den Lippen trug.

Unter der filigranen Spitzenmaske, die ihre Augen verbarg, fühlte sie sich zum ersten Mal seit ihrem ersten Schultag sicher. Hier war sie nicht Leonie, die Stipendiatin aus der letzten Reihe, die in den Pausen in der Bibliothek arbeitete, um sich das Schulmaterial leisten zu können. Hier, im Halbdunkel der Kronleuchter, war sie einfach nur eine junge Frau aus dem Schatten.

„Zu laut hier drin, oder?“

Die Stimme kam unerwartet von rechts. Sie war tief, leicht rauchig und hatte einen Klang, der Leonie sofort eine Gänsehaut über die Arme jagte.

Sie drehte den Kopf. Er lehnte mit einer lässigen Eleganz an einer Marmorsäule, die erstaunlich war. Sein dunkler Anzug saß perfekt, und die Maske aus schwerem, schwarzem Leder verbarg fast sein ganzes Gesicht, bis auf den markanten Kiefer und die Lippen, die sich zu einem schiefen Lächeln verzogen. Nur seine Augen blitzten gefährlich dunkel dahinter hervor.

„Man kann kaum sein eigenes Denken hören“, erwiderte Leonie mutiger, als sie sich eigentlich fühlte. Die Anonymität der Maske gab ihr eine Kraft, die sie sonst nicht besaß.

„Vielleicht ist das der Sinn dieser Veranstaltung“, sagte der Unbekannte und trat einen Schritt aus dem Schatten auf sie zu. „An diesem Ort wird viel zu viel gedacht und viel zu wenig gefühlt. Alle spielen eine Rolle. Du auch?“

Er hielt ihr seine Hand hin. Kein „Wie heißt du?“, kein „Wer sind deine Eltern?“, wie es an dieser Schule sonst üblich war. Nur eine stumme Einladung, die Welt hinter sich zu lassen.

„Wollen wir von hier verschwinden?“, flüsterte er, und sein Atem streifte ihre Wange.

Leonie wusste, dass sie nein sagen sollte. Sie wusste, dass sie morgen wieder die unsichtbare Schülerin sein würde, die keine Fehler machen durfte. Aber in dieser Nacht, unter dem Schutz der Dunkelheit, wollte sie einmal die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben spielen.

Sie legte ihre Hand in seine. Seine Haut war warm und fest, und ein elektrisierendes Kribbeln schoss ihren Arm hinauf.

„Bring mich weg von hier“, sagte sie leise.

Sie ahnte nicht, dass dieser Junge kein einfacher Mitschüler war. Sie ahnte nicht, dass er die Last einer Krone und die Erwartungen eines ganzen Landes auf seinen Schultern trug. In dieser Nacht gab es keine Titel und keine Kontostände. Es gab nur sie beide, den Duft von Sommerregen im Garten und den Beginn eines Geheimnisses, das neun Monate später die Welt erschüttern würde.