Das Leuchten über Walvegard

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Summary

Im ewigen Winter von Walvegard, wo Tagsüber eisblaue Mauern im Sonnenlicht funkeln und nachts Nordlichter den Himmel in Farben tauchen, zählen manche Tage mehr als ein ganzes Leben. Leifson ist neunzehn, Elsa achtzehn – und beide wissen noch nicht, wie schwer ein Abschied sein kann, bis er plötzlich vor ihnen steht. Als Leifson eine Entscheidung trifft, die weit über Walvegards Grenzen hinausreicht, schenkt er Elsa einen letzten Tag voller Wunder. An ihrer Seite: Isyra, die stolze weiße Isvyr, Freundin, Beschützerin – und Zeugin eines Versprechens, das stärker sein soll als die Furcht vor Dunkelheit und Ferne. Eine winterliche Romantasy über Pflicht und Sehnsucht, über das Leuchten vor der Nacht – und über ein Versprechen, das gegen die Welt bestehen muss.

Genre
Romance
Author
Marco1988
Status
Complete
Chapters
8
Rating
n/a
Age Rating
18+

Walvegard

Walvegard, eine Stadt die stets im hellsten Weiß getaucht ist, sie scheint nicht nur zu leben, sondern zu leuchten. Das Licht verstärkte alles: die Kanten der Mauern, die Tiefe der Schatten. Und vor allem: die Farben. Die gewaltigen eisblauen Mauern der Stadt fingen die Morgensonne ein wie riesige Kristalle. Ihr blaues Metall glitzerte in unzähligen Nuancen — von hellem Azur über blasses Silber bis zu einem tiefen, fast unergründlichen Blau, das nur in Walvegard existierte. Wenn die Sonne höher stieg, verwandelten sich die Mauern in ein Meer aus Licht, das über die schneebedeckten Höfe und schmalen Straßen tanzte.

Eine Stadt, die sich nicht einfach ausbreitete — sie entfaltete sich. Wie eine Honigwabe, sorgfältig und über Jahrhunderte gewachsen, lagen die Häuser in perfekten Sechsecken angeordnet. Jede Struktur war aus massivem Stein und gefrorenem Eis, von Schnee überdeckt und doch hell wie ein glühender Kristall. Diese Form war nicht zufällig gewählt worden: Sie stand für Ordnung, Harmonie, und für die Art, wie die Walküren ihre Welt sahen — nicht chaotisch, sondern klar.

Durch die Mitte dieser geordneten Struktur zog sich ein einziger Pfad, und er dominierte alles. Der Hauptweg Walvegards war so breit, dass zehn schwere Wagen nebeneinander hätten fahren können, ohne sich zu berühren, er wirkte wie ein weißer Fluss, der geradlinig durch die Stadt strömte.

Am Nördlichen Ende dieses Pfades erhob sich schließlich die gewaltige Treppe. Sie stieg an wie ein Berg aus gehauenem Eis, jede Stufe glatt und breit. Die Treppe führte hinauf zum Palast der Walküren — einem Ort, der mehr Festung als Palast war, mehr Heiligtum als Wohnsitz. Von dort blickten die Walküren herab auf den Pfad, der alles miteinander verband: Volk und Führung, Vergangenheit und Zukunft, Winter und Licht.

Und dann waren da die Isvyr — die stolzen weißen, riesigen Wölfe, die Walvegard wie natürliche Hüter durchstreiften. Sie bewegten sich mit einer Gelassenheit, als gehöre die Stadt ihnen allein. Ihre mächtigen Pfoten hinterließen tiefe Spuren im Schnee, und ihr Fell glühte im Licht wie flüssiger Frost. Ihre Augen in hellem Eisblau strahlten eine ruhige Würde aus, wenn sie an den Mauern vorbeigingen, leuchtete das Blau des Metalls auf ihrem Fell, als wäre Wolf und Stadt aus derselben Magie erschaffen worden.